Kollektivvertragsverhandlungen in Österreich

Kollektivvertragsverhandlungen sind ein wichtiges Instrument zur Regelung von Arbeitsbedingungen und Löhnen in Österreich. Jährlich werden auf Branchenebene zwischen Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften Kollektivverträge ausgehandelt.

Diese Verhandlungen haben weitreichende Folgen für Arbeitnehmer, da sie Rahmenbedingungen wie Arbeitszeit, Urlaub, Gehalt und weitere arbeitsrechtliche Standards festlegen. Wir geben Ihnen im Folgenden einen umfassenden Überblick zu diesem zentralen Mechanismus des österreichischen Arbeitsrechts.

Was sind Kollektivvertragsverhandlungen?

Kollektivvertragsverhandlungen sind Gespräche zwischen Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften mit dem Ziel, einen Kollektivvertrag abzuschließen.

Ein Kollektivvertrag ist ein Vertrag, der die Arbeitsbedingungen für alle Arbeitnehmer einer Branche oder eines Unternehmens regelt. Er enthält rechtlich verbindliche Mindeststandards für Löhne, Arbeitszeiten, Urlaubstage und viele weitere arbeitsrechtliche Bestimmungen.

Beteiligte Parteien

An Kollektivvertragsverhandlungen sind folgende Parteien beteiligt:

  • Arbeitgeberverbände: Sie vertreten die Interessen der Unternehmen einer Branche.
  • Gewerkschaften: Sie vertreten die Interessen der Arbeitnehmer. Die wichtigsten Gewerkschaften in Österreich sind der ÖGB und seine Teilgewerkschaften (z.B. GPA, vida, PRO-GE).

Gesetzliche Grundlagen

Die gesetzliche Grundlage für Kollektivverträge bildet das Arbeitsverfassungsgesetz. Das ArbVG legt fest, welche Regeln für Kollektivverträge gelten. Wichtig zu wissen: Ein Kollektivvertrag gilt automatisch für alle Arbeitnehmer eines Unternehmens, das dem jeweiligen Arbeitgeberverband angehört – egal ob der Arbeitnehmer selbst Gewerkschaftsmitglied ist oder nicht. Außerdem kann ein Kollektivvertrag auf Antrag auch auf Unternehmen ausgedehnt werden, die eigentlich nicht daran gebunden wären.

Kollektivvertragsverhandlungen sind also ein wichtiges Instrument, um branchenweit gültige Arbeitsstandards zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern auszuhandeln. Die Ergebnisse wirken sich direkt auf Millionen Beschäftigte in Österreich aus.

Worum geht es bei den KV-Verhandlungen?

Die Kollektivvertragsverhandlungen bestimmen wesentliche arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen in Österreich. Konkret werden dabei folgende Punkte ausgehandelt:

  • Mindestlöhne: Die Verhandlungen legen fest, wie hoch die Branchen-Mindestlöhne für die unterschiedlichen Tätigkeiten sind.
  • Arbeitszeit: Geregelt wird unter anderem, wie lang die wöchentliche Normalarbeitszeit ist und ab wann Überstunden anfallen.
  • Urlaubsanspruch: Verhandelt wird, wie viele Tage Urlaub den Beschäftigten pro Jahr zustehen.
  • Sonderzahlungen: Fixiert werden etwa die Höhe und die Auszahlungstermine von Weihnachts- und Urlaubsgeld.
  • Rahmenbedingungen: Zusätzlich werden oft Regelungen zu Arbeitszeitmodellen, Fortbildungen, Abfertigungen etc. getroffen.

Die KV-Verhandlungen sind also von großer Bedeutung, da sie unmittelbar die Arbeitsbedingungen und das Einkommen der Beschäftigten betreffen. Im folgenden Artikel erfahren Sie mehr zu Ablauf, Beteiligten und Besonderheiten der Kollektivvertragsverhandlungen in Österreich.

Ablauf von Kollektivvertragsverhandlungen

Der Ablauf von KV-Verhandlungen lässt sich grob in drei Phasen gliedern.

Vorbereitung

Im Vorfeld der Verhandlungen positionieren sich die Verhandlungspartner – Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände – und formulieren ihre Forderungen. Die Gewerkschaften erarbeiten einen Forderungskatalog, der etwa Lohn- und Gehaltserhöhungen, Verkürzung der Arbeitszeit oder zusätzliche Freizeit enthält. Die Arbeitgeberseite analysiert, was wirtschaftlich vertretbar ist.

Verhandlungsrunden

Die Verhandlungen erfolgen in mehreren Runden. Zunächst tauschen die Parteien ihre Forderungen aus. Dann wird in den einzelnen Punkten verhandelt, bis sich die Positionen annähern. Dies erfordert Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten. Kommt keine Einigung zustande, können die Gewerkschaften mit Kampfmaßnahmen wie Betriebsversammlungen, Warnstreiks oder Streiks reagieren.

Abschluss

Wenn eine Einigung erzielt wird, werden die Ergebnisse in einem neuen Kollektivvertrag schriftlich fixiert. Die wichtigsten Verhandlungsergebnisse betreffen meist Lohn- und Gehaltserhöhungen, Arbeitszeitregelungen und die Höhe von Zulagen und Zuschlägen. Nach der Unterzeichnung des Kollektivvertrags treten die neuen Regelungen in Kraft.

Die Kollektivvertragsverhandlungen durchlaufen also verschiedene Phasen, an deren Ende im Optimalfall ein für beide Seiten akzeptabler Kompromiss steht. Dieser wird dann rechtsverbindlich für die kommenden 12 Monate oder länger.

Besondere Kollektivvertragsverhandlungen

Gerade im Gewerbe gibt es eine Vielzahl von Kollektivverträgen für die unterschiedlichen Branchen, z.B. Metalltechnische Industrie, Elektro- und Elektronikindustrie, Chemische Industrie, Textilindustrie etc. Die Bandbreite reicht von produzierenden Betrieben bis hin zu handwerklichen Dienstleistungen.

Gemeinsam ist den KV-Verhandlungen im Gewerbe, dass hier traditionell die Industriegewerkschaften PRO-GE und GPA eine große Rolle spielen. Sie vertreten die Interessen der Arbeitnehmer in den Verhandlungen mit den jeweiligen Fachverbänden der Arbeitgeber.

Typische Verhandlungsinhalte in Gewerbe-Kollektivverträgen sind:

  • Arbeitszeitregelungen, insbesondere Überstunden
  • Schichtzulagen
  • Regelungen zu Nachtarbeit und Schwerarbeit
  • Sonderzahlungen wie Schmutz-, Erschwernis- und Gefahrenzulagen
  • Weihnachts- und Urlaubsgeld
  • Abfertigungsregelungen

Ziel ist es, angemessene Arbeitsbedingungen und eine faire Entlohnung für die Arbeitnehmer zu erreichen. Die Regelungen unterscheiden sich je nach Branche.

Schwerpunkt Logistik

Für die Arbeitnehmer in der Logistikbranche ist die Gewerkschaft vida ein wichtiger Vertreter ihrer Interessen. Sie verhandelt unter anderem den Kollektivvertrag für das Speditions-, Logistik- und Lagergewerbe. Die vida setzt sich insbesondere für faire Löhne, gute Arbeitszeitregelungen und bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten ein. Gerade in der Logistikbranche gibt es viele prekäre und körperlich anstrengende Tätigkeiten.

Schwerpunkte der Forderungen für die Logistikbranche

Typische Forderungen der Gewerkschaft vida in Logistik-KV-Verhandlungen sind:

  • Deutliche Lohn- und Gehaltserhöhungen, da die Einkommen in der Branche oft niedrig sind
  • Bessere Regelungen für Nacht-, Wochenend- und Feiertagsarbeit
  • Mehr Freizeit durch Arbeitszeitverkürzungen
  • Höhere Zuschläge für Überstunden
  • Verbesserte Regelungen für körperlich schwere Arbeit
  • Mehr Urlaubstage

Ziel ist es, die Arbeitsbedingungen in der Logistikbranche insgesamt auf ein höheres Niveau anzuheben und prekäre Beschäftigungsverhältnisse zurückzudrängen. Die Verhandlungen mit den Arbeitgeberverbänden sind daher oft schwierig.

Schwerpunkt Handel

Für die Beschäftigten im österreichischen Handel gilt der Kollektivvertrag für Angestellte und Lehrlinge im Handel. Dieser wird zwischen der Wirtschaftskammer Österreich (WKO), konkret der Bundessparte Handel, als Arbeitgebervertretung und der Gewerkschaft GPA ausgehandelt.

Wichtige Eckpunkte des Kollektivvertrags Handel:

  • Regelung von Mindestgehältern und Gehaltstabellen für die unterschiedlichen Tätigkeiten im Handel
  • Definition der normalen wöchentlichen Arbeitszeit von 38,5 Stunden
  • Anspruch auf 5 Wochen Urlaub pro Jahr
  • Sonderzahlungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld
  • Regelungen zu Mehr- und Überstunden
  • Bestimmungen zu Nachtarbeit und Sonntagsarbeit

Forderungen der Gewerkschaft GPA für den Handel:

Die Gewerkschaft GPA vertritt als größte Teilgewerkschaft des ÖGB die Interessen der Handelsangestellten. Typische Forderungen in den Kollektivvertragsverhandlungen sind:

  • Deutliche Gehaltserhöhungen, insbesondere in den unteren Gehaltsstufen
  • Arbeitszeitverkürzung durch zusätzliche Freizeitoptionen
  • Anhebung der Nachtzuschläge
  • Mehr Urlaubstage
  • Bessere Regelungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Ziel ist es, die Arbeitsbedingungen und Einkommen im Handel insgesamt zu verbessern. Durch die Verhandlungen mit der Gewerkschaft und die Vereinbarungen im Kollektivvertrag soll der Handel in Österreich als Arbeitgeber attraktiver werden. Dies fördert nicht nur die Zufriedenheit der Angestellten, sondern auch die wirtschaftliche Vitalität des Sektors.

Schwerpunkt Industrie

Die Metalltechnische Industrie ist Österreichs größter Industriezweig. Für die Arbeitnehmer dieses Wirtschaftsbereichs gelten traditionell die Kollektivverträge der Metallindustrie. Kennzeichnend für die Metallbranche ist eine lange Tradition der Sozialpartnerschaft zwischen den Arbeitgeberverbänden und den Gewerkschaften PRO-GE und GPA. Dies äußert sich auch in den jährlichen Kollektivvertragsverhandlungen, die meist von sachlichen Diskussionen geprägt sind.

Schwerpunkte der Metaller-KV-Verhandlungen

Typische Verhandlungsschwerpunkte in den Metaller-Kollektivverträgen sind:

  • Reallohnerhöhungen: Die Gewerkschaften fordern regelmäßig einen Inflationsausgleich.
  • Arbeitszeitflexibilisierung: Die Arbeitgeber wollen mehr Flexibilität bei Arbeitszeiten.
  • Leistungsdruck: Ein Thema ist auch der steigende Leistungsdruck in der Industrie.
  • Altersteilzeit: Die Attraktivität von Altersteilzeitmodellen wird diskutiert.
  • Lehrlingseinkommen: Hier geht es um angemessene Bezahlung.

Insgesamt zeichnen sich die Metaller-KVs durch einen eher kooperativen Verhandlungsstil aus, auch wenn die Positionen teils weit auseinanderliegen. Dies ist ein Grund für die vergleichsweise geringe Streikhäufigkeit in der Metallbranche.

Auswirkungen erfolgreicher Kollektivvertragsverhandlungen

Erfolgreiche Kollektivvertragsverhandlungen, die in einem Konsens zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern münden, haben verschiedene positive Effekte:

  • Höhere Einkommen für Arbeitnehmer: Konkrete Lohn- und Gehaltserhöhungen wirken sich unmittelbar auf die Einkommen der Arbeitnehmer aus. Dies stärkt die Kaufkraft breiter Bevölkerungsschichten. Auch andere arbeitsrechtliche Verbesserungen kommen den Beschäftigten zugute.
  • Planungssicherheit für Unternehmen: Ein vereinbarter Kollektivvertrag schafft Planungssicherheit für die Unternehmen. Sie kennen die Lohnkosten und können die Personalkosten für die nächsten 12 Monate oder länger kalkulieren. Dies erleichtert unternehmerische Entscheidungen.
  • Stärkung der Sozialpartnerschaft: Einvernehmliche Kollektivvertragsabschlüsse stärken das System der Sozialpartnerschaft in Österreich. Sie zeigen, dass Interessenausgleich zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern möglich ist. Dies fördert den Arbeitsfrieden.

Erfolgreiche KV-Verhandlungen haben also Vorteile für Arbeitnehmer, Unternehmen und das gesamte Wirtschaftssystem. Sie sind ein wichtiger Stabilitätsfaktor der österreichischen Sozialpartnerschaft.

Scheitern der Verhandlungen und Streiks

Kommen die Kollektivvertragsverhandlungen zu keinem Abschluss, kann dies zu Arbeitskämpfen führen. Gründe können unvereinbare Positionen der Verhandlungsparteien sein oder Vertrauensverlust zwischen den Sozialpartnern. Oft liegt es an zu hohen Lohnforderungen der Gewerkschaften bzw. mangelnder Kompromissbereitschaft der Arbeitgeber. Streiks sind in diesem Fall die „Ultima Ratio“ der Gewerkschaften, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Für die Beschäftigten bedeuten Streiks Lohnausfälle und ggf. Entlassungen. Die Unternehmen haben Produktionsausfälle, Umsatzrückgänge und Imageschäden. Streiks haben also erhebliche wirtschaftliche Schäden auf beiden Seiten zur Folge. Daher haben alle Beteiligten ein Interesse an einer einvernehmlichen Einigung bei den KV-Verhandlungen.

Kollektivverträge: Interessenausgleich bleibt entscheidend für Arbeitsfrieden

Kollektivvertragsverhandlungen sind ein wichtiger Bestandteil der österreichischen Sozialpartnerschaft zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Jährlich werden hunderttausende Beschäftigungsverhältnisse durch Kollektivverträge geregelt.

Die Verhandlungen folgen einem bestimmten Ablauf von der Vorbereitung über mehrere Runden bis zum Vertragsabschluss. Typische Themen sind Löhne, Arbeitszeiten und andere arbeitsrechtliche Standards.

Erfolgreiche Gespräche haben Vorteile für alle Seiten. Bei Scheitern kann es jedoch zu Arbeitskämpfen und Streiks kommen mit gravierenden wirtschaftlichen Folgen.

Für die Zukunft ist mit weiterhin schwierigen Verhandlungen zu rechnen. Die Gewerkschaften müssen dabei die Interessen der Arbeitnehmer gegen möglichen Kostendruck der Unternehmen verteidigen. Ein fairer Interessenausgleich bleibt entscheidend, um die Sozialpartnerschaft zu bewahren und Arbeitsfrieden zu sichern.

Die Kollektivvertragsverhandlungen werden also auch künftig ein wichtiges Thema der Arbeitsbeziehungen in Österreich bleiben.

Zeitarbeit für einen beruflichen Neustart

Zeitarbeit: Der flexible Weg zum beruflichen Neustart

Sie stehen vor einem beruflichen Neustart und suchen nach Möglichkeiten, in einem neuen Metier Fuß zu fassen? Dann ist Zeitarbeit genau das Richtige für Sie! Nutzen Sie die Zeitarbeit für einen beruflichen Neustart. In keinem anderen Arbeitsmodell können Sie so unverbindlich in unterschiedliche Bereiche hineinschnuppern und herausfinden, wo Ihre Interessen und Stärken liegen. Ob Produktion, Dienstleistung oder Verwaltung – Zeitarbeit ermöglicht Ihnen einen Blick hinter die Kulissen verschiedenster Unternehmen.

Durch die abwechslungsreichen Einsätze finden Sie schnell heraus, welcher Bereich am besten zu Ihnen passt und wo Sie durchstarten möchten. Lesen Sie hier, welche konkreten Vorteile Zeitarbeit für Ihren beruflichen Neubeginn bietet und warum dieser flexible Weg der optimale Einstieg ist.

Wenn der alte Job keine Erfüllung mehr bringt

Im Laufe des Lebens können sich die eigenen Interessen, Wünsche und Lebensumstände verändern. Angesichts dessen denken viele Arbeitnehmer eines Tages über eine berufliche Neuorientierung nach. Die Gründe dafür sind vielfältig:

  • Der aktuelle Beruf macht keinen Spaß mehr: Wenn die Begeisterung für den gelernten Beruf nachlässt oder ganz verloren geht, fehlt häufig die Motivation, noch lange darin zu arbeiten. Eine Neuorientierung kann neue Perspektiven eröffnen.
  • Die Entwicklung stagniert: Ohne Aufstiegsmöglichkeiten oder Weiterbildungsoptionen fehlen oft Anreize, um langfristig im Beruf zu bleiben. Ein Wechsel in einen Bereich mit Entfaltungsmöglichkeiten kann hier neuen Schwung bringen.
  • Interessen haben sich geändert: Im Laufe der Jahre können sich die eigenen Vorlieben ändern. Plötzlich scheint ein ganz anderer Bereich attraktiv. Warum dann nicht die Chance nutzen und noch einmal etwas Neues wagen?
  • Work-Life-Balance stimmt nicht mehr: Wenn der Beruf zu viel Raum einnimmt und die Work-Life-Balance leidet, kann die Neuorientierung zu einem familienfreundlicheren Job die Lösung sein.
  • Erwerbsminderung erfordert Umstieg: Manchmal zwingen auch gesundheitliche Gründe dazu, sich nach einer neuen, weniger belastenden Tätigkeit umzusehen.
  • Wunsch nach beruflicher Veränderung: Manche sehnen sich einfach nach Abwechslung und neuen Herausforderungen. Nach Jahren im selben Job erscheint ihnen ein Tapetenwechsel reizvoll.

Egal, welche Gründe vorliegen, eine berufliche Neuorientierung eröffnet die Chance, noch einmal ganz von vorn anzufangen und sich neu zu erfinden. Dafür braucht es Mut und die Bereitschaft, ins Ungewisse aufzubrechen. Doch dank der heute vorhandenen Möglichkeiten lässt sich der Wechsel meist gut meistern.

Flexibler Weg zu neuen beruflichen Perspektiven

Vor diesem Hintergrund eröffnet Zeitarbeit Menschen, die auf der Suche nach einer neuen beruflichen Orientierung sind, spannende Möglichkeiten und Vorteile:

  • In verschiedene Bereiche reinschnuppern: Als Zeitarbeitnehmer haben Sie die Möglichkeit, in kurzer Zeit in ganz unterschiedliche Unternehmen, Branchen und Tätigkeitsfelder reinzuschnuppern. Das ist ideal, wenn Sie neugierig sind und bislang nicht genau wissen, welcher Bereich am besten zu Ihnen passt. So können Sie in vergleichsweise kurzer Zeit einen guten Überblick gewinnen.
  • Kurze Einsätze in verschiedenen Unternehmen und Branchen: Zeitarbeit zeichnet sich durch flexibel gestaltbare Einsätze aus, die häufig nur wenige Tage oder Wochen dauern. Auf diese Weise können Sie die Arbeitswelt verschiedenster Unternehmen und Branchen kennenlernen – von produzierendem Gewerbe bis zu Dienstleistung. Das bringt Abwechslung und gibt Ihnen die Chance, Einblicke zu gewinnen, die in einer Festanstellung in der Regel nicht möglich wären.
  • Einblick in Tätigkeiten und Arbeitsumfelder gewinnen: Da Zeitarbeitseinsätze oft projektbezogen sind, können Sie auch immer wieder neue Tätigkeiten ausüben. Mal arbeiten Sie in der Produktion, mal im Marketing oder der Buchhaltung. So lernen Sie die Unterschiede der Arbeitsumfelder und Anforderungen kennen. Das ist für Ihre persönliche Entwicklung sehr wertvoll.
  • Stärken und Interessen herausfinden: Für Berufseinsteiger ist Zeitarbeit ideal, um die eigenen Stärken und Interessen herauszufinden. Durch die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten können Sie ausprobieren, was Ihnen besonders liegt und wo Ihre Begabungen liegen. Das hilft Ihnen dabei, die richtige berufliche Orientierung zu finden.
  • Passenden Bereich für Neuorientierung finden: Auch für eine berufliche Neuorientierung bietet sich Zeitarbeit an. Ohne langfristige Bindung können Sie sich ausprobieren und herausfinden, welche Richtung für Sie stimmig ist. Wenn Sie fündig geworden sind, können Sie mit klarer Vorstellung in die Festanstellung starten.
  • Sicherheit trotz Abwechslung: Zeitarbeitsfirmen sorgen in der Regel für nahtlose Übergänge zwischen den Einsätzen. So geht es ohne Beschäftigungslosigkeit immer weiter, was Sicherheit gibt. Trotzdem haben Sie durch die wechselnden Einsätze Abwechslung.

Was ist Zeitarbeit und wie funktioniert sie?

Bei der Zeitarbeit schließen Sie einen Arbeitsvertrag mit einem Zeitarbeitsunternehmen ab. Dieses vermittelt Sie dann als Zeitarbeitnehmer für bestimmte Zeiträume an Unternehmen, die vorübergehend zusätzliches Personal benötigen. Als Zeitarbeitnehmer sind Sie bei dem Zeitarbeitsunternehmen und nicht bei dem Unternehmen angestellt, für das Sie gerade arbeiten. Ihr direkter Ansprechpartner und Arbeitgeber bleibt die Zeitarbeitsfirma.

Die Einsatzdauer als Zeitarbeitnehmer ist in der Regel zeitlich begrenzt. Danach kehren Sie wieder zurück zum Zeitarbeitsunternehmen, das Sie dann erneut vermittelt. Die Zeitarbeit bietet damit Flexibilität und Abwechslung, erfordert aber auch Bereitschaft zu wechselnden Einsätzen. Die Bezahlung orientiert sich am Kollektivvertrag des Einsatzbetriebs: Während eines Einsatzes haben Sie Anspruch auf den kollektivvertraglichen Mindestlohn, der für vergleichbare Tätigkeiten im Einsatzbetrieb gilt, sofern dieser höher ist als der Mindestlohn des Kollektivvertrags für Arbeitskräfteüberlassung. Das stellt sicher, dass Sie fair und branchenüblich entlohnt werden. Zusätzlich können bei manchen Zeitarbeitsfirmen Boni und Zulagen gezahlt werden.

Als Zeitarbeitnehmer haben Sie Anspruch auf die gesetzlichen Urlaubs- und Krankheitstage. Die Zeitarbeitsfirma kümmert sich um die Abrechnung, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und die Einhaltung der arbeitsrechtlichen Vorschriften. Für die Pensions-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung gelten die üblichen Bestimmungen. Die Beiträge zahlt das Zeitarbeitsunternehmen an die entsprechenden Einzugsstellen. Die genauen Bestimmungen werden in Österreich in einem eigenen Gesetz, dem Arbeitskräfteüberlassungsgesetz, geregelt.

Insgesamt bietet die Zeitarbeit viele Chancen auf Abwechslung und Einblicke in verschiedene Unternehmen. Allerdings erfordert sie auch Flexibilität beim Arbeitsort und beim Einsatzbereich. Die Rahmenbedingungen wie Bezahlung und Sozialleistungen sind aber mit einer Festanstellung vergleichbar.

Vorbereitung für den Einstieg in die Zeitarbeit

Um optimal für den Einstieg in die Zeitarbeit vorbereitet zu sein, sollten Sie sich genau über das Unternehmen, bei dem Sie beschäftigt sein werden, informieren. Recherchieren Sie auf der Website, lernen Sie die Firmenwerte kennen und fragen Sie, ob jemand in Ihrem Bekanntenkreis bereits Erfahrungen mit dem Unternehmen gesammelt hat.

Zeitarbeitsfirmen gibt es mittlerweile etliche. Auf folgende Punkte sollten Sie bei der Wahl der für Sie passenden Zeitarbeitsfirma unbedingt achten:

  • Lizenz: Hat die Firma eine Lizenz? Dies ist rechtlich verpflichtend und Grundvoraussetzung, für ein seriöses Arbeitsverhältnis.
  • Bezahlung: Erkunden Sie sich genau, wie viel die Zeitarbeitsfirma im Vergleich mit anderen Firmen bezahlt. Wird lediglich der Mindestlohn ausgeschüttet oder scheint die Firma darum bemüht, dass Ihre Zeitarbeiter gleich viel Lohn erhalten wie fix angestellte Mitarbeiter?
  • Der gute Ruf: Ist der erst einmal ruiniert, sollten Sie die Finger von der Zeitarbeitsfirma lassen. Schlechte Arbeitsbedingungen oder eine geringe Zahl an vermittelten Jobs sprechen sich herum – stöbern Sie im Internet nach Erfahrungen mit bestimmten Firmen oder halten Sie im Bekanntenkreis die Ohren offen.

Zeitarbeit als Sprungbrett in die berufliche Zukunft

Zeitarbeit überzeugt mit Flexibilität und bietet Ihnen viele spannende Möglichkeiten, sich auszuprobieren. Durch Zeitarbeit sammeln Sie Wissen, lernen neue Menschen und Unternehmen können und schöpfen nach einiger Zeit aus einem großen Erfahrungsschatz. Dieser kann Ihnen zu gegebener Zeit auch eine interessante Festanstellung einbringen – in genau der Branche, die die für Sie die richtige ist.

Wenn Sie das Gefühl haben, in Ihrem alten Job am Ende angekommen zu sein, dann ermöglicht Ihnen Zeitarbeit, sich in vielfältigen Bereichen auszuprobieren und Neues zu erkunden. So lernen Sie ohne Zwang Ihre persönlichen Stärken und Vorlieben kennen, bis Sie genau die Branche für sich identifiziert haben, in der Sie gerne voll durchstarten möchten.

Zeitarbeit ist Sprungbrett und Fallschirm zugleich: Sie können sich ungezwungen in neuen Bereichen ausprobieren, verschiedene Arbeitsorte kennenlernen und dabei auf ein sicheres Gehalt vertrauen. So lässt sich ein beruflicher Neustart wagen!

Fragen und Antworten

Ist Zeitarbeit wirklich geeignet für einen beruflichen Neustart?

Ja, Zeitarbeit ermöglicht es, in kurzer Zeit verschiedene Branchen, Unternehmen und Tätigkeiten kennenzulernen, ohne sich langfristig festzulegen. Das macht sie besonders wertvoll für alle, die noch nicht genau wissen, in welche Richtung sie sich neu orientieren möchten.

In welchen Branchen kann ich über Zeitarbeit neu einsteigen?

Die Einsatzmöglichkeiten sind breit, von Produktion und Logistik über Verwaltung und Buchhaltung bis hin zu technischen Berufen. Welche Branchen für Sie in Frage kommen, hängt von Ihren bisherigen Erfahrungen und Ihrer Bereitschaft ab, Neues zu lernen.

Wie schnell kann ich über Zeitarbeit eine neue Stelle finden?

Der Einstieg in die Zeitarbeit gelingt oft deutlich schneller als über klassische Bewerbungsprozesse. Nach einem Gespräch mit der Zeitarbeitsfirma kann der erste Einsatz in manchen Fällen bereits innerhalb weniger Tage beginnen.

Wie werde ich in der Zeitarbeit bezahlt?

Während eines Einsatzes haben Sie Anspruch auf den kollektivvertraglichen Mindestlohn des Einsatzbetriebs, sofern dieser höher ist als der Mindestlohn des Kollektivvertrags für Arbeitskräfteüberlassung. So ist eine faire und branchenübliche Entlohnung sichergestellt.

Bin ich in der Zeitarbeit sozialversicherungsrechtlich abgesichert?

Ja, Sie sind vom ersten Arbeitstag an kranken-, pensions- und arbeitslosenversichert. Zusätzlich sind Sie über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert, deren Beiträge ausschließlich vom Arbeitgeber getragen werden.

Kann ich durch Zeitarbeit eine Festanstellung finden?

Ja, viele Einsätze münden direkt in eine Festanstellung beim Einsatzbetrieb. Zeitarbeit ist damit nicht nur eine Orientierungsphase, sondern oft der direkteste Weg in eine neue Stelle.

Was soll ich bei der Wahl einer Zeitarbeitsfirma beachten?

Achten Sie darauf, dass die Firma über eine gültige Gewerbeberechtigung verfügt, transparent über Bezahlung und Einsatzbetriebe informiert und einen guten Ruf hat. Bewertungen auf Portalen wie Kununu geben erste Einblicke in die Erfahrungen anderer Bewerber.

Muss ich für jeden neuen Einsatz eine neue Bewerbung einreichen?

Nein, Sie haben einen laufenden Arbeitsvertrag mit der Zeitarbeitsfirma. Diese vermittelt Sie zu den Einsatzbetrieben, ohne dass Sie jedes Mal neu bewerben müssen. Ein aktives Gespräch über Ihre Wünsche und Verfügbarkeit hilft, passende Einsätze zu finden.

Was passiert zwischen zwei Einsätzen?

hr Arbeitsverhältnis mit der Zeitarbeitsfirma läuft auch zwischen den Einsätzen weiter. Sie erhalten in dieser Zeit weiterhin Ihren Lohn, sofern Sie für Einsätze zur Verfügung stehen und zumutbare Angebote nicht ablehnen.

Welche Unterlagen brauche ich für den Einstieg in die Zeitarbeit?

In der Regel benötigen Sie einen aktuellen Lebenslauf, Ihren Lichtbildausweis und relevante Zeugnisse oder Nachweise über Ausbildungen. Je nach angestrebter Tätigkeit können weitere Dokumente wie Staplerschein oder Führerschein relevant sein. Fragen Sie einfach direkt bei der Zeitarbeitsfirma nach.

Zeitarbeiter: So gehen Sie mit Lücken im Lebenslauf um

Sie haben Ihre Schwiegermutter nach einem Sturz gepflegt und waren deshalb drei Monate nicht berufstätig? Zurück auf dem Arbeitsmarkt kämpfen Sie nun mit Lücken im Lebenslauf – von Ihrer guten Tat und Ihrer Fürsorge ist im Lebenslauf nichts zu sehen und die Stelle, auf die Sie sich beworben haben, geht an jemand anderen.

Lücken im Lebenslauf stoßen bei Arbeitgebern nicht gerade auf Freude. Besonders Zeitarbeitnehmende leiden darunter, wenn Lücken im Lebenslauf dazu führen, dass sie von der Zeitarbeitsfirma immer schwerer vermittelbar sind – und die Lücke im Lebenslauf so stetig wächst und wächst. Daher zeigen wir Ihnen, wie Sie trotz Lücken im Lebenslauf auf dem Arbeitsmarkt punkten.

Die dunkle Seite der Lücken im Lebenslauf: Wenn aus Unbekanntem schnell Negatives wird

Sie denken vielleicht: Lücken im Lebenslauf hat jeder. Ja, das mag sein – aber der Arbeitgeber weiß nicht, ob diese Lücken unverschuldet entstanden sind, ob eine Weiterbildung der Grund dafür war oder ob es am früheren Arbeitsplatz massive Probleme gab, die zur Kündigung führten.

Da Personalverantwortliche oft nicht wissen, wie eine Lücke im Lebenslauf entstanden ist, gehen sie meist vom Schlimmsten aus und bewerten die Lücke negativ. Probleme mit Vorgesetzten, Kollegen oder mangelnde Arbeitsleistung kommen Personalverantwortlichen bei einer Lücke schnell in den Sinn.

Auch Unzuverlässigkeit wird befürchtet – vielleicht hat der potenzielle Arbeitnehmer ja gar keine Lust auf einen regulären Job? Solche Zweifel an der Motivation und Leistungsfähigkeit eines Bewerbers führen dazu, dass Bewerber mit einem lückenlosen Lebenslauf bevorzugt werden.

Der Meisterplan: Wie Sie Lücken im Lebenslauf geschickt in Chancen verwandeln

Sie haben Lücken im Lebenslauf? Keine Bange, das ist nicht der Anfang vom Ende. Denn wenn Sie wissen, wie mit den Lücken umgehen, haben Sie am Arbeitsmarkt die gleichen Chancen wie die übrigen Bewerber. Dazu beherzigen Sie am besten die nachfolgenden Tipps.

Ehrlichkeit und Transparenz

Lügen haben kurze Beine. Dieses bekannte Sprichwort gilt auch für Lücken im Lebenslauf. Verschweigen Sie keine Lücken und kommen Sie nicht auf die Idee, Ihren Lebenslauf zu fälschen. Das wäre fatal. Denn einen überführten Lügner stellt garantiert niemand ein. Seien Sie ehrlich und transparent. So vermitteln Sie den Eindruck einer aufrichtigen und ehrlichen Person, der man gerne vertraut.

Offen kommunizieren, warum die Lücken entstanden sind

Wie bereits erwähnt, gibt es viele Lebensumstände, die zu Lücken im Lebenslauf führen. Bleiben Sie bei der Wahrheit und sagen Sie Ihrem Arbeitgeber offen und ehrlich, warum diese Lücken entstanden sind.

Positive Aspekte hervorheben

Sie haben dem Arbeitgeber die Gründe für die Lücke im Lebenslauf genannt? Das ist gut. Im weiteren Verlauf des Gesprächs sollten Sie sich nun aber vor allem auf die positiven Aspekte konzentrieren, die diese berufliche Auszeit mit sich gebracht hat. Die folgenden Aspekte sind zum Beispiel ein heißer Tipp:

Veränderungen zeigen Flexibilität und Mobilitätsbereitschaft

Sie haben in Ihrem Leben schon öfter den Job gewechselt? Kein Problem, denn damit signalisieren Sie, dass Sie flexibel und vielseitig einsetzbar sind. Ein echter Tausendsassa eben, der dank seiner Mobilitätsbereitschaft von einem potenziellen Arbeitgeber genau dort eingesetzt werden kann, wo er gerade gebraucht wird.

Weiterbildungen stärken Qualifikation und Motivation

Haben Sie sich eine Auszeit genommen, um sich weiterzubilden? Dann überzeugen Sie die Personalabteilung von Ihrer Motivation und Ihrem Willen, im Berufsleben voranzukommen und sich weiterzuentwickeln. Jedes Unternehmen profitiert von Arbeitnehmern, die hart und ehrgeizig an sich arbeiten.

Überbrückungsaktivitäten anbieten

Sie mussten wegen Krankheit oder Kinderbetreuung pausieren? Oder waren wegen der Grippepandemie längere Zeit arbeitslos? Dann punkten Sie im Bewerbungsgespräch mit all den spannenden Überbrückungsaktivitäten, die Sie in der Zwischenzeit unternommen haben.

Eine besonders effektive Möglichkeit, eine Lücke im Lebenslauf aktiv zu schließen, ist Zeitarbeit. Zeitarbeitseinsätze zählen als vollwertige Berufserfahrung und können rasch gestartet werden – ohne langen Bewerbungsprozess. So halten Sie sich nicht nur beschäftigt, sondern sammeln gleichzeitig neue Erfahrungen und zeigen potenziellen Arbeitgebern, dass Sie aktiv und einsatzbereit sind. Viele Einsätze führen zudem direkt in eine Festanstellung.

Ehrenamt, Reisen, Sprachkurse, Familienzeit sinnvoll darstellen

Älteren Menschen das Essen nach Hause gebracht? Einen Sprachkurs besucht, um Ihre Sprachkenntnisse zu verbessern? Sich intensiv und bewusst um den Nachwuchs gekümmert? Oder eine längere Reise unternommen, um fremde Kulturen kennen zu lernen und sich weiterzubilden? Dann sollten Sie dies unbedingt aktiv kommunizieren. So wird aus einer Lücke im Lebenslauf ganz schnell eine bewusste Weiterentwicklung Ihrer Persönlichkeit und Ihres Wissens.

Stationen formulieren: Zeiten und nicht nur Jahre angeben

Im Lebenslauf sollten Sie Arbeitszeiten nicht nur mit Jahreszahlen von bis, sondern immer mit genauen Daten angeben. Geben Sie bei den Zeiträumen Monat und Jahr an, damit sich der Arbeitgeber ein Bild davon machen kann, wie lange Sie tatsächlich aus dem Berufsleben ausgeschieden sind. Wenn Sie von Mitte Dezember 2021 bis Anfang Februar 2023 pausiert haben, wirkt das weniger dramatisch, als wenn Ihr Lebenslauf eine Lücke von 2021 bis 2023 aufweist.

Tätigkeiten und erworbene Fähigkeiten beschreiben

Egal, ob die Lücke im Lebenslauf durch Krankheit, Kündigung oder Weiterbildung entstanden ist: Sicher haben Sie die arbeitsfreie Zeit genutzt, um neue Kompetenzen zu erwerben und interessante Tätigkeiten auszuüben. Erwähnen Sie diese im Lebenslauf, wer weiß, vielleicht suchen Personalverantwortliche jemanden, der genau mit den von Ihnen genannten Fähigkeiten punktet.

Wie persönliche Erfahrungen Ihren Lebenslauf bereichern können

Soft Skills spielen auf dem Arbeitsmarkt eine entscheidende Rolle. Dazu gehören neben Teamfähigkeit und Loyalität auch Flexibilität am Arbeitsmarkt, Belastbarkeit, Organisationstalent, Motivation und Engagement. Alles Fähigkeiten, die man auch außerhalb des Arbeitsmarktes entwickeln kann.

Wer sich aktiv um seine persönliche Entwicklung bemüht, sammelt im Laufe seines Lebens erstaunlich viele Soft Skills. Dabei muss es nicht immer eine formale Weiterbildung sein, auch der Alltag bietet viele Möglichkeiten, über sich hinauszuwachsen: Sie haben neben dem bettlägerigen Onkel auch noch Ihre beiden Kinder zum Geigenunterricht und zum Fußballtraining gefahren? Dann haben Sie in dieser Zeit sicher einiges über Organisation gelernt. Oder waren Sie in einem gemeinnützigen Verein aktiv? Dann punkten Sie sicher mit guten Kommunikationsfähigkeiten, der Fähigkeit, anderen Respekt entgegenzubringen und können zu Recht von sich behaupten, besonders zuverlässig zu sein.

Ihr Arbeitgeber hat keine Chance, von diesen besonderen Fähigkeiten zu erfahren, wenn Sie ihn nicht darüber informieren. Wenn Ihr Lebenslauf eine Lücke aufweist, sollten Sie diese keinesfalls unkommentiert lassen, sondern explizit aufführen, was Sie in dieser Zeit gelernt haben und welche Soft Skills Sie aufgrund dieser Erfahrung nun in das Unternehmen und den Berufsalltag einbringen. Machen Sie aus der Not eine Tugend und erklären Sie die Lücke im Lebenslauf zu einer Lehrzeit, zu einer Zeit, die Sie persönlich weitergebracht hat.

Lücken im Lebenslauf als Sprungbrett für neue Möglichkeiten nutzen

Lücken im Lebenslauf sehen Sie jetzt hoffentlich mit anderen Augen. Gehen Sie offen und ehrlich mit Ihren Berufspausen um und erklären Sie im Bewerbungsgespräch, wie es dazu kam. Nur allzu oft werden die Gründe auf vollstes Verständnis stoßen. Machen Sie in einem zweiten Schritt darauf aufmerksam, was Sie durch die Pause auf dem Arbeitsmarkt für sich gelernt haben und welche nützlichen Soft Skills Sie durch diese Erfahrung erwerben konnten. So wird die Lücke im Lebenslauf zu einer Quelle neuer Erfahrungen, die Sie letztendlich weitergebracht haben.

Eine Lücke im Lebenslauf entsteht oft unverschuldet – Krankheit, Betreuungspflichten oder eine Pandemie sind nur einige Gründe. Deshalb ist es wichtig, sich nicht zu hart für eventuelle Lücken zu verurteilen. Viel produktiver ist es, das Beste aus der Situation zu machen und sich darauf zu konzentrieren, die Lücken im Lebenslauf positiv darzustellen.

Fragen und Antworten

Sind Lücken im Lebenslauf ein Ausschlusskriterium?

Nicht automatisch, Personaler wissen, dass Lücken viele Ursachen haben können. Entscheidend ist, dass Sie die Lücke offen ansprechen und erklären können, wie Sie die Zeit genutzt haben.

Wie lange darf eine Lücke im Lebenslauf sein, ohne dass sie negativ auffällt?

Kurze Pausen von ein bis zwei Monaten zwischen zwei Jobs werden in der Regel nicht als Lücke gewertet. Ab etwa drei Monaten sollten Sie eine plausible Erklärung bereithalten.

Soll ich Lücken im Lebenslauf aktiv ansprechen oder abwarten?

Sprechen Sie Lücken lieber von sich aus an, das wirkt selbstbewusst und transparent. Wer wartet, bis der Personaler fragt, gerät oft in eine unangenehme Erklärungsnot.

Wie gebe ich Zeiträume im Lebenslauf richtig an?

Geben Sie immer Monat und Jahr an, nicht nur Jahreszahlen. „Dezember 2021 bis Februar 2022″ wirkt weniger dramatisch als eine scheinbare Lücke von 2021 bis 2022 und gibt dem Personaler ein genaues Bild.

Was kann ich tun, um eine Lücke im Lebenslauf aktiv zu schließen?

Zeitarbeit ist eine der schnellsten Möglichkeiten, eine Lücke zu überbrücken. Einsätze zählen als vollwertige Berufserfahrung und können rasch gestartet werden. Auch Weiterbildungen, Ehrenamt oder freiberufliche Tätigkeiten sind sinnvolle Optionen.

Wie erkläre ich eine Lücke wegen Pflege eines Angehörigen?

Ehrlich und direkt. Pflege von Angehörigen ist ein nachvollziehbarer und respektabler Grund. Betonen Sie zusätzlich, welche Soft Skills Sie dabei entwickelt haben, etwa Organisationstalent, Belastbarkeit oder Empathie.

Darf ich Lücken im Lebenslauf einfach weglassen?

Nein, das Weglassen von Zeiträumen oder das Verwenden nur von Jahreszahlen fällt erfahrenen Personalern sofort auf. Eine ehrliche Darstellung, auch unangenehmer Phasen, ist immer besser als der Versuch, eine Lücke zu verstecken.

Was sind gute Überbrückungsaktivitäten für den Lebenslauf?

Weiterbildungen, Sprachkurse, Ehrenamt, Reisen mit kulturellem Lerneffekt oder die bewusste Betreuung von Kindern oder Angehörigen sind allesamt gut kommunizierbar. Entscheidend ist, dass Sie erklären können, was Sie dabei gelernt oder gewonnen haben.

Wie erkläre ich im Bewerbungsgespräch, dass ich selbst gekündigt habe?

Bleiben Sie sachlich und positiv, erklären Sie, warum der Schritt notwendig war, und richten Sie den Fokus auf das, was Sie seither unternommen haben. Vermeiden Sie es, schlecht über frühere Arbeitgeber zu sprechen.

Kann eine Lücke im Lebenslauf auch positiv wahrgenommen werden?

Ja, wer die Pausenzeit aktiv genutzt hat, kann damit sogar punkten. Reisen, Weiterbildungen, Ehrenamt oder die intensive Betreuung von Familienangehörigen zeugen von Eigeninitiative, Verantwortungsbewusstsein und Lebenserfahrung.

Kündigungsschutz für Zeitarbeiter

Als Zeitarbeitnehmer sollten Sie Ihre Rechte genau kennen. Dazu gehören auch alle Fragen rund um den Kündigungsschutz für Zeitarbeiter. Wir zeigen Ihnen, welche Fristen gelten und wie Sie sich gegen eine ungerechtfertigte Kündigung wehren können.

Grundlagen des österreichischen Arbeitsrechts

Ob Zeitarbeiter oder nicht, die Rechte und Pflichten von Arbeitnehmern werden in Österreich durch das Arbeitsrecht geregelt. Zeit, einen genaueren Blick auf diesen Gesetzestext zu werfen.

Kurzer Überblick über das Arbeitsrecht in Österreich

Das Arbeitsrecht regelt alle wichtigen Punkte rund um die Arbeit. Dazu gehören neben Arbeitsverträgen, Urlaubszeiten, Arbeitszeiten oder Krankheit auch der Kündigungsschutz sowie das Thema Arbeitslosigkeit. So regelt das Arbeitsrecht die Kündigungsfristen sowie Ausnahmen und gibt dem Arbeitnehmer die Möglichkeit, gegen eine Kündigung gerichtlich vorzugehen.

Wie Zeitarbeit im Gesetz definiert ist

Von Gesetzes wegen steht der Zeitarbeitnemer in einem Arbeitsverhältnis mit dem Überlasser, d.h. mit dem Zeitarbeitsunternehmen, das ihn als Zeitarbeitnehmer einem Unternehmen zur Verfügung stellt. Der Zeitarbeiter erbringt seine Dienstleistung also nicht für den Überlasser, sondern für ein anderes Unternehmen. Dies unterscheidet einen Zeitarbeitnehmer von anderen Arbeitnehmern.

Generelle Bestimmungen zum Kündigungsschutz in Österreich

Der Kündigungsschutz in Österreich verbietet die Kündigung von Arbeitnehmern aus Diskriminierungsgründen. Für Zeitarbeitskräfte und Festangestellte gilt: Während der einmonatigen Probezeit kann das Arbeitsverhältnis jederzeit ohne Angabe von Gründen gekündigt werden. Danach gibt es jedoch einige Unterschiede, die im Folgenden näher erläutert werden.

Kündigungsschutz für Zeitarbeiter im Detail

Da Zeitarbeitnehmer – im Gegensatz zu normalen Arbeitnehmern – ihre Dienstleistung in einem Unternehmen erbringen, bei dem sie nicht angestellt sind, gelten für Zeitarbeitnehmer besondere Kündigungsschutzvorschriften.

Besondere Regelungen für Zeitarbeiter

Keine Arbeit, kein Lohn? Diese Annahme ist falsch, denn wenn ein Zeitarbeitnehmer nicht vermittelt werden kann – man spricht dann von Stehzeiten – muss der Arbeitgeber trotzdem den vollen Lohn zahlen. Aber darf der Arbeitgeber dem Zeitarbeitnehmer einfach kündigen, wenn er ihn nicht vermitteln kann?

Fristen und Kündigungsgründe

Ein Kündigungsgrund wäre beispielsweise die Nichterbringung der Arbeitsleistung. Viele Zeitarbeitnehmer stellen sich die Frage, ob sie nach dem Ende einer Überlassung – also nach dem Ende einer Dienstleistung für ein bestimmtes Unternehmen – gekündigt werden können. Die beruhigende Antwort: Nach dem Ende eines Einsatzes darf Ihnen frühestens am fünften Arbeitstag gekündigt werden – nicht früher. Bis dahin haben Sie weiterhin Anspruch auf Ihren vollen Lohn.

Je nach Dauer der Beschäftigung bei der Zeitarbeitsfirma muss der Arbeitgeber unterschiedliche Kündigungsfristen einhalten. Haben Sie bei derselben Zeitarbeitsfirma schon früher gearbeitet und die Pause dazwischen war kürzer als 12 Monate, werden diese früheren Zeiten mitgezählt. Das kann bedeuten, dass Ihnen eine längere Kündigungsfrist zusteht, als es auf den ersten Blick scheint. War die Pause länger als 12 Monate, beginnt die Zählung neu.

Handelt es sich hingegen um eine ununterbrochene Beschäftigung, lauten die Fristen wie folgt:

  • Bei einer Beschäftigung unter 12 Monaten hat der Beschäftigte eine Kündigungsfrist von drei Wochen
  • Bei einer Beschäftigung von 12 bis 18 Monaten hat der Beschäftigte eine Kündigungsfrist von vier Wochen
  • Bei einer Beschäftigung von 18 Monaten bis zwei Jahren hat der Beschäftigte eine Kündigungsfrist von sechs Wochen
  • Bei einer Beschäftigung von zwei bis fünf Jahren hat der Beschäftigte eine Kündigungsfrist von zwei Monaten
  • Bei einer Beschäftigung von fünf bis 15 Jahren hat der Beschäftigte eine Kündigungsfrist von drei Monaten
  • Bei einer Beschäftigung von 15 bis 25 Jahren hat der Beschäftigte eine Kündigungsfrist von vier Monaten
  • Bei einer Beschäftigung von mehr als 25 Jahren hat der Beschäftigte eine Kündigungsfrist von fünf Monaten

Unterschiede zum Kündigungsschutz für Festangestellte

Für Festangestellte gelten längere Kündigungsfristen als für Zeitarbeitnehmer – zumindest am Anfang. In den ersten zwei Jahren beträgt die Frist sechs Wochen, ab dem dritten Jahr zwei Monate, ab dem fünften Jahr drei Monate, ab dem 15. Jahr vier Monate und ab dem 25. Jahr fünf Monate. Ab einer Beschäftigung von mehr als zwei Jahren bei derselben Zeitarbeitsfirma gleichen sich die Fristen schrittweise an.

Was man tun sollte, wenn man gekündigt wird

Sie wurden gekündigt? Und Ihrer Meinung nach zu Unrecht? In diesem Fall gibt es Möglichkeiten, die Sie ergreifen können.

Erste Schritte nach Erhalt der Kündigung

Wenn Ihnen gekündigt wurde, ist es ratsam, als ersten Schritt eine Rechtsberatung in Anspruch zu nehmen. Nur so kann geprüft werden, ob die Kündigung rechtmäßig war oder nicht. Aber Achtung: Eine Anfechtungsklage muss innerhalb von zwei Wochen bei Gericht eingereicht werden. Hierfür stehen Ihnen als Zeitarbeitnehmer Rechtsberatungsstellen zur Verfügung, die Sie unbedingt in Anspruch nehmen sollten.

Rechtsberatung und Unterstützung

Wurden Sie gekündigt und sind Sie der Meinung, dass die Kündigung ungerechtfertigt war? Dann ist der erste Schritt eine Beratung. Wenden Sie sich an den Betriebsrat in Ihrem Betrieb, an die Arbeiterkammer oder an die Gewerkschaft PRO-GE. Die Arbeiterkammer bietet kostenlose Rechtsberatung für alle Arbeitnehmer an. Mitglieder der PRO-GE können zusätzlich die kostenlose Hotline nutzen und haben Anspruch auf gewerkschaftliche Soforthilfe und Rechtsschutz.

Schlussfolgerung

Auch als Zeitarbeitnehmer sind Sie einer ungerechtfertigten Kündigung nicht schutzlos ausgeliefert. Nach dem Ende eines Einsatzes darf Ihnen frühestens am fünften Arbeitstag gekündigt werden – und auch danach gelten Kündigungsfristen, die von der Dauer Ihrer Beschäftigung abhängen. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihre Kündigung nicht rechtmäßig war, holen Sie sich zuerst Rat – bei der Arbeiterkammer, beim Betriebsrat oder bei der Gewerkschaft PRO-GE. Gemeinsam lässt sich besser beurteilen, ob und welche weiteren Schritte sinnvoll sind.

 

FAQ: Kündigungsschutz für Zeitarbeiter

Kann mir als Zeitarbeitnehmer einfach so gekündigt werden?

Nein. Auch als Zeitarbeitnehmer gelten gesetzliche Kündigungsfristen und ein Schutz vor Diskriminierungskündigungen. Nach dem Ende eines Einsatzes darf Ihnen frühestens am fünften Arbeitstag gekündigt werden.

Was passiert mit meinem Lohn, wenn ich gerade keinen Einsatz habe?

Ihr Lohn läuft weiter – auch in sogenannten Stehzeiten, also wenn Sie von der Zeitarbeitsfirma gerade nicht vermittelt werden können. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, Ihnen den vollen Lohn zu zahlen.

Wie lange ist meine Kündigungsfrist als Zeitarbeitnehmer in Österreich?

Das hängt davon ab, wie lange Sie bei der Zeitarbeitsfirma beschäftigt sind. Die Fristen reichen von drei Wochen bei einer Beschäftigung unter 12 Monaten bis zu fünf Monaten bei mehr als 25 Jahren.

Zählen frühere Zeiten bei derselben Zeitarbeitsfirma für meine Kündigungsfrist?

Ja, wenn die Pause zwischen zwei Beschäftigungen kürzer als 12 Monate war, werden die früheren Zeiten mitgezählt. Das kann bedeuten, dass Ihnen eine längere Kündigungsfrist zusteht, als es auf den ersten Blick scheint.

Darf mir nach dem Ende eines Einsatzes sofort gekündigt werden?

Nein. Nach dem Ende einer Überlassung darf Ihnen frühestens am fünften Arbeitstag gekündigt werden. Eine frühere Kündigung ist rechtsunwirksam.

Habe ich als Zeitarbeitnehmer dieselben Kündigungsfristen wie Festangestellte?

Nicht immer. In den ersten zwei Jahren sind die Fristen für Zeitarbeitnehmer kürzer. Ab einer Beschäftigung von mehr als zwei Jahren bei derselben Zeitarbeitsfirma gleichen sich die Fristen schrittweise an jene für Festangestellte an.

Was soll ich tun, wenn ich glaube, dass meine Kündigung ungerechtfertigt war?

Holen Sie sich zuerst eine Beratung – bei der Arbeiterkammer, beim Betriebsrat oder bei der Gewerkschaft PRO-GE. Die Arbeiterkammer bietet kostenlose Rechtsberatung für alle Arbeitnehmer an. Erst nach einer Beratung lässt sich beurteilen, welche weiteren Schritte sinnvoll sind.

Gibt es eine Frist, innerhalb derer ich gegen eine Kündigung vorgehen muss?

Ja. Wenn Sie eine Kündigung anfechten möchten, muss die Klage innerhalb von zwei Wochen nach Erhalt der Kündigung beim zuständigen Arbeits- und Sozialgericht eingebracht werden. Handeln Sie daher rasch und holen Sie sich sofort Beratung.

Kann mir während der Probezeit jederzeit gekündigt werden?

Ja. Während der einmonatigen Probezeit kann das Arbeitsverhältnis von beiden Seiten jederzeit und ohne Angabe von Gründen beendet werden – das gilt für Zeitarbeitnehmer und Festangestellte gleichermaßen.

Wo bekomme ich als Zeitarbeitnehmer in Österreich kostenlose Rechtsberatung?

Die Arbeiterkammer bietet allen Arbeitnehmern kostenlose Rechtsberatung an. Mitglieder der Gewerkschaft PRO-GE können zusätzlich die kostenlose PRO-GE-Hotline nutzen und haben Anspruch auf gewerkschaftliche Soforthilfe und Rechtsschutz. Auch der Betriebsrat im Betrieb ist eine erste Anlaufstelle.

Diese Förderungen erhalten Sie als Zeitarbeitskraft

Zeitarbeitskräfte sind heutzutage aus der Wirtschaft nicht mehr wegzudenken. Doch die Qualität der Arbeitskräfte muss gewährleistet sein. Aus diesem Grund werden in Österreich eine Vielzahl an Förderungen und Weiterbildungen für Zeitarbeitskräfte angeboten, von denen auch Sie profitieren können. Wir haben alle Infos zu den Förderungen als Zeitarbeitskraft für Sie zusammengefasst.

Zeitarbeit in Österreich

Bei der Zeitarbeit stellen Zeitarbeitsfirmen Unternehmen Arbeitskräfte zur Verfügung. Das bedeutet, dass die Zeitarbeitnehmer nicht direkt beim Unternehmen, sondern bei der Zeitarbeitsfirma angestellt sind. Dieses Konzept erfreut sich in Österreich zunehmender Beliebtheit, da so Personalengpässe oder ein vorübergehender Anstieg der Arbeitsnachfrage leichter überbrückt werden können. Für die Unternehmen bedeuten Zeitarbeitskräfte mehr Flexibilität. Aktuell (Juni 2026) sind in Österreich rund 150.000 Arbeitskräfte in der Zeitarbeit beschäftigt.

Zeitarbeitskräfte wissen oft nicht, ob sie in absehbarer Zeit einer Beschäftigung nachgehen können oder nicht. Daher ist es für diese Beschäftigtengruppe besonders wichtig, sich selbstständig über Förderungen und Weiterbildungen zu informieren – denn damit erhöhen Sie aktiv Ihre Chancen auf eine dauerhafte Beschäftigung.

Weiterbildung hilft gegen die Unsicherheit

Als Zeitarbeitnehmer wissen Sie nie genau, wie lange Sie bei einem bestimmten Unternehmen beschäftigt sein werden – und ob Sie nach dem Ende dieses Arbeitsverhältnisses eine neue Stelle antreten können oder ob Sie längere Zeit auf eine erfolgreiche Vermittlung warten müssen. Außerdem weiß man nie, wo der nächste Job einen hinführt. Die Fahrtkosten sind nicht vorhersehbar, und diese Unsicherheit führt auch zu Problemen bei der Kinderbetreuung.

Die Ungewissheit der Zeitarbeit wirkt sich auf den Alltag aus. Wie soll man einen Urlaub planen, wenn man nicht weiß, wie lange man noch beschäftigt sein wird? Für Zeitarbeitnehmer bedeutet das Stress. Die Frage, wie es beruflich weitergeht, ist allgegenwärtig.

Da Zeitarbeitskräfte bei der Zeitarbeitsfirma und nicht beim Einsatzbetrieb angestellt sind, sind klassische Aufstiegswege im Einsatzbetrieb direkt nicht möglich. Viele Zeitarbeitnehmer werden jedoch nach einem erfolgreichen Einsatz als Stammbeschäftigte übernommen und können dann regulär Karriere machen. Auch innerhalb der Zeitarbeitsfirma selbst gibt es Entwicklungsmöglichkeiten.

Arten von Förderangeboten

Wenn Sie in Österreich in einem aufrechten Dienstverhältnis als Zeitarbeitskraft stehen oder arbeitslos sind, haben Sie Anspruch auf verschiedene Förderungen. Wir geben Ihnen einen Überblick:

AMS

Das Arbeitsmarktservice (AMS) ist in Österreich die erste Anlaufstelle, wenn man arbeitslos ist oder sich weiterbilden möchte. Wenn Sie arbeitslos sind, erhalten Sie vom AMS finanzielle Unterstützung und können sich weiterbilden, um Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. Aber auch wenn Sie beschäftigt sind, bietet Ihnen das AMS die Möglichkeit, eine geförderte Umschulung oder Weiterbildung zu absolvieren. Am besten wenden Sie sich direkt an das AMS und Ihre persönliche Beraterin oder Ihren persönlichen Berater.

Seit Juni 2026 bietet das AMS zusätzlich die neue Weiterbildungsbeihilfe an – eine Förderung für Personen, die sich gezielt weiterbilden möchten. Sie kann über das MeinAMS-Konto oder direkt bei der zuständigen AMS-Geschäftsstelle beantragt werden.

SWF

SWF ist die Abkürzung für den Sozial- und Weiterbildungsfonds, der 2013 eingerichtet wurde. Als Zeitarbeitnehmer können Sie sich an den SWF wenden, wenn Sie in einem aktiven Arbeitsverhältnis stehen, aber auch wenn Sie arbeitslos sind. Der SWF bietet ein breites Spektrum an Aus- und Weiterbildungen an, zum Beispiel Sprachkurse, aber auch Metall-, Elektro-, Schweiß- und Werkmeisterkurse. Die Kosten für die Aus- und Weiterbildung werden vollständig übernommen.

Sie sind Zeitarbeitnehmer mit abgebrochener Lehre? Dann ist dieses Förderprogramm genau das Richtige für Sie. Der SWF bereitet Sie auf die außerordentliche Lehrabschlussprüfung vor. Das Spektrum der Lehrberufe ist auch hier breit gefächert und reicht von Elektrotechnik bis Bürokaufmann/-frau. Wenn Sie als Aushilfskraft arbeitslos werden, unterstützt Sie der SWF mit einer einmaligen Zahlung von 330 Euro (ehemals geringfügig beschäftigte Leiharbeiter erhalten einmalig 80,- Euro). Dieses Geld wird zusätzlich zum AMS-Geld ausbezahlt.

Angebote von Arbeitgebern

Auch Arbeitgeber, die ihren Beschäftigten eine Weiterbildung ermöglichen, werden vom SWF unterstützt. Gefördert werden Qualifizierungen, die überbetrieblich anwendbar sind, wie z.B. das Nachholen des Pflichtschulabschlusses.

Es gibt Weiterbildungsprogramme, die eine Rahmenvereinbarung mit dem SWF abgeschlossen haben. Diese Programme werden vom Bund im Rahmen der Erwachsenenbildung gefördert. Auf der Website erwachsenenbildung.at finden Sie zahlreiche Informationen und können in der Weiterbildungsdatenbank nachschauen, welche Programme angeboten werden.

Wie man die passende Förderung findet

Bei der Vielzahl an Fördermöglichkeiten ist es gar nicht so einfach, die passende zu finden. Ein Gespräch mit Kollegen bringt oft erstaunlich viel: So erfährt man aus erster Hand, wie eine Weiterbildung funktioniert, welche Förderungen es gibt und wie sich die Weiterbildung auf die Karriere ausgewirkt hat.

Auch ein Gespräch mit der AMS-Beraterin oder dem AMS-Berater kann hilfreich sein. Ansonsten bietet sich natürlich die Recherche im Internet an. Websites wie erwachsenenbildung.at/bildungsinfo/kursfoerderung geben einen Überblick über mögliche Förderungen. Auf dieser Website finden Sie auch ein Erklärvideo, das Ihnen zeigt, wie Sie die Website am besten nutzen.

Bewerbungsprozess und Antrag

Für eine erfolgreiche Bewerbung müssen Sie verschiedene Voraussetzungen erfüllen – für einige Förderungen müssen Sie in einem aktiven Arbeitsverhältnis stehen, für andere müssen Sie arbeitslos gemeldet sein. Auf der im vorigen Punkt genannten Website können Sie über eine praktische Filterfunktion genau die Stipendien finden, auf die Sie Anspruch haben.

Damit Ihr Antrag erfolgreich ist, sollten Sie sich Zeit für eine gründliche Recherche nehmen und sich genau über Fristen und Voraussetzungen informieren. Wenn Sie in einem Arbeitsverhältnis stehen, ist es außerdem wichtig, Ihren Arbeitgeber über Ihre Pläne zu informieren und sein Einverständnis einzuholen.

Aus- und Weiterbildung als Booster in der Zeitarbeit

Sie sehen: Als Zeitarbeitnehmer stehen Ihnen viele Möglichkeiten der Aus- und Weiterbildung offen und Sie können auf finanzielle Unterstützung hoffen. Die wichtigsten Fördermöglichkeiten finden Sie beim AMS und beim SWF. Der SWF unterstützt auch Arbeitgeber von Zeitarbeitskräften finanziell.

Aber auch Sie selbst können Ihre Chancen auf einen sicheren und erfüllenden Beruf erhöhen: Werden Sie aktiv und informieren Sie sich noch heute über Ihre Weiterbildungsmöglichkeiten. Die Chancen auf finanzielle Unterstützung sind in Österreich sehr hoch. Mit einer Weiterbildung erhöhen Sie Ihre Chancen am Arbeitsmarkt und wer weiß – vielleicht ist ein Unternehmen von Ihrer Ausbildung und Ihren Leistungen so begeistert, dass Sie den Sprung von der Zeitarbeitskraft zum fixen Mitarbeiter schaffen.

Fragen und Antworten

Welche Förderungen stehen mir als Zeitarbeitskraft in Österreich zu?

Die wichtigsten Anlaufstellen sind das AMS und der Sozial- und Weiterbildungsfonds (SWF). Beide bieten finanzielle Unterstützung für Weiterbildungen – unabhängig davon, ob Sie gerade beschäftigt oder arbeitslos sind.

Was ist der Sozial- und Weiterbildungsfonds (SWF)?

Der SWF ist ein eigens für Zeitarbeitskräfte eingerichteter Fonds, der seit 2013 Weiterbildungen und finanzielle Unterstützung in der Arbeitslosigkeit anbietet. Er wird von der Branche finanziert und steht allen Zeitarbeitnehmern in Österreich offen.

Welche Kurse fördert der SWF?

Der SWF fördert ein breites Spektrum – von Sprachkursen über Metall-, Elektro- und Schweißkurse bis hin zu Werkmeisterkursen und der Vorbereitung auf die außerordentliche Lehrabschlussprüfung. Die Kurskosten werden vollständig übernommen.

Kann ich als Zeitarbeitskraft eine Lehrabschlussprüfung nachholen?

Ja, der SWF bereitet Zeitarbeitnehmer mit abgebrochener Lehre gezielt auf die außerordentliche Lehrabschlussprüfung vor. Das Angebot umfasst viele Lehrberufe, von Elektrotechnik bis Bürokaufmann/-frau.

Was passiert finanziell, wenn ich als Zeitarbeitskraft arbeitslos werde?

Neben dem Arbeitslosengeld des AMS erhalten Sie vom SWF eine einmalige Soforthilfe von 330 Euro. Diese wird zusätzlich zum AMS-Geld ausbezahlt und kann in bestimmten Fällen mehrmals pro Jahr beantragt werden.

Kann ich auch während eines aufrechten Dienstverhältnisses Förderungen beantragen?

Ja, sowohl AMS als auch SWF unterstützen Zeitarbeitskräfte auch dann, wenn sie aktuell beschäftigt sind. Klären Sie vorab mit Ihrem Arbeitgeber, ob er dem Weiterbildungsvorhaben zustimmt.

Gibt es neue Förderungen des AMS für Weiterbildung?

Ja, seit Juni 2026 bietet das AMS die neue Weiterbildungsbeihilfe an, die gezielt Personen mit Weiterbildungsbedarf unterstützt. Sie kann über das MeinAMS-Konto oder bei der zuständigen AMS-Geschäftsstelle beantragt werden.

Wo finde ich passende Weiterbildungsangebote?

Auf erwachsenenbildung.at finden Sie eine umfangreiche Weiterbildungsdatenbank mit Filterfunktion, die Ihnen zeigt, welche geförderten Kurse für Ihre Situation in Frage kommen. Auch ein Beratungsgespräch beim AMS hilft, das passende Angebot zu finden.

Kann Zeitarbeit zu einer Festanstellung führen?

Ja, viele Zeitarbeitseinsätze münden direkt in eine Übernahme als Stammbeschäftigter. Wer durch Weiterbildung zusätzlich punktet, erhöht seine Chancen auf eine dauerhafte Anstellung deutlich.

Muss ich Förderungen selbst beantragen oder kümmert sich die Zeitarbeitsfirma darum?

Die meisten Förderungen müssen Sie selbst beantragen, die Zeitarbeitsfirma kann Sie dabei beraten und unterstützen, aber die Initiative liegt bei Ihnen. Informieren Sie sich frühzeitig über Fristen und Voraussetzungen, damit keine Förderung verloren geht.

Jobs ohne Ausbildung in Österreich

Wussten Sie, dass in Österreich rund 17,1 % der 25- bis 64-Jährigen höchstens einen Pflichtschulabschluss haben (letzter verfügbarer Wert der Statistik Austria, Stichtag 31.10.2023) – und dennoch viele davon erfolgreich im Arbeitsmarkt tätig sind? Gerade vor dem Hintergrund des aktuellen Fachkräftemangels entstehen in vielen Branchen laufend Einstiegsmöglichkeiten, oft auch mit bezahlter Einschulung und schnellen Aufstiegschancen durch Zulagen, Schichtarbeit oder zusätzliche Qualifikationen.

Mit diesem Artikel möchten wir Ihnen zeigen, welche Berufe in Österreich auch ohne Lehre oder Studium realistisch zugänglich sind, in welchen Branchen besonders viele Einstiegsjobs angeboten werden und wie ein schneller Einstieg in den Arbeitsmarkt gelingen kann.

Definition und Bedeutung von Arbeit ohne Ausbildung

Unter Arbeit ohne formale Ausbildung werden Tätigkeiten verstanden, für die weder eine abgeschlossene Lehre noch ein Hochschulabschluss oder eine Matura zwingend vorausgesetzt werden. „Ohne Ausbildung“ bedeutet dabei jedoch nicht „ohne Anforderungen“: In der Praxis erwarten Arbeitgeber häufig grundlegende Deutschkenntnisse, Zuverlässigkeit, Lernbereitschaft sowie – je nach Tätigkeit – körperliche Belastbarkeit oder Schichttauglichkeit (vgl. Arbeitsmarktservice Österreich).

Viele dieser Jobs bieten strukturierte Einarbeitungsphasen oder interne Schulungen, sodass der Einstieg auch ohne formale Qualifikation möglich ist.

Was als Qualifikation zählt

Neben der Einarbeitung können auch einfache Zusatzqualifikationen den Einstieg erleichtern, etwa ein Staplerschein, eine kurze Sicherheitsunterweisung oder branchenspezifische Kurse. Solche Nachweise fungieren oft als praktische Türöffner und verbessern die Chancen auf besser bezahlte Tätigkeiten, ohne dass eine klassische Lehre erforderlich ist.

Arbeiten ohne Ausbildung: Welche Berufe sind möglich?

In Österreich gibt es zahlreiche Einstiegsmöglichkeiten in den Arbeitsmarkt, auch ohne abgeschlossene Lehre oder Studium. Besonders gefragt sind Tätigkeiten in Branchen mit hohem Personalbedarf, in denen eine Einarbeitung direkt im Betrieb erfolgt. Häufig entscheidet hier weniger der formale Bildungsweg, sondern Motivation, Zuverlässigkeit und Lernbereitschaft über den Einstieg.

Gastronomie & Tourismus

Der Tourismus- und Gastronomiesektor bietet viele klassische Einstiegsjobs, etwa:

  • Servicekraft in Restaurants, Cafés oder Hotels
  • Küchenhilfe oder Spülkraft
  • Reinigung und Housekeeping in Beherbergungsbetrieben

Gut zu wissen: Rezeptionist ist teilweise möglich, erfordert jedoch meist grundlegende Sprachkenntnisse, PC-Kenntnisse und Einarbeitung in Buchungssysteme

Logistik & Bau

Gerade im Bereich Logistik und Bau werden laufend Hilfskräfte gesucht:

  • Lager- und Produktionsmitarbeiter
  • Verpackungs-, Sortier- und Versandtätigkeiten
  • Kurier- und Zustelldienste
  • Bauhelfer zur Unterstützung von Fachkräften auf Baustellen

Industrie & Produktion

In der Industrie entstehen viele einfache Einstiegstätigkeiten, die meist über Zeitarbeit oder direkte Einarbeitung zugänglich sind:

  • Produktions- und Montagehilfskraft
  • Verpackung und einfache Qualitätskontrolle
  • Sortier- und Maschinenunterstützung nach Einschulung

Büro, Service & Kommunikation

Auch im administrativen Bereich sind Quereinstiege möglich, oft mit guten Deutschkenntnissen und PC-Grundwissen:

  • Call-Center-Agent im Kundenservice oder Verkauf
  • Assistenz in Büros (z. B. Immobilien- oder Versicherungsbranche)
  • einfache Sachbearbeitung nach Einschulung

Reinigung & Facility Services

  • Reinigungskraft in Unternehmen, Hotels oder öffentlichen Einrichtungen
  • Hausbetreuung und Objektservice (einfache Tätigkeiten)

Gut zu wissen: Die technische Hausbetreuung ist hingegen meist an eine Ausbildung oder zumindest Vorkenntnisse gebunden

Soziales & Pflege (mit Einstieg über Kurse)

Im sozialen Bereich sind viele Tätigkeiten nicht völlig ohne Qualifikation möglich, aber über kurze Lehrgänge gut erreichbar:

  • Pflegeassistenz oder Pflegehilfe: beide Berufe sind in Österreich gesetzlich geregelt und erfordern eine formale Ausbildung von mehreren Monaten (Pflegehilfe: ca. 1 Jahr, Pflegeassistenz: ca. 1 Jahr Vollzeit). Ein Einstieg ist also nicht ohne Weiteres möglich, aber über geförderte Ausbildungsprogramme – etwa durch das AMS – gut erreichbar, auch ohne vorherige Ausbildung.
  • Betreuungstätigkeiten im Alltag (z. B. Unterstützung in Einrichtungen)

Kreative & flexible Tätigkeiten

  • Content-Erstellung für Social Media
  • Event- und Veranstaltungsassistenz
  • einfache freiberufliche Tätigkeiten im digitalen Bereich (je nach Auftrag und Vorkenntnissen)

Berufe für Quereinsteiger ohne Ausbildung in Österreich

Ein Quereinstieg ist in Österreich in vielen Branchen möglich, auch ohne abgeschlossene Lehre oder Studium. Entscheidend sind meist praktische Lernbereitschaft, grundlegende Deutschkenntnisse sowie die Bereitschaft zu flexiblen Arbeitszeiten oder Schichtarbeit. Viele Unternehmen setzen gezielt auf interne Einschulungen, um neue Mitarbeitende direkt im Betrieb anzulernen.

Typische Einstiegsbereiche und wie der Quereinstieg gelingt

Verkauf & Einzelhandel

  • Einstieg meist direkt im Verkauf oder an der Kassa
  • Einschulung in Kassensysteme erfolgt vor Ort
  • Wichtig sind Kundenorientierung sowie Bereitschaft zu Wochenend- und Schichtarbeit

Gastronomie

  • Einstieg als Servicekraft, Küchenhilfe oder im Barbereich
  • Einarbeitung direkt im Betrieb üblich
  • Hohe Nachfrage, besonders bei flexiblen Arbeitszeiten

IT-Support (Entry-Level)

  • Einstieg im 1st-Level-Support oder Helpdesk möglich
  • Oft nur mit Grundverständnis für Computer und Technik
  • Häufig unterstützt durch kostenlose Online-Grundkurse oder interne Schulungen

Pflege & Betreuung (mit Einstieg über Kurse)

  • Einstieg meist über kurze Lehrgänge oder vorbereitende Kurse
  • Tätigkeiten in Assistenz- und Betreuungssystemen möglich
  • Hoher Bedarf, jedoch meist nicht völlig ohne Qualifikationsschritt

Marketing & Social Media

  • Unterstützung bei Content-Erstellung oder Social-Media-Betreuung
  • Oft Quereinstieg über praktische Erfahrung oder eigene Projekte
  • Grundkenntnisse in digitalen Tools sind hilfreich

Event- und Veranstaltungsbereich

  • Aufbau-, Logistik- oder Helfertätigkeiten bei Events
  • Flexible Einsätze, oft projektbasiert
  • Ideal als Einstieg ohne feste Ausbildung

Mikro-Qualifikationen, die den Einstieg erleichtern

Auch ohne formale Ausbildung können kleine Zusatzqualifikationen die Chancen deutlich erhöhen. Folgende Mikro-Qualifikationen wirken oft als direkte Türöffner und können den Einstieg in besser bezahlte Positionen beschleunigen:

  • Staplerschein (z. B. Lager und Logistik)
  • Kranschein (je nach Branche im Bau oder Industrie)
  • Kurse in Arbeitssicherheit
  • Basis-IT-Kenntnisse oder Office-Schulungen
  • Deutsch- und Kommunikationstrainings

Tipps für einen erfolgreichen Quereinstieg

Nutzen Sie diese Strategien, um den Einstieg in eine neue Branche zu erleichtern:

  1. Heben Sie Ihre bisherigen Erfahrungen hervor: Zeigen Sie, wie Ihre bisherigen Tätigkeiten in der neuen Position nützlich sein können.
  2. Netzwerken Sie gezielt: Knüpfen Sie Kontakte in der Branche, um wertvolle Einblicke und Empfehlungen zu erhalten.
  3. Lernen Sie die Grundlagen: Nutzen Sie kostenlose Online-Kurse oder Kurzlehrgänge, um Basiswissen in der neuen Branche aufzubauen.
  4. Seien Sie offen für Weiterbildungen: Viele Arbeitgeber unterstützen Quereinsteiger mit internen Schulungen und Coachings.

Berufe ohne Ausbildung: Möglichkeiten in Ihrer Nähe

Viele Jobs ohne formale Ausbildung werden regional ausgeschrieben und sind über Online-Plattformen, Personalvermittler oder direkte Arbeitgeberkontakte schnell auffindbar. Besonders in Bereichen wie Logistik, Produktion, Handel oder Gastronomie werden laufend Einstiegskräfte gesucht.

Wo Sie passende Jobs finden

  • AMS (Arbeitsmarktservice Österreich)
    Über den eJob-Room sowie die App „alle jobs“ finden sich täglich neue Stellenangebote, viele davon ohne formale Ausbildungsvoraussetzung. Zusätzlich bietet das AMS Beratung, Bewerbungshilfe und Zugang zu Weiterbildungsprogrammen.
  • Personaldienstleister und Jobplattformen
    Zeitarbeitsfirmen und Recruiting-Agenturen bieten häufig Filter nach „Pflichtschule ausreichend“ oder „ohne Ausbildung“, insbesondere für Lager-, Produktions- und Hilfstätigkeiten.
  • Direkte Unternehmenssuche
    Viele Betriebe schreiben offene Stellen direkt auf ihren Websites aus, besonders im Handel, in der Gastronomie und in der Logistik.

Tipps für die erfolgreiche regionale Jobsuche

  • Gezielt mit Suchbegriffen arbeiten
    Kombinationen wie „Lager ohne Ausbildung Wien“, „Produktion Teilzeit“, „Schichtarbeit Einstieg“, „Staplerschein Jobs“ oder „Hilfstätigkeit Vollzeit“ erhöhen die Trefferquote deutlich.
  • Filter richtig einsetzen
    In Jobportalen gezielt nach „keine Ausbildung erforderlich“, „Pflichtschule ausreichend“, „Teilzeit“, „Schichtarbeit“ oder „sofortiger Einstieg“ filtern.
  • Regionale Suche erweitern
    Auch umliegende Bezirke oder Bundesländer einbeziehen, da viele Betriebe Pendeldistanzen anbieten oder Unterkunftsmöglichkeiten bereitstellen.

Unterstützung durch das AMS

Das Arbeitsmarktservice Österreich bietet nicht nur Stellenangebote, sondern auch persönliche Beratung. Bewerber können dort gezielt nach Einsatzort, Arbeitszeitmodell (z. B. Schichtarbeit oder Teilzeit) und Startdatum filtern lassen und erhalten Unterstützung bei der Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche oder beim Einstieg in Kurzausbildungen.

Die Rolle von Zeitarbeitsfirmen bei der Arbeitsvermittlung ohne Ausbildung

Zeitarbeit ist in Österreich ein wichtiger Einstiegskanal in den Arbeitsmarkt, insbesondere für Personen ohne abgeschlossene Ausbildung oder für Quereinsteiger. Aktuelle Kurzberichte zeigen, dass im Zeitraum 01.07.2023 bis 30.06.2024 im Jahresdurchschnitt rund 78.000 überlassene Arbeitskräfte beschäftigt waren. Damit bleibt Zeitarbeit ein bedeutender Faktor für flexible Beschäftigung und schnelle Jobvermittlung.

Zeitarbeitsfirmen unterstützen dabei Unternehmen, kurzfristig Personalbedarf zu decken, und ermöglichen gleichzeitig einen raschen Zugang zu unterschiedlichen Branchen und Tätigkeiten.

Vorteile der Zeitarbeit

  • Schneller Einstieg in den Arbeitsmarkt
    Oft ist eine kurzfristige Vermittlung möglich, besonders in Bereichen mit hohem Personalbedarf wie Logistik, Produktion oder Handel.
  • Vielfältige Berufserfahrung
    Einsätze in unterschiedlichen Unternehmen ermöglichen Einblicke in verschiedene Arbeitsbereiche und helfen bei der beruflichen Orientierung.
  • Qualifikationsaufbau im Arbeitsalltag
    Viele Tätigkeiten beinhalten direkte Einschulungen, wodurch praktische Erfahrung „on the job“ gesammelt wird.
  • Chance auf Übernahme
    In vielen Fällen übernehmen Einsatzbetriebe besonders zuverlässige Arbeitskräfte in ein fixes Dienstverhältnis.

Wie funktioniert Zeitarbeit?

Bei der Zeitarbeit besteht ein Arbeitsvertrag mit der Zeitarbeitsfirma (z. B. APS Group). Diese bleibt der rechtliche Arbeitgeber und ist für Bezahlung, Vertrag und Organisation zuständig. Der Einsatzbetrieb hingegen gibt die täglichen Aufgaben und Arbeitsanweisungen vor. Das bedeutet:

  • Beschäftigung erfolgt über die Zeitarbeitsfirma
  • Einsätze können in verschiedenen Unternehmen stattfinden
  • Bei einem Einsatzende erfolgt in der Regel eine Weitervermittlung durch die Zeitarbeitsfirma

Bei organisatorischen Fragen oder Problemen ist immer die Zeitarbeitsfirma der erste Ansprechpartner, nicht der Einsatzbetrieb.

Zeitarbeitsfirmen als Partner für Jobs ohne Ausbildung

Viele Zeitarbeitsfirmen sind spezialisiert auf Jobs ohne Ausbildung in Österreich. Typische Tätigkeitsfelder sind:

  • Logistik und Lagerarbeit: Verpacken, Kommissionieren oder Warenauslieferung.
  • Produktion und Montage: Unterstützung bei der Herstellung und dem Zusammenbau von Produkten.
  • Gastronomie und Service: Arbeiten in Restaurants, Hotels oder Cateringunternehmen.

Arbeitslose und die Möglichkeiten ohne Ausbildung

Auch nach dem Verlust des Arbeitsplatzes bestehen in Österreich gute Chancen, rasch wieder in den Arbeitsmarkt einzusteigen, insbesondere in Bereichen, in denen keine abgeschlossene Ausbildung vorausgesetzt wird. Dazu zählen unter anderem Tätigkeiten in Logistik, Produktion, Reinigung, Handel oder Gastronomie.

Wer arbeitslos wird, sollte sich beim Arbeitsmarktservice (AMS) melden. Das AMS unterstützt nicht nur bei der Stellensuche, sondern auch bei der beruflichen Orientierung und beim Einstieg in Jobs ohne formale Ausbildung. Über die AMS-Plattform sowie das AMS-Berufslexikon können passende Tätigkeiten recherchiert und gezielt nach Einstiegsmöglichkeiten gefiltert werden.

Wichtig: Hinweis zum Zuverdienst (ab 2026)

Seit 1. Januar 2026 gilt eine neue Regelung beim Bezug von Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe: Ein geringfügiger Zuverdienst ist grundsätzlich nicht mehr möglich bzw. nur noch in bestimmten Ausnahmefällen erlaubt. Vor der Aufnahme eines Nebenjobs sollte also unbedingt geprüft werden, wie sich dieser auf den Leistungsbezug auswirkt. Informationen dazu bieten das AMS sowie die Arbeiterkammer.

Gut bezahlte Tätigkeiten ohne Ausbildung

Gut bezahlte Jobs ohne formale Ausbildung sind in Österreich vor allem in Branchen mit Fachkräftemangel oder variabler Entlohnung zu finden. Dabei hängt das tatsächliche Einkommen stark von Kollektivvertrag (KV), Region, Berufserfahrung sowie Zuschlägen für Schicht-, Nacht- oder Wochenendarbeit ab.

In vielen Einstiegsjobs erfolgt die Bezahlung zunächst nach dem jeweiligen KV-Mindestlohn. Ein deutlich höheres Einkommen entsteht häufig erst durch Zusatzleistungen und flexible Arbeitszeiten.

Typische Branchen mit Verdienstpotenzial

Logistik & Produktion

  • Einstieg meist im KV-Mindestlohn
  • Zusatzeinkommen durch Schicht-, Nacht- und Feiertagszulagen
  • Staplerschein oder zusätzliche Aufgaben (z. B. Maschinenbedienung) können zu besseren Einstufungen führen

Handel & Verkauf

  • Fixgehalt im Kollektivvertrag plus mögliche Provisionen
  • Einkommen steigt mit Verkaufsleistung und Erfahrung
  • Bereitschaft zu Wochenend- und Schichtarbeit wirkt sich oft positiv auf Zulagen aus

Gastronomie & Tourismus

  • Grundgehalt laut Kollektivvertrag
  • Zusätzliche Einnahmen durch Trinkgeld und saisonale Zuschläge
  • Flexible Einsatzzeiten (Abend, Wochenende) erhöhen häufig das Gesamteinkommen

Dienstleistung & einfache Büro- oder Servicejobs

  • Einstieg meist im Mindestgehaltsbereich laut KV
  • Entwicklungsmöglichkeiten durch Erfahrung, Schulungen oder Spezialisierung

So lässt sich das Einkommen ohne Ausbildung steigern

Auch ohne formale Qualifikation gibt es mehrere Möglichkeiten, das Einkommen gezielt zu erhöhen:

  • Schicht- und Zulagenmodelle nutzen (Nacht-, Wochenend- oder Feiertagsarbeit)
  • Zusatzqualifikationen erwerben, z. B. Staplerschein oder einfache technische Schulungen
  • Bereitschaft für flexible Arbeitszeiten zeigt sich oft positiv im Einkommen
  • Erfahrung und interne Weiterentwicklung führen in vielen Betrieben zu besseren Einstufungen

Leben ohne Ausbildung: Chancen und Herausforderungen

Ein beruflicher Erfolg ist in Österreich nicht zwingend an eine abgeschlossene Ausbildung gebunden. Viele Menschen starten in Einstiegsjobs ohne formalen Abschluss und entwickeln sich durch praktische Erfahrung, interne Schulungen und kontinuierliches Lernen weiter. Entscheidend sind vor allem Verlässlichkeit, Lernbereitschaft und die Fähigkeit, sich in neue Arbeitsumgebungen einzuarbeiten.

Chancen für ein Leben ohne Ausbildung

  1. Vielfältige Einstiegsmöglichkeiten
    In Bereichen wie Logistik, Gastronomie, Produktion oder einfachen Dienstleistungsjobs sind direkte Einstiege ohne Lehre möglich. Viele Unternehmen setzen bewusst auf interne Einschulung statt formaler Abschlüsse.
  2. Praxis statt Theorie
    Berufserfahrung entsteht direkt im Arbeitsalltag. Wer zuverlässig arbeitet und sich weiterentwickelt, kann oft relativ schnell zusätzliche Aufgaben übernehmen oder aufsteigen.
  3. Interne Entwicklung und Weiterbildung
    Viele Betriebe bieten Schulungen im Job an, die den Weg zu besseren Positionen eröffnen, auch ohne klassische Ausbildung.
  4. Chancen durch Weiterbildungen
    Viele Arbeitgeber bieten Schulungen und Kurse an, die Sie direkt im Job absolvieren können. Diese bringen nicht nur neue Fähigkeiten, sondern auch Aufstiegsmöglichkeiten mit sich.

Hier ein paar typische Wege, wie sich eine berufliche Entwicklung auch ohne Ausbildung Schritt für Schritt ergeben kann:

  • Lager: Einstieg als Lagerhelfer → Staplerschein machen → später Verantwortung für ein Team oder einen Bereich im Lager übernehmen
  • Produktion: Einstieg in der Produktion → Einschulung an Maschinen → später Mitarbeit als erfahrene Fachkraft mit Schichtverantwortung
  • Verkauf: Einstieg an der Kassa → Einarbeitung im Verkauf → später Unterstützung der Filialleitung oder Verantwortung für einen Bereich im Geschäft

Herausforderungen und wie Sie sie meistern

  • Körperliche und organisatorische Belastung
    Viele Einstiegsjobs – etwa in der Produktion, im Lager oder in der Gastronomie – sind körperlich aktiv und oft im Schichtbetrieb organisiert. Dazu können auch Wochenend- oder Früh-/Spätdienste gehören. Gleichzeitig bieten genau diese Strukturen häufig stabile Arbeitsplätze, planbare Arbeitszeiten im Schichtsystem und teilweise attraktive Zulagen.
  • Sprach- und Kommunikationsanforderungen
    Gute Deutschkenntnisse sind im Arbeitsalltag oft wichtig, besonders im Team, bei Sicherheitsanweisungen oder im Kundenkontakt. Gleichzeitig gilt: Viele Arbeitgeber unterstützen aktiv beim Einarbeiten, und Sprachkenntnisse verbessern sich oft schnell direkt im Job durch tägliche Anwendung.
  • Vorurteile und Einstiegshürden
    In manchen Bereichen spielen formale Abschlüsse noch eine Rolle oder werden bevorzugt. Das kann den Einstieg erschweren, ersetzt aber in vielen Fällen nicht die praktische Leistung im Arbeitsalltag. Zuverlässigkeit, Lernbereitschaft und ein professionelles Auftreten sind oft entscheidender und können fehlende Abschlüsse gut ausgleichen.

Warum die Arbeitswelt heute offener ist als je zuvor

Die Arbeitswelt hat sich in den letzten Jahren stark verändert: Klassische, lineare Karrierewege über Schule, Lehre und einen festen Beruf sind längst nicht mehr die einzige Option. Heute sind berufliche Flexibilität, Quereinstiege und auch der Wechsel zwischen unterschiedlichen Tätigkeiten weit verbreitet. In vielen Bereichen zählen praktische Erfahrung, Motivation und Soft Skills ebenso viel wie ein formaler Abschluss. Gerade Jobs ohne Ausbildung bieten daher oft einen schnellen Einstieg und die Möglichkeit, sich direkt im Arbeitsalltag weiterzuentwickeln. Eine fehlende Ausbildung bedeutet dabei nicht, dass Weiterbildung ausgeschlossen ist – im Gegenteil: Viele entwickeln sich erst im Job weiter und erwerben später zusätzliche Qualifikationen über berufsbegleitende Kurse, innerbetriebliche Schulungen oder geförderte Programme des Arbeitsmarktservice Österreich (AMS).

Tipps für die Jobsuche ohne Ausbildung

  • Bewerbungsunterlagen einfach und klar halten
    Ein übersichtlicher, einseitiger Lebenslauf reicht in vielen Fällen aus. Wichtig sind vor allem Ihre bisherigen Tätigkeiten, Ihre Verfügbarkeit sowie klare Angaben zur Einsatzbereitschaft (z. B. Schichtarbeit oder Wochenendarbeit). Eine kurze Motivationszeile kann helfen, etwa warum Sie zuverlässig sind und gerne praktisch arbeiten.
  • Gezielt und realistisch bewerben
    Konzentrieren Sie sich auf Branchen mit hohem Bedarf wie Logistik, Produktion, Handel oder Gastronomie. Klare Angaben zu Einsatzort, Arbeitszeiten und Startdatum erhöhen die Chancen auf eine schnelle Rückmeldung.
  • Flexibilität als Vorteil nutzen
    Wer bereit ist, verschiedene Tätigkeiten oder Arbeitszeiten auszuprobieren, findet oft schneller einen Einstieg. Viele Arbeitgeber schätzen besonders Einsatzbereitschaft und Lernwillen.
  • Kurze Weiterbildungen nutzen
    Schon einfache Qualifikationen wie Staplerschein, Sicherheitsunterweisungen oder Grundkurse in Kommunikation oder IT können die Jobchancen deutlich verbessern.

Was beim ersten Einsatz wichtig ist

Vor Arbeitsbeginn sollten einige Punkte unbedingt geklärt werden: Arbeitszeiten und Schichtmodelle, Wegzeit und Erreichbarkeit, Einarbeitung und Einschulung, benötigte Sicherheitsausrüstung sowie der direkte Ansprechpartner im Betrieb.

Unterstützung durch Vermittlung nutzen

Wir als APS Group helfen dabei, passende Einsätze zu finden, abgestimmt auf Ort, Belastung, Arbeitszeiten und persönliche Eignung. So lassen sich Fehlstarts vermeiden und passende Einstiegsjobs schneller finden.

Fazit: Ihre Karriere startet jetzt – auch ohne Ausbildung!

Auch ohne abgeschlossene Ausbildung gibt es in Österreich realistische Chancen auf einen schnellen Berufseinstieg. Entscheidend sind vor allem Einsatzbereitschaft, Lernwillen und die Bereitschaft, praktische Erfahrung direkt im Job zu sammeln. Viele Tätigkeiten bieten strukturierte Einschulungen und Entwicklungsmöglichkeiten, oft abhängig von Kollektivvertrag und konkretem Einsatzbetrieb.

Ihre nächsten 3 Schritte

  1. Wunschbranche festlegen
    Überlegen Sie, ob Logistik, Produktion, Handel, Gastronomie oder ein anderer Bereich am besten zu Ihren Stärken und Ihrer Verfügbarkeit passt.
  2. Einfache Zusatzqualifikation prüfen
    Kleine Kurse wie ein Staplerschein oder Sicherheitsunterweisungen können den Einstieg erleichtern und die Jobchancen verbessern.
  3. Gezielt bewerben und Unterstützung nutzen
    Nutzen Sie das AMS (z. B. eJob-Room und Berufslexikon) sowie APS Group, um passende Einstiegsjobs zu finden und schnell in Beschäftigung zu kommen.

Jetzt starten

Der erste Schritt in den Arbeitsmarkt kann oft schneller gelingen als gedacht. Entscheidend ist, aktiv zu werden und passende Möglichkeiten konsequent zu nutzen. Aktuelle Jobs ohne Ausbildung finden Sie über das AMS oder bei der APS Group.

Wichtig: Arbeitsbedingungen, Bezahlung und Entwicklungsmöglichkeiten hängen immer vom jeweiligen Kollektivvertrag und Einsatzbetrieb ab.

Fragen und Antworten

Was bedeutet „Jobs ohne Ausbildung“ überhaupt?

Das sind Tätigkeiten, für die Sie keinen Lehrabschluss, keine Matura und keinen Hochschulabschluss brauchen. Es zählt oft nur Motivation und Einsatz.

Kann ich auch ohne Abschluss in Österreich einen Job finden?

Ja, viele Unternehmen suchen Mitarbeitende, auch wenn sie keine formale Ausbildung haben. Besonders dort, wo man direkt vor Ort einarbeiten kann.

In welchen Branchen gibt es Jobs ohne Ausbildung?

Solche Jobs finden Sie zum Beispiel in der Gastronomie, im Kundenservice, in der Logistik oder auf Baustellen.

Gibt es Jobs ohne Ausbildung auch im Büro?

Ja. Rollen wie Büroassistenz oder Call-Center-Agent sind oft auch ohne formale Ausbildung möglich, wenn Sie kommunikativ sind und gut arbeiten können.

Was muss ich mitbringen, wenn ich einen Job ohne Ausbildung anfangen will?

Viele Arbeitgeber achten eher auf persönliche Stärken wie Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit oder Lernbereitschaft als nur auf Zeugnisse.

Kann ich auch als Quereinsteiger ohne Ausbildung starten?

Definitiv. In Bereichen wie Verkauf, Gastronomie oder Logistik sind Quereinsteiger willkommen – oft mit interner Einarbeitung oder Schulung.

Kann ich ohne Ausbildung auch Karriere machen?

Ja. Häufig ist der Einstieg ohne Ausbildung nur der erste Schritt. Mit Erfahrung, Weiterbildungen oder internen Schulungen können Sie aufsteigen.

Wie finde ich solche Jobs in meiner Region?

Sie können lokale Jobplattformen, den AMS-Jobfinder oder spezialisierte Filter nutzen, um gezielt nach Jobs ohne Ausbildung zu suchen.

Werde ich ohne Ausbildung schlechter bezahlt?

Nicht unbedingt. Viele Jobs ohne Ausbildung zahlen fair und bieten zusätzliche Leistungen – in manchen Branchen können Sie durch Schichten oder Boni gut verdienen.

Helfen Zeitarbeitsfirmen Jobs ohne Ausbildung zu finden?

Ja. Zeitarbeitsfirmen vermitteln Sie in Unternehmen, die oft Leute ohne formale Ausbildung suchen – das kann der schnellste Weg in den Job sein. Hier finden Sie unsere aktuellen Jobangebote.

 

Zeitarbeit im Lebenslauf: das sollten Sie beachten

Als Zeitarbeiter sind Sie bei einem Arbeitskräfteüberlasser angestellt, der Ihre Arbeitskraft für gewisse Zeiträume an dritte Unternehmen “verleiht”, daher oft auch die Bezeichnung Leiharbeit und Leihfirma. Vor einigen Jahren galt die Zeitarbeit noch als mäßig bezahlte und unsichere Zwischenlösung für Langzeitarbeitslose oder Menschen, die aus anderen Gründen schwer am Arbeitsmarkt Fuß fassen. Heute sieht das Ganze schon ganz anders aus.

Zeitarbeit hat in Österreich eine zunehmende Akzeptanz erreicht. Statistiken zeigen nicht zuletzt eine Steigerung der Anzahl von Zeitarbeitern im Land. Dies unterstreicht nicht nur die Attraktivität dieses Beschäftigungsmodells in der modernen Arbeitswelt, sondern auch die vielfältigen Vorteile, die es für Arbeitnehmer und Arbeitgeber bietet. Mit der Flexibilität und den Chancen, die die Zeitarbeit mit sich bringt, trägt sie wesentlich zur Anpassungsfähigkeit der Arbeitskräfte an sich wandelnde Bedürfnisse und Anforderungen bei. Entdecken Sie, warum Zeitarbeit entscheidende Vorteile in der modernen Arbeitswelt bietet und lernen Sie, wie Sie Ihre Berufserfahrungen aus der Zeitarbeit geschickt im Lebenslauf angeben.

Zeitarbeit als Chance in der modernen Arbeitswelt

In der modernen Arbeitswelt, in der Berufsfelder und Qualifikationen sich kontinuierlich wandeln, gewinnen Vorteile der Zeitarbeit zunehmend an Bedeutung. Es ist selten geworden, dass Menschen ihr gesamtes Berufsleben bei einem Arbeitgeber verbringen. In Österreich sind etwa 149.611 Zeitarbeiter tätig (Stand 2025). Besonders bei Studenten und Berufseinsteigern erfreut sich die Zeitarbeit großer Beliebtheit, da sie wertvolle berufliche Erfahrungen bietet und die Möglichkeit besteht, sofort wie das Stammpersonal bezahlt und behandelt zu werden.

Warum die Arbeitskräfteüberlassung einen Platz in Ihrem Lebenslauf verdient

Zeitarbeit ist heutzutage eine anerkannte Tätigkeit. Man kann die Arbeitskräfteüberlassung im CV als berufliche Erfahrung mitsamt den erlernten Fähigkeiten daher auf jeden Fall angeben. In modernen Berufswegen sind Wechsel der Arbeitgeber oder Branchen alle paar Jahre ganz normal, Personaler suchen sogar nach Kandidaten mit vielfältigen Lebensläufen. Allerdings sollten Sie darauf achten, dass der CV eine “rote Linie” hat und die angeführten Zeitarbeitsstationen zum aktuellen Job passen, für den Sie sich bewerben. Wenn Sie das schaffen, können Sie die Zeitarbeit in der Bewerbung immerzu mit reinnehmen.

Wie Zeitarbeit im CV Ihre Berufserfahrung aufwerten kann

Zeitarbeit stellt eine wertvolle Ergänzung im Lebenslauf dar, da sie eine Vielzahl von beruflichen Vorteilen bietet:

  • Vielseitigkeit und Flexibilität zeigen: Zeitarbeit zeigt, dass Sie in der Lage sind, sich verschiedenen Arbeitsumgebungen anzupassen und in unterschiedlichen Branchen zu arbeiten. Dies deutet auf Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und Vielseitigkeit hin, die für viele Arbeitgeber attraktive Eigenschaften sind.
  • Berufserfahrung demonstrieren: Auch wenn Zeitarbeit manchmal als vorübergehende Beschäftigung angesehen wird, bietet sie dennoch wertvolle Berufserfahrung. Sie können wichtige Fähigkeiten erworben haben, die in anderen Arbeitsumgebungen oder in Ihrer Karriere von Nutzen sein können.
  • Lücken im Lebenslauf vermeiden: Zeitarbeit kann dazu beitragen, Lücken im Lebenslauf zu vermeiden, insbesondere wenn Sie zwischen festen Anstellungen oder während der Jobsuche gearbeitet haben. Es zeigt potenziellen Arbeitgebern, dass Sie aktiv im Arbeitsmarkt tätig waren und Ihre Fähigkeiten und Erfahrungen weiterentwickelt haben.
  • Netzwerk und Kontakte aufbauen: Durch Zeitarbeit haben Sie die Möglichkeit, Ihr berufliches Netzwerk zu erweitern und wertvolle Kontakte zu knüpfen, die Ihnen in Ihrer Karriere von Nutzen sein können. Das Erwähnen von Zeitarbeit im Lebenslauf kann Ihre Fähigkeit zur Netzwerkpflege und zum Aufbau professioneller Beziehungen unterstreichen.

Optimale Positionierung von Zeitarbeit im Lebenslauf

Die richtige Positionierung von Zeitarbeit im Lebenslauf ist sehr wichtig. Im Internet gibt es viele tolle Vorlagen für Lebensläufe in schönen Layouts. Achten Sie lediglich darauf, dass Sie solche Muster nur als Grundlage verwenden und das Endergebnis zum Wunschjob passt. Darauf sollten Sie besonders achten:

Verleihen Sie Ihrem Lebenslauf eine gute Struktur

Zuerst werden persönliche Daten wie Name, Geburtsdatum etc. genannt, dann der schulische Werdegang, danach kommt der Hauptteil mit den beruflichen Stationen. Zu Beginn steht die aktuellste Berufserfahrung, es folgen mit absteigendem Datum die weiteren Jobs. Hier geben Sie auch die Positionen und Tätigkeiten der Zeitarbeit an.

Nach dieser Liste können Sie noch weitere Qualifikationen aus Fortbildungen oder auch absolvierte Kurse im Rahmen der Zeitarbeit angeben. Zum Schluss kommen Sprachkenntnisse und eventuell persönliche Interessen (wenn diese für die Stelle relevant sind).

Top Tipps für die Angabe von Zeitarbeit in Ihrer Bewerbung

Wenn Sie Ihre Erfahrungen in der Zeitarbeit geschickt im Lebenslauf einflechten, wirkt Ihre gesamte Bewerbung interessanter und vielseitiger. Dafür gibt es einiges zu beachten. Mit diesen Tipps kann beim nächsten Mal nichts schief gehen:

  • Machen Sie vollständige Angaben: Versuchen Sie nicht zu verdecken, dass es sich bei den beruflichen Angaben um Zeitarbeit handelt. Daher sollten Sie den Personaldienstleister, bei dem Sie angestellt waren, angeben und bei jeder Position die Firma, an die Sie vermittelt wurden.
  • Nennen Sie konkrete Tätigkeiten und Aufgabenbereiche: Geben Sie bei jedem Job, den Sie in der Zeitarbeit übernommen haben, ein paar relevante Aufgaben und erbrachte Fähigkeiten als Stichpunkte an. Das können die Bedienung bestimmter Maschinen oder Software-Programme, eine Rolle im Teamprojekt oder bestimmte Verantwortungen sein. So können sich die Personaler ein Bild davon machen, was Sie in der Zeitarbeit erlernen oder stärken konnten.
  • Aber: auch Filtern ist erlaubt. Nicht jede kurze Position oder ausgeübte Tätigkeit muss im Lebenslauf genannt werden. Schreiben Sie über Berufserfahrungen, die für Ihre Wunschstelle und den Arbeitgeber, bei dem Sie sich bewerben, interessant sind. Für einen Hotelier ist es etwa hilfreich, wenn er liest, dass Sie bereits Erfahrung im Umgang mit Kunden oder Gästen haben und organisiert arbeiten. Die Bedienung eines Gabelstaplers ist für diesen Arbeitgeber aber beispielsweise nicht nennenswert.
  • Nicht jede Bewerbung und jeder Lebenslauf sollten gleich sein: Wenn Sie sich für verschiedene Positionen bewerben, ist es wichtig, dass Sie das Anschreiben und den Lebenslauf immer etwas an die Stelle und das Unternehmen anpassen. Das heißt nicht, dass Sie Dinge erfinden oder wichtige Informationen weglassen. Aber Sie können in der Stellenanzeige sehen, welche Fähigkeiten und Aufgaben gefordert sind und die Erfahrungen der Zeitarbeit danach filtern und ausformulieren.

Inspirierende Beispiele und Muster für Zeitarbeit im CV

Wenn Sie durchgehend bei einem Personaldienstleister angestellt waren, nennen Sie diesen und den Beschäftigungszeitraum am Anfang. Danach listen Sie chronologisch absteigend Firmen und Tätigkeiten. Wenn Sie bei verschiedenen Personalvermittlern angestellt waren, listen Sie diese ebenso gruppiert und übersichtlich darunter.

Hier finden Sie ein CV Muster für die optimale Angabe der Zeitarbeit (Achtung: Muster ohne Anspruch auf Korrektheit):

Seit 06/2021 Personalvermittler XY AG

01/2023 bis heute
eingesetzt in Arbeitnehmerüberlassung bei Musterfirma als Fachlagerist
– Überwachen des Wareneingangs
– Warenannahme: Entladung mit Gabelstapler und Erfassung mit Warensystem (sevDesk)
– angelieferte Waren auf Vollständigkeit und Unversehrtheit kontrollieren
– Aussortieren von fehlerhaften oder beschädigten Waren

06/2021-01/2023
eingesetzt in Arbeitnehmerüberlassung bei Muster AG als Staplerfahrer
– Be- und Entladung von LKWS und Containern
– Ein-, Aus- und Umlagern von Produktpaletten
– Pflege und Wartung des Gabelstaplers
– Transportieren und Stapeln von Gütern

10/2020-04/2021 Personal Überlassung YZ GmbH

10/2020-03/2021
eingesetzt in Arbeitnehmerüberlassung bei XYZ Group GmBH als Produktionsmitarbeiter
[…]

Wie Flexibilität und Anpassungsfähigkeit durch Zeitarbeit Ihren Lebenslauf stärken

Zeitarbeit ist kein Makel im CV – ganz im Gegenteil. Sie steht für Flexibilität im Lebenslauf, für die Vielseitigkeit und Anpassungsfähigkeit der Bewerber und ist daher bei Personalern durchaus gern gesehen. Wer Zeitarbeit im Lebenslauf richtig darstellt und dabei die relevanten Erfahrungen und Fähigkeiten hervorhebt, der kann damit überzeugen. Es gilt: Ehrlichkeit zählt, aber nicht jedes Detail muss genannt werden. Eine gut strukturierte und an die jeweilige Position angepasste Darstellung der Zeitarbeit im Lebenslauf kann den Weg zum Wunschjob ebnen.

Fragen und Antworten

Soll ich Zeitarbeit in meinem Lebenslauf angeben?

Ja, unbedingt – Zeitarbeit ist eine anerkannte Berufserfahrung und sollte im Lebenslauf nicht verschwiegen werden. Sie zeigt Flexibilität, Einsatzbereitschaft und praktische Erfahrung in verschiedenen Arbeitsumgebungen.

Wie trage ich Zeitarbeit korrekt im Lebenslauf ein?

Nennen Sie zuerst den Personaldienstleister mit dem Beschäftigungszeitraum, danach die einzelnen Einsatzbetriebe mit jeweiliger Tätigkeit und konkreten Aufgaben. So ist auf einen Blick klar, dass es sich um Zeitarbeit handelt und wo Sie eingesetzt waren.

Ist Zeitarbeit im Lebenslauf ein Nachteil?

Nein – Zeitarbeit wird von Personalern heute als Zeichen von Flexibilität und Anpassungsfähigkeit wahrgenommen, nicht als Makel. Entscheidend ist, dass die Erfahrungen klar und strukturiert dargestellt werden.

Muss ich jeden Zeitarbeitseinsatz im Lebenslauf anführen?

Nicht zwingend – kurze oder für die Bewerbung irrelevante Einsätze können weggelassen werden. Wichtig ist, dass der Lebenslauf einen stimmigen roten Faden hat und die angeführten Erfahrungen zur ausgeschriebenen Stelle passen.

Was schreibe ich bei Zeitarbeit als Arbeitgeber in den Lebenslauf?

Als Arbeitgeber nennen Sie die Zeitarbeitsfirma, bei der Sie angestellt waren – denn diese ist Ihr rechtlicher Vertragsarbeitgeber. Den Einsatzbetrieb führen Sie zusätzlich als separaten Punkt darunter an.

Wie formuliere ich Aufgaben aus der Zeitarbeit im Lebenslauf?

Beschreiben Sie konkrete Tätigkeiten, erlernte Fähigkeiten und übernommene Verantwortung – etwa die Bedienung bestimmter Maschinen, Softwarekenntnisse oder Aufgaben im Team. Stichpunkte sind dabei übersichtlicher als lange Fließtexte.

Kann ich Zeitarbeit nutzen, um Lücken im Lebenslauf zu schließen?

Ja – Zeitarbeit ist ein ideales Mittel, um Phasen zwischen festen Anstellungen zu überbrücken. Sie zeigt, dass Sie aktiv im Arbeitsmarkt tätig waren und Ihre Fähigkeiten weiterentwickelt haben.

Muss ich im Lebenslauf erwähnen, dass es sich um Zeitarbeit handelt?

Ja. Versuchen Sie nicht, die Zeitarbeit zu verschleiern – Transparenz ist wichtig und wird von Personalern geschätzt. Eine ehrliche Darstellung wirkt professioneller als eine, die versucht, die Art des Beschäftigungsverhältnisses zu verbergen.

Wie passe ich meinen Lebenslauf mit Zeitarbeit an verschiedene Bewerbungen an?

Heben Sie jeweils jene Einsätze und Fähigkeiten hervor, die am besten zur ausgeschriebenen Stelle passen. Die grundlegenden Informationen bleiben gleich, aber Schwerpunkte können je nach Anforderungsprofil verschoben werden.

Kann Zeitarbeit den Einstieg in eine Festanstellung erleichtern?

Ja – viele Einsatzbetriebe übernehmen zuverlässige Zeitarbeitnehmer in ein festes Dienstverhältnis. Zeitarbeit ist daher oft nicht nur eine Überbrückung, sondern ein direkter Weg zur Festanstellung.

Zeitarbeit als Sprungbrett zur Festanstellung

Zeitarbeit gibt es schon lange, doch noch nie war die Zahl der Zeitarbeitsjobs und Zeitarbeitsfirmen so groß und vielfältig wie heute. Tatsächlich waren laut Statistik Austria bis Mitte 2026 landesweit etwa 150.000 Menschen in der Arbeitskräfteüberlassung tätig. Darüber hinaus betrug die durchschnittliche Überlassungsdauer rund 73 Tage. Folglich zeigt sich, dass Zeitarbeit einen bedeutenden Anteil am Arbeitsmarkt hat. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Arbeitnehmerüberlassung als Chance zur Weiterbildung und zum Sammeln von Erfahrungen nutzen können und wie die Zeitarbeit als Sprungbrett zur Festanstellung dienen kann.

Was versteht man unter Zeitarbeit?

Die Definition von Zeitarbeit bzw. Arbeitskräfteüberlassung, wie sie rechtlich korrekt genannt wird, lautet wie folgt: Ein Arbeitnehmer (Zeitarbeitskraft) hat einen Arbeitsvertrag mit einem (Arbeitskräfteüberlassungs-)Unternehmen (Überlasser), arbeitet aber in einem anderen Unternehmen (Beschäftiger). Das heißt, der Arbeitnehmer kann während der Laufzeit des Vertrages mehrere Stellen bei verschiedenen Unternehmen innehaben, die gerade zusätzlichen Personalbedarf haben.

Zeitarbeit bietet Flexibilität und Abwechslung, denn sie ermöglicht es Arbeitnehmern, Erfahrungen in verschiedenen Branchen und Unternehmen zu sammeln, wodurch sich ihr beruflicher Horizont erweitert und ihre Fähigkeiten vielseitiger werden. Diese Beschäftigungsform kann ein schnelles Sprungbrett in eine Festanstellung sein und ermöglicht den Aufbau eines beruflichen Netzwerks. Zudem genießen Zeitarbeitnehmer soziale Absicherungen wie bezahlten Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

Für wen ist Zeitarbeit zu empfehlen?

Die Zielgruppe der Zeitarbeit ist sehr breit gefächert. Unter anderem finden folgende Gruppen häufig den Weg in die Zeitarbeit:

  • Wiedereinsteiger nach längerer Arbeitslosigkeit
  • Berufsanfänger oder Personen mit geringer oder keiner spezifischen Ausbildung
  • Höher Qualifizierte, die sich vorübergehend etwas dazuverdienen wollen (Studierende, Selbständige mit Auftragsflaute oder Personen in Elternzeit)

Zur Veranschaulichung: Ein IT-Spezialist beginnt beispielsweise seine Karriere bei einem renommierten IT-Dienstleister als Zeitarbeitnehmer. In einer Vielzahl von Projekten bei unterschiedlichen Kunden kann er umfangreiche Erfahrungen sammeln und sein Fachwissen erweitern. Nach einem erfolgreichen Projekt wird er von einem großen Technologieunternehmen in eine Festanstellung übernommen, wo er schnell zum Teamleiter aufsteigt.

In welchen Bereichen und Branchen werden Zeitarbeiter gesucht?

Zeitarbeit galt lang als Vermittlungsmodell im Niedriglohnsektor, mittlerweile werden Jobs in vielen Branchen und Positionen vergeben. In folgenden Branchen ist Zeitarbeit am häufigsten und beliebtesten:

  1. Industrie
  2. Gewerbe und Handwerk
  3. Handel
  4. Transport und Verkehr
  5. Information und Consulting
  6. Tourismus und Freizeitwirtschaft
  7. Banken und Versicherungen

Dabei erstrecken sich die Tätigkeiten von einfachen manuellen Leistungen bis zu anspruchsvollen Aufgaben im Management.

Welche Rechte gelten für die Arbeitskräfteüberlassung?

Grundsätzlich gilt in Österreich: Zeitarbeitskräfte haben die gleichen Rechte und Pflichten wie Stammarbeitskräfte bzw. Festangestellte. Das umfasst unter anderem Anspruch auf Leistungen wie das 13. und 14. Gehalt, Sozialversicherung, Krankenstand, Urlaub, Karenz etc. Der Arbeitskräfteüberlasser darf nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Arbeitnehmers an einen Zweitbetrieb überlassen werden.

Das alte Vorurteil: Zeitarbeit als Niedriglohnjob

Lange Zeit herrschte das Vorurteil, dass Zeitarbeit weniger Geld bringt oder mit einer schlechteren Behandlung verbunden ist. Laut Gesetz haben Zeitarbeitnehmer Anspruch auf den kollektivvertraglichen Mindestlohn, der für vergleichbare Tätigkeiten im Einsatzbetrieb gilt, sofern dieser höher ist als der Mindestlohn des Kollektivvertrags für Arbeitskräfteüberlassung. Die Lohnhöhe richtet sich also nach dem jeweils günstigeren Kollektivvertrag, zugunsten des Zeitarbeitnehmers.

Anfang 2026 wurde der Tariflohn für Zeitarbeit um 2,3 Prozent erhöht und der Mindestlohn für eine Vollzeitstelle beträgt nun 2.326,86 Euro. Je höher die Berufserfahrung und Qualifikation, desto höher der Lohn für Zeitarbeitnehmer. Dies zeigt, dass Zeitarbeit insbesondere für qualifizierte Fachkräfte durchaus attraktive finanzielle Bedingungen bieten kann.

Zeitarbeit in Österreich

Für mehr als die Hälfte ist die Zeitarbeit der Weg aus der Arbeitslosigkeit, das bestätigt eine Umfrage der APS Group. Weitere Gründe für die Zeitarbeit sind die Suche nach neuen beruflichen Möglichkeiten, ein höheres Gehalt, ein leichterer Einstieg in den Beruf und, dass keine Festanstellung gefunden wurde. Immerhin fast die Hälfte aller Zeitarbeiter geben an, dass sie sich von Zeitarbeit eine Übernahme in eine Festanstellung im Betrieb erhoffen.

Weitere Statistiken zur Zeitarbeit zeigen, dass der Umsatz in der Arbeitskräfteüberlassung in Österreich im Jahr 2022 mit 5,82 Milliarden Euro einen Höchstwert im betrachteten Zeitraum erreichte. Im Vorjahr 2021 erwirtschaftete die Branche einen Umsatz von 5,11 Milliarden Euro. Seit 2013 verzeichnet der Umsatzerlös im Bereich der Zeitarbeit in Österreich einen kontinuierlichen Anstieg. Diese beeindruckenden Zahlen belegen die wachsende Bedeutung und den Erfolg der Arbeitskräfteüberlassung in Österreich.

Zeitarbeit als langfristige Karrierechance

Zeitarbeit ist eine wichtige Karrierechance. Durchschnittlich schaffen rund 30 Prozent der Beschäftigten den Sprung von der Zeitarbeit in eine Festanstellung. Darüber hinaus widerlegt eine Umfrage der APS Group das Klischee, dass Zeitarbeitnehmer gegenüber der Stammbelegschaft schlechter gestellt sind. 85 Prozent der Befragten gaben an, dass sie genauso behandelt werden wie die übrigen Mitarbeiter. Eine große Mehrheit von 93 bzw. 95 Prozent bestätigte zudem, dass sie gut behandelt werden und mit ihrer Arbeit zufrieden sind. Dies zeigt, dass Zeitarbeit nicht nur eine wertvolle Karrierechance ist, sondern auch positive Arbeitsbedingungen und die Chance auf eine Festanstellung bietet.

Tipps für eine erfolgreiche Bewerbung

  • Wählen Sie die richtige Zeitarbeitsfirma: Es ist wichtig, gründlich zu recherchieren und seriöse, spezialisierte Zeitarbeitsfirmen auszuwählen. Achten Sie auf Bewertungen und Referenzen von anderen Arbeitnehmern. Ein guter Personaldienstleister hat transparente Verträge, zahlt nach Tarif und bietet Weiterbildungsmöglichkeiten an. Fragen Sie im Freundes- und Bekanntenkreis nach Empfehlungen und prüfen Sie, ob die Zeitarbeitsfirma Mitglied in einem Verband ist.
  • Erstellen Sie aussagekräftige Bewerbungsunterlagen: Ihre Bewerbungsunterlagen sollten speziell auf die Anforderungen der Zeitarbeit zugeschnitten sein. Erstellen Sie einen klar strukturierten Lebenslauf, der Ihre beruflichen Stationen und erworbenen Qualifikationen übersichtlich darstellt. Das Anschreiben sollte deutlich machen, warum Sie für die Zeitarbeit geeignet sind und welche Stärken Sie mitbringen. Vergessen Sie nicht, alle relevanten Zeugnisse und Nachweise beizufügen, um Ihre Qualifikationen zu belegen.
  • Bereiten Sie sich auf das Bewerbungsgespräch vor: Üben Sie typische Fragen und Antworten, die in einem Vorstellungsgespräch gestellt werden könnten. Dazu gehören Fragen zu Ihrer Berufserfahrung, Ihren Stärken und Schwächen und Ihrer Motivation für die Zeitarbeit. Die Darstellung der eigenen Stärken und Qualifikationen sollte souverän und selbstbewusst erfolgen. Simulieren Sie Gesprächssituationen mit Freunden oder der Familie, um Sicherheit zu gewinnen und Feedback zu erhalten.
  • Seien Sie proaktiv und zeigen Sie Eigeninitiative: Warten Sie nicht nur auf passende Angebote von Zeitarbeitsfirmen, sondern suchen Sie aktiv nach Zeitarbeitsangeboten. Nutzen Sie Online-Jobportale, Netzwerke und Social Media, um auf dem Laufenden zu bleiben. Kontaktieren Sie Personaldienstleister direkt und informieren Sie sich über aktuelle Stellenangebote. Zeigen Sie Eigeninitiative, indem Sie regelmäßig Kontakt zu Ihrem Personaldienstleister halten und Interesse an neuen Projekten und Einsätzen signalisieren.

Welche Vorteile bietet die Zeitarbeit für Arbeitgeber und Arbeitnehmer?

Die Übernahme von Zeitarbeitnehmern in ein festes Arbeitsverhältnis bietet sowohl für das Unternehmen als auch für den Arbeitnehmer eine Reihe von Vorteilen:

  • Schnelle Stellenbesetzung: Der Arbeitgeber erspart sich in Zeiten des Fachkräftemangels langwierige Stellenausschreibungen und Bewerbungsverfahren, zudem entfällt eine Einarbeitungszeit oder Probezeit.
  • Sammeln von Praxiserfahrung: Der Zeitarbeitnehmer wiederum hat die Möglichkeit, in verschiedenen Arbeitsumgebungen und Positionen auszuprobieren, was ihm am besten liegt, und ist bei einer Übernahme bereits mit dem Arbeitgeber vertraut und in die Belegschaft integriert.
  • Aufbau von Netzwerken und Kontakten: Zeitarbeitskräfte haben die Möglichkeit, Kontakte zu Unternehmen und potenziellen Arbeitgebern zu knüpfen.
  • Weiterbildung und Qualifizierung: Gerade für Berufseinsteiger oder Quereinsteiger bietet die Zeitarbeit in Österreich gute Chancen, da sie im Rahmen des Vertrages mit dem Überlasser Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote wahrnehmen können.
  • Sprungbrett zur Festanstellung: Zeitarbeitskräfte haben die Chance, nach Beendigung der Zeitarbeit eine Festanstellung im Kundenunternehmen zu erhalten.

Tipp: So schaffen Sie den Sprung von Zeitarbeit zur Festanstellung

Wenn Sie von Anfang an die Zeitarbeit als Türöffner für eine Festanstellung behandeln, können Sie Ihre eigenen Chancen bewusst steigern. Hier sind einige Tipps, wie Sie zur Festanstellung durch Zeitarbeit kommen können:

  • Wenn Sie schon vor Beginn der Zeitarbeit wissen, in welcher Branche Sie langfristig arbeiten möchten, gibt es spezialisierte Personaldienstleister, die sich auf bestimmte Branchen konzentrieren. Diese Dienstleister können Ihnen gezielt Einsatzmöglichkeiten in Ihrem Wunschbereich anbieten und Ihnen helfen, relevante Erfahrungen zu sammeln.
  • Es ist wichtig, kontinuierlich gute Leistungen zu erbringen. Es geht nicht nur darum, sofort über alle erforderlichen Qualifikationen zu verfügen. Eigenschaften wie Ehrgeiz, Lernbereitschaft und echtes Interesse am Beruf sind sehr wertvoll und werden von Vorgesetzten sicher bemerkt. Scheuen Sie sich nicht, Fragen zu stellen und aktiv zu werden.
  • Auch scheinbar einfache Eigenschaften wie Pünktlichkeit und Ordnung sind wichtig. Ein positiver Eindruck Ihrer Arbeitsweise kann wesentlich dazu beitragen, dass Sie vom Kundenunternehmen übernommen werden.
  • Ihre Fähigkeit, effektiv mit Kollegen und Vorgesetzten zu kommunizieren und zusammenzuarbeiten, ist von entscheidender Bedeutung. Sie tragen nicht nur zu einer positiven Arbeitsatmosphäre bei, sondern auch zur erfolgreichen Umsetzung von Teamprojekten und zur Lösung von Herausforderungen im Arbeitsumfeld.
  • Seien Sie proaktiv! Bleiben Sie in regelmäßigem Kontakt mit Ihrem Vorgesetzten und signalisieren Sie Ihr Interesse an einer langfristigen Zukunft im Unternehmen. Zeigen Sie Engagement und besprechen Sie Entwicklungsmöglichkeiten.
  • Tauschen Sie sich regelmäßig mit Kolleginnen und Kollegen, Vorgesetzten und der Personalabteilung aus. Ein starkes Netzwerk kann Ihnen nicht nur in der aktuellen Position helfen, sondern auch langfristig Ihre berufliche Entwicklung unterstützen und neue Chancen eröffnen.
  • Nutzen Sie die Möglichkeit, sich durch den Personaldienstleister in Ihrem Fachgebiet weiterbilden zu lassen und an interessanten Schulungen teilzunehmen. Diese Weiterbildungsmöglichkeiten können Ihr Fachwissen vertiefen und Ihre Attraktivität für zukünftige Aufgaben im Unternehmen steigern.

Ihre persönliche Checkliste für den Weg zur Festanstellung

Damit Ihrem Sprung von der Zeitarbeit in die Festanstellung nichts mehr im Wege steht, haben wir hier alle wichtigen Punkte zum Abhaken noch einmal für Sie zusammengefasst:

  1. Setzen Sie sich klare Karriereziele: Definieren Sie Ihre langfristigen Karriereziele und legen Sie fest, welche Fähigkeiten und Erfahrungen Sie dafür benötigen.
  2. Engagement und Zuverlässigkeit zeigen: Überzeugen Sie durch gute Arbeitsmoral, Pünktlichkeit und ständige Einsatzbereitschaft.
  3. Lernbereitschaft und Flexibilität: Seien Sie offen für neue Aufgaben und entwickeln Sie sich kontinuierlich weiter.
  4. Aktive Netzwerkpflege: Knüpfen Sie regelmäßig Kontakte zu Kolleginnen und Kollegen, Vorgesetzten und dem Personaldienstleister, um Ihr berufliches Netzwerk auszubauen.
  5. Kommunikations- und Teamfähigkeit: Stellen Sie Ihre Fähigkeit unter Beweis, effektiv zu kommunizieren und im Team zu arbeiten.
  6. Proaktives Verhalten: Zeigen Sie Eigeninitiative, bringen Sie Ideen ein und suchen Sie nach Möglichkeiten, Ihr Arbeitsumfeld zu verbessern.
  7. Fortbildung und Qualifizierung: Nutzen Sie die angebotenen Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten, um Ihr Fachwissen zu vertiefen und Ihre Attraktivität für das Unternehmen zu steigern.
  8. Feedback einholen: Holen Sie sich regelmäßig Feedback von Vorgesetzten und Kollegen ein, um Ihre Leistung kontinuierlich zu verbessern.
  9. Entwickeln Sie eine langfristige Perspektive: Denken Sie strategisch und zeigen Sie, dass Sie an einer langfristigen Zusammenarbeit mit dem Unternehmen interessiert sind.
  10. Karriereschritte planen: Entwickeln Sie einen Plan für Ihre berufliche Entwicklung im Unternehmen und setzen Sie klare Meilensteine, um Ihre Ziele zu erreichen.

Fragen und Antworten

Kann Zeitarbeit wirklich zu einer Festanstellung führen?

Ja, durchschnittlich schaffen rund 30 Prozent der Zeitarbeitnehmer den Sprung in eine Festanstellung beim Einsatzbetrieb. Wer von Anfang an engagiert arbeitet, Kontakte pflegt und Interesse an einer langfristigen Zusammenarbeit signalisiert, erhöht seine Chancen deutlich.

Für wen eignet sich Zeitarbeit als Karriereeinstieg?

Zeitarbeit ist besonders geeignet für Berufseinsteiger ohne spezifische Ausbildung, Wiedereinsteiger nach längerer Pause sowie für Personen, die sich beruflich neu orientieren möchten. Auch höher Qualifizierte, die schnell Erfahrungen in verschiedenen Unternehmen sammeln wollen, profitieren davon.

In welchen Branchen gibt es die meisten Zeitarbeitsstellen?

Besonders gefragt sind Zeitarbeitskräfte in der Industrie, im Gewerbe und Handwerk, im Handel sowie in Transport und Verkehr. Auch in Bereichen wie Information und Consulting oder Banken und Versicherungen werden zunehmend Zeitarbeitskräfte eingesetzt.

Wie hoch ist der Mindestlohn in der Zeitarbeit?

Der kollektivvertragliche Mindestlohn in der Arbeitskräfteüberlassung beträgt ab 1. Jänner 2026 2.326,86 Euro brutto monatlich. Je nach Qualifikation und Einsatzbereich kann das tatsächliche Gehalt deutlich höher liegen.

Habe ich als Zeitarbeitnehmer Anspruch auf Urlaub und Krankenstand?

Ja, Zeitarbeitnehmer haben dieselben Rechte wie reguläre Arbeitnehmer, darunter bezahlter Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankenstand sowie 13. und 14. Gehalt. Die Zeitarbeitsfirma ist als rechtlicher Arbeitgeber für die Einhaltung dieser Rechte verantwortlich.

Wie wähle ich die richtige Zeitarbeitsfirma aus?

Achten Sie darauf, dass die Firma eine gültige Gewerbeberechtigung hat, transparent über Bezahlung und Einsatzbetriebe informiert und Weiterbildungsmöglichkeiten anbietet. Bewertungen auf Portalen wie Kununu und Empfehlungen aus dem Bekanntenkreis geben zusätzliche Orientierung.

Wie lange dauert ein typischer Zeitarbeitseinsatz?

Die durchschnittliche Überlassungsdauer beträgt aktuell etwa 73 Tage. Einsätze können aber je nach Bedarf des Unternehmens kürzer oder deutlich länger dauern.

Was soll ich tun, um beim Einsatzbetrieb einen guten Eindruck zu hinterlassen?

Pünktlichkeit, Verlässlichkeit und Lernbereitschaft sind die wichtigsten Faktoren. Zeigen Sie aktiv Interesse an der Arbeit, stellen Sie Fragen und pflegen Sie den Kontakt zu Kollegen und Vorgesetzten, das erhöht die Chancen auf eine Übernahme erheblich.

Kann ich in der Zeitarbeit auch Weiterbildungen machen?

Ja, der Sozial- und Weiterbildungsfonds (SWF) und das AMS bieten Zeitarbeitskräften geförderte Weiterbildungen an. Auch viele Zeitarbeitsfirmen unterstützen ihre Mitarbeiter aktiv bei der Qualifizierung, was die Chancen auf eine Festanstellung zusätzlich steigert.

Muss ich bei jedem neuen Einsatz neu bewerben?

Nein, Sie haben einen laufenden Arbeitsvertrag mit der Zeitarbeitsfirma, die Sie zu den Einsatzbetrieben vermittelt. Ein offenes Gespräch über Ihre Wünsche, Stärken und verfügbaren Zeiten hilft dabei, passende Einsätze zu finden.

10 Arbeitsrechte, die Sie noch nicht kannten

Arbeitsrecht kann mehr als nur den gesetzlich vorgeschriebenen Urlaub oder den Mutterschutz umfassen. Es gibt eine Reihe weniger bekannter, aber ebenso bedeutsamer Rechte, die im Dickicht der Arbeitsgesetze leicht übersehen werden können. Wussten Sie zum Beispiel, dass Ihnen freie Tage zustehen, um auf Jobsuche zu gehen? Oder dass Sie zu Hause bleiben dürfen, wenn die Kinderbetreuung ausfällt? In diesem Artikel enthüllen wir 10 Arbeitsrechte, die Ihnen als Arbeitnehmer zur Verfügung stehen. Es ist Zeit, den Vorhang zu lüften und Licht auf diese verborgenen Aspekte des Arbeitsrechts zu werfen. Lesen Sie weiter, um Ihre Rechte zu entdecken und zu erfahren, wie Sie diese zu Ihrem Vorteil nutzen können.

1. Recht auf freie Tage, um auf Jobsuche zu gehen

Ein Jobverlust kann unerwartet kommen, aber wussten Sie, dass Ihnen das Arbeitsrecht sogar in dieser unsicheren Zeit zur Seite steht? Wenn Ihr Arbeitgeber Ihnen kündigt, haben Sie das gesetzlich festgelegte Recht, während der Kündigungsfrist eine neue Stelle zu suchen – und das sogar während Ihrer regulären Arbeitszeit.

Das mag überraschend klingen, aber das Gesetz ist klar: Sie haben Anspruch auf ein Fünftel Ihrer regulären Arbeitszeit pro Woche der Kündigungsfrist, um sich um eine neue Stelle zu kümmern. Dieses Recht müssen Sie jedoch aktiv geltend machen – es entsteht nicht automatisch. Wichtig: Der Anspruch besteht nur, wenn der Arbeitgeber kündigt. Kündigen Sie selbst oder lösen Sie das Arbeitsverhältnis einvernehmlich auf, haben Sie keinen Anspruch auf Postensuchtage.

Wenn Sie bei einer 40-Stunden-Woche beispielsweise einmal pro Woche einen Tag freinehmen, um eine neue Stelle zu suchen, wird dies als „Postensuchtag“ bezeichnet – ein Begriff, den Sie in Ihren Antrag einfügen könnten. Das Arbeitsrecht kann also ein starker Verbündeter sein, wenn es darum geht, die nächste berufliche Herausforderung anzunehmen.

2. Recht auf freie Tage, wenn die übliche Kinderbetreuung ausfällt

Es ist eine Situation, die viele Eltern kennen: Das Kind ist krank und muss zu Hause bleiben. Aber was passiert, wenn nicht das Kind, sondern die betreuende Oma erkrankt? Oder der Kindergarten kurzfristig keine Betreuung anbieten kann? Gute Nachrichten für alle arbeitenden Eltern: Das Arbeitsrecht hat auch hierfür eine Lösung parat.

Wenn Ihr Kind unter zehn Jahre alt ist und keine andere zumutbare Betreuungsperson zur Verfügung steht, dürfen Sie in einem solchen Fall zu Hause bleiben. Dieser Anspruch ist gesetzlich auf maximal eine Woche pro Jahr begrenzt. Ob die Freistellung bezahlt ist, hängt vom anwendbaren Gesetz und Ihrem Kollektivvertrag ab – im Zweifelsfall empfiehlt sich eine Rückfrage bei der Arbeiterkammer.

3. Recht auf bezahlte Pausen bei langer Bildschirmzeit

Stundenlange Arbeit am Schreibtisch kann nicht nur Schultern und Nacken belasten, sondern auch eine enorme Herausforderung für die Augen darstellen. Sicherlich kennen viele die ärztlichen Empfehlungen zur Einführung regelmäßiger Pausen, aber wussten Sie, dass Ihr Arbeitgeber gesetzlich dazu verpflichtet ist, diese Pausen zu gewähren?

Wenn Sie zwei Stunden ununterbrochen oder drei Stunden mit kurzen Unterbrechungen am Bildschirm arbeiten, haben Sie das Recht auf eine zehnminütige Umstellung der Tätigkeit alle 50 Minuten. Bei einer ununterbrochenen Bildschirmarbeit von 100 Minuten steht Ihnen sogar eine 20-minütige Abwechslung zu.

Falls Ihre Arbeit ausschließlich aus Bildschirmarbeit besteht und eine Tätigkeitsänderung nicht möglich ist, dürfen Sie diese zehn oder 20 Minuten als bezahlte Pause beanspruchen.

4. Recht auf eine bezahlte Brille bei langer Bildschirmzeit

Wussten Sie, dass die ständige Belastung der Augen durch lange Bildschirmarbeit auch rechtliche Konsequenzen hat? Wenn Sie für Ihre Arbeit am Bildschirm eine spezielle Brille benötigen, die für eine Entfernung von etwa 60 bis 90 Zentimetern ausgelegt ist, muss Ihr Arbeitgeber die Kosten dafür tragen.

 Laut Gesetz haben Sie Anspruch auf eine Bildschirmbrille, wenn Ihre Arbeit als Bildschirmarbeit klassifiziert wird. Das heißt, wenn Sie entweder ununterbrochen mehr als zwei Stunden oder im Durchschnitt mehr als drei Stunden Ihrer täglichen Arbeitszeit am Bildschirm verbringen. Informieren Sie sich bei Ihrem Arbeitgeber, ob es eine Betriebsvereinbarung zu diesem Thema gibt.

5. Recht auf Überstunden – auch bei Zeitausgleich

Im Arbeitsalltag können Überstunden zur Normalität werden. Wussten Sie aber, dass Ihnen für jede zusätzliche Arbeitsstunde über die übliche acht Stunden pro Tag oder 40 Stunden pro Woche ein Lohnaufschlag von bis zu 50% zusteht? Doch was passiert, wenn Sie mit Ihrem Vorgesetzten einen Zeitausgleich für Überstunden vereinbart haben? In diesem Fall gewährt Ihnen Ihr Arbeitsplatz einen besonderen Bonus: Für jede geleistete Überstunde steht Ihnen nämlich ein Zeitausgleich von 1,5 Stunden zu.

6. Nein heißt nein – Überstunden darf man ablehnen

Es ist kein Geheimnis, dass Arbeitgeber oft hohe Erwartungen an ihre Mitarbeiter stellen. Aber es gibt Grenzen – und das ist auch gesetzlich so festgelegt: Fühlen Sie sich von der Menge der Arbeitsstunden überfordert, haben Sie das Recht, Überstunden abzulehnen. Würden durch weitere Überstunden an einem Tag die Grenze von zehn Stunden oder in einer Woche die Grenze von 50 Stunden überschritten, dürfen Sie diese Überstunden ohne Angabe von Gründen ablehnen – und dürfen dafür nicht benachteiligt werden.

Aber auch abseits dieser Grenzwerte haben Sie ein Recht auf Work-Life-Balance. Sollten Sie triftige Gründe wie zum Beispiel die Betreuung kleiner Kinder haben, dürfen Sie ebenfalls „Nein“ zu Überstunden sagen. Wissen Sie um diese Rechte, können Sie selbstbewusst für Ihre Bedürfnisse eintreten.

7. Recht auf ein Dienstzeugnis – auch wenn man sich im Streit trennt

Arbeitsbeziehungen enden nicht immer in Harmonie – ein Umstand, der häufig Sorgen hinsichtlich des finalen Dienstzeugnisses hervorruft. Sie fürchten, Ihr Arbeitgeber könnte aus Verbitterung ein ungünstiges Zeugnis ausstellen, das Ihre zukünftige Jobsuche behindert? Lassen Sie diese Sorge los! Denn tatsächlich ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass jeder Arbeitgeber verpflichtet ist, ein Dienstzeugnis zu erstellen, das dem Arbeitnehmer die weitere Jobsuche nicht erschwert. Ungeachtet der Umstände Ihrer Kündigung haben Sie also immer das Recht auf ein gerechtes und angemessenes Zeugnis.

8. Pflicht zum Urlauben? Wohl eher nicht

Sommerflaute? Im Büro ist Freitagnachmittag nicht mehr viel zu tun? Da kann es schon mal vorkommen, dass der Chef einen in den Urlaub abkommandieren möchte, um Geld zu sparen. Aber so einfach ist das nicht. Denn Urlaub muss von beiden Seiten, also vom Arbeitnehmer und Arbeitgeber gemeinsam festgelegt werden.

Auch das Ansammeln von Minusstunden ist rechtlich nicht in Ordnung. Wenn Ihr Arbeitgeber Sie heimschickt, dann muss er Sie auch für die nicht geleistete Arbeitszeit regulär entlohnen – während Sie sich natürlich dennoch einen schönen, arbeitsfreien Tag machen dürfen.

9. Eine Woche Urlaub mehr? Immer gerne

Wo wir beim Thema Urlaub sind: Arbeiten Sie seit 26 Jahren, haben Sie Anspruch auf eine zusätzliche Woche Urlaub. Zu diesen 26 Jahren können Sie auch bestimmte Vordienstzeiten anrechnen lassen – allerdings gelten gesetzliche Obergrenzen: Zeiten bei anderen Arbeitgebern können insgesamt bis zu 5 Jahren angerechnet werden (jedes einzelne Dienstverhältnis muss mindestens 6 Monate gedauert haben). Schulzeiten an mittleren und höheren Schulen zählen bis zu 4 Jahren. Ein erfolgreich abgeschlossenes Hochschulstudium kann mit bis zu 5 Jahren angerechnet werden. Werden Schulzeiten und Vordienstzeiten bei anderen Arbeitgebern zusammengerechnet, gilt ein gemeinsamer Höchstrahmen von 7 Jahren. Erst wenn zusätzlich ein Hochschulabschluss hinzukommt, können insgesamt bis zu 12 Jahre angerechnet werden. Da die Berechnung komplex ist, empfiehlt sich im Zweifelsfall eine Beratung bei der Arbeiterkammer.

10. Eine Freistellung ist kein Urlaub

Das Thema Dienstfreistellung ist ein heikles Pflaster und birgt viele Unsicherheiten. Viele Arbeitnehmer fragen sich: Darf mich der Arbeitgeber vom Dienst freistellen und mich dazu zwingen, in dieser Zeit meinen noch unverbrauchten Urlaubsanspruch einzulösen? Die Antwort ist eindeutige nein. Stellt Sie Ihr Arbeitgeber vom Dienst frei, so muss er Ihnen in dieser Zeit das volle Gehalt zahlen – ohne Ihnen Ihren Urlaubsanspruch streitig zu machen.

Fazit

Im Dschungel des Arbeitsrechts gibt es weit mehr zu entdecken als die üblichen Pflichten und Rechte. Es ist ein Labyrinth aus Gesetzen und Vorschriften, die – wenn man sie kennt – für mehr Gerechtigkeit, Ruhe und persönliche Freiheit im Arbeitsleben sorgen können. Mit diesem Wissen können Sie sich souveräner auf dem Arbeitsmarkt bewegen und Ihre Position in Verhandlungen stärken.

Dieser Artikel hat Ihnen einen Leitfaden an die Hand gegeben, um die verborgenen Schätze des Arbeitsrechts zu entdecken und für sich zu nutzen. Denken Sie daran: Wissen ist Macht – und in diesem Fall kann es Ihnen helfen, das Beste aus Ihrer beruflichen Laufbahn zu machen. Es liegt an Ihnen, Ihre Rechte in Anspruch zu nehmen und Ihr Arbeitsleben aktiv zu gestalten.

 

FAQ: 10 Arbeitsrechte, die Sie noch nicht kannten

Stehen mir Postensuchtage auch zu, wenn ich selbst kündige?

Nein. Postensuchtage stehen Ihnen nur zu, wenn der Arbeitgeber kündigt. Kündigen Sie selbst oder einigen Sie sich auf eine einvernehmliche Auflösung, haben Sie keinen gesetzlichen Anspruch – es sei denn, Ihr Kollektivvertrag sieht eine günstigere Regelung vor.

Muss ich meinem Arbeitgeber beweisen, dass ich die Postensuchtage tatsächlich zur Jobsuche nutze?

Nein. Das Gesetz schreibt keine Zweckbindung vor. Sie müssen nicht nachweisen, wofür Sie die freie Zeit verwenden – auch wenn Sie bereits eine neue Stelle gefunden haben, bleibt der Anspruch bestehen.

Ab wann darf ich Überstunden ablehnen?

Sie dürfen Überstunden ohne Angabe von Gründen ablehnen, sobald diese dazu führen würden, dass Sie an einem Tag mehr als 10 Stunden oder in einer Woche mehr als 50 Stunden arbeiten. Ihr Arbeitgeber darf Sie wegen dieser Ablehnung nicht benachteiligen oder kündigen.

Habe ich als Teilzeitkraft dieselben Rechte bei Überstundenzuschlägen wie Vollzeitkräfte?

a, grundsätzlich schon. Auch Teilzeitkräfte haben Anspruch auf einen Zuschlag von mindestens 50 % für Überstunden – also für Stunden, die über die gesetzliche Normalarbeitszeit von 8 Stunden täglich bzw. 40 Stunden wöchentlich hinausgehen. Für Mehrarbeit unterhalb dieser Grenzen gelten eigene Regelungen.

Was passiert, wenn mein Arbeitgeber mir kein Dienstzeugnis ausstellt?

ie können die Ausstellung gerichtlich einfordern. Das Recht auf ein Dienstzeugnis, das die weitere Jobsuche nicht erschwert, ist gesetzlich verankert. Ein Zeugnis, das bewusst negativ formuliert ist, um Ihre Chancen zu schlechten, kann ebenfalls rechtlich angefochten werden.

Kann mein Arbeitgeber mich zwingen, während einer Dienstfreistellung Urlaub zu verbrauchen?

Nein. Stellt Ihr Arbeitgeber Sie vom Dienst frei, muss er Ihnen das volle Gehalt weiterzahlen – ohne dass dabei Ihr Urlaubsanspruch verbraucht wird. Urlaub muss immer einvernehmlich zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbart werden.

Gilt das Recht auf Freistellung bei Kinderbetreuungsausfall auch für Patchwork-Familien?

Ja. Das Recht auf Freistellung bei unvorhergesehenem Ausfall der Kinderbetreuung gilt nicht nur für leibliche Eltern, sondern auch in Patchwork-Familien, sofern das Kind unter zehn Jahre alt ist und keine andere zumutbare Betreuungsperson verfügbar ist.

Wie viele Vordienstjahre kann ich für die 6. Urlaubswoche anrechnen lassen?

Vordienstzeiten bei anderen Arbeitgebern können bis zu 5 Jahre angerechnet werden, Schulzeiten bis zu 4 Jahre, ein abgeschlossenes Hochschulstudium bis zu 5 Jahre – insgesamt jedoch maximal 12 Jahre.

Habe ich als Bildschirmarbeiter Anspruch auf eine Bildschirmbrille, auch wenn ich die Brille auch privat nutzen kann?

Ja, sofern die Brille speziell für die Bildschirmarbeit in der typischen Arbeitsentfernung von 60 bis 90 cm benötigt wird und eine augenärztliche Untersuchung dies bestätigt. Viele Betriebe regeln die Kostenübernahme in einer Betriebsvereinbarung.

Gelten diese 10 Arbeitsrechte auch für Zeitarbeitnehmer?

Ja, grundsätzlich gelten alle genannten Rechte auch für Zeitarbeitnehmer. Als Zeitarbeitnehmer sind Sie bei der Zeitarbeitsfirma angestellt – diese ist Ihr Vertragsarbeitgeber und damit auch Ansprechpartner für Fragen zu Postensuchtagen, Dienstzeugnissen, Überstunden und Urlaubsanspruch.

Guide zum Urlaubsrecht in Österreich

Der Urlaub – eine wohlverdiente Pause vom Arbeitsalltag und unverzichtbar für die Erholung und Regeneration. Doch bei der Planung gibt es einiges zu beachten, um stressfrei in die Auszeit starten zu können. Deshalb haben wir einen detaillierten Guide zum Urlaubsrecht in Österreich für Sie.

Gut zu Wissen: Rechtliche Grundlage

In Österreich hat jeder Arbeitnehmer das Recht auf bezahlten Jahresurlaub, die rechtliche Grundlage dafür ist das Urlaubsgesetz (UrlG). Es geht um 5 Wochen im Jahr, also 25 Arbeitstage bei einer 5-Tage-Woche oder 30 Arbeitstage bei einer 6-Tage-Woche. Nach 25 Dienstjahren sind es sogar 6 Wochen pro Arbeitsjahr. Beachten Sie aber: Im ersten Arbeitsjahr ist der volle Urlaubsanspruch nicht sofort gegeben. Er wird erst nach sechs Monaten erfüllt. Ab dem zweiten Arbeitsjahr gilt der volle Urlaubsanspruch ab Arbeitsjahresbeginn.

Denken Sie daran: Nicht genutzter Urlaub verjährt grundsätzlich zwei Jahre nach Ende des Urlaubsjahres, in dem er entstanden ist – das bedeutet in der Praxis, dass ein Urlaubsanspruch bis zu drei Jahre lang geltend gemacht werden kann.

Wichtig: Hat der Arbeitgeber den Urlaub verhindert oder verweigert, kann der Anspruch auch über diesen Zeitraum hinaus bestehen.

Spezielle Fälle: Teilzeit und befristete Arbeitsverhältnisse

Bei Teilzeitbeschäftigten berechnet sich die Anzahl der Urlaubstage nach der tatsächlichen Anzahl der Arbeitstage pro Woche. Wer an 3 Tagen pro Woche arbeitet, hat Anspruch auf 15 Urlaubstage pro Jahr (3 Tage × 5 Wochen). Der Anspruch auf 5 Urlaubswochen pro Jahr bleibt also gleich – nur die Anzahl der einzelnen Urlaubstage passt sich der individuellen Arbeitszeit an.

Bei befristeten Arbeitsverhältnissen wird der Urlaub je nach Dauer des Arbeitsverhältnisses anteilig berechnet. Auch Saisonarbeiter und Lehrlinge haben Anspruch auf bezahlten Urlaub.

Urlaubsersatzleistung bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Endet Ihr Arbeitsverhältnis und haben Sie noch nicht verbrauchten Urlaub, haben Sie Anspruch auf eine Urlaubsersatzleistung. Ihr Arbeitgeber muss Ihnen den offenen Urlaub in diesem Fall finanziell abgelten – unabhängig davon, ob Sie selbst kündigen, Ihr Arbeitgeber kündigt oder das Arbeitsverhältnis einvernehmlich aufgelöst wird.

Ausnahme: Bei einer berechtigten fristlosen Entlassung kann der Anspruch entfallen.

Urlaubsentgelt vs. Urlaubsbonus

Arbeitnehmer haben während des Urlaubs Anspruch auf Fortzahlung ihres Gehalts (Urlaubsentgelt), auch wenn sie nicht arbeiten. Nicht zu verwechseln mit dem Urlaubsbonus (13. Gehalt), der oft als Sonderzahlung in Kollektivverträgen geregelt ist.

Urlaubsrecht für Zeitarbeitnehmer

Als Zeitarbeitnehmer gelten für Sie dieselben Urlaubsrechte wie für alle anderen Arbeitnehmer. Ihr Vertragsarbeitgeber ist die Zeitarbeitsfirma – an diese richten sich also Ihre Urlaubsanträge, nicht an den Einsatzbetrieb. Das gilt auch während eines laufenden Einsatzes. Endet ein Einsatz oder das Dienstverhältnis mit der Zeitarbeitsfirma und haben Sie noch offenen Urlaub, haben Sie Anspruch auf Urlaubsersatzleistung.

Wichtige Absprachen: Dauer und Zeitpunkt des Urlaubs

Diese müssen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbart werden. Die Interessen des Unternehmens und das Bedürfnis des Arbeitnehmers nach Erholung müssen dabei berücksichtigt werden. Keine einseitigen Rechte!

Was, wenn der Arbeitgeber den Urlaub verweigert?

Nur aus dringenden betrieblichen Gründen darf der Arbeitgeber einen Urlaubsantrag ablehnen. Beispiele dafür sind:

  • Fristgerechte Erfüllung eines Auftrags
  • Personelle Engpässe
  • Abschluss- und Inventurarbeiten
  • Erhöhtes Arbeitsvolumen
  • Hohe Nachfrage nach Produkten oder Dienstleistungen
  • Ausfälle von Personal durch Krankheit oder Unfall

Urlaub und Krankheit: Informieren Sie Ihren Arbeitgeber

Was passiert, wenn Sie während Ihres wohlverdienten Urlaubs krank werden? In Österreich ist die Lage klar: Werden Sie während Ihres Urlaubs krank und dauert diese Krankheit länger als drei Tage, wird dieser Zeitraum nicht von Ihrem Urlaub abgezogen. Es ist jedoch wichtig, diese Krankheit durch einen Arzt bestätigen zu lassen und Ihren Arbeitgeber so schnell wie möglich zu informieren.

Planung ist das halbe Urlaubsvergnügen

Eine effektive Urlaubsplanung spielt eine entscheidende Rolle sowohl für den Arbeitnehmer als auch für das Unternehmen. Für den Arbeitnehmer sorgt eine gut geplante Auszeit für maximale Erholung und minimiert das Risiko von Missverständnissen oder Konflikten mit dem Arbeitgeber. Darüber hinaus ermöglicht es dem Arbeitnehmer, den Urlaub optimal zu nutzen und sicherzustellen, dass alle Urlaubsansprüche erfüllt werden.

Für das Unternehmen bietet eine effektive Urlaubsplanung Klarheit und Vorhersehbarkeit. Sie ermöglicht es, die Arbeit ordnungsgemäß zu organisieren und sicherzustellen, dass es während der Abwesenheit des Arbeitnehmers zu keinen Engpässen kommt. Des Weiteren stärkt eine gute Urlaubsplanung das Betriebsklima und fördert ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Unsere Tipps für eine erfolgreiche Urlaubsplanung

  1. Beginnen Sie frühzeitig: Je eher Sie mit der Planung beginnen, desto besser können Sie Ihren Urlaub organisieren und alle erforderlichen Absprachen mit Ihrem Arbeitgeber treffen.
  2. Kommunizieren Sie klar und offen: Stellen Sie sicher, dass Ihr Arbeitgeber und Ihre Kollegen über Ihre Urlaubspläne informiert sind und versuchen Sie, alle potenziellen Konflikte im Vorfeld zu klären.
  3. Prüfen Sie Ihre Ansprüche: Machen Sie sich mit Ihren Urlaubsansprüchen vertraut und stellen Sie sicher, dass Sie alle relevanten Regeln und Richtlinien kennen.
  4. Planen Sie Puffer ein: Berücksichtigen Sie unerwartete Ereignisse, indem Sie einen gewissen Spielraum in Ihrer Planung lassen.
  5. Keine Last-Minute-Planung: Last-Minute-Urlaubspläne können zu Chaos führen, wenn weder Kollegen noch Arbeitgeber in der Lage sind, den plötzlichen Arbeitsausfall zu kompensieren. Hier empfiehlt sich eine vorausschauende Planung.
  6. Überschätzung der Urlaubstage: Es ist wichtig, die Anzahl der zur Verfügung stehenden Urlaubstage richtig einzuschätzen und zu vermeiden, mehr Tage zu planen, als tatsächlich verfügbar sind.
  7. Rechtzeitige Kommunikation: Stellen Sie sicher, dass Ihr Arbeitgeber und Ihre Kollegen rechtzeitig und klar über Ihre Urlaubspläne informiert sind.
  8. Beachtung der Unternehmensrichtlinien: Informieren Sie sich über die Urlaubsrichtlinien Ihres Unternehmens und stellen Sie sicher, dass Sie diese bei der Planung Ihrer Auszeit beachten.

Der sanfte Übergang: Zurück ins Büro

Die Rückkehr aus dem Urlaubsparadies in die Arbeitswelt kann eine Herausforderung sein. Wir empfehlen, einige Tage vor der Wiedereröffnung der Bürotüren bewusst zu entschleunigen. Die Versuchung mag groß sein, direkt ins Büro zu stürzen, aber bedenken Sie: Der sanfte Wiedereinstieg wird Ihnen helfen, Stress abzubauen und produktiver zu sein.

Einmal wieder im Büro, haben Sie bestimmte Rechte und Pflichten. Sie können und sollten Ihre reguläre Arbeitsroutine wieder aufnehmen und Ihren Arbeitgeber über alle relevanten persönlichen Änderungen informieren. Es liegt jedoch auch in Ihrer Verantwortung, sich auf den neuesten Stand zu bringen und eventuell angesammelte Arbeit nachzuholen.

Zum Schluss: Erinnern Sie sich an das Wesentliche

Zum Abschluss darf man nicht vergessen, dass Urlaub mehr als nur ein gesetzlich verankertes Recht ist – er ist eine notwendige Gelegenheit zur Erholung und Regeneration. Nehmen Sie sich also die Zeit, die Sie brauchen, um sich zu entspannen und wieder aufzuladen. Und denken Sie daran: Arbeit ist wichtig, aber sie ist nicht alles.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen einen erholsamen und gut geplanten Urlaub. Genießen Sie jede Minute Ihrer wohlverdienten Auszeit und denken Sie daran: Das Leben ist mehr als nur Arbeit. Planen Sie sorgfältig, nehmen Sie Ihre Rechte als Arbeitnehmer wahr und zögern Sie nicht, bei Bedarf Unterstützung zu suchen. Und schließlich: Gönnen Sie sich nach der Rückkehr aus dem Urlaub einen sanften Wiedereinstieg in den Arbeitsalltag. Die Balance ist der Schlüssel.

 

FAQ: Urlaubsrecht in Österreich

Wie viele Urlaubstage stehen mir in Österreich gesetzlich zu?

In Österreich haben Sie Anspruch auf 5 Wochen bezahlten Urlaub pro Jahr – das sind 25 Arbeitstage bei einer 5-Tage-Woche bzw. 30 Arbeitstage bei einer 6-Tage-Woche. Nach 25 Dienstjahren erhöht sich der Anspruch auf 6 Wochen.

Wann entsteht mein Urlaubsanspruch im ersten Arbeitsjahr?

In den ersten sechs Monaten entsteht der Urlaubsanspruch aliquot, also im Verhältnis zur geleisteten Dienstzeit. Ab dem siebten Monat steht Ihnen der volle Jahresurlaub zu.

Verfallen nicht genutzte Urlaubstage?

Nicht genutzter Urlaub verjährt zwei Jahre nach Ende des Urlaubsjahres, in dem er entstanden ist – in der Praxis können Sie einen Anspruch also bis zu drei Jahre lang geltend machen. Hat Ihr Arbeitgeber den Urlaub verhindert, kann der Anspruch auch darüber hinaus bestehen.

Darf mein Arbeitgeber meinen Urlaubsantrag ablehnen?

Ja, aber nur aus dringenden betrieblichen Gründen wie Personalengpässen oder fristkritischen Aufträgen. Eine willkürliche Ablehnung ist nicht zulässig.

Was passiert, wenn ich während des Urlaubs krank werde?

Dauert die Krankheit länger als drei Tage, wird dieser Zeitraum nicht von Ihrem Urlaub abgezogen – vorausgesetzt, Sie melden die Krankheit unverzüglich und weisen sie ärztlich nach. Die betroffenen Tage werden dann als Krankenstand gewertet.

Wie berechnet sich der Urlaubsanspruch bei Teilzeit?

Der Anspruch auf 5 Urlaubswochen bleibt gleich – die Anzahl der Urlaubstage richtet sich jedoch nach Ihren tatsächlichen Arbeitstagen pro Woche. Wer 3 Tage pro Woche arbeitet, hat Anspruch auf 15 Urlaubstage pro Jahr.

Was ist der Unterschied zwischen Urlaubsentgelt und Urlaubsbonus?

Das Urlaubsentgelt ist die gesetzlich vorgeschriebene Gehaltsfortzahlung während des Urlaubs. Der Urlaubsbonus ist eine zusätzliche Sonderzahlung, die meist im Kollektivvertrag geregelt ist und nicht automatisch jedem Arbeitnehmer zusteht.

Habe ich Anspruch auf Urlaubsabgeltung, wenn mein Arbeitsverhältnis endet?

Ja – offene Urlaubstage müssen bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses finanziell abgegolten werden, unabhängig davon, wer gekündigt hat. Ausnahme: Bei einer berechtigten fristlosen Entlassung kann der Anspruch entfallen.

Gilt das österreichische Urlaubsrecht auch für Zeitarbeitnehmer?

Ja, Zeitarbeitnehmer haben dieselben Urlaubsrechte wie alle anderen Arbeitnehmer. Urlaubsanträge richten Sie an die Zeitarbeitsfirma als Ihren Vertragsarbeitgeber – nicht an den Einsatzbetrieb.

Kann mein Arbeitgeber mich einseitig in Urlaub schicken?

Nein – Urlaub muss immer einvernehmlich zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbart werden. Einseitige Anordnungen, etwa um Kosten zu sparen oder Minusstunden auszugleichen, sind rechtlich nicht zulässig.

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