07.09.2023

Diese Förderungen erhalten Sie als Zeitarbeitskraft

Der Fachkräftemangel stellt viele Branchen vor neue Herausforderungen – gleichzeitig gewinnt lebenslanges Lernen immer mehr an Bedeutung. Weiterbildung ist heute ein entscheidender Faktor, um beruflich flexibel zu bleiben und neue Chancen zu nutzen. Gerade Zeitarbeit bietet Beschäftigten die Möglichkeit, unterschiedliche Branchen kennenzulernen und gezielt neue Qualifikationen aufzubauen.

In Österreich stehen Zeitarbeitskräften zahlreiche Förderungen zur Verfügung. Viele dieser Möglichkeiten unterstützen die Weiterbildung in der Zeitarbeit und helfen dabei, langfristig bessere Karrierechancen zu schaffen. Die meisten davon werden jedoch noch nicht genutzt, weil sie zu wenig bekannt sind. Wir geben Ihnen einen Überblick über aktuelle Fördermöglichkeiten und zeigen, welche Unterstützung Sie als Zeitarbeitskraft in Anspruch nehmen können.

Zeitarbeit in Österreich

Bei der Zeitarbeit stellen Zeitarbeitsunternehmen Arbeitskräfte verschiedenen Betrieben zur Verfügung. Die Beschäftigten sind dabei bei der Zeitarbeitsfirma angestellt, arbeiten aber in unterschiedlichen Unternehmen und sammeln dort wertvolle Berufserfahrung. Dieses Modell bietet sowohl Arbeitnehmern als auch Unternehmen mehr Flexibilität: Betriebe können Personalengpässe ausgleichen und geeignete Fachkräfte kennenlernen, während Zeitarbeitskräfte Einblicke in verschiedene Branchen erhalten und ihre beruflichen Fähigkeiten weiterentwickeln können.

In Österreich ist Zeitarbeit ein wichtiger Bestandteil des Arbeitsmarktes. Aktuell (Stand Juni 2025) sind rund 150.000 Arbeitskräfte in der Zeitarbeit beschäftigt. Viele Unternehmen nutzen die Arbeitskräfteüberlassung gezielt zur Personalgewinnung, um neue Mitarbeiter kennenzulernen und langfristige Beschäftigungsverhältnisse aufzubauen. Für viele Zeitarbeitskräfte kann der Einsatz daher ein Sprungbrett in eine dauerhafte Anstellung sein.

Damit verbessern sich auch die persönlichen Karrierechancen: Wer Weiterbildungen nutzt und zusätzliche Qualifikationen erwirbt, kann seine Einsatzmöglichkeiten erweitern und sich langfristig am Arbeitsmarkt besser positionieren. Gerade deshalb lohnt es sich für Zeitarbeitskräfte, sich über vorhandene Förderungen und Weiterbildungsangebote zu informieren.

Warum Weiterbildung Ihre Chancen nachhaltig verbessert

Weiterbildung ist für Zeitarbeitskräfte ein wichtiger Schlüssel, um die eigenen beruflichen Möglichkeiten zu erweitern. Zusätzliche Qualifikationen verbessern nicht nur die Chancen auf eine langfristige Beschäftigung, sondern können auch zu besseren Einsatzmöglichkeiten, höheren Verdienstmöglichkeiten und dem Zugang zu anspruchsvolleren Facharbeiterpositionen führen.

Gerade die Vielfalt der Einsätze in der Zeitarbeit bietet gute Möglichkeiten, praktische Erfahrungen zu sammeln und neue Kompetenzen aufzubauen. Wer seine Kenntnisse gezielt erweitert, kann sich für mehr Tätigkeitsbereiche qualifizieren und seine Karriere aktiv vorantreiben.

Zu den gefragten Weiterbildungen zählen beispielsweise der Staplerschein, Kranscheine, Schweißzertifikate oder CNC-Kurse. Auch elektrotechnische Qualifikationen, Sprachkurse und digitale Kompetenzen werden in vielen Branchen immer wichtiger. Diese Zusatzqualifikationen erhöhen die Flexibilität und machen Zeitarbeitskräfte für Unternehmen besonders attraktiv.

Viele Zeitarbeitnehmer werden nach einem erfolgreichen Einsatz direkt vom Kundenunternehmen übernommen und können dort weitere Karriereschritte machen. Auch innerhalb der Zeitarbeitsfirma selbst bestehen häufig Entwicklungsmöglichkeiten. Weiterbildung schafft somit neue Perspektiven und unterstützt Zeitarbeitskräfte dabei, ihre beruflichen Ziele langfristig zu erreichen.

Arten von Förderangeboten

Je nach persönlicher Situation, Alter, Bundesland und gewünschtem Bildungsziel kommen für Zeitarbeitskräfte unterschiedliche Fördermöglichkeiten infrage. Ob Sie sich beruflich neu orientieren, zusätzliche Qualifikationen erwerben oder einen Lehrabschluss nachholen möchten: In Österreich gibt es verschiedene Programme, die Weiterbildungen finanziell unterstützen und die Chancen am Arbeitsmarkt verbessern können.

Zu den wichtigsten Anlaufstellen für Zeitarbeitnehmer zählen das Arbeitsmarktservice (AMS) und der Sozial- und Weiterbildungsfonds (SWF).

AMS

Das Arbeitsmarktservice (AMS) ist eine der wichtigsten Anlaufstellen, wenn es um Weiterbildung, Umschulung und berufliche Weiterentwicklung geht. Arbeitslose Personen können über das AMS Unterstützung erhalten, um ihre Qualifikationen zu erweitern und ihre Chancen auf eine neue Beschäftigung zu erhöhen. Aber auch Beschäftigte können unter bestimmten Voraussetzungen geförderte Weiterbildungen nutzen.

Eine AMS-Weiterbildung kann beispielsweise im Rahmen einer Qualifizierung, Umschulung oder Spezialisierung erfolgen. Besonders für Arbeitnehmer in Mangelberufen oder Personen, die sich beruflich neu orientieren möchten, bietet das AMS verschiedene Fördermöglichkeiten.

Das Angebot reicht von Qualifizierungsmaßnahmen über Umschulungen bis hin zu speziellen Programmen für den Erwerb gefragter Fachkenntnisse. Dazu gehören beispielsweise Ausbildungen wie ein Staplerschein, Schweißkurse oder andere berufsspezifische Qualifikationen, die den Einstieg in neue Tätigkeitsbereiche ermöglichen können.

Auch weiterführende Bildungswege werden unterstützt. Dazu zählen unter anderem Möglichkeiten, einen Lehrabschluss nachzuholen oder sich über Fachkräfteprogramme beruflich weiterzuentwickeln. Für Personen, die bereits länger im Berufsleben stehen, können zudem spezielle Förderangebote für ältere Arbeitnehmer interessant sein.

Seit Juni 2026 bietet das AMS außerdem die Weiterbildungsbeihilfe beziehungsweise Weiterbildungsteilzeitbeihilfe als Nachfolgemodell der bisherigen Bildungskarenz bzw. Bildungsteilzeit an. Damit können bestimmte berufliche Weiterbildungen während einer vereinbarten Weiterbildungszeit oder Weiterbildungsteilzeit unterstützt werden. Die Beantragung ist über das MeinAMS-Konto oder die zuständige AMS-Geschäftsstelle möglich.

Welche Förderung im konkreten Fall infrage kommt, hängt von den persönlichen Voraussetzungen und dem geplanten Bildungsziel ab. Eine Beratung durch das AMS hilft dabei, die passende Möglichkeit zu finden.

SWF

Der Sozial- und Weiterbildungsfonds (SWF) wurde speziell für die Arbeitskräfteüberlassungsbranche eingerichtet und unterstützt Zeitarbeitskräfte bei ihrer beruflichen Weiterentwicklung. Das Angebot richtet sich sowohl an Personen in einem aktiven Dienstverhältnis als auch an ehemalige Zeitarbeitskräfte.

SWF-Förderungen gibt es für Zeitarbeitskräfte aktuell unter anderem in den Bereichen IT, Office, Metall, Elektro, Schweißen, als auch Werkmeisterausbildungen und Sprachkurse. Die Förderung hängt von den jeweiligen Voraussetzungen ab. Bei Aus- und Weiterbildungen nach der SWF-Leistungsordnung können die Kosten bis zu 7.000 € pro Zeitarbeitskraft und Beschäftigungsjahr gefördert werden; tatsächlich gefördert werden die Kosten im Rahmen der geltenden Förderregeln.

Besonders interessante SWF-Angebote für Zeitarbeitnehmer

Besonders interessant sind SWF-Förderungen für Zeitarbeitnehmer, die ihre Qualifikationen erweitern und dadurch ihre beruflichen Möglichkeiten verbessern möchten. Gefördert werden unter anderem:

  • Sprachkurse
  • Metall-, Elektro- und Schweißausbildungen
  • Facharbeiterqualifikationen
  • digitale Weiterbildung
  • der Nachholen eines Lehrabschlusses

Ein nachgeholter Lehrabschluss oder eine zusätzliche Fachqualifikation kann ein wichtiger Schritt sein, um langfristig anspruchsvollere Tätigkeiten zu übernehmen und bessere Karrierechancen zu nutzen. Gerade für Zeitarbeitskräfte bieten diese Weiterbildungen die Möglichkeit, aus bisherigen Berufserfahrungen neue berufliche Perspektiven zu entwickeln.

Der SWF unterstützt außerdem beim Nachholen von Lehrabschlüssen für Personen mit abgebrochener Lehre. Damit können Zeitarbeitnehmer einen anerkannten Abschluss erwerben und ihre Position am Arbeitsmarkt nachhaltig stärken.

Weiterbildungen über Arbeitgeber und Personaldienstleister

Auch über den Arbeitgeber oder Personaldienstleister können Zeitarbeitskräfte Zugang zu Weiterbildungsangeboten erhalten. Viele Qualifizierungen werden direkt im Rahmen eines Beschäftigungsverhältnisses organisiert und helfen dabei, neue Einsatzbereiche zu erschließen oder zusätzliche berufliche Kompetenzen aufzubauen.

Gefördert werden können unter anderem Qualifizierungen, die in verschiedenen Unternehmen und Branchen einsetzbar sind. Dazu zählen beispielsweise interne Schulungen, Sicherheitsunterweisungen, Fachkurse und anerkannte Zertifizierungen.

Typische Weiterbildungen für Zeitarbeitskräfte sind unter anderem:

  • Staplerschein
  • Kranschein
  • Schweißausbildungen
  • fachspezifische Schulungen in Bereichen wie Metall, Elektro oder Produktion
  • Weiterbildungen zur Erweiterung digitaler Kompetenzen

Auch Personaldienstleister können gemeinsam mit ihren Mitarbeiter passende Qualifizierungsmaßnahmen planen und dadurch bessere Einsatzmöglichkeiten schaffen. Der Sozial- und Weiterbildungsfonds (SWF) unterstützt dabei Weiterbildungen, die überbetrieblich anwendbar sind und die beruflichen Chancen von Zeitarbeitskräften verbessern.

Zusätzlich gibt es Weiterbildungsprogramme mit Rahmenvereinbarungen und Angeboten der Erwachsenenbildung. Über Plattformen wie erwachsenenbildung.at können Interessierte passende Kurse und Weiterbildungsmöglichkeiten recherchieren.

Förderungen in den Bundesländern

Neben den bundesweiten Förderangeboten von AMS und SWF gibt es in Österreich auch zahlreiche regionale Fördermöglichkeiten. Je nach Bundesland unterscheiden sich die Programme, Voraussetzungen und Förderhöhen. Deshalb lohnt es sich, zusätzlich zu den bundesweiten Angeboten auch die Förderstellen des eigenen Bundeslandes zu prüfen.

Einige Beispiele für regionale Weiterbildungsförderungen:

  • Wien: Der Wiener Arbeitnehmer Förderungsfonds (waff) unterstützt Wiener Arbeitnehmer bei beruflicher Weiterbildung, Qualifizierung und beruflicher Neuorientierung.
  • Oberösterreich: Mit dem Bildungskonto bietet Oberösterreich Fördermöglichkeiten für verschiedene Weiterbildungen und Qualifizierungen.
  • Niederösterreich: Das Land Niederösterreich unterstützt Arbeitnehmer mit unterschiedlichen Bildungsförderungen bei der beruflichen Weiterentwicklung.
  • Steiermark: In der Steiermark gibt es verschiedene Qualifizierungsförderungen, die den Erwerb neuer beruflicher Kompetenzen unterstützen.
  • Tirol, Salzburg, Kärnten und weitere Bundesländer: Auch diese Länder bieten eigene Programme zur Förderung von Weiterbildung und beruflicher Qualifikation an.

Welche Förderung möglich ist, hängt unter anderem vom Wohnort, der beruflichen Situation, dem Alter und dem geplanten Bildungsziel ab. Wer eine Weiterbildung plant, sollte daher immer auch die regionalen Angebote prüfen und sich bei den zuständigen Förderstellen beraten lassen.

Welche Weiterbildungen sind derzeit besonders gefragt?

Der Arbeitsmarkt verändert sich laufend und mit ihm die Anforderungen an Arbeitnehmer. Für Zeitarbeitskräfte können gezielte Weiterbildungen ein wichtiger Schritt sein, um mehr Einsatzmöglichkeiten zu erhalten, bessere berufliche Perspektiven zu schaffen und sich für gefragte Tätigkeitsbereiche zu qualifizieren.

Besonders gefragt sind aktuell Qualifikationen in Bereichen, in denen viele Unternehmen Fachkräfte suchen:

Logistik und Lager

Die Logistikbranche bietet zahlreiche Einstiegsmöglichkeiten für Zeitarbeitskräfte. Eine Weiterbildung in diesem Bereich zählt derzeit zu den gefragtesten Qualifizierungen. Sie verbessern die Chancen auf anspruchsvollere Tätigkeiten und erhöhen die Einsatzmöglichkeiten. Dazu gehören:

  • Staplerschein
  • Lagerlogistik
  • Kommissionierung und Warenwirtschaft
  • Sicherheits- und Qualitätsunterweisungen

Produktion und Fertigung

In Produktionsbetrieben werden Mitarbeiter mit technischem Verständnis und praktischen Fähigkeiten gesucht. Weiterbildungen können dabei helfen, vom einfachen Tätigkeitsbereich in spezialisiertere Aufgaben zu wechseln. Dazu gehören:

  • Maschinenbedienung
  • CNC-Kurse
  • Produktionsprozesse
  • Qualitätskontrolle

Metall und Handwerk

Qualifikationen im Metallbereich sind in vielen Industriebetrieben gefragt. Besonders Fachkenntnisse und anerkannte Zertifikate können die beruflichen Möglichkeiten deutlich erweitern. Dazu gehören:

  • Schweißausbildungen und Schweißzertifikate
  • Metallbearbeitung
  • Facharbeiterqualifikationen
  • Werkmeisterausbildungen

Technik und Elektrotechnik

Technische Berufe bieten langfristig gute Entwicklungsmöglichkeiten. Wer sich in diesen Bereichen weiterbildet, kann sich für anspruchsvollere Aufgaben und Facharbeiterpositionen qualifizieren. Dazu gehören:

  • Elektrotechnische Qualifikationen
  • Mechatronik
  • Instandhaltung
  • technische Fachkurse

Digitalisierung und moderne Arbeitsprozesse

Digitale Kompetenzen werden in nahezu allen Branchen wichtiger. Auch in klassischen Einsatzbereichen wie Produktion, Verwaltung oder Logistik können digitale Kenntnisse die beruflichen Chancen verbessern. Dazu gehören:

  • Grundlagen EDV
  • Umgang mit digitalen Arbeitsmitteln
  • digitale Prozesse in Unternehmen
  • Grundlagen künstlicher Intelligenz (KI)

Welche Weiterbildung am besten geeignet ist, hängt von der bisherigen Berufserfahrung, den persönlichen Interessen und den Anforderungen des jeweiligen Arbeitsbereichs ab. Eine Kombination aus praktischer Erfahrung und zusätzlichen Qualifikationen kann Zeitarbeitskräften dabei helfen, langfristig bessere berufliche Möglichkeiten zu nutzen.

Wie man die passende Förderung findet

Bei der Vielzahl an Weiterbildungs- und Fördermöglichkeiten ist es nicht immer einfach, die richtige Unterstützung zu finden. Wer strukturiert vorgeht, kann schneller herausfinden, welche Ausbildung zum eigenen Berufsziel passt und welche Förderungen infrage kommen.

Schritt 1: Berufliches Ziel definieren

Am Anfang steht die Frage: Welche berufliche Entwicklung möchte ich erreichen? Möchten Sie Ihre aktuellen Aufgaben erweitern, in einen neuen Bereich wechseln oder eine Fachqualifikation erwerben? Ein klares Ziel hilft dabei, die passende Weiterbildung auszuwählen.

Schritt 2: Passende Weiterbildung auswählen

Nicht jede Weiterbildung passt zu jeder beruflichen Situation. Informieren Sie sich, welche Qualifikationen in Ihrer Branche gefragt sind und welche Kurse Ihre Einsatzmöglichkeiten verbessern können. Beispiele sind der Staplerschein, Schweißausbildungen, Fachkurse im Metall- oder Elektrobereich, Sprachkurse oder digitale Weiterbildungen.

Schritt 3: Fördermöglichkeiten prüfen

Sobald das Bildungsziel feststeht, lohnt sich die Prüfung möglicher Förderungen. Je nach persönlicher Situation, Beschäftigungsstatus und Weiterbildung können unterschiedliche Angebote infrage kommen. Wichtige Anlaufstellen sind:

  • das Arbeitsmarktservice (AMS)
  • der Sozial- und Weiterbildungsfonds (SWF) für Zeitarbeitskräfte
  • die Arbeiterkammer (AK)
  • regionale Bildungsberatungsstellen
  • Ansprechpartner bei Ihrem Personaldienstleister

Schritt 4: Beratung nutzen

Eine persönliche Beratung kann helfen, die passende Förderung zu finden und offene Fragen zu klären. Das AMS, der SWF und Bildungsberatungsstellen informieren über Voraussetzungen, Anträge und geeignete Weiterbildungsangebote.

Auch der Austausch mit Kollegen kann wertvoll sein: Erfahrungen aus erster Hand zeigen, welche Weiterbildungen in der Praxis hilfreich sind und wie sich zusätzliche Qualifikationen auf die berufliche Entwicklung auswirken können.

Eine gute Übersicht über Weiterbildungsmöglichkeiten und Förderangebote bietet außerdem die Plattform erwachsenenbildung.at.

Bewerbungsprozess und Antrag

Wer eine Förderung für eine Weiterbildung beantragen möchte, sollte strukturiert vorgehen. Je nach Förderstelle und persönlicher Situation gelten unterschiedliche Voraussetzungen. Manche Angebote richten sich an Beschäftigte, andere an arbeitslose Personen oder bestimmte Zielgruppen. Deshalb ist es wichtig, die Bedingungen vor der Antragstellung genau zu prüfen.

Der typische Ablauf sieht folgendermaßen aus:

Schritt 1: Weiterbildung auswählen

Überlegen Sie zunächst, welche Qualifikation zu Ihrem beruflichen Ziel passt. Informieren Sie sich über passende Kurse und prüfen Sie, ob die Weiterbildung Ihre Einsatzmöglichkeiten oder Karrierechancen verbessert.

Schritt 2: Fördervoraussetzungen prüfen

Nicht jede Weiterbildung wird automatisch gefördert. Prüfen Sie, ob Sie die persönlichen Voraussetzungen erfüllen und welche Unterlagen benötigt werden. Wichtig sind unter anderem Ihr Beschäftigungsstatus, das gewünschte Bildungsziel und die Vorgaben der jeweiligen Förderstelle.

Schritt 3: Antrag stellen

Reichen Sie den Förderantrag bei der zuständigen Stelle ein. Je nach Förderung kann dies beispielsweise über das AMS, den SWF oder eine regionale Förderstelle erfolgen. Achten Sie darauf, alle erforderlichen Nachweise vollständig einzureichen.

Schritt 4: Genehmigung abwarten

Warten Sie die Entscheidung der Förderstelle ab, bevor Sie mit der Weiterbildung beginnen oder Kosten verursachen. Bei vielen Förderungen ist eine nachträgliche Kostenübernahme nicht möglich, wenn der Kurs bereits gestartet wurde.

Schritt 5: Kurs starten und Weiterbildung absolvieren

Nach einer Bewilligung können Sie die Weiterbildung beginnen und die erworbenen Kenntnisse für Ihre berufliche Entwicklung nutzen.

Häufige Fehler bei Förderanträgen

Damit der Antrag erfolgreich ist, sollten typische Fehler vermieden werden:

  • Fristen versäumen: Förderanträge müssen häufig innerhalb bestimmter Zeiträume eingereicht werden.
  • Kurs zu früh buchen: Beginnen Sie eine Weiterbildung nicht, bevor die Förderung genehmigt wurde, wenn dies Voraussetzung für die Kostenübernahme ist.
  • Unterlagen unvollständig einreichen: Fehlende Nachweise können die Bearbeitung verzögern oder dazu führen, dass ein Antrag nicht bewilligt wird.

Eine gründliche Vorbereitung und eine frühzeitige Beratung durch AMS, SWF, Arbeiterkammer oder andere Förderstellen helfen dabei, den passenden Weg zu finden und die Chancen auf eine erfolgreiche Förderung zu erhöhen.

Aus- und Weiterbildung als Booster in der Zeitarbeit

Weiterbildung ist heute keine Ausnahme mehr, sondern ein wichtiger Bestandteil der beruflichen Entwicklung. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels suchen viele Unternehmen nach gut qualifizierten Mitarbeiter. Wer seine Kenntnisse erweitert und zusätzliche Qualifikationen erwirbt, verbessert daher seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt und eröffnet sich neue berufliche Möglichkeiten.

Für Zeitarbeitskräfte bedeutet Weiterbildung vor allem mehr Flexibilität: Zusätzliche Qualifikationen erhöhen die Auswahl an möglichen Einsätzen und können den Zugang zu anspruchsvolleren Tätigkeiten ermöglichen. In vielen Bereichen werden Fachkenntnisse besonders gesucht – beispielsweise in Logistik, Produktion, Metall, Elektrotechnik oder Digitalisierung.

Auch finanziell kann sich Weiterbildung lohnen. Wer gefragte Qualifikationen besitzt und mehr Verantwortung übernehmen kann, hat häufig bessere Chancen auf höherwertige Positionen und damit auf ein höheres Einkommen.

Die wichtigsten Anlaufstellen für Förderungen und Unterstützung sind das AMS und der Sozial- und Weiterbildungsfonds (SWF). Auch der Arbeitskräfteüberlasser bzw. Personaldienstleister kann bei der Planung und Umsetzung von Weiterbildungsmaßnahmen unterstützen. APS begleitet Mitarbeiter nicht nur bei der Jobsuche, sondern auch bei ihrer beruflichen Entwicklung und dem Aufbau neuer Qualifikationen.

Wer in die eigene Weiterbildung investiert, stärkt damit langfristig die eigene Beschäftigungsfähigkeit. Eine zusätzliche Ausbildung kann nicht nur neue Einsatzmöglichkeiten schaffen, sondern auch der Schritt in eine dauerhafte Beschäftigung sein – beispielsweise durch die Übernahme in ein fixes Arbeitsverhältnis bei einem Einsatzunternehmen.

 

Infobox: Die beliebtesten Förderungen für Zeitarbeitnehmer 2026

Förderung

Für wen geeignet?

SWF (Sozial- und Weiterbildungsfonds)

Zeitarbeitnehmer in Österreich

AMS-Qualifizierungsförderungen

Arbeitssuchende und – je nach Programm – auch Beschäftigte

Landesförderungen

Arbeitnehmer je nach Bundesland und Fördervoraussetzungen

Lehrabschlussförderung

Personen, die einen Lehrabschluss nachholen möchten

Sprachförderungen

Personen, die ihre Deutsch- oder Fremdsprachenkenntnisse verbessern möchten

Fachkurse

Zeitarbeitnehmer in Bereichen wie Logistik, Technik, Produktion, Metall oder Elektrotechnik

 

Praxisbox: Diese Qualifikationen erhöhen aktuell besonders Ihre Jobchancen

Mit den richtigen Zusatzqualifikationen verbessern Sie Ihre Einsatzmöglichkeiten und erhöhen Ihre Chancen auf eine langfristige Beschäftigung. Besonders gefragt sind derzeit:

  • Staplerschein – eröffnet zusätzliche Einsatzmöglichkeiten in Logistik, Lager und Produktion.
  • Kranschein – gefragt in Industrie, Bau und Fertigung.
  • Schweißzertifikate – verbessern die Chancen auf qualifizierte Facharbeiterpositionen im Metallbereich.
  • CNC-Grundlagen – erleichtern den Einstieg in die moderne Fertigung und Maschinenbedienung.
  • Elektrotechnische Qualifikationen – werden in Industrie, Gebäudetechnik und Instandhaltung stark nachgefragt.
  • Deutschkenntnisse – erleichtern die Kommunikation im Betrieb und erweitern die Einsatzmöglichkeiten.
  • Digitale Grundkompetenzen – der sichere Umgang mit digitalen Arbeitsmitteln und IT-Anwendungen wird in nahezu allen Branchen immer wichtiger.

 

Fragen und Antworten

Welche Förderungen gibt es für Zeitarbeitskräfte in Österreich?

Die wichtigsten Anlaufstellen sind das AMS, der Sozial- und Weiterbildungsfonds (SWF) und die Förderstellen der Bundesländer. Auch Personaldienstleister und die Arbeiterkammer unterstützen bei der Weiterbildung.

Was ist der SWF und wer kann ihn nutzen?

Der SWF ist ein gesetzlich verankerter Fonds zur Weiterbildung von Zeitarbeitskräften. Er steht aktiven und ehemaligen Zeitarbeitskräften offen.

Wie viel zahlt der SWF für eine Weiterbildung?

Gefördert werden bis zu 7.000 € pro Zeitarbeitskraft und Beschäftigungsjahr. Die genaue Höhe richtet sich nach der SWF-Leistungsordnung.

Bekomme ich als Leiharbeiter eine AMS-Förderung, obwohl ich nicht arbeitslos bin?

Ja, auch Beschäftigte können unter bestimmten Voraussetzungen AMS-Förderungen nutzen. Besonders gute Chancen gibt es bei Umschulungen und Mangelberufen.

Was hat die Bildungskarenz in Österreich ersetzt?

Seit 8. Juni 2026 gibt es dafür die Weiterbildungszeit bzw. Weiterbildungsteilzeit des AMS. Ein Rechtsanspruch besteht dabei nicht mehr.

Welche Voraussetzungen gelten für die Weiterbildungsbeihilfe 2026?

Sie müssen in der Regel mindestens zwölf Monate beim aktuellen Arbeitgeber beschäftigt sein. Bei einem Einkommen unter 3.465 € ist vorab eine Bildungsberatung beim AMS Pflicht.

Welche Weiterbildungsförderungen gibt es in Wien und den Bundesländern?

In Wien fördert der waff, in Oberösterreich das Bildungskonto, und auch die anderen Bundesländer haben eigene Programme. Voraussetzungen und Förderhöhen unterscheiden sich je nach Region.

Kann ich als Zeitarbeitskraft meinen Lehrabschluss nachholen?

Ja, der SWF und das AMS fördern das Nachholen eines Lehrabschlusses, auch nach einer abgebrochenen Lehre. Ein anerkannter Abschluss öffnet den Weg zu Facharbeiterpositionen.

Welche Weiterbildungen erhöhen die Jobchancen in der Zeitarbeit am meisten?

Besonders gefragt sind Staplerschein, Kranschein, Schweißzertifikate, CNC-Kurse und Elektrotechnik. Auch Deutschkenntnisse und digitale Kompetenzen verbessern die Einsatzmöglichkeiten.

Muss die Förderung genehmigt sein, bevor der Kurs beginnt?

Ja, starten Sie den Kurs erst nach der Bewilligung, da eine nachträgliche Kostenübernahme oft nicht möglich ist. Reichen Sie alle Unterlagen vollständig und fristgerecht ein.

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