Zeitarbeit für einen beruflichen Neustart

Zeitarbeit: Der flexible Weg zum beruflichen Neustart

Sie stehen vor einem beruflichen Neustart und suchen nach Möglichkeiten, in einem neuen Metier Fuß zu fassen? Dann ist Zeitarbeit genau das Richtige für Sie! Nutzen Sie die Zeitarbeit für einen beruflichen Neustart. In keinem anderen Arbeitsmodell können Sie so unverbindlich in unterschiedliche Bereiche hineinschnuppern und herausfinden, wo Ihre Interessen und Stärken liegen. Ob Produktion, Dienstleistung oder Verwaltung – Zeitarbeit ermöglicht Ihnen einen Blick hinter die Kulissen verschiedenster Unternehmen.

Durch die abwechslungsreichen Einsätze finden Sie schnell heraus, welcher Bereich am besten zu Ihnen passt und wo Sie durchstarten möchten. Lesen Sie hier, welche konkreten Vorteile Zeitarbeit für Ihren beruflichen Neubeginn bietet und warum dieser flexible Weg der optimale Einstieg ist.

Wenn der alte Job keine Erfüllung mehr bringt

Im Laufe des Lebens können sich die eigenen Interessen, Wünsche und Lebensumstände verändern. Angesichts dessen denken viele Arbeitnehmer eines Tages über eine berufliche Neuorientierung nach. Die Gründe dafür sind vielfältig:

  • Der aktuelle Beruf macht keinen Spaß mehr: Wenn die Begeisterung für den gelernten Beruf nachlässt oder ganz verloren geht, fehlt häufig die Motivation, noch lange darin zu arbeiten. Eine Neuorientierung kann neue Perspektiven eröffnen.
  • Die Entwicklung stagniert: Ohne Aufstiegsmöglichkeiten oder Weiterbildungsoptionen fehlen oft Anreize, um langfristig im Beruf zu bleiben. Ein Wechsel in einen Bereich mit Entfaltungsmöglichkeiten kann hier neuen Schwung bringen.
  • Interessen haben sich geändert: Im Laufe der Jahre können sich die eigenen Vorlieben ändern. Plötzlich scheint ein ganz anderer Bereich attraktiv. Warum dann nicht die Chance nutzen und noch einmal etwas Neues wagen?
  • Work-Life-Balance stimmt nicht mehr: Wenn der Beruf zu viel Raum einnimmt und die Work-Life-Balance leidet, kann die Neuorientierung zu einem familienfreundlicheren Job die Lösung sein.
  • Erwerbsminderung erfordert Umstieg: Manchmal zwingen auch gesundheitliche Gründe dazu, sich nach einer neuen, weniger belastenden Tätigkeit umzusehen.
  • Wunsch nach beruflicher Veränderung: Manche sehnen sich einfach nach Abwechslung und neuen Herausforderungen. Nach Jahren im selben Job erscheint ihnen ein Tapetenwechsel reizvoll.

Egal, welche Gründe vorliegen, eine berufliche Neuorientierung eröffnet die Chance, noch einmal ganz von vorn anzufangen und sich neu zu erfinden. Dafür braucht es Mut und die Bereitschaft, ins Ungewisse aufzubrechen. Doch dank der heute vorhandenen Möglichkeiten lässt sich der Wechsel meist gut meistern.

Flexibler Weg zu neuen beruflichen Perspektiven

Vor diesem Hintergrund eröffnet Zeitarbeit Menschen, die auf der Suche nach einer neuen beruflichen Orientierung sind, spannende Möglichkeiten und Vorteile:

  • In verschiedene Bereiche reinschnuppern: Als Zeitarbeitnehmer haben Sie die Möglichkeit, in kurzer Zeit in ganz unterschiedliche Unternehmen, Branchen und Tätigkeitsfelder reinzuschnuppern. Das ist ideal, wenn Sie neugierig sind und bislang nicht genau wissen, welcher Bereich am besten zu Ihnen passt. So können Sie in vergleichsweise kurzer Zeit einen guten Überblick gewinnen.
  • Kurze Einsätze in verschiedenen Unternehmen und Branchen: Zeitarbeit zeichnet sich durch flexibel gestaltbare Einsätze aus, die häufig nur wenige Tage oder Wochen dauern. Auf diese Weise können Sie die Arbeitswelt verschiedenster Unternehmen und Branchen kennenlernen – von produzierendem Gewerbe bis zu Dienstleistung. Das bringt Abwechslung und gibt Ihnen die Chance, Einblicke zu gewinnen, die in einer Festanstellung in der Regel nicht möglich wären.
  • Einblick in Tätigkeiten und Arbeitsumfelder gewinnen: Da Zeitarbeitseinsätze oft projektbezogen sind, können Sie auch immer wieder neue Tätigkeiten ausüben. Mal arbeiten Sie in der Produktion, mal im Marketing oder der Buchhaltung. So lernen Sie die Unterschiede der Arbeitsumfelder und Anforderungen kennen. Das ist für Ihre persönliche Entwicklung sehr wertvoll.
  • Stärken und Interessen herausfinden: Für Berufseinsteiger ist Zeitarbeit ideal, um die eigenen Stärken und Interessen herauszufinden. Durch die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten können Sie ausprobieren, was Ihnen besonders liegt und wo Ihre Begabungen liegen. Das hilft Ihnen dabei, die richtige berufliche Orientierung zu finden.
  • Passenden Bereich für Neuorientierung finden: Auch für eine berufliche Neuorientierung bietet sich Zeitarbeit an. Ohne langfristige Bindung können Sie sich ausprobieren und herausfinden, welche Richtung für Sie stimmig ist. Wenn Sie fündig geworden sind, können Sie mit klarer Vorstellung in die Festanstellung starten.
  • Sicherheit trotz Abwechslung: Zeitarbeitsfirmen sorgen in der Regel für nahtlose Übergänge zwischen den Einsätzen. So geht es ohne Beschäftigungslosigkeit immer weiter, was Sicherheit gibt. Trotzdem haben Sie durch die wechselnden Einsätze Abwechslung.

Was ist Zeitarbeit und wie funktioniert sie?

Bei der Zeitarbeit schließen Sie einen Arbeitsvertrag mit einem Zeitarbeitsunternehmen ab. Dieses vermittelt Sie dann als Zeitarbeitnehmer für bestimmte Zeiträume an Unternehmen, die vorübergehend zusätzliches Personal benötigen. Als Zeitarbeitnehmer sind Sie bei dem Zeitarbeitsunternehmen und nicht bei dem Unternehmen angestellt, für das Sie gerade arbeiten. Ihr direkter Ansprechpartner und Arbeitgeber bleibt die Zeitarbeitsfirma.

Die Einsatzdauer als Zeitarbeitnehmer ist in der Regel zeitlich begrenzt. Danach kehren Sie wieder zurück zum Zeitarbeitsunternehmen, das Sie dann erneut vermittelt. Die Zeitarbeit bietet damit Flexibilität und Abwechslung, erfordert aber auch Bereitschaft zu wechselnden Einsätzen. Die Bezahlung orientiert sich am Kollektivvertrag des Einsatzbetriebs: Während eines Einsatzes haben Sie Anspruch auf den kollektivvertraglichen Mindestlohn, der für vergleichbare Tätigkeiten im Einsatzbetrieb gilt, sofern dieser höher ist als der Mindestlohn des Kollektivvertrags für Arbeitskräfteüberlassung. Das stellt sicher, dass Sie fair und branchenüblich entlohnt werden. Zusätzlich können bei manchen Zeitarbeitsfirmen Boni und Zulagen gezahlt werden.

Als Zeitarbeitnehmer haben Sie Anspruch auf die gesetzlichen Urlaubs- und Krankheitstage. Die Zeitarbeitsfirma kümmert sich um die Abrechnung, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und die Einhaltung der arbeitsrechtlichen Vorschriften. Für die Pensions-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung gelten die üblichen Bestimmungen. Die Beiträge zahlt das Zeitarbeitsunternehmen an die entsprechenden Einzugsstellen. Die genauen Bestimmungen werden in Österreich in einem eigenen Gesetz, dem Arbeitskräfteüberlassungsgesetz, geregelt.

Insgesamt bietet die Zeitarbeit viele Chancen auf Abwechslung und Einblicke in verschiedene Unternehmen. Allerdings erfordert sie auch Flexibilität beim Arbeitsort und beim Einsatzbereich. Die Rahmenbedingungen wie Bezahlung und Sozialleistungen sind aber mit einer Festanstellung vergleichbar.

Vorbereitung für den Einstieg in die Zeitarbeit

Um optimal für den Einstieg in die Zeitarbeit vorbereitet zu sein, sollten Sie sich genau über das Unternehmen, bei dem Sie beschäftigt sein werden, informieren. Recherchieren Sie auf der Website, lernen Sie die Firmenwerte kennen und fragen Sie, ob jemand in Ihrem Bekanntenkreis bereits Erfahrungen mit dem Unternehmen gesammelt hat.

Zeitarbeitsfirmen gibt es mittlerweile etliche. Auf folgende Punkte sollten Sie bei der Wahl der für Sie passenden Zeitarbeitsfirma unbedingt achten:

  • Lizenz: Hat die Firma eine Lizenz? Dies ist rechtlich verpflichtend und Grundvoraussetzung, für ein seriöses Arbeitsverhältnis.
  • Bezahlung: Erkunden Sie sich genau, wie viel die Zeitarbeitsfirma im Vergleich mit anderen Firmen bezahlt. Wird lediglich der Mindestlohn ausgeschüttet oder scheint die Firma darum bemüht, dass Ihre Zeitarbeiter gleich viel Lohn erhalten wie fix angestellte Mitarbeiter?
  • Der gute Ruf: Ist der erst einmal ruiniert, sollten Sie die Finger von der Zeitarbeitsfirma lassen. Schlechte Arbeitsbedingungen oder eine geringe Zahl an vermittelten Jobs sprechen sich herum – stöbern Sie im Internet nach Erfahrungen mit bestimmten Firmen oder halten Sie im Bekanntenkreis die Ohren offen.

Zeitarbeit als Sprungbrett in die berufliche Zukunft

Zeitarbeit überzeugt mit Flexibilität und bietet Ihnen viele spannende Möglichkeiten, sich auszuprobieren. Durch Zeitarbeit sammeln Sie Wissen, lernen neue Menschen und Unternehmen können und schöpfen nach einiger Zeit aus einem großen Erfahrungsschatz. Dieser kann Ihnen zu gegebener Zeit auch eine interessante Festanstellung einbringen – in genau der Branche, die die für Sie die richtige ist.

Wenn Sie das Gefühl haben, in Ihrem alten Job am Ende angekommen zu sein, dann ermöglicht Ihnen Zeitarbeit, sich in vielfältigen Bereichen auszuprobieren und Neues zu erkunden. So lernen Sie ohne Zwang Ihre persönlichen Stärken und Vorlieben kennen, bis Sie genau die Branche für sich identifiziert haben, in der Sie gerne voll durchstarten möchten.

Zeitarbeit ist Sprungbrett und Fallschirm zugleich: Sie können sich ungezwungen in neuen Bereichen ausprobieren, verschiedene Arbeitsorte kennenlernen und dabei auf ein sicheres Gehalt vertrauen. So lässt sich ein beruflicher Neustart wagen!

Fragen und Antworten

Ist Zeitarbeit wirklich geeignet für einen beruflichen Neustart?

Ja, Zeitarbeit ermöglicht es, in kurzer Zeit verschiedene Branchen, Unternehmen und Tätigkeiten kennenzulernen, ohne sich langfristig festzulegen. Das macht sie besonders wertvoll für alle, die noch nicht genau wissen, in welche Richtung sie sich neu orientieren möchten.

In welchen Branchen kann ich über Zeitarbeit neu einsteigen?

Die Einsatzmöglichkeiten sind breit, von Produktion und Logistik über Verwaltung und Buchhaltung bis hin zu technischen Berufen. Welche Branchen für Sie in Frage kommen, hängt von Ihren bisherigen Erfahrungen und Ihrer Bereitschaft ab, Neues zu lernen.

Wie schnell kann ich über Zeitarbeit eine neue Stelle finden?

Der Einstieg in die Zeitarbeit gelingt oft deutlich schneller als über klassische Bewerbungsprozesse. Nach einem Gespräch mit der Zeitarbeitsfirma kann der erste Einsatz in manchen Fällen bereits innerhalb weniger Tage beginnen.

Wie werde ich in der Zeitarbeit bezahlt?

Während eines Einsatzes haben Sie Anspruch auf den kollektivvertraglichen Mindestlohn des Einsatzbetriebs, sofern dieser höher ist als der Mindestlohn des Kollektivvertrags für Arbeitskräfteüberlassung. So ist eine faire und branchenübliche Entlohnung sichergestellt.

Bin ich in der Zeitarbeit sozialversicherungsrechtlich abgesichert?

Ja, Sie sind vom ersten Arbeitstag an kranken-, pensions- und arbeitslosenversichert. Zusätzlich sind Sie über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert, deren Beiträge ausschließlich vom Arbeitgeber getragen werden.

Kann ich durch Zeitarbeit eine Festanstellung finden?

Ja, viele Einsätze münden direkt in eine Festanstellung beim Einsatzbetrieb. Zeitarbeit ist damit nicht nur eine Orientierungsphase, sondern oft der direkteste Weg in eine neue Stelle.

Was soll ich bei der Wahl einer Zeitarbeitsfirma beachten?

Achten Sie darauf, dass die Firma über eine gültige Gewerbeberechtigung verfügt, transparent über Bezahlung und Einsatzbetriebe informiert und einen guten Ruf hat. Bewertungen auf Portalen wie Kununu geben erste Einblicke in die Erfahrungen anderer Bewerber.

Muss ich für jeden neuen Einsatz eine neue Bewerbung einreichen?

Nein, Sie haben einen laufenden Arbeitsvertrag mit der Zeitarbeitsfirma. Diese vermittelt Sie zu den Einsatzbetrieben, ohne dass Sie jedes Mal neu bewerben müssen. Ein aktives Gespräch über Ihre Wünsche und Verfügbarkeit hilft, passende Einsätze zu finden.

Was passiert zwischen zwei Einsätzen?

hr Arbeitsverhältnis mit der Zeitarbeitsfirma läuft auch zwischen den Einsätzen weiter. Sie erhalten in dieser Zeit weiterhin Ihren Lohn, sofern Sie für Einsätze zur Verfügung stehen und zumutbare Angebote nicht ablehnen.

Welche Unterlagen brauche ich für den Einstieg in die Zeitarbeit?

In der Regel benötigen Sie einen aktuellen Lebenslauf, Ihren Lichtbildausweis und relevante Zeugnisse oder Nachweise über Ausbildungen. Je nach angestrebter Tätigkeit können weitere Dokumente wie Staplerschein oder Führerschein relevant sein. Fragen Sie einfach direkt bei der Zeitarbeitsfirma nach.

Zeitarbeiter: So gehen Sie mit Lücken im Lebenslauf um

Sie haben Ihre Schwiegermutter nach einem Sturz gepflegt und waren deshalb drei Monate nicht berufstätig? Zurück auf dem Arbeitsmarkt kämpfen Sie nun mit Lücken im Lebenslauf – von Ihrer guten Tat und Ihrer Fürsorge ist im Lebenslauf nichts zu sehen und die Stelle, auf die Sie sich beworben haben, geht an jemand anderen.

Lücken im Lebenslauf stoßen bei Arbeitgebern nicht gerade auf Freude. Besonders Zeitarbeitnehmende leiden darunter, wenn Lücken im Lebenslauf dazu führen, dass sie von der Zeitarbeitsfirma immer schwerer vermittelbar sind – und die Lücke im Lebenslauf so stetig wächst und wächst. Daher zeigen wir Ihnen, wie Sie trotz Lücken im Lebenslauf auf dem Arbeitsmarkt punkten.

Die dunkle Seite der Lücken im Lebenslauf: Wenn aus Unbekanntem schnell Negatives wird

Sie denken vielleicht: Lücken im Lebenslauf hat jeder. Ja, das mag sein – aber der Arbeitgeber weiß nicht, ob diese Lücken unverschuldet entstanden sind, ob eine Weiterbildung der Grund dafür war oder ob es am früheren Arbeitsplatz massive Probleme gab, die zur Kündigung führten.

Da Personalverantwortliche oft nicht wissen, wie eine Lücke im Lebenslauf entstanden ist, gehen sie meist vom Schlimmsten aus und bewerten die Lücke negativ. Probleme mit Vorgesetzten, Kollegen oder mangelnde Arbeitsleistung kommen Personalverantwortlichen bei einer Lücke schnell in den Sinn.

Auch Unzuverlässigkeit wird befürchtet – vielleicht hat der potenzielle Arbeitnehmer ja gar keine Lust auf einen regulären Job? Solche Zweifel an der Motivation und Leistungsfähigkeit eines Bewerbers führen dazu, dass Bewerber mit einem lückenlosen Lebenslauf bevorzugt werden.

Der Meisterplan: Wie Sie Lücken im Lebenslauf geschickt in Chancen verwandeln

Sie haben Lücken im Lebenslauf? Keine Bange, das ist nicht der Anfang vom Ende. Denn wenn Sie wissen, wie mit den Lücken umgehen, haben Sie am Arbeitsmarkt die gleichen Chancen wie die übrigen Bewerber. Dazu beherzigen Sie am besten die nachfolgenden Tipps.

Ehrlichkeit und Transparenz

Lügen haben kurze Beine. Dieses bekannte Sprichwort gilt auch für Lücken im Lebenslauf. Verschweigen Sie keine Lücken und kommen Sie nicht auf die Idee, Ihren Lebenslauf zu fälschen. Das wäre fatal. Denn einen überführten Lügner stellt garantiert niemand ein. Seien Sie ehrlich und transparent. So vermitteln Sie den Eindruck einer aufrichtigen und ehrlichen Person, der man gerne vertraut.

Offen kommunizieren, warum die Lücken entstanden sind

Wie bereits erwähnt, gibt es viele Lebensumstände, die zu Lücken im Lebenslauf führen. Bleiben Sie bei der Wahrheit und sagen Sie Ihrem Arbeitgeber offen und ehrlich, warum diese Lücken entstanden sind.

Positive Aspekte hervorheben

Sie haben dem Arbeitgeber die Gründe für die Lücke im Lebenslauf genannt? Das ist gut. Im weiteren Verlauf des Gesprächs sollten Sie sich nun aber vor allem auf die positiven Aspekte konzentrieren, die diese berufliche Auszeit mit sich gebracht hat. Die folgenden Aspekte sind zum Beispiel ein heißer Tipp:

Veränderungen zeigen Flexibilität und Mobilitätsbereitschaft

Sie haben in Ihrem Leben schon öfter den Job gewechselt? Kein Problem, denn damit signalisieren Sie, dass Sie flexibel und vielseitig einsetzbar sind. Ein echter Tausendsassa eben, der dank seiner Mobilitätsbereitschaft von einem potenziellen Arbeitgeber genau dort eingesetzt werden kann, wo er gerade gebraucht wird.

Weiterbildungen stärken Qualifikation und Motivation

Haben Sie sich eine Auszeit genommen, um sich weiterzubilden? Dann überzeugen Sie die Personalabteilung von Ihrer Motivation und Ihrem Willen, im Berufsleben voranzukommen und sich weiterzuentwickeln. Jedes Unternehmen profitiert von Arbeitnehmern, die hart und ehrgeizig an sich arbeiten.

Überbrückungsaktivitäten anbieten

Sie mussten wegen Krankheit oder Kinderbetreuung pausieren? Oder waren wegen der Grippepandemie längere Zeit arbeitslos? Dann punkten Sie im Bewerbungsgespräch mit all den spannenden Überbrückungsaktivitäten, die Sie in der Zwischenzeit unternommen haben.

Eine besonders effektive Möglichkeit, eine Lücke im Lebenslauf aktiv zu schließen, ist Zeitarbeit. Zeitarbeitseinsätze zählen als vollwertige Berufserfahrung und können rasch gestartet werden – ohne langen Bewerbungsprozess. So halten Sie sich nicht nur beschäftigt, sondern sammeln gleichzeitig neue Erfahrungen und zeigen potenziellen Arbeitgebern, dass Sie aktiv und einsatzbereit sind. Viele Einsätze führen zudem direkt in eine Festanstellung.

Ehrenamt, Reisen, Sprachkurse, Familienzeit sinnvoll darstellen

Älteren Menschen das Essen nach Hause gebracht? Einen Sprachkurs besucht, um Ihre Sprachkenntnisse zu verbessern? Sich intensiv und bewusst um den Nachwuchs gekümmert? Oder eine längere Reise unternommen, um fremde Kulturen kennen zu lernen und sich weiterzubilden? Dann sollten Sie dies unbedingt aktiv kommunizieren. So wird aus einer Lücke im Lebenslauf ganz schnell eine bewusste Weiterentwicklung Ihrer Persönlichkeit und Ihres Wissens.

Stationen formulieren: Zeiten und nicht nur Jahre angeben

Im Lebenslauf sollten Sie Arbeitszeiten nicht nur mit Jahreszahlen von bis, sondern immer mit genauen Daten angeben. Geben Sie bei den Zeiträumen Monat und Jahr an, damit sich der Arbeitgeber ein Bild davon machen kann, wie lange Sie tatsächlich aus dem Berufsleben ausgeschieden sind. Wenn Sie von Mitte Dezember 2021 bis Anfang Februar 2023 pausiert haben, wirkt das weniger dramatisch, als wenn Ihr Lebenslauf eine Lücke von 2021 bis 2023 aufweist.

Tätigkeiten und erworbene Fähigkeiten beschreiben

Egal, ob die Lücke im Lebenslauf durch Krankheit, Kündigung oder Weiterbildung entstanden ist: Sicher haben Sie die arbeitsfreie Zeit genutzt, um neue Kompetenzen zu erwerben und interessante Tätigkeiten auszuüben. Erwähnen Sie diese im Lebenslauf, wer weiß, vielleicht suchen Personalverantwortliche jemanden, der genau mit den von Ihnen genannten Fähigkeiten punktet.

Wie persönliche Erfahrungen Ihren Lebenslauf bereichern können

Soft Skills spielen auf dem Arbeitsmarkt eine entscheidende Rolle. Dazu gehören neben Teamfähigkeit und Loyalität auch Flexibilität am Arbeitsmarkt, Belastbarkeit, Organisationstalent, Motivation und Engagement. Alles Fähigkeiten, die man auch außerhalb des Arbeitsmarktes entwickeln kann.

Wer sich aktiv um seine persönliche Entwicklung bemüht, sammelt im Laufe seines Lebens erstaunlich viele Soft Skills. Dabei muss es nicht immer eine formale Weiterbildung sein, auch der Alltag bietet viele Möglichkeiten, über sich hinauszuwachsen: Sie haben neben dem bettlägerigen Onkel auch noch Ihre beiden Kinder zum Geigenunterricht und zum Fußballtraining gefahren? Dann haben Sie in dieser Zeit sicher einiges über Organisation gelernt. Oder waren Sie in einem gemeinnützigen Verein aktiv? Dann punkten Sie sicher mit guten Kommunikationsfähigkeiten, der Fähigkeit, anderen Respekt entgegenzubringen und können zu Recht von sich behaupten, besonders zuverlässig zu sein.

Ihr Arbeitgeber hat keine Chance, von diesen besonderen Fähigkeiten zu erfahren, wenn Sie ihn nicht darüber informieren. Wenn Ihr Lebenslauf eine Lücke aufweist, sollten Sie diese keinesfalls unkommentiert lassen, sondern explizit aufführen, was Sie in dieser Zeit gelernt haben und welche Soft Skills Sie aufgrund dieser Erfahrung nun in das Unternehmen und den Berufsalltag einbringen. Machen Sie aus der Not eine Tugend und erklären Sie die Lücke im Lebenslauf zu einer Lehrzeit, zu einer Zeit, die Sie persönlich weitergebracht hat.

Lücken im Lebenslauf als Sprungbrett für neue Möglichkeiten nutzen

Lücken im Lebenslauf sehen Sie jetzt hoffentlich mit anderen Augen. Gehen Sie offen und ehrlich mit Ihren Berufspausen um und erklären Sie im Bewerbungsgespräch, wie es dazu kam. Nur allzu oft werden die Gründe auf vollstes Verständnis stoßen. Machen Sie in einem zweiten Schritt darauf aufmerksam, was Sie durch die Pause auf dem Arbeitsmarkt für sich gelernt haben und welche nützlichen Soft Skills Sie durch diese Erfahrung erwerben konnten. So wird die Lücke im Lebenslauf zu einer Quelle neuer Erfahrungen, die Sie letztendlich weitergebracht haben.

Eine Lücke im Lebenslauf entsteht oft unverschuldet – Krankheit, Betreuungspflichten oder eine Pandemie sind nur einige Gründe. Deshalb ist es wichtig, sich nicht zu hart für eventuelle Lücken zu verurteilen. Viel produktiver ist es, das Beste aus der Situation zu machen und sich darauf zu konzentrieren, die Lücken im Lebenslauf positiv darzustellen.

Fragen und Antworten

Sind Lücken im Lebenslauf ein Ausschlusskriterium?

Nicht automatisch, Personaler wissen, dass Lücken viele Ursachen haben können. Entscheidend ist, dass Sie die Lücke offen ansprechen und erklären können, wie Sie die Zeit genutzt haben.

Wie lange darf eine Lücke im Lebenslauf sein, ohne dass sie negativ auffällt?

Kurze Pausen von ein bis zwei Monaten zwischen zwei Jobs werden in der Regel nicht als Lücke gewertet. Ab etwa drei Monaten sollten Sie eine plausible Erklärung bereithalten.

Soll ich Lücken im Lebenslauf aktiv ansprechen oder abwarten?

Sprechen Sie Lücken lieber von sich aus an, das wirkt selbstbewusst und transparent. Wer wartet, bis der Personaler fragt, gerät oft in eine unangenehme Erklärungsnot.

Wie gebe ich Zeiträume im Lebenslauf richtig an?

Geben Sie immer Monat und Jahr an, nicht nur Jahreszahlen. „Dezember 2021 bis Februar 2022″ wirkt weniger dramatisch als eine scheinbare Lücke von 2021 bis 2022 und gibt dem Personaler ein genaues Bild.

Was kann ich tun, um eine Lücke im Lebenslauf aktiv zu schließen?

Zeitarbeit ist eine der schnellsten Möglichkeiten, eine Lücke zu überbrücken. Einsätze zählen als vollwertige Berufserfahrung und können rasch gestartet werden. Auch Weiterbildungen, Ehrenamt oder freiberufliche Tätigkeiten sind sinnvolle Optionen.

Wie erkläre ich eine Lücke wegen Pflege eines Angehörigen?

Ehrlich und direkt. Pflege von Angehörigen ist ein nachvollziehbarer und respektabler Grund. Betonen Sie zusätzlich, welche Soft Skills Sie dabei entwickelt haben, etwa Organisationstalent, Belastbarkeit oder Empathie.

Darf ich Lücken im Lebenslauf einfach weglassen?

Nein, das Weglassen von Zeiträumen oder das Verwenden nur von Jahreszahlen fällt erfahrenen Personalern sofort auf. Eine ehrliche Darstellung, auch unangenehmer Phasen, ist immer besser als der Versuch, eine Lücke zu verstecken.

Was sind gute Überbrückungsaktivitäten für den Lebenslauf?

Weiterbildungen, Sprachkurse, Ehrenamt, Reisen mit kulturellem Lerneffekt oder die bewusste Betreuung von Kindern oder Angehörigen sind allesamt gut kommunizierbar. Entscheidend ist, dass Sie erklären können, was Sie dabei gelernt oder gewonnen haben.

Wie erkläre ich im Bewerbungsgespräch, dass ich selbst gekündigt habe?

Bleiben Sie sachlich und positiv, erklären Sie, warum der Schritt notwendig war, und richten Sie den Fokus auf das, was Sie seither unternommen haben. Vermeiden Sie es, schlecht über frühere Arbeitgeber zu sprechen.

Kann eine Lücke im Lebenslauf auch positiv wahrgenommen werden?

Ja, wer die Pausenzeit aktiv genutzt hat, kann damit sogar punkten. Reisen, Weiterbildungen, Ehrenamt oder die intensive Betreuung von Familienangehörigen zeugen von Eigeninitiative, Verantwortungsbewusstsein und Lebenserfahrung.

Kündigungsschutz für Zeitarbeiter

Als Zeitarbeitnehmer sollten Sie Ihre Rechte genau kennen. Dazu gehören auch alle Fragen rund um den Kündigungsschutz für Zeitarbeiter. Wir zeigen Ihnen, welche Fristen gelten und wie Sie sich gegen eine ungerechtfertigte Kündigung wehren können.

Grundlagen des österreichischen Arbeitsrechts

Ob Zeitarbeiter oder nicht, die Rechte und Pflichten von Arbeitnehmern werden in Österreich durch das Arbeitsrecht geregelt. Zeit, einen genaueren Blick auf diesen Gesetzestext zu werfen.

Kurzer Überblick über das Arbeitsrecht in Österreich

Das Arbeitsrecht regelt alle wichtigen Punkte rund um die Arbeit. Dazu gehören neben Arbeitsverträgen, Urlaubszeiten, Arbeitszeiten oder Krankheit auch der Kündigungsschutz sowie das Thema Arbeitslosigkeit. So regelt das Arbeitsrecht die Kündigungsfristen sowie Ausnahmen und gibt dem Arbeitnehmer die Möglichkeit, gegen eine Kündigung gerichtlich vorzugehen.

Wie Zeitarbeit im Gesetz definiert ist

Von Gesetzes wegen steht der Zeitarbeitnemer in einem Arbeitsverhältnis mit dem Überlasser, d.h. mit dem Zeitarbeitsunternehmen, das ihn als Zeitarbeitnehmer einem Unternehmen zur Verfügung stellt. Der Zeitarbeiter erbringt seine Dienstleistung also nicht für den Überlasser, sondern für ein anderes Unternehmen. Dies unterscheidet einen Zeitarbeitnehmer von anderen Arbeitnehmern.

Generelle Bestimmungen zum Kündigungsschutz in Österreich

Der Kündigungsschutz in Österreich verbietet die Kündigung von Arbeitnehmern aus Diskriminierungsgründen. Für Zeitarbeitskräfte und Festangestellte gilt: Während der einmonatigen Probezeit kann das Arbeitsverhältnis jederzeit ohne Angabe von Gründen gekündigt werden. Danach gibt es jedoch einige Unterschiede, die im Folgenden näher erläutert werden.

Kündigungsschutz für Zeitarbeiter im Detail

Da Zeitarbeitnehmer – im Gegensatz zu normalen Arbeitnehmern – ihre Dienstleistung in einem Unternehmen erbringen, bei dem sie nicht angestellt sind, gelten für Zeitarbeitnehmer besondere Kündigungsschutzvorschriften.

Besondere Regelungen für Zeitarbeiter

Keine Arbeit, kein Lohn? Diese Annahme ist falsch, denn wenn ein Zeitarbeitnehmer nicht vermittelt werden kann – man spricht dann von Stehzeiten – muss der Arbeitgeber trotzdem den vollen Lohn zahlen. Aber darf der Arbeitgeber dem Zeitarbeitnehmer einfach kündigen, wenn er ihn nicht vermitteln kann?

Fristen und Kündigungsgründe

Ein Kündigungsgrund wäre beispielsweise die Nichterbringung der Arbeitsleistung. Viele Zeitarbeitnehmer stellen sich die Frage, ob sie nach dem Ende einer Überlassung – also nach dem Ende einer Dienstleistung für ein bestimmtes Unternehmen – gekündigt werden können. Die beruhigende Antwort: Nach dem Ende eines Einsatzes darf Ihnen frühestens am fünften Arbeitstag gekündigt werden – nicht früher. Bis dahin haben Sie weiterhin Anspruch auf Ihren vollen Lohn.

Je nach Dauer der Beschäftigung bei der Zeitarbeitsfirma muss der Arbeitgeber unterschiedliche Kündigungsfristen einhalten. Haben Sie bei derselben Zeitarbeitsfirma schon früher gearbeitet und die Pause dazwischen war kürzer als 12 Monate, werden diese früheren Zeiten mitgezählt. Das kann bedeuten, dass Ihnen eine längere Kündigungsfrist zusteht, als es auf den ersten Blick scheint. War die Pause länger als 12 Monate, beginnt die Zählung neu.

Handelt es sich hingegen um eine ununterbrochene Beschäftigung, lauten die Fristen wie folgt:

  • Bei einer Beschäftigung unter 12 Monaten hat der Beschäftigte eine Kündigungsfrist von drei Wochen
  • Bei einer Beschäftigung von 12 bis 18 Monaten hat der Beschäftigte eine Kündigungsfrist von vier Wochen
  • Bei einer Beschäftigung von 18 Monaten bis zwei Jahren hat der Beschäftigte eine Kündigungsfrist von sechs Wochen
  • Bei einer Beschäftigung von zwei bis fünf Jahren hat der Beschäftigte eine Kündigungsfrist von zwei Monaten
  • Bei einer Beschäftigung von fünf bis 15 Jahren hat der Beschäftigte eine Kündigungsfrist von drei Monaten
  • Bei einer Beschäftigung von 15 bis 25 Jahren hat der Beschäftigte eine Kündigungsfrist von vier Monaten
  • Bei einer Beschäftigung von mehr als 25 Jahren hat der Beschäftigte eine Kündigungsfrist von fünf Monaten

Unterschiede zum Kündigungsschutz für Festangestellte

Für Festangestellte gelten längere Kündigungsfristen als für Zeitarbeitnehmer – zumindest am Anfang. In den ersten zwei Jahren beträgt die Frist sechs Wochen, ab dem dritten Jahr zwei Monate, ab dem fünften Jahr drei Monate, ab dem 15. Jahr vier Monate und ab dem 25. Jahr fünf Monate. Ab einer Beschäftigung von mehr als zwei Jahren bei derselben Zeitarbeitsfirma gleichen sich die Fristen schrittweise an.

Was man tun sollte, wenn man gekündigt wird

Sie wurden gekündigt? Und Ihrer Meinung nach zu Unrecht? In diesem Fall gibt es Möglichkeiten, die Sie ergreifen können.

Erste Schritte nach Erhalt der Kündigung

Wenn Ihnen gekündigt wurde, ist es ratsam, als ersten Schritt eine Rechtsberatung in Anspruch zu nehmen. Nur so kann geprüft werden, ob die Kündigung rechtmäßig war oder nicht. Aber Achtung: Eine Anfechtungsklage muss innerhalb von zwei Wochen bei Gericht eingereicht werden. Hierfür stehen Ihnen als Zeitarbeitnehmer Rechtsberatungsstellen zur Verfügung, die Sie unbedingt in Anspruch nehmen sollten.

Rechtsberatung und Unterstützung

Wurden Sie gekündigt und sind Sie der Meinung, dass die Kündigung ungerechtfertigt war? Dann ist der erste Schritt eine Beratung. Wenden Sie sich an den Betriebsrat in Ihrem Betrieb, an die Arbeiterkammer oder an die Gewerkschaft PRO-GE. Die Arbeiterkammer bietet kostenlose Rechtsberatung für alle Arbeitnehmer an. Mitglieder der PRO-GE können zusätzlich die kostenlose Hotline nutzen und haben Anspruch auf gewerkschaftliche Soforthilfe und Rechtsschutz.

Schlussfolgerung

Auch als Zeitarbeitnehmer sind Sie einer ungerechtfertigten Kündigung nicht schutzlos ausgeliefert. Nach dem Ende eines Einsatzes darf Ihnen frühestens am fünften Arbeitstag gekündigt werden – und auch danach gelten Kündigungsfristen, die von der Dauer Ihrer Beschäftigung abhängen. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihre Kündigung nicht rechtmäßig war, holen Sie sich zuerst Rat – bei der Arbeiterkammer, beim Betriebsrat oder bei der Gewerkschaft PRO-GE. Gemeinsam lässt sich besser beurteilen, ob und welche weiteren Schritte sinnvoll sind.

 

FAQ: Kündigungsschutz für Zeitarbeiter

Kann mir als Zeitarbeitnehmer einfach so gekündigt werden?

Nein. Auch als Zeitarbeitnehmer gelten gesetzliche Kündigungsfristen und ein Schutz vor Diskriminierungskündigungen. Nach dem Ende eines Einsatzes darf Ihnen frühestens am fünften Arbeitstag gekündigt werden.

Was passiert mit meinem Lohn, wenn ich gerade keinen Einsatz habe?

Ihr Lohn läuft weiter – auch in sogenannten Stehzeiten, also wenn Sie von der Zeitarbeitsfirma gerade nicht vermittelt werden können. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, Ihnen den vollen Lohn zu zahlen.

Wie lange ist meine Kündigungsfrist als Zeitarbeitnehmer in Österreich?

Das hängt davon ab, wie lange Sie bei der Zeitarbeitsfirma beschäftigt sind. Die Fristen reichen von drei Wochen bei einer Beschäftigung unter 12 Monaten bis zu fünf Monaten bei mehr als 25 Jahren.

Zählen frühere Zeiten bei derselben Zeitarbeitsfirma für meine Kündigungsfrist?

Ja, wenn die Pause zwischen zwei Beschäftigungen kürzer als 12 Monate war, werden die früheren Zeiten mitgezählt. Das kann bedeuten, dass Ihnen eine längere Kündigungsfrist zusteht, als es auf den ersten Blick scheint.

Darf mir nach dem Ende eines Einsatzes sofort gekündigt werden?

Nein. Nach dem Ende einer Überlassung darf Ihnen frühestens am fünften Arbeitstag gekündigt werden. Eine frühere Kündigung ist rechtsunwirksam.

Habe ich als Zeitarbeitnehmer dieselben Kündigungsfristen wie Festangestellte?

Nicht immer. In den ersten zwei Jahren sind die Fristen für Zeitarbeitnehmer kürzer. Ab einer Beschäftigung von mehr als zwei Jahren bei derselben Zeitarbeitsfirma gleichen sich die Fristen schrittweise an jene für Festangestellte an.

Was soll ich tun, wenn ich glaube, dass meine Kündigung ungerechtfertigt war?

Holen Sie sich zuerst eine Beratung – bei der Arbeiterkammer, beim Betriebsrat oder bei der Gewerkschaft PRO-GE. Die Arbeiterkammer bietet kostenlose Rechtsberatung für alle Arbeitnehmer an. Erst nach einer Beratung lässt sich beurteilen, welche weiteren Schritte sinnvoll sind.

Gibt es eine Frist, innerhalb derer ich gegen eine Kündigung vorgehen muss?

Ja. Wenn Sie eine Kündigung anfechten möchten, muss die Klage innerhalb von zwei Wochen nach Erhalt der Kündigung beim zuständigen Arbeits- und Sozialgericht eingebracht werden. Handeln Sie daher rasch und holen Sie sich sofort Beratung.

Kann mir während der Probezeit jederzeit gekündigt werden?

Ja. Während der einmonatigen Probezeit kann das Arbeitsverhältnis von beiden Seiten jederzeit und ohne Angabe von Gründen beendet werden – das gilt für Zeitarbeitnehmer und Festangestellte gleichermaßen.

Wo bekomme ich als Zeitarbeitnehmer in Österreich kostenlose Rechtsberatung?

Die Arbeiterkammer bietet allen Arbeitnehmern kostenlose Rechtsberatung an. Mitglieder der Gewerkschaft PRO-GE können zusätzlich die kostenlose PRO-GE-Hotline nutzen und haben Anspruch auf gewerkschaftliche Soforthilfe und Rechtsschutz. Auch der Betriebsrat im Betrieb ist eine erste Anlaufstelle.

Diese Förderungen erhalten Sie als Zeitarbeitskraft

Zeitarbeitskräfte sind heutzutage aus der Wirtschaft nicht mehr wegzudenken. Doch die Qualität der Arbeitskräfte muss gewährleistet sein. Aus diesem Grund werden in Österreich eine Vielzahl an Förderungen und Weiterbildungen für Zeitarbeitskräfte angeboten, von denen auch Sie profitieren können. Wir haben alle Infos zu den Förderungen als Zeitarbeitskraft für Sie zusammengefasst.

Zeitarbeit in Österreich

Bei der Zeitarbeit stellen Zeitarbeitsfirmen Unternehmen Arbeitskräfte zur Verfügung. Das bedeutet, dass die Zeitarbeitnehmer nicht direkt beim Unternehmen, sondern bei der Zeitarbeitsfirma angestellt sind. Dieses Konzept erfreut sich in Österreich zunehmender Beliebtheit, da so Personalengpässe oder ein vorübergehender Anstieg der Arbeitsnachfrage leichter überbrückt werden können. Für die Unternehmen bedeuten Zeitarbeitskräfte mehr Flexibilität. Aktuell (Juni 2026) sind in Österreich rund 150.000 Arbeitskräfte in der Zeitarbeit beschäftigt.

Zeitarbeitskräfte wissen oft nicht, ob sie in absehbarer Zeit einer Beschäftigung nachgehen können oder nicht. Daher ist es für diese Beschäftigtengruppe besonders wichtig, sich selbstständig über Förderungen und Weiterbildungen zu informieren – denn damit erhöhen Sie aktiv Ihre Chancen auf eine dauerhafte Beschäftigung.

Weiterbildung hilft gegen die Unsicherheit

Als Zeitarbeitnehmer wissen Sie nie genau, wie lange Sie bei einem bestimmten Unternehmen beschäftigt sein werden – und ob Sie nach dem Ende dieses Arbeitsverhältnisses eine neue Stelle antreten können oder ob Sie längere Zeit auf eine erfolgreiche Vermittlung warten müssen. Außerdem weiß man nie, wo der nächste Job einen hinführt. Die Fahrtkosten sind nicht vorhersehbar, und diese Unsicherheit führt auch zu Problemen bei der Kinderbetreuung.

Die Ungewissheit der Zeitarbeit wirkt sich auf den Alltag aus. Wie soll man einen Urlaub planen, wenn man nicht weiß, wie lange man noch beschäftigt sein wird? Für Zeitarbeitnehmer bedeutet das Stress. Die Frage, wie es beruflich weitergeht, ist allgegenwärtig.

Da Zeitarbeitskräfte bei der Zeitarbeitsfirma und nicht beim Einsatzbetrieb angestellt sind, sind klassische Aufstiegswege im Einsatzbetrieb direkt nicht möglich. Viele Zeitarbeitnehmer werden jedoch nach einem erfolgreichen Einsatz als Stammbeschäftigte übernommen und können dann regulär Karriere machen. Auch innerhalb der Zeitarbeitsfirma selbst gibt es Entwicklungsmöglichkeiten.

Arten von Förderangeboten

Wenn Sie in Österreich in einem aufrechten Dienstverhältnis als Zeitarbeitskraft stehen oder arbeitslos sind, haben Sie Anspruch auf verschiedene Förderungen. Wir geben Ihnen einen Überblick:

AMS

Das Arbeitsmarktservice (AMS) ist in Österreich die erste Anlaufstelle, wenn man arbeitslos ist oder sich weiterbilden möchte. Wenn Sie arbeitslos sind, erhalten Sie vom AMS finanzielle Unterstützung und können sich weiterbilden, um Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. Aber auch wenn Sie beschäftigt sind, bietet Ihnen das AMS die Möglichkeit, eine geförderte Umschulung oder Weiterbildung zu absolvieren. Am besten wenden Sie sich direkt an das AMS und Ihre persönliche Beraterin oder Ihren persönlichen Berater.

Seit Juni 2026 bietet das AMS zusätzlich die neue Weiterbildungsbeihilfe an – eine Förderung für Personen, die sich gezielt weiterbilden möchten. Sie kann über das MeinAMS-Konto oder direkt bei der zuständigen AMS-Geschäftsstelle beantragt werden.

SWF

SWF ist die Abkürzung für den Sozial- und Weiterbildungsfonds, der 2013 eingerichtet wurde. Als Zeitarbeitnehmer können Sie sich an den SWF wenden, wenn Sie in einem aktiven Arbeitsverhältnis stehen, aber auch wenn Sie arbeitslos sind. Der SWF bietet ein breites Spektrum an Aus- und Weiterbildungen an, zum Beispiel Sprachkurse, aber auch Metall-, Elektro-, Schweiß- und Werkmeisterkurse. Die Kosten für die Aus- und Weiterbildung werden vollständig übernommen.

Sie sind Zeitarbeitnehmer mit abgebrochener Lehre? Dann ist dieses Förderprogramm genau das Richtige für Sie. Der SWF bereitet Sie auf die außerordentliche Lehrabschlussprüfung vor. Das Spektrum der Lehrberufe ist auch hier breit gefächert und reicht von Elektrotechnik bis Bürokaufmann/-frau. Wenn Sie als Aushilfskraft arbeitslos werden, unterstützt Sie der SWF mit einer einmaligen Zahlung von 330 Euro (ehemals geringfügig beschäftigte Leiharbeiter erhalten einmalig 80,- Euro). Dieses Geld wird zusätzlich zum AMS-Geld ausbezahlt.

Angebote von Arbeitgebern

Auch Arbeitgeber, die ihren Beschäftigten eine Weiterbildung ermöglichen, werden vom SWF unterstützt. Gefördert werden Qualifizierungen, die überbetrieblich anwendbar sind, wie z.B. das Nachholen des Pflichtschulabschlusses.

Es gibt Weiterbildungsprogramme, die eine Rahmenvereinbarung mit dem SWF abgeschlossen haben. Diese Programme werden vom Bund im Rahmen der Erwachsenenbildung gefördert. Auf der Website erwachsenenbildung.at finden Sie zahlreiche Informationen und können in der Weiterbildungsdatenbank nachschauen, welche Programme angeboten werden.

Wie man die passende Förderung findet

Bei der Vielzahl an Fördermöglichkeiten ist es gar nicht so einfach, die passende zu finden. Ein Gespräch mit Kollegen bringt oft erstaunlich viel: So erfährt man aus erster Hand, wie eine Weiterbildung funktioniert, welche Förderungen es gibt und wie sich die Weiterbildung auf die Karriere ausgewirkt hat.

Auch ein Gespräch mit der AMS-Beraterin oder dem AMS-Berater kann hilfreich sein. Ansonsten bietet sich natürlich die Recherche im Internet an. Websites wie erwachsenenbildung.at/bildungsinfo/kursfoerderung geben einen Überblick über mögliche Förderungen. Auf dieser Website finden Sie auch ein Erklärvideo, das Ihnen zeigt, wie Sie die Website am besten nutzen.

Bewerbungsprozess und Antrag

Für eine erfolgreiche Bewerbung müssen Sie verschiedene Voraussetzungen erfüllen – für einige Förderungen müssen Sie in einem aktiven Arbeitsverhältnis stehen, für andere müssen Sie arbeitslos gemeldet sein. Auf der im vorigen Punkt genannten Website können Sie über eine praktische Filterfunktion genau die Stipendien finden, auf die Sie Anspruch haben.

Damit Ihr Antrag erfolgreich ist, sollten Sie sich Zeit für eine gründliche Recherche nehmen und sich genau über Fristen und Voraussetzungen informieren. Wenn Sie in einem Arbeitsverhältnis stehen, ist es außerdem wichtig, Ihren Arbeitgeber über Ihre Pläne zu informieren und sein Einverständnis einzuholen.

Aus- und Weiterbildung als Booster in der Zeitarbeit

Sie sehen: Als Zeitarbeitnehmer stehen Ihnen viele Möglichkeiten der Aus- und Weiterbildung offen und Sie können auf finanzielle Unterstützung hoffen. Die wichtigsten Fördermöglichkeiten finden Sie beim AMS und beim SWF. Der SWF unterstützt auch Arbeitgeber von Zeitarbeitskräften finanziell.

Aber auch Sie selbst können Ihre Chancen auf einen sicheren und erfüllenden Beruf erhöhen: Werden Sie aktiv und informieren Sie sich noch heute über Ihre Weiterbildungsmöglichkeiten. Die Chancen auf finanzielle Unterstützung sind in Österreich sehr hoch. Mit einer Weiterbildung erhöhen Sie Ihre Chancen am Arbeitsmarkt und wer weiß – vielleicht ist ein Unternehmen von Ihrer Ausbildung und Ihren Leistungen so begeistert, dass Sie den Sprung von der Zeitarbeitskraft zum fixen Mitarbeiter schaffen.

Fragen und Antworten

Welche Förderungen stehen mir als Zeitarbeitskraft in Österreich zu?

Die wichtigsten Anlaufstellen sind das AMS und der Sozial- und Weiterbildungsfonds (SWF). Beide bieten finanzielle Unterstützung für Weiterbildungen – unabhängig davon, ob Sie gerade beschäftigt oder arbeitslos sind.

Was ist der Sozial- und Weiterbildungsfonds (SWF)?

Der SWF ist ein eigens für Zeitarbeitskräfte eingerichteter Fonds, der seit 2013 Weiterbildungen und finanzielle Unterstützung in der Arbeitslosigkeit anbietet. Er wird von der Branche finanziert und steht allen Zeitarbeitnehmern in Österreich offen.

Welche Kurse fördert der SWF?

Der SWF fördert ein breites Spektrum – von Sprachkursen über Metall-, Elektro- und Schweißkurse bis hin zu Werkmeisterkursen und der Vorbereitung auf die außerordentliche Lehrabschlussprüfung. Die Kurskosten werden vollständig übernommen.

Kann ich als Zeitarbeitskraft eine Lehrabschlussprüfung nachholen?

Ja, der SWF bereitet Zeitarbeitnehmer mit abgebrochener Lehre gezielt auf die außerordentliche Lehrabschlussprüfung vor. Das Angebot umfasst viele Lehrberufe, von Elektrotechnik bis Bürokaufmann/-frau.

Was passiert finanziell, wenn ich als Zeitarbeitskraft arbeitslos werde?

Neben dem Arbeitslosengeld des AMS erhalten Sie vom SWF eine einmalige Soforthilfe von 330 Euro. Diese wird zusätzlich zum AMS-Geld ausbezahlt und kann in bestimmten Fällen mehrmals pro Jahr beantragt werden.

Kann ich auch während eines aufrechten Dienstverhältnisses Förderungen beantragen?

Ja, sowohl AMS als auch SWF unterstützen Zeitarbeitskräfte auch dann, wenn sie aktuell beschäftigt sind. Klären Sie vorab mit Ihrem Arbeitgeber, ob er dem Weiterbildungsvorhaben zustimmt.

Gibt es neue Förderungen des AMS für Weiterbildung?

Ja, seit Juni 2026 bietet das AMS die neue Weiterbildungsbeihilfe an, die gezielt Personen mit Weiterbildungsbedarf unterstützt. Sie kann über das MeinAMS-Konto oder bei der zuständigen AMS-Geschäftsstelle beantragt werden.

Wo finde ich passende Weiterbildungsangebote?

Auf erwachsenenbildung.at finden Sie eine umfangreiche Weiterbildungsdatenbank mit Filterfunktion, die Ihnen zeigt, welche geförderten Kurse für Ihre Situation in Frage kommen. Auch ein Beratungsgespräch beim AMS hilft, das passende Angebot zu finden.

Kann Zeitarbeit zu einer Festanstellung führen?

Ja, viele Zeitarbeitseinsätze münden direkt in eine Übernahme als Stammbeschäftigter. Wer durch Weiterbildung zusätzlich punktet, erhöht seine Chancen auf eine dauerhafte Anstellung deutlich.

Muss ich Förderungen selbst beantragen oder kümmert sich die Zeitarbeitsfirma darum?

Die meisten Förderungen müssen Sie selbst beantragen, die Zeitarbeitsfirma kann Sie dabei beraten und unterstützen, aber die Initiative liegt bei Ihnen. Informieren Sie sich frühzeitig über Fristen und Voraussetzungen, damit keine Förderung verloren geht.

Zeitarbeit im Lebenslauf: das sollten Sie beachten

Als Zeitarbeiter sind Sie bei einem Arbeitskräfteüberlasser angestellt, der Ihre Arbeitskraft für gewisse Zeiträume an dritte Unternehmen “verleiht”, daher oft auch die Bezeichnung Leiharbeit und Leihfirma. Vor einigen Jahren galt die Zeitarbeit noch als mäßig bezahlte und unsichere Zwischenlösung für Langzeitarbeitslose oder Menschen, die aus anderen Gründen schwer am Arbeitsmarkt Fuß fassen. Heute sieht das Ganze schon ganz anders aus.

Zeitarbeit hat in Österreich eine zunehmende Akzeptanz erreicht. Statistiken zeigen nicht zuletzt eine Steigerung der Anzahl von Zeitarbeitern im Land. Dies unterstreicht nicht nur die Attraktivität dieses Beschäftigungsmodells in der modernen Arbeitswelt, sondern auch die vielfältigen Vorteile, die es für Arbeitnehmer und Arbeitgeber bietet. Mit der Flexibilität und den Chancen, die die Zeitarbeit mit sich bringt, trägt sie wesentlich zur Anpassungsfähigkeit der Arbeitskräfte an sich wandelnde Bedürfnisse und Anforderungen bei. Entdecken Sie, warum Zeitarbeit entscheidende Vorteile in der modernen Arbeitswelt bietet und lernen Sie, wie Sie Ihre Berufserfahrungen aus der Zeitarbeit geschickt im Lebenslauf angeben.

Zeitarbeit als Chance in der modernen Arbeitswelt

In der modernen Arbeitswelt, in der Berufsfelder und Qualifikationen sich kontinuierlich wandeln, gewinnen Vorteile der Zeitarbeit zunehmend an Bedeutung. Es ist selten geworden, dass Menschen ihr gesamtes Berufsleben bei einem Arbeitgeber verbringen. In Österreich sind etwa 149.611 Zeitarbeiter tätig (Stand 2025). Besonders bei Studenten und Berufseinsteigern erfreut sich die Zeitarbeit großer Beliebtheit, da sie wertvolle berufliche Erfahrungen bietet und die Möglichkeit besteht, sofort wie das Stammpersonal bezahlt und behandelt zu werden.

Warum die Arbeitskräfteüberlassung einen Platz in Ihrem Lebenslauf verdient

Zeitarbeit ist heutzutage eine anerkannte Tätigkeit. Man kann die Arbeitskräfteüberlassung im CV als berufliche Erfahrung mitsamt den erlernten Fähigkeiten daher auf jeden Fall angeben. In modernen Berufswegen sind Wechsel der Arbeitgeber oder Branchen alle paar Jahre ganz normal, Personaler suchen sogar nach Kandidaten mit vielfältigen Lebensläufen. Allerdings sollten Sie darauf achten, dass der CV eine “rote Linie” hat und die angeführten Zeitarbeitsstationen zum aktuellen Job passen, für den Sie sich bewerben. Wenn Sie das schaffen, können Sie die Zeitarbeit in der Bewerbung immerzu mit reinnehmen.

Wie Zeitarbeit im CV Ihre Berufserfahrung aufwerten kann

Zeitarbeit stellt eine wertvolle Ergänzung im Lebenslauf dar, da sie eine Vielzahl von beruflichen Vorteilen bietet:

  • Vielseitigkeit und Flexibilität zeigen: Zeitarbeit zeigt, dass Sie in der Lage sind, sich verschiedenen Arbeitsumgebungen anzupassen und in unterschiedlichen Branchen zu arbeiten. Dies deutet auf Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und Vielseitigkeit hin, die für viele Arbeitgeber attraktive Eigenschaften sind.
  • Berufserfahrung demonstrieren: Auch wenn Zeitarbeit manchmal als vorübergehende Beschäftigung angesehen wird, bietet sie dennoch wertvolle Berufserfahrung. Sie können wichtige Fähigkeiten erworben haben, die in anderen Arbeitsumgebungen oder in Ihrer Karriere von Nutzen sein können.
  • Lücken im Lebenslauf vermeiden: Zeitarbeit kann dazu beitragen, Lücken im Lebenslauf zu vermeiden, insbesondere wenn Sie zwischen festen Anstellungen oder während der Jobsuche gearbeitet haben. Es zeigt potenziellen Arbeitgebern, dass Sie aktiv im Arbeitsmarkt tätig waren und Ihre Fähigkeiten und Erfahrungen weiterentwickelt haben.
  • Netzwerk und Kontakte aufbauen: Durch Zeitarbeit haben Sie die Möglichkeit, Ihr berufliches Netzwerk zu erweitern und wertvolle Kontakte zu knüpfen, die Ihnen in Ihrer Karriere von Nutzen sein können. Das Erwähnen von Zeitarbeit im Lebenslauf kann Ihre Fähigkeit zur Netzwerkpflege und zum Aufbau professioneller Beziehungen unterstreichen.

Optimale Positionierung von Zeitarbeit im Lebenslauf

Die richtige Positionierung von Zeitarbeit im Lebenslauf ist sehr wichtig. Im Internet gibt es viele tolle Vorlagen für Lebensläufe in schönen Layouts. Achten Sie lediglich darauf, dass Sie solche Muster nur als Grundlage verwenden und das Endergebnis zum Wunschjob passt. Darauf sollten Sie besonders achten:

Verleihen Sie Ihrem Lebenslauf eine gute Struktur

Zuerst werden persönliche Daten wie Name, Geburtsdatum etc. genannt, dann der schulische Werdegang, danach kommt der Hauptteil mit den beruflichen Stationen. Zu Beginn steht die aktuellste Berufserfahrung, es folgen mit absteigendem Datum die weiteren Jobs. Hier geben Sie auch die Positionen und Tätigkeiten der Zeitarbeit an.

Nach dieser Liste können Sie noch weitere Qualifikationen aus Fortbildungen oder auch absolvierte Kurse im Rahmen der Zeitarbeit angeben. Zum Schluss kommen Sprachkenntnisse und eventuell persönliche Interessen (wenn diese für die Stelle relevant sind).

Top Tipps für die Angabe von Zeitarbeit in Ihrer Bewerbung

Wenn Sie Ihre Erfahrungen in der Zeitarbeit geschickt im Lebenslauf einflechten, wirkt Ihre gesamte Bewerbung interessanter und vielseitiger. Dafür gibt es einiges zu beachten. Mit diesen Tipps kann beim nächsten Mal nichts schief gehen:

  • Machen Sie vollständige Angaben: Versuchen Sie nicht zu verdecken, dass es sich bei den beruflichen Angaben um Zeitarbeit handelt. Daher sollten Sie den Personaldienstleister, bei dem Sie angestellt waren, angeben und bei jeder Position die Firma, an die Sie vermittelt wurden.
  • Nennen Sie konkrete Tätigkeiten und Aufgabenbereiche: Geben Sie bei jedem Job, den Sie in der Zeitarbeit übernommen haben, ein paar relevante Aufgaben und erbrachte Fähigkeiten als Stichpunkte an. Das können die Bedienung bestimmter Maschinen oder Software-Programme, eine Rolle im Teamprojekt oder bestimmte Verantwortungen sein. So können sich die Personaler ein Bild davon machen, was Sie in der Zeitarbeit erlernen oder stärken konnten.
  • Aber: auch Filtern ist erlaubt. Nicht jede kurze Position oder ausgeübte Tätigkeit muss im Lebenslauf genannt werden. Schreiben Sie über Berufserfahrungen, die für Ihre Wunschstelle und den Arbeitgeber, bei dem Sie sich bewerben, interessant sind. Für einen Hotelier ist es etwa hilfreich, wenn er liest, dass Sie bereits Erfahrung im Umgang mit Kunden oder Gästen haben und organisiert arbeiten. Die Bedienung eines Gabelstaplers ist für diesen Arbeitgeber aber beispielsweise nicht nennenswert.
  • Nicht jede Bewerbung und jeder Lebenslauf sollten gleich sein: Wenn Sie sich für verschiedene Positionen bewerben, ist es wichtig, dass Sie das Anschreiben und den Lebenslauf immer etwas an die Stelle und das Unternehmen anpassen. Das heißt nicht, dass Sie Dinge erfinden oder wichtige Informationen weglassen. Aber Sie können in der Stellenanzeige sehen, welche Fähigkeiten und Aufgaben gefordert sind und die Erfahrungen der Zeitarbeit danach filtern und ausformulieren.

Inspirierende Beispiele und Muster für Zeitarbeit im CV

Wenn Sie durchgehend bei einem Personaldienstleister angestellt waren, nennen Sie diesen und den Beschäftigungszeitraum am Anfang. Danach listen Sie chronologisch absteigend Firmen und Tätigkeiten. Wenn Sie bei verschiedenen Personalvermittlern angestellt waren, listen Sie diese ebenso gruppiert und übersichtlich darunter.

Hier finden Sie ein CV Muster für die optimale Angabe der Zeitarbeit (Achtung: Muster ohne Anspruch auf Korrektheit):

Seit 06/2021 Personalvermittler XY AG

01/2023 bis heute
eingesetzt in Arbeitnehmerüberlassung bei Musterfirma als Fachlagerist
– Überwachen des Wareneingangs
– Warenannahme: Entladung mit Gabelstapler und Erfassung mit Warensystem (sevDesk)
– angelieferte Waren auf Vollständigkeit und Unversehrtheit kontrollieren
– Aussortieren von fehlerhaften oder beschädigten Waren

06/2021-01/2023
eingesetzt in Arbeitnehmerüberlassung bei Muster AG als Staplerfahrer
– Be- und Entladung von LKWS und Containern
– Ein-, Aus- und Umlagern von Produktpaletten
– Pflege und Wartung des Gabelstaplers
– Transportieren und Stapeln von Gütern

10/2020-04/2021 Personal Überlassung YZ GmbH

10/2020-03/2021
eingesetzt in Arbeitnehmerüberlassung bei XYZ Group GmBH als Produktionsmitarbeiter
[…]

Wie Flexibilität und Anpassungsfähigkeit durch Zeitarbeit Ihren Lebenslauf stärken

Zeitarbeit ist kein Makel im CV – ganz im Gegenteil. Sie steht für Flexibilität im Lebenslauf, für die Vielseitigkeit und Anpassungsfähigkeit der Bewerber und ist daher bei Personalern durchaus gern gesehen. Wer Zeitarbeit im Lebenslauf richtig darstellt und dabei die relevanten Erfahrungen und Fähigkeiten hervorhebt, der kann damit überzeugen. Es gilt: Ehrlichkeit zählt, aber nicht jedes Detail muss genannt werden. Eine gut strukturierte und an die jeweilige Position angepasste Darstellung der Zeitarbeit im Lebenslauf kann den Weg zum Wunschjob ebnen.

Fragen und Antworten

Soll ich Zeitarbeit in meinem Lebenslauf angeben?

Ja, unbedingt – Zeitarbeit ist eine anerkannte Berufserfahrung und sollte im Lebenslauf nicht verschwiegen werden. Sie zeigt Flexibilität, Einsatzbereitschaft und praktische Erfahrung in verschiedenen Arbeitsumgebungen.

Wie trage ich Zeitarbeit korrekt im Lebenslauf ein?

Nennen Sie zuerst den Personaldienstleister mit dem Beschäftigungszeitraum, danach die einzelnen Einsatzbetriebe mit jeweiliger Tätigkeit und konkreten Aufgaben. So ist auf einen Blick klar, dass es sich um Zeitarbeit handelt und wo Sie eingesetzt waren.

Ist Zeitarbeit im Lebenslauf ein Nachteil?

Nein – Zeitarbeit wird von Personalern heute als Zeichen von Flexibilität und Anpassungsfähigkeit wahrgenommen, nicht als Makel. Entscheidend ist, dass die Erfahrungen klar und strukturiert dargestellt werden.

Muss ich jeden Zeitarbeitseinsatz im Lebenslauf anführen?

Nicht zwingend – kurze oder für die Bewerbung irrelevante Einsätze können weggelassen werden. Wichtig ist, dass der Lebenslauf einen stimmigen roten Faden hat und die angeführten Erfahrungen zur ausgeschriebenen Stelle passen.

Was schreibe ich bei Zeitarbeit als Arbeitgeber in den Lebenslauf?

Als Arbeitgeber nennen Sie die Zeitarbeitsfirma, bei der Sie angestellt waren – denn diese ist Ihr rechtlicher Vertragsarbeitgeber. Den Einsatzbetrieb führen Sie zusätzlich als separaten Punkt darunter an.

Wie formuliere ich Aufgaben aus der Zeitarbeit im Lebenslauf?

Beschreiben Sie konkrete Tätigkeiten, erlernte Fähigkeiten und übernommene Verantwortung – etwa die Bedienung bestimmter Maschinen, Softwarekenntnisse oder Aufgaben im Team. Stichpunkte sind dabei übersichtlicher als lange Fließtexte.

Kann ich Zeitarbeit nutzen, um Lücken im Lebenslauf zu schließen?

Ja – Zeitarbeit ist ein ideales Mittel, um Phasen zwischen festen Anstellungen zu überbrücken. Sie zeigt, dass Sie aktiv im Arbeitsmarkt tätig waren und Ihre Fähigkeiten weiterentwickelt haben.

Muss ich im Lebenslauf erwähnen, dass es sich um Zeitarbeit handelt?

Ja. Versuchen Sie nicht, die Zeitarbeit zu verschleiern – Transparenz ist wichtig und wird von Personalern geschätzt. Eine ehrliche Darstellung wirkt professioneller als eine, die versucht, die Art des Beschäftigungsverhältnisses zu verbergen.

Wie passe ich meinen Lebenslauf mit Zeitarbeit an verschiedene Bewerbungen an?

Heben Sie jeweils jene Einsätze und Fähigkeiten hervor, die am besten zur ausgeschriebenen Stelle passen. Die grundlegenden Informationen bleiben gleich, aber Schwerpunkte können je nach Anforderungsprofil verschoben werden.

Kann Zeitarbeit den Einstieg in eine Festanstellung erleichtern?

Ja – viele Einsatzbetriebe übernehmen zuverlässige Zeitarbeitnehmer in ein festes Dienstverhältnis. Zeitarbeit ist daher oft nicht nur eine Überbrückung, sondern ein direkter Weg zur Festanstellung.

Zeitarbeit als Sprungbrett zur Festanstellung

Zeitarbeit gibt es schon lange, doch noch nie war die Zahl der Zeitarbeitsjobs und Zeitarbeitsfirmen so groß und vielfältig wie heute. Tatsächlich waren laut Statistik Austria bis Mitte 2026 landesweit etwa 150.000 Menschen in der Arbeitskräfteüberlassung tätig. Darüber hinaus betrug die durchschnittliche Überlassungsdauer rund 73 Tage. Folglich zeigt sich, dass Zeitarbeit einen bedeutenden Anteil am Arbeitsmarkt hat. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Arbeitnehmerüberlassung als Chance zur Weiterbildung und zum Sammeln von Erfahrungen nutzen können und wie die Zeitarbeit als Sprungbrett zur Festanstellung dienen kann.

Was versteht man unter Zeitarbeit?

Die Definition von Zeitarbeit bzw. Arbeitskräfteüberlassung, wie sie rechtlich korrekt genannt wird, lautet wie folgt: Ein Arbeitnehmer (Zeitarbeitskraft) hat einen Arbeitsvertrag mit einem (Arbeitskräfteüberlassungs-)Unternehmen (Überlasser), arbeitet aber in einem anderen Unternehmen (Beschäftiger). Das heißt, der Arbeitnehmer kann während der Laufzeit des Vertrages mehrere Stellen bei verschiedenen Unternehmen innehaben, die gerade zusätzlichen Personalbedarf haben.

Zeitarbeit bietet Flexibilität und Abwechslung, denn sie ermöglicht es Arbeitnehmern, Erfahrungen in verschiedenen Branchen und Unternehmen zu sammeln, wodurch sich ihr beruflicher Horizont erweitert und ihre Fähigkeiten vielseitiger werden. Diese Beschäftigungsform kann ein schnelles Sprungbrett in eine Festanstellung sein und ermöglicht den Aufbau eines beruflichen Netzwerks. Zudem genießen Zeitarbeitnehmer soziale Absicherungen wie bezahlten Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

Für wen ist Zeitarbeit zu empfehlen?

Die Zielgruppe der Zeitarbeit ist sehr breit gefächert. Unter anderem finden folgende Gruppen häufig den Weg in die Zeitarbeit:

  • Wiedereinsteiger nach längerer Arbeitslosigkeit
  • Berufsanfänger oder Personen mit geringer oder keiner spezifischen Ausbildung
  • Höher Qualifizierte, die sich vorübergehend etwas dazuverdienen wollen (Studierende, Selbständige mit Auftragsflaute oder Personen in Elternzeit)

Zur Veranschaulichung: Ein IT-Spezialist beginnt beispielsweise seine Karriere bei einem renommierten IT-Dienstleister als Zeitarbeitnehmer. In einer Vielzahl von Projekten bei unterschiedlichen Kunden kann er umfangreiche Erfahrungen sammeln und sein Fachwissen erweitern. Nach einem erfolgreichen Projekt wird er von einem großen Technologieunternehmen in eine Festanstellung übernommen, wo er schnell zum Teamleiter aufsteigt.

In welchen Bereichen und Branchen werden Zeitarbeiter gesucht?

Zeitarbeit galt lang als Vermittlungsmodell im Niedriglohnsektor, mittlerweile werden Jobs in vielen Branchen und Positionen vergeben. In folgenden Branchen ist Zeitarbeit am häufigsten und beliebtesten:

  1. Industrie
  2. Gewerbe und Handwerk
  3. Handel
  4. Transport und Verkehr
  5. Information und Consulting
  6. Tourismus und Freizeitwirtschaft
  7. Banken und Versicherungen

Dabei erstrecken sich die Tätigkeiten von einfachen manuellen Leistungen bis zu anspruchsvollen Aufgaben im Management.

Welche Rechte gelten für die Arbeitskräfteüberlassung?

Grundsätzlich gilt in Österreich: Zeitarbeitskräfte haben die gleichen Rechte und Pflichten wie Stammarbeitskräfte bzw. Festangestellte. Das umfasst unter anderem Anspruch auf Leistungen wie das 13. und 14. Gehalt, Sozialversicherung, Krankenstand, Urlaub, Karenz etc. Der Arbeitskräfteüberlasser darf nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Arbeitnehmers an einen Zweitbetrieb überlassen werden.

Das alte Vorurteil: Zeitarbeit als Niedriglohnjob

Lange Zeit herrschte das Vorurteil, dass Zeitarbeit weniger Geld bringt oder mit einer schlechteren Behandlung verbunden ist. Laut Gesetz haben Zeitarbeitnehmer Anspruch auf den kollektivvertraglichen Mindestlohn, der für vergleichbare Tätigkeiten im Einsatzbetrieb gilt, sofern dieser höher ist als der Mindestlohn des Kollektivvertrags für Arbeitskräfteüberlassung. Die Lohnhöhe richtet sich also nach dem jeweils günstigeren Kollektivvertrag, zugunsten des Zeitarbeitnehmers.

Anfang 2026 wurde der Tariflohn für Zeitarbeit um 2,3 Prozent erhöht und der Mindestlohn für eine Vollzeitstelle beträgt nun 2.326,86 Euro. Je höher die Berufserfahrung und Qualifikation, desto höher der Lohn für Zeitarbeitnehmer. Dies zeigt, dass Zeitarbeit insbesondere für qualifizierte Fachkräfte durchaus attraktive finanzielle Bedingungen bieten kann.

Zeitarbeit in Österreich

Für mehr als die Hälfte ist die Zeitarbeit der Weg aus der Arbeitslosigkeit, das bestätigt eine Umfrage der APS Group. Weitere Gründe für die Zeitarbeit sind die Suche nach neuen beruflichen Möglichkeiten, ein höheres Gehalt, ein leichterer Einstieg in den Beruf und, dass keine Festanstellung gefunden wurde. Immerhin fast die Hälfte aller Zeitarbeiter geben an, dass sie sich von Zeitarbeit eine Übernahme in eine Festanstellung im Betrieb erhoffen.

Weitere Statistiken zur Zeitarbeit zeigen, dass der Umsatz in der Arbeitskräfteüberlassung in Österreich im Jahr 2022 mit 5,82 Milliarden Euro einen Höchstwert im betrachteten Zeitraum erreichte. Im Vorjahr 2021 erwirtschaftete die Branche einen Umsatz von 5,11 Milliarden Euro. Seit 2013 verzeichnet der Umsatzerlös im Bereich der Zeitarbeit in Österreich einen kontinuierlichen Anstieg. Diese beeindruckenden Zahlen belegen die wachsende Bedeutung und den Erfolg der Arbeitskräfteüberlassung in Österreich.

Zeitarbeit als langfristige Karrierechance

Zeitarbeit ist eine wichtige Karrierechance. Durchschnittlich schaffen rund 30 Prozent der Beschäftigten den Sprung von der Zeitarbeit in eine Festanstellung. Darüber hinaus widerlegt eine Umfrage der APS Group das Klischee, dass Zeitarbeitnehmer gegenüber der Stammbelegschaft schlechter gestellt sind. 85 Prozent der Befragten gaben an, dass sie genauso behandelt werden wie die übrigen Mitarbeiter. Eine große Mehrheit von 93 bzw. 95 Prozent bestätigte zudem, dass sie gut behandelt werden und mit ihrer Arbeit zufrieden sind. Dies zeigt, dass Zeitarbeit nicht nur eine wertvolle Karrierechance ist, sondern auch positive Arbeitsbedingungen und die Chance auf eine Festanstellung bietet.

Tipps für eine erfolgreiche Bewerbung

  • Wählen Sie die richtige Zeitarbeitsfirma: Es ist wichtig, gründlich zu recherchieren und seriöse, spezialisierte Zeitarbeitsfirmen auszuwählen. Achten Sie auf Bewertungen und Referenzen von anderen Arbeitnehmern. Ein guter Personaldienstleister hat transparente Verträge, zahlt nach Tarif und bietet Weiterbildungsmöglichkeiten an. Fragen Sie im Freundes- und Bekanntenkreis nach Empfehlungen und prüfen Sie, ob die Zeitarbeitsfirma Mitglied in einem Verband ist.
  • Erstellen Sie aussagekräftige Bewerbungsunterlagen: Ihre Bewerbungsunterlagen sollten speziell auf die Anforderungen der Zeitarbeit zugeschnitten sein. Erstellen Sie einen klar strukturierten Lebenslauf, der Ihre beruflichen Stationen und erworbenen Qualifikationen übersichtlich darstellt. Das Anschreiben sollte deutlich machen, warum Sie für die Zeitarbeit geeignet sind und welche Stärken Sie mitbringen. Vergessen Sie nicht, alle relevanten Zeugnisse und Nachweise beizufügen, um Ihre Qualifikationen zu belegen.
  • Bereiten Sie sich auf das Bewerbungsgespräch vor: Üben Sie typische Fragen und Antworten, die in einem Vorstellungsgespräch gestellt werden könnten. Dazu gehören Fragen zu Ihrer Berufserfahrung, Ihren Stärken und Schwächen und Ihrer Motivation für die Zeitarbeit. Die Darstellung der eigenen Stärken und Qualifikationen sollte souverän und selbstbewusst erfolgen. Simulieren Sie Gesprächssituationen mit Freunden oder der Familie, um Sicherheit zu gewinnen und Feedback zu erhalten.
  • Seien Sie proaktiv und zeigen Sie Eigeninitiative: Warten Sie nicht nur auf passende Angebote von Zeitarbeitsfirmen, sondern suchen Sie aktiv nach Zeitarbeitsangeboten. Nutzen Sie Online-Jobportale, Netzwerke und Social Media, um auf dem Laufenden zu bleiben. Kontaktieren Sie Personaldienstleister direkt und informieren Sie sich über aktuelle Stellenangebote. Zeigen Sie Eigeninitiative, indem Sie regelmäßig Kontakt zu Ihrem Personaldienstleister halten und Interesse an neuen Projekten und Einsätzen signalisieren.

Welche Vorteile bietet die Zeitarbeit für Arbeitgeber und Arbeitnehmer?

Die Übernahme von Zeitarbeitnehmern in ein festes Arbeitsverhältnis bietet sowohl für das Unternehmen als auch für den Arbeitnehmer eine Reihe von Vorteilen:

  • Schnelle Stellenbesetzung: Der Arbeitgeber erspart sich in Zeiten des Fachkräftemangels langwierige Stellenausschreibungen und Bewerbungsverfahren, zudem entfällt eine Einarbeitungszeit oder Probezeit.
  • Sammeln von Praxiserfahrung: Der Zeitarbeitnehmer wiederum hat die Möglichkeit, in verschiedenen Arbeitsumgebungen und Positionen auszuprobieren, was ihm am besten liegt, und ist bei einer Übernahme bereits mit dem Arbeitgeber vertraut und in die Belegschaft integriert.
  • Aufbau von Netzwerken und Kontakten: Zeitarbeitskräfte haben die Möglichkeit, Kontakte zu Unternehmen und potenziellen Arbeitgebern zu knüpfen.
  • Weiterbildung und Qualifizierung: Gerade für Berufseinsteiger oder Quereinsteiger bietet die Zeitarbeit in Österreich gute Chancen, da sie im Rahmen des Vertrages mit dem Überlasser Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote wahrnehmen können.
  • Sprungbrett zur Festanstellung: Zeitarbeitskräfte haben die Chance, nach Beendigung der Zeitarbeit eine Festanstellung im Kundenunternehmen zu erhalten.

Tipp: So schaffen Sie den Sprung von Zeitarbeit zur Festanstellung

Wenn Sie von Anfang an die Zeitarbeit als Türöffner für eine Festanstellung behandeln, können Sie Ihre eigenen Chancen bewusst steigern. Hier sind einige Tipps, wie Sie zur Festanstellung durch Zeitarbeit kommen können:

  • Wenn Sie schon vor Beginn der Zeitarbeit wissen, in welcher Branche Sie langfristig arbeiten möchten, gibt es spezialisierte Personaldienstleister, die sich auf bestimmte Branchen konzentrieren. Diese Dienstleister können Ihnen gezielt Einsatzmöglichkeiten in Ihrem Wunschbereich anbieten und Ihnen helfen, relevante Erfahrungen zu sammeln.
  • Es ist wichtig, kontinuierlich gute Leistungen zu erbringen. Es geht nicht nur darum, sofort über alle erforderlichen Qualifikationen zu verfügen. Eigenschaften wie Ehrgeiz, Lernbereitschaft und echtes Interesse am Beruf sind sehr wertvoll und werden von Vorgesetzten sicher bemerkt. Scheuen Sie sich nicht, Fragen zu stellen und aktiv zu werden.
  • Auch scheinbar einfache Eigenschaften wie Pünktlichkeit und Ordnung sind wichtig. Ein positiver Eindruck Ihrer Arbeitsweise kann wesentlich dazu beitragen, dass Sie vom Kundenunternehmen übernommen werden.
  • Ihre Fähigkeit, effektiv mit Kollegen und Vorgesetzten zu kommunizieren und zusammenzuarbeiten, ist von entscheidender Bedeutung. Sie tragen nicht nur zu einer positiven Arbeitsatmosphäre bei, sondern auch zur erfolgreichen Umsetzung von Teamprojekten und zur Lösung von Herausforderungen im Arbeitsumfeld.
  • Seien Sie proaktiv! Bleiben Sie in regelmäßigem Kontakt mit Ihrem Vorgesetzten und signalisieren Sie Ihr Interesse an einer langfristigen Zukunft im Unternehmen. Zeigen Sie Engagement und besprechen Sie Entwicklungsmöglichkeiten.
  • Tauschen Sie sich regelmäßig mit Kolleginnen und Kollegen, Vorgesetzten und der Personalabteilung aus. Ein starkes Netzwerk kann Ihnen nicht nur in der aktuellen Position helfen, sondern auch langfristig Ihre berufliche Entwicklung unterstützen und neue Chancen eröffnen.
  • Nutzen Sie die Möglichkeit, sich durch den Personaldienstleister in Ihrem Fachgebiet weiterbilden zu lassen und an interessanten Schulungen teilzunehmen. Diese Weiterbildungsmöglichkeiten können Ihr Fachwissen vertiefen und Ihre Attraktivität für zukünftige Aufgaben im Unternehmen steigern.

Ihre persönliche Checkliste für den Weg zur Festanstellung

Damit Ihrem Sprung von der Zeitarbeit in die Festanstellung nichts mehr im Wege steht, haben wir hier alle wichtigen Punkte zum Abhaken noch einmal für Sie zusammengefasst:

  1. Setzen Sie sich klare Karriereziele: Definieren Sie Ihre langfristigen Karriereziele und legen Sie fest, welche Fähigkeiten und Erfahrungen Sie dafür benötigen.
  2. Engagement und Zuverlässigkeit zeigen: Überzeugen Sie durch gute Arbeitsmoral, Pünktlichkeit und ständige Einsatzbereitschaft.
  3. Lernbereitschaft und Flexibilität: Seien Sie offen für neue Aufgaben und entwickeln Sie sich kontinuierlich weiter.
  4. Aktive Netzwerkpflege: Knüpfen Sie regelmäßig Kontakte zu Kolleginnen und Kollegen, Vorgesetzten und dem Personaldienstleister, um Ihr berufliches Netzwerk auszubauen.
  5. Kommunikations- und Teamfähigkeit: Stellen Sie Ihre Fähigkeit unter Beweis, effektiv zu kommunizieren und im Team zu arbeiten.
  6. Proaktives Verhalten: Zeigen Sie Eigeninitiative, bringen Sie Ideen ein und suchen Sie nach Möglichkeiten, Ihr Arbeitsumfeld zu verbessern.
  7. Fortbildung und Qualifizierung: Nutzen Sie die angebotenen Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten, um Ihr Fachwissen zu vertiefen und Ihre Attraktivität für das Unternehmen zu steigern.
  8. Feedback einholen: Holen Sie sich regelmäßig Feedback von Vorgesetzten und Kollegen ein, um Ihre Leistung kontinuierlich zu verbessern.
  9. Entwickeln Sie eine langfristige Perspektive: Denken Sie strategisch und zeigen Sie, dass Sie an einer langfristigen Zusammenarbeit mit dem Unternehmen interessiert sind.
  10. Karriereschritte planen: Entwickeln Sie einen Plan für Ihre berufliche Entwicklung im Unternehmen und setzen Sie klare Meilensteine, um Ihre Ziele zu erreichen.

Fragen und Antworten

Kann Zeitarbeit wirklich zu einer Festanstellung führen?

Ja, durchschnittlich schaffen rund 30 Prozent der Zeitarbeitnehmer den Sprung in eine Festanstellung beim Einsatzbetrieb. Wer von Anfang an engagiert arbeitet, Kontakte pflegt und Interesse an einer langfristigen Zusammenarbeit signalisiert, erhöht seine Chancen deutlich.

Für wen eignet sich Zeitarbeit als Karriereeinstieg?

Zeitarbeit ist besonders geeignet für Berufseinsteiger ohne spezifische Ausbildung, Wiedereinsteiger nach längerer Pause sowie für Personen, die sich beruflich neu orientieren möchten. Auch höher Qualifizierte, die schnell Erfahrungen in verschiedenen Unternehmen sammeln wollen, profitieren davon.

In welchen Branchen gibt es die meisten Zeitarbeitsstellen?

Besonders gefragt sind Zeitarbeitskräfte in der Industrie, im Gewerbe und Handwerk, im Handel sowie in Transport und Verkehr. Auch in Bereichen wie Information und Consulting oder Banken und Versicherungen werden zunehmend Zeitarbeitskräfte eingesetzt.

Wie hoch ist der Mindestlohn in der Zeitarbeit?

Der kollektivvertragliche Mindestlohn in der Arbeitskräfteüberlassung beträgt ab 1. Jänner 2026 2.326,86 Euro brutto monatlich. Je nach Qualifikation und Einsatzbereich kann das tatsächliche Gehalt deutlich höher liegen.

Habe ich als Zeitarbeitnehmer Anspruch auf Urlaub und Krankenstand?

Ja, Zeitarbeitnehmer haben dieselben Rechte wie reguläre Arbeitnehmer, darunter bezahlter Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankenstand sowie 13. und 14. Gehalt. Die Zeitarbeitsfirma ist als rechtlicher Arbeitgeber für die Einhaltung dieser Rechte verantwortlich.

Wie wähle ich die richtige Zeitarbeitsfirma aus?

Achten Sie darauf, dass die Firma eine gültige Gewerbeberechtigung hat, transparent über Bezahlung und Einsatzbetriebe informiert und Weiterbildungsmöglichkeiten anbietet. Bewertungen auf Portalen wie Kununu und Empfehlungen aus dem Bekanntenkreis geben zusätzliche Orientierung.

Wie lange dauert ein typischer Zeitarbeitseinsatz?

Die durchschnittliche Überlassungsdauer beträgt aktuell etwa 73 Tage. Einsätze können aber je nach Bedarf des Unternehmens kürzer oder deutlich länger dauern.

Was soll ich tun, um beim Einsatzbetrieb einen guten Eindruck zu hinterlassen?

Pünktlichkeit, Verlässlichkeit und Lernbereitschaft sind die wichtigsten Faktoren. Zeigen Sie aktiv Interesse an der Arbeit, stellen Sie Fragen und pflegen Sie den Kontakt zu Kollegen und Vorgesetzten, das erhöht die Chancen auf eine Übernahme erheblich.

Kann ich in der Zeitarbeit auch Weiterbildungen machen?

Ja, der Sozial- und Weiterbildungsfonds (SWF) und das AMS bieten Zeitarbeitskräften geförderte Weiterbildungen an. Auch viele Zeitarbeitsfirmen unterstützen ihre Mitarbeiter aktiv bei der Qualifizierung, was die Chancen auf eine Festanstellung zusätzlich steigert.

Muss ich bei jedem neuen Einsatz neu bewerben?

Nein, Sie haben einen laufenden Arbeitsvertrag mit der Zeitarbeitsfirma, die Sie zu den Einsatzbetrieben vermittelt. Ein offenes Gespräch über Ihre Wünsche, Stärken und verfügbaren Zeiten hilft dabei, passende Einsätze zu finden.

Mythen der Zeitarbeit – enttarnt

Zeitarbeit, auch bekannt als Arbeitskräfteüberlassung, hat in der jüngeren Vergangenheit zugenommen. Oft genießt sie nicht den allerbesten Ruf, und manche glauben, Zeitarbeit bei einer Zeitarbeitsfirma im Lebenslauf mache sich nicht gut. Es kursieren einige hartnäckige Mythen der Zeitarbeit. Aber sind diese auch korrekt? Unser Fakten-Check nimmt die häufigsten Gerüchte unter die Lupe.

Mythos 1: Zeitarbeit ist schlecht bezahlte Arbeit

Zeitarbeit heißt nicht automatisch, dass die Bezahlung schlecht ist. Dafür sorgt in Österreich auch das Gesetz. Die Höhe des Gehalts darf zum Beispiel nicht unter dem Kollektivvertrag des „Überlassers“, also der Zeitarbeitsfirma liegen, die den Arbeiter an ein anderes Unternehmen vermittelt. Die Bezahlung darf aber auch nicht unter dem (kollektivvertraglichen oder gesetzlichen) Mindestbetrag liegen, der für vergleichbare Arbeitnehmer im Unternehmen gilt, in dem die Arbeit verrichtet wird.

Außerdem: Unter den Zeitarbeitern ist die Vollzeitbeschäftigung um einiges höher als unter Festangestellten. Und weniger Teilzeitarbeit heißt natürlich mehr Verdienst.

Mythos 2: Zeitarbeit ist immer befristet

Klingt logisch: Zeitarbeit ist auf Zeit, also befristet. Das jeweilige Unternehmen hat irgendwann keinen Bedarf mehr und schickt den Zeitarbeiter zurück. Das ist jedoch für viele gar nicht der Fall. Wenn das Unternehmen zufrieden ist und die wirtschaftliche Situation es erlaubt, werden Zeitarbeiter immer wieder in die Stammbelegschaft integriert. Laut Erfahrungswerten aus der Branche schafft rund jeder dritte Zeitarbeitnehmer den Sprung in eine Festanstellung beim Einsatzbetrieb. Die genaue Quote hängt stark von Branche, Unternehmen und persönlichem Einsatz ab.

Davon abgesehen: Die mit Abstand meisten Zeitarbeiter haben bei ihrem Überlasser, dem Personaldienstleistungsunternehmen, einen unbefristeten Arbeitsvertrag.

Mythos 3: Zeitarbeit bedeutet häufig wechselnde Einsätze

Natürlich kommt das vor: Manche Arbeitseinsätze als Zeitarbeitskraft dauern wirklich nur wenige Monate. In dieser Zeit kann man aber schon wichtige Erfahrungen sammeln, oder man überbrückt damit die Zeit bis zum nächsten festen Job. Im Gegensatz zu Deutschland gibt es aber in Österreich auch keine feste zeitliche Obergrenze, wie lange man an ein Unternehmen überlassen werden darf.

Ewig wird man aber als Zeitarbeiter selten in einer einzelnen Firma sein. Wenn diese sehr zufrieden ist, ist es in ihrem Interesse, letztendlich einen Festangestellten aus dem Zeitarbeiter zu machen.

Mythos 4: Zeitarbeit ist Männersache

Es stimmt: Die Quote der Männer beträgt in der Zeitarbeit rund 70 Prozent. Das liegt natürlich daran, dass Zeitarbeit oft im Produktionssektor zur Anwendung kommt. Und in diesem Bereich sind besonders viele Männer tätig. Im Dienstleistungssektor oder in der Pflege ist das Verhältnis ausgeglichener.

Und Zeitarbeit kann generell für Männer wie Frauen sinnvoll sein – und sogar Vorteile bringen. Wenn man flexibler sein und die Familie mit dem Job besser jonglieren möchte, ist etwa ein Wechsel von Vollzeit in die Teilzeit für Zeitarbeiter oft einfacher.

Mythos 5: Als Zeitarbeiter kann man die beruflichen Fähigkeiten nicht weiterentwickeln

Klar, nicht jeder Job bietet die Chance, gleich neue Kenntnisse zu erlangen. Auch wenn Hilfskräfte in Bereichen wie Bau oder Tourismus nicht immer umfassende Weiterbildung bekommen, gibt es in der Zeitarbeit inzwischen immer mehr auch temporäre, anspruchsvollere Arbeitsprojekte. Man lernt, flexibel zu sein und macht auch mit jedem Arbeitseinsatz immer neue Erfahrungen.

Das heißt natürlich, dass mit jedem Job auch eine berufliche Weiterentwicklung einhergeht. Von dem abgesehen: Viele Unternehmen beziehen ihre Zeitarbeiter auch in Trainings mit ein. Es ist schließlich in ihrem Interesse, dass wirklich alle im Betrieb bestmöglich geschult sind.

Mythos 6: Zeitarbeitnehmer erhalten weniger Leistungen als Festangestellte

Zeitarbeiter sind angestellt und müssen selbstverständlich auch sozialversichert sein. Sie haben hier die gleichen Rechte wie Festangestellte. Sie dürfen außerdem auch die Wohlfahrtseinrichtungen und -maßnahmen des Unternehmens, an das sie überlassen werden, in Anspruch nehmen – und zwar zu denselben Konditionen. Dazu gehören etwa die Kantine, Kinderbetreuung oder auch Beförderungsmittel.

Eine etwaige unterschiedliche Behandlung von Zeitarbeitern und Stammbelegschaft muss sachlich begründet sein.

Mythos 7: Firmen nutzen Zeitarbeit, um Personalkosten zu sparen

Schwarze Schafe finden sich überall, aber: Nur wenige Unternehmen sehen die Kosten als einen wichtigen Faktor bei ihrem Einsatz von Zeitarbeitskräften. Das mit Abstand wichtigste Argument ist Flexibilität. Zeitarbeit ist ein Instrument, mit dem Auftragsspitzen abgefangen werden können. Firmen können so kurzfristig auf die aktuelle Auftragslage reagieren und die Wettbewerbsfähigkeit erhalten. Das wirkt sich positiv auf die Konjunktur und damit natürlich auch auf den Arbeitsmarkt aus.

Außerdem gibt es verschiedene gesetzliche Regelungen, die faire Bezahlung von Zeitarbeitern verlangen und ein Lohn-Dumping verhindern.

Mythos 8: Einmal Zeitarbeit – immer Zeitarbeit

Ein hartnäckiges Gerücht, das nicht sterben will: Begibt man sich in Zeitarbeit, bleibt man da auch – ein temporärer Hilfseinsatz nach dem nächsten, und keine Firma wird je wieder eine Festanstellung anbieten. Die Realität? Sieht anders aus. Tatsächlich kann Zeitarbeit durchaus ein Sprungbrett zu einer unbefristeten Festanstellung sein. Zum einen, weil die Erfahrungen aus der Wirtschaft klar belegen, dass Zeitarbeiter immer wieder in die Stammbelegschaft übernommen werden. Und zum anderen, weil die Einsätze im Rahmen der Zeitarbeit mehr Erfahrung und damit mehr Qualifikation bedeuten.

Mythos 9: Zeitarbeitsfirmen sind Sklaventreiber, die Arbeiter haben keine Rechte.

Auch das ist nicht wahr. Zeitarbeiter können in einem Arbeiter- oder Angestelltenverhältnis tätig sein. Das Arbeitskräfteüberlassungsgesetz gibt klare Regeln vor. Es wurde in Österreich einer EU-Richtlinie entsprechend angepasst, damit Zeitarbeiter nicht zu Mitarbeitern zweiter Klasse werden. Außerdem gelten natürlich das Urlaubsgesetz, das Arbeitszeitgesetz, das Arbeitsruhegesetz und so weiter. Auch Kollektivverträge kommen zur Anwendung. Ein weiterer wichtiger Aspekt: Die Betriebsräte eines Unternehmens sind auch für Zeitarbeiter zuständig.

Mythos 10: Zeitarbeit macht sich schlecht im Lebenslauf

Auch der letzte Mythos ist am Ende nur das: ein Mythos. Zeitarbeit ist ein normales, etabliertes Instrument in österreichischen Unternehmen. In den Personalabteilungen landen keine Bewerbungen im Mülleimer, nur weil im Lebenslauf auch Zeitarbeit aufscheint.

Im Gegenteil sehen Personaler oft sogar einen Vorteil darin: Der Bewerber zeigt, dass er flexibel und motiviert zu arbeiten ist – und dass er Lücken im Lebenslauf vermeiden möchte. Mit jedem Zeitarbeit-Einsatz kann man außerdem neue Erfahrungen sammeln – und gerade um die berufliche Erfahrung geht es schließlich im Lebenslauf.

Fazit: Darum lohnt sich Zeitarbeit

Mythen sind Mythen, und die Realität spricht für sich: Zeitarbeit bietet viele Chancen – für den (Wieder-)Einstieg in den Arbeitsmarkt, als Übergang oder auch zur Überbrückung. Man erwirbt neue Kenntnisse und Erfahrungen und vermeidet den Stillstand.

Und damit weder die Bezahlung noch die Arbeitsbedingungen im Vergleich zur Festanstellung leiden, gibt es in Österreich klare Regelungen gegen Ausbeutung.

Fragen und Antworten

Verdienen Zeitarbeitnehmer weniger als Festangestellte?

Das Gesetz schützt Zeitarbeitnehmer vor Lohndumping. Sie haben Anspruch auf den kollektivvertraglichen Mindestlohn des Einsatzbetriebs, sofern dieser höher ist als der Mindestlohn des KV für Arbeitskräfteüberlassung. Zudem ist die Vollzeitquote in der Zeitarbeit höher als bei Festangestellten.

Ist Zeitarbeit immer nur auf Zeit?

Nicht unbedingt, die meisten Zeitarbeitnehmer haben bei ihrer Zeitarbeitsfirma einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Viele werden zudem vom Einsatzbetrieb in eine Festanstellung übernommen, wenn sie gute Arbeit leisten und das Unternehmen langfristigen Bedarf hat.

Kann ich durch Zeitarbeit in eine Festanstellung wechseln?

Ja, laut Erfahrungswerten aus der Branche schafft rund jeder dritte Zeitarbeitnehmer den Sprung in eine Festanstellung beim Einsatzbetrieb. Engagement, Verlässlichkeit und aktives Interesse an einer langfristigen Zusammenarbeit erhöhen die Chancen deutlich.

Ist Zeitarbeit nur für bestimmte Berufsgruppen geeignet?

Nein, Zeitarbeit wird in vielen Branchen und auf allen Qualifikationsstufen eingesetzt, von einfachen Hilfstätigkeiten bis hin zu anspruchsvollen Fach- und Managementpositionen. Besonders verbreitet ist sie in Industrie, Handel, Logistik und Dienstleistung.

Haben Zeitarbeitnehmer die gleichen Rechte wie Stammbeschäftigte?

Ja, Zeitarbeitnehmer haben dieselben gesetzlichen Rechte wie Festangestellte: Urlaub, Krankenstand, Sozialversicherung, 13. und 14. Gehalt sowie Zugang zu Wohlfahrtseinrichtungen des Einsatzbetriebs wie Kantine oder Kinderbetreuung.

Kann ich mich in der Zeitarbeit beruflich weiterentwickeln?

Ja, durch den Einsatz in verschiedenen Unternehmen und Branchen sammeln Zeitarbeitnehmer vielseitige Erfahrungen. Viele Einsatzbetriebe beziehen Zeitarbeitnehmer auch in interne Schulungen ein. Zusätzlich bietet der Sozial- und Weiterbildungsfonds (SWF) geförderte Weiterbildungen speziell für Zeitarbeitskräfte an.

Ist Zeitarbeit Männersache?

Nicht ausschließlich, zwar sind rund 70 % der Zeitarbeitskräfte männlich, was vor allem auf den hohen Anteil im Produktionssektor zurückzuführen ist. Im Dienstleistungsbereich und in der Pflege ist das Verhältnis deutlich ausgeglichener. Zeitarbeit bietet für alle Geschlechter Flexibilitätsvorteile, etwa beim Wechsel zwischen Vollzeit und Teilzeit.

Nutzen Firmen Zeitarbeit nur, um Kosten zu sparen?

Nein, das wichtigste Motiv für Zeitarbeit ist Flexibilität, nicht Kostenersparnis. Unternehmen setzen Zeitarbeit ein, um schnell auf Auftragsspitzen zu reagieren und Engpässe zu überbrücken. Gesetzliche Regelungen verhindern zudem Lohndumping.

Macht sich Zeitarbeit schlecht im Lebenslauf?

Nein, Zeitarbeit ist ein anerkanntes und etabliertes Beschäftigungsmodell in Österreich. Personaler sehen darin häufig sogar einen Vorteil: Bewerber zeigen Flexibilität, Einsatzbereitschaft und vielseitige Erfahrungen aus verschiedenen Unternehmen.

Haben Zeitarbeitnehmer keinerlei Rechte?

Das Gegenteil ist der Fall, das Arbeitskräfteüberlassungsgesetz (AÜG) schreibt klare Mindeststandards für faire Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen vor. Urlaubsgesetz, Arbeitszeitgesetz und Kollektivverträge gelten genauso wie für alle anderen Arbeitnehmer. Auch Betriebsräte sind für Zeitarbeitnehmer zuständig.

Zeitarbeit in Österreich

Zeitarbeit, Personalleasing, Arbeitskräfteüberlassung – es gibt viele Begriffe, die zwar alle dasselbe meinen, aber immer wieder Verwirrung auslösen. Bei wem ist ein Zeitarbeiter angestellt? Wo arbeitet er? Welche Rechte hat er, und was spricht für bzw. gegen die Zeitarbeit? Alle wichtigen Informationen rund um das Thema Zeitarbeit in Österreich auf einen Blick.

Was bedeutet Zeitarbeit?

Unter Zeitarbeit bzw. Arbeitskräfteüberlassung, wie es rechtlich korrekt genannt wird, versteht man, wenn ein Arbeitnehmer (Zeitarbeiter) einen Arbeitsvertrag mit einer Zeitarbeitsfirma (Überlasser) hat, aber in einer anderen Firma arbeitet (Beschäftiger). In der Zeitarbeit ist der Überlasser (also die Zeitarbeitsfirma) der rechtliche Arbeitgeber der Arbeitskraft, während der Beschäftiger das Unternehmen ist, bei dem die Arbeit tatsächlich verrichtet wird.

Beide Firmen schließen dann einen Vertrag ab, der die Zurverfügungstellung der überlassenen Arbeitnehmer rechtlich regelt. Zulässig ist eine solche Zeitarbeit nur dann, wenn auch der Arbeitnehmer dem zustimmt.

Die Rolle der Zeitarbeitsfirmen hat sich dabei im Jahr 2025 deutlich weiterentwickelt: Viele Anbieter übernehmen inzwischen nicht nur die Personalbereitstellung, sondern auch On-Site-Management, Payrolling, oder sogar komplexe Teile der Personalprozesse direkt vor Ort beim Kunden.

Moderne Zeitarbeitsfirmen kümmern sich zudem um die Betreuung der überlassenen Mitarbeiter, organisieren Weiterbildungsmaßnahmen, steuern die Einsatzplanung und sorgen für eine möglichst reibungslose Integration der Zeitarbeitskräfte in die betrieblichen Abläufe des Kundenunternehmens. Dadurch verschwimmen in der Praxis oft die Grenzen zwischen externen und internen Mitarbeitern – bei klarer rechtlicher Trennung der Zuständigkeiten.

Was ist der Unterschied zwischen Zeit- und Leiharbeit?

Im Grunde genommen sind Zeitarbeit und Leiharbeit austauschbare Begriffe. In Österreich hat sich im alltäglichen Sprachgebrauch der Ausdruck „Leiharbeit“ etabliert, während der offizielle Begriff des Gesetzgebers „Arbeitskräfteüberlassung“ lautet. In Deutschland wird stattdessen der Begriff „Zeitarbeit“ verwendet, der jedoch ebenfalls das Verhältnis zwischen einer Firma, die Personal bereitstellt, einer anderen Firma, die zusätzliches Personal benötigt, und den betreffenden Personen beschreibt, die ihre Arbeitsleistung auf diese Weise zur Verfügung stellen.

Zeitarbeit in Österreich

Dass dieses Beschäftigungsmodell in der Praxis eine immer größere Rolle spielt, zeigen auch die aktuellen Zahlen: Im Jahr 2024 arbeiten rund 166.545 Menschen in Österreich in einer Arbeitskräfteüberlassung . Die Zeitarbeitsunternehmen in Österreich rekrutieren 51% ihrer Mitarbeiter aus der Arbeitslosigkeit. „Es zeigt sich, dass die Zeitarbeit ein Sprungbrett in die Stammbelegschaft ist. 2024 sind knapp 18% der überlassenen Arbeitskräfte nach der Zeitarbeit zu einer Fixanstellung in einem Unternehmen gekommen“, so so der Präsident von Österreichs Personaldienstleister, Dr. Martin Zieger. Zeitarbeit ist damit längst kein Randphänomen mehr, sondern ein fixer Bestandteil des österreichischen Arbeitsmarkts. Typische Einsatzbereiche finden sich in der Industrie (z. B. Produktionshilfen in der Metallverarbeitung), der Logistik (etwa Kommissionierer oder Staplerfahrer in großen Verteilzentren) oder im Handel (etwa Kassapersonal oder Lagermitarbeiter in saisonalen Stoßzeiten).

  1. Industrie
  2. Gewerbe und Handwerk
  3. Handel
  4. Transport und Verkehr
  5. Information und Consulting
  6. Tourismus und Freizeitwirtschaft
  7. Banken und Versicherungen

Vor allem Unternehmen, die ihre Flexibilität bewahren möchten und ihren Personalbedarf an die aktuelle Auslastung sowie Auftragslage anpassen müssen, setzen auf Arbeitskräfte in Zeitarbeit. Diese Unternehmen können bei Bedarf zusätzliches Personal über eine Zeitarbeitsfirma beziehen, ohne den gesamten Bewerbungsprozess durchlaufen zu müssen oder sich langfristig an neue Mitarbeiter binden zu müssen, wenn die genaue Dauer des Bedarfs unklar ist. Am öftesten werden Zeitarbeitnehmer in Oberösterreich eingesetzt, gefolgt von Wien, der Steiermark und Niederösterreich.

Vor- und Nachteile der Zeitarbeit

Im Vergleich zu einer Festanstellung im Unternehmen bietet Zeitarbeit für Arbeitnehmer sowohl Vor- als auch Nachteile, die es vorab abzuwägen gilt und die auch von den Bedürfnissen der jeweiligen Personen abhängen.

Vorteile der Zeitarbeit

Durchgehende Beschäftigung

Bei der Zeitarbeit sind die Arbeitnehmer bei der Zeitarbeitsfirma angestellt und werden dann bei Bedarf an die entsprechenden Unternehmen vermittelt. Dies kann deutliche Vorteile gegenüber einer direkten Anstellung beim Bedarfsunternehmen haben, besonders wenn der Bedarf zeitlich begrenzt ist und es sich daher um ein befristetes Arbeitsverhältnis handeln würde.

Gleicher Lohn, gleicher Urlaubsanspruch, gleiche Entgeltfortzahlung im Krankenstand

Auch hinsichtlich der Bezahlung haben Zeitarbeiter in der Regel keine Nachteile, da für sie der Kollektivvertrag des Beschäftigers gilt. Wenn zum Beispiel ein Stundenlohn vereinbart wurde, der unter dem kollektivvertraglichen Minimum liegt, hat der Zeitarbeiter dennoch Anspruch auf den höheren Stundenlohn gemäß des Kollektivvertrags. Auch während der Stehzeit, wenn der Zeitarbeiter nicht an ein Unternehmen überlassen wird, besteht Anspruch auf Lohn. Darüber hinaus haben Zeitarbeitnehmer Anspruch auf die gesetzlichen Urlaubstage, und im Krankheitsfall wird das Entgelt weiterhin bezahlt.

Zeitarbeit als Neustart

Vor allem seit der Corona-Krise, in der viele Personen ihren Job verloren haben, kann Zeitarbeit eine gute Möglichkeit sein, wieder am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Auch während wirtschaftlich herausfordernder Phasen – etwa der Energiekrise – hat sich Zeitarbeit als flexibles Instrument zur Stabilisierung des Arbeitsmarkts erwiesen. Sie ermöglicht es Unternehmen, kurzfristig auf sich verändernde Rahmenbedingungen zu reagieren, während gleichzeitig Beschäftigung für Arbeitskräfte geschaffen oder erhalten wird.

Zeitarbeit eignet sich besonders als Einstiegsmöglichkeit, zur Überbrückung zwischen Jobs oder als Chance für Berufsrückkehrer und Quereinsteiger, um wieder in den Arbeitsprozess einzusteigen oder neue Branchen kennenzulernen.

Viele unterschiedliche Erfahrungen

Zeitarbeitnehmer haben die Möglichkeit, viele verschiedene Unternehmen kennenzulernen. Dies kann besonders für Personen vorteilhaft sein, die noch nicht sicher sind, in welchem Arbeitsumfeld sie sich langfristig sehen. Durch die Arbeit in verschiedenen Unternehmen können sie verschiedene Unternehmenskulturen erleben und feststellen, ob sie sich beispielsweise in großen Konzernen oder kleineren Unternehmen wohler fühlen oder in welcher Branche ihre Präferenzen liegen. Diese Diversität an Einsätzen – ob kurz- oder langfristig – erweitert den beruflichen Horizont und fördert oft auch persönliche Entwicklung.

Möglichkeit auf Festanstellung

Zudem ist es nicht auszuschließen, dass Unternehmen entlehntes Personal fix anstellen, wenn sie mit der Arbeitsleistung und dem Engagement einer Person zufrieden sind. In manchen Branchen gilt die Zeitarbeit sogar als „verlängertes Bewerbungsgespräch“. Allerdings variiert die tatsächliche Übernahmerate stark nach Branche und Region – neuere Studien zeigen, dass Übernahmen zwar möglich, aber nicht die Regel sind.

Nachteile der Zeitarbeit

Hin und Her

In der Zeitarbeit gibt es oft spannende Abwechslung: Man lernt unterschiedliche Unternehmen, Teams und Arbeitsweisen kennen. Das kann bedeuten, dass man sich regelmäßig auf neue Kollegen und Abläufe einstellt – eine Fähigkeit, die langfristig die eigene Flexibilität und Anpassungsstärke stärkt. Zwar kann es anfangs herausfordernd sein, sich in einem neuen Umfeld einzufinden, doch gleichzeitig bietet jeder Einsatz die Chance, das eigene Netzwerk zu erweitern und wertvolle Erfahrungen zu sammeln.

Auch die Einsatzdauer kann variieren – von kurzfristigen Projekten bis hin zu längerfristigen Einsätzen. Diese Vielfalt erfordert etwas Offenheit in der Planung, bringt jedoch den Vorteil mit sich, dass man viele verschiedene Branchen und Tätigkeiten kennenlernen und dadurch seinen persönlichen Karriereweg gezielt gestalten kann.

Ständige Flexibilität

Zeitarbeit bedeutet, offen für unterschiedliche Aufgaben und wechselnde Einsatzorte zu sein. Dadurch entwickelt man eine hohe Anpassungsfähigkeit, die in der heutigen Arbeitswelt sehr gefragt ist. Jeder Einsatz bietet die Möglichkeit, neue Fähigkeiten zu erwerben und vorhandene Kompetenzen zu vertiefen.

Die unterschiedlichen Anforderungen der Unternehmen sorgen dafür, dass kein Tag dem anderen gleicht – eine willkommene Abwechslung für alle, die ihre Arbeit abwechslungsreich und dynamisch gestalten möchten.

Welche Rechte habe ich als Zeitarbeitnehmer?

Die Arbeitskräfteüberlassung in Österreich wird durch das Arbeitskräfteüberlassungsgesetz (AÜG) geregelt. Es legt die Rechte und Pflichten der beteiligten Parteien – also Zeitarbeitsfirma (Überlasser), entlehnendes Unternehmen (Beschäftiger) und Arbeitnehmer – verbindlich fest. Im Fokus steht dabei der Schutz der überlassenen Arbeitskräfte, insbesondere in Bezug auf Entlohnung, Arbeitszeit und Gleichbehandlung.

Seit den letzten Anpassungen im AÜG (Stand 2025) wurden unter anderem Branchentarife aktualisiert, um die Gehälter stärker an die jeweiligen Branchenstandards anzugleichen. Dadurch wird sichergestellt, dass überlassene Arbeitskräfte nicht systematisch unter dem Lohnniveau der Stammbelegschaft liegen. In bestimmten Sektoren – etwa Metall, Bau oder IT – gelten dabei eigene Überlassungs-Kollektivverträge oder Tarifzuschläge, die zusätzlich berücksichtigt werden müssen.

Bezahlung

Besonders praxisrelevant ist in diesem Zusammenhang die Equal-Pay- und Gleichbehandlungsregelung: Überlassene Arbeitnehmer haben in Österreich Anspruch auf den kollektivvertraglichen Mindestlohn des Beschäftigerbetriebs, also jenen Mindestlohn, der für vergleichbare Tätigkeiten im Einsatzbetrieb gilt. Die Gleichstellung betrifft den kollektivvertraglichen Anspruch, nicht den individuell ausgehandelten Lohn einzelner Mitarbeiter.

Das bedeutet also, dass der kollektivvertragliche Mindestlohn auch für Zeitarbeitnehmer gilt. Wenn beispielsweise mit der Zeitarbeitsfirma ein Stundenlohn von 8 Euro vereinbart wird, der Kollektivvertrag im Beschäftigerbetrieb jedoch einen Mindeststundenlohn von 10 Euro vorsieht, so stehen dem Zeitarbeiter die 10 Euro pro Stunde zu.

Diese Regelung orientiert sich inhaltlich an der deutschen „Equal Pay“-Vorgabe (§ 8 AÜG DE) und ist auch in Österreich Teil der laufenden Kontrollpraxis durch das Arbeitsinspektorat und die Gebietskrankenkassen. Verstöße können zu Nachzahlungen und empfindlichen Strafen führen.

Kündigung

Die Kündigungsfristen in der Zeitarbeit richten sich nach der Beschäftigungsdauer bei der Zeitarbeitsfirma: In den ersten 24 Monaten beträgt die Frist 2 Wochen, danach 4 Wochen. Bei einer Beschäftigung von mehr als zwei Jahren gleichen sich die Fristen schrittweise an die allgemeinen gesetzlichen Fristen an. Haben Sie bei derselben Zeitarbeitsfirma bereits früher gearbeitet und die Pause dazwischen war kürzer als 12 Monate, werden diese früheren Zeiten mitgezählt

Krankenstand

Im Krankheitsfall haben Zeitarbeitnehmer Anspruch auf Entgeltfortzahlung, die von der Zeitarbeitsfirma geleistet wird. Dabei wird das Entgelt bezahlt, das der Zeitarbeitnehmer erhalten hätte, wenn er gearbeitet hätte (Ausfallsprinzip).

Urlaub

In der Regel wird der Urlaub mit dem Arbeitgeber, in diesem Fall mit der Zeitarbeitsfirma, vereinbart. Abhängig von der Dauer des Einsatzes bei einem Unternehmen wird der Urlaub oft vor oder nach einer Überlassung festgelegt, kann jedoch auch während der Überlassung vereinbart werden. Die Höhe des Entgelts während des Urlaubs kann variieren: Wenn der Urlaub in die Zeit einer Überlassung fällt, erhält der Zeitarbeiter das Entgelt, das er bei diesem Unternehmen verdient hätte. Falls der Urlaub vor oder nach einer Überlassung liegt, wird das Entgelt gemäß des Arbeitsvertrags mit der Zeitarbeitsfirma gezahlt.

Schwangerschaft

Für Zeitarbeiterinnen gelten im Falle einer Schwangerschaft die gleichen Regelungen wie für andere Arbeitnehmerinnen. Das betrifft sowohl Meldefristen als auch Kündigungsschutz, Mutterschutz, Regelungen zur Karenz, Überstunden und Sonderbestimmungen für werdende Mütter.

Sozialversicherung

In der Zeitarbeit in Österreich ist die Sozialversicherung für die Beschäftigten automatisch sichergestellt. Die Zeitarbeitsfirma führt im Rahmen der Arbeitskräfteüberlassung sämtliche Beiträge zur Kranken-, Unfall-, Pensions- und Arbeitslosenversicherung ab. Dadurch sind Zeitarbeitnehmer sozial umfassend abgesichert und genießen dieselben Sozialversicherungsleistungen wie regulär angestellte Mitarbeiter.

Dienstkleidung, Arbeitsmaterial und Co.

Neben der obligatorischen Sozialversicherung bieten viele Zeitarbeitsfirmen zusätzliche Leistungen an, um die Arbeit ihrer Beschäftigten zu erleichtern. Dazu zählen beispielsweise die Bereitstellung von Dienstkleidung, notwendigem Arbeitsmaterial und Tools sowie gegebenenfalls Zuschüsse oder Übernahmen von Transportkosten zum Einsatzort. Diese Zusatzleistungen unterstützen die Zeitarbeitnehmer in ihrem Arbeitsalltag und tragen zur Attraktivität der Beschäftigung bei.

Wann wird ein Zeitarbeitnehmer übernommen?

In Deutschland existiert die Regelung, dass Zeitarbeitnehmer, die länger als 18 Monate einem Betrieb überlassen werden, von diesem übernommen werden müssen, gemäß der Höchstüberlassungsdauer. In Österreich gibt es eine solche Regelung nicht. Eine zeitliche Begrenzung ist nur dann vorgesehen, wenn sie im Kollektivvertrag oder einzelvertraglich geregelt wurde – oder wenn ein sachlicher Befristungsgrund besteht (z. B. Projektarbeit).

Viele Unternehmen nutzen jedoch Zeitarbeit, um potenzielle neue Mitarbeiter über einen längeren Zeitraum zu beobachten und dann bei Bedarf Einzelpersonen als festangestellte Mitarbeiter zu übernehmen. Wenn ein Unternehmen mit der Leistung eines Zeitarbeitnehmers zufrieden ist und diesen fest anstellen möchte, muss eine Vereinbarung mit der Zeitarbeitsfirma getroffen werden.

Was kann ich mit Zeitarbeit verdienen?

In der Arbeitskräfteüberlassung in Österreich gilt das Prinzip des „Equal Treatment“ – das bedeutet: Für Zeitarbeitnehmer gilt grundsätzlich der Kollektivvertrag jener Branche, in der sie eingesetzt werden, nicht jener des Überlassers. Dieser Grundsatz stellt sicher, dass Zeitarbeitnehmer beim Entgelt, bei Zulagen, Arbeitszeitregelungen, Urlaub und Sonderzahlungen gleichgestellt sind mit direkt angestellten Kollegen im Beschäftigerbetrieb.

Die Kollektivverträge der Beschäftigerbranche (z. B. Metallindustrie, Handel, Bau, Logistik) enthalten häufig branchenübliche Zulagen, wie etwa:

  • Logistik: Schichtzulagen, Nachtarbeitszuschläge, Sonntagszuschläge
  • Metallindustrie: Gefahrenzulagen, Erschwerniszulagen, Montagezulagen
  • Bau: Taggeld, Wegzeitvergütung, Schlechtwetterregelungen

Diese Zulagen müssen auch an Zeitarbeitnehmer bezahlt werden, sofern die Tätigkeit dieselben Voraussetzungen erfüllt wie bei Stammmitarbeitern.

In mehreren Branchen wurden in den Jahren 2023 und 2024 Tarifanpassungen durchgesetzt, etwa:

  • Metallindustrie: durchschnittliche Lohnerhöhungen um rund 9 % (KV-Abschluss 2023)
  • Handel: gestaffelte Erhöhungen je nach Entlohnungsgruppe
  • Sozialwirtschaft: Stufenweise Anhebung durch die SWÖ-KV-Reform
  • Logistik: Präzision von Regelungen zu Arbeitszeit und Wochenendzulagen, was auch die Abrechnung in der Zeitarbeit betrifft.

Zeitarbeitsfirmen müssen bei der Abrechnung daher nicht nur den branchenrelevanten Kollektivvertrag korrekt anwenden, sondern auch Zulagen, Sonderzahlungen und KV-Erhöhungen laufend aktualisieren, um gesetzeskonform zu handeln. Für Beschäftiger und Überlasser ist deshalb eine klare, transparente Lohnverrechnung und Dokumentation entscheidend.

Zusätzlich haben sie Anspruch auf das 13. und 14. Monatsgehalt (Urlaubszuschuss und Weihnachtsgeld). Alles, was über diese Standards hinausgeht, ist – wie bei jedem anderen Arbeitsvertrag – Verhandlungssache. Die Möglichkeit, ein höheres Entgelt auszuhandeln, steigt in der Regel mit den Qualifikationen und der Berufserfahrung der Zeitarbeitnehmer.

Diese Kriterien beeinflussen Ihr Gehalt als Zeitarbeitnehmer:

  • Lehrabschluss
  • Zweckausbildung
  • Fachkenntnisse und Fähigkeiten
  • Fähigkeit selbstständig zu arbeiten
  • Arbeitserfahrung
  • Verantwortung

Typische Einsatzmodelle in der Zeitarbeit

Typische Einsatzmodelle in der Zeitarbeit spiegeln die unterschiedlichen Anforderungen von Unternehmen wider und reichen von kurzfristigen, flexiblen Lösungen bis hin zu längerfristigen Einsätzen mit Perspektive auf eine Festanstellung. Folgende Modelle gibt es dabei besonders häufig:

  • Kurzzeit-Einsätze:
    • Dauer: wenige Tage bis maximal 3 Monate.
    • Einsatz in saisonalen Spitzen, bei Auftragsspitzen oder kurzfristigem Personalbedarf.
    • Hohe Flexibilität, schnelle Reaktion auf Marktanforderungen.
  • Langzeit-Einsätze:
    • Dauer: 6 Monate bis 1 Jahr oder länger.
    • Typisch in Bereichen mit längerfristigem Personalbedarf, z.B. Bau, Produktion, Logistik.
    • Ermöglicht tieferes Einarbeiten und teilweise Übernahme von regulären Aufgaben.
  • Integration mit späterer Fixanstellung („Perm“ / „Perm Placement“):
    • Zeitarbeit als „Probezeit“ mit Option auf Festanstellung.
    • Besonders beliebt bei Unternehmen, die Kandidaten zunächst im realen Arbeitsumfeld testen wollen.
    • Dauer der Zeitarbeit vor Fixanstellung meist 3–6 Monate.
    • Vorteil für Arbeitnehmer: Sicherheit, sich im Betrieb zu bewähren.
    • Vorteil für Arbeitgeber: Reduziertes Risiko bei Neueinstellungen.

Mögliche Karrierewege: Chancen und Jobs im Bereich der Zeitarbeit in Österreich

Zeitarbeit ist mittlerweile in den verschiedensten Branchen und Arbeitsbereichen weit verbreitet. Egal ob in handwerklichen, manuellen Tätigkeiten, in der Fertigung, im Vertrieb, im Assistenzbereich oder sogar in der Finanzbranche als Buchhalter oder Wirtschaftsprüfer bzw. im Personalmanagement – immer mehr Unternehmen entscheiden sich dafür, zusätzliches Personal über Zeitarbeitsfirmen einzustellen. Dies ermöglicht es Unternehmen, schnell und projekt- oder saisonbezogen die benötigten Arbeitskräfte zu erhalten. Ein weiterer Einsatzbereich sind Personalengpässe, insbesondere in Urlaubszeiten oder bei Krankheitsfällen.

Das noch immer anhaltende Vorurteil, dass Zeitarbeiter weniger Ausbildungen und Erfahrungen mitbringen, ist längst überholt. Mittlerweile sind sehr viele gute Fachkräfte bei Zeitarbeitsfirmen angestellt. Dementsprechend finden sich in Jobbörsen auch in den unterschiedlichsten Bereichen sehr lukrative und interessante Stellenanzeigen für Zeitarbeitnehmer.

Viele Zeitarbeitsfirmen haben sich auf spezifische Bereiche spezialisiert. Man findet Unternehmen, die sich beispielsweise auf das Überlassen von Fachkräften im Vertrieb oder in einer bestimmten Branche konzentrieren. Auf diese Weise kann jeder eine Zeitarbeitsfirma finden, die zu den persönlichen Qualifikationen und Jobpräferenzen passt. Durch die Zeitarbeit können Arbeitnehmer wertvolle Erfahrungen in verschiedenen Unternehmen sammeln, die bei einer Festanstellung in einem einzelnen Unternehmen kaum möglich wären.

Zeitarbeit im Vertrieb

Durch Zeitarbeit im Vertrieb erhalten Menschen aller Altersstufen die Möglichkeit, höhere Flexibilität zu genießen und umfangreiche berufliche Erfahrungen zu sammeln. Tägliche Interaktionen mit Kunden aus verschiedenen Teilen der Welt bieten Einblicke in unterschiedliche Persönlichkeiten und Hintergründe. Zudem ermöglicht die Vertriebserfahrung das Erlernen wertvoller Fähigkeiten wie Kommunikationskompetenz, Geduld und Belastbarkeit, die auch im späteren Berufsleben von großem Nutzen sein können.

Zeitarbeit in der Finanzbranche

Insbesondere in der Finanzbranche stellt Zeitarbeit nicht nur eine schnelle Möglichkeit dar, einen Job zu finden, sondern bietet möglicherweise auch die Chance, besser zu verdienen als in einer Festanstellung. Zeitarbeiter werden häufig dann angefragt, wenn es Arbeitsspitzen zu bewältigen gibt – und Unternehmen sind bereit, für diese Entlastung einen höheren Preis zu zahlen. Zudem ermöglicht Zeitarbeit Buchhaltern, Wirtschaftsprüfern und ähnlichen Berufen die Flexibilität, jederzeit den Arbeitgeber zu wechseln, ohne auf eine langfristige Bindung an ein Unternehmen angewiesen zu sein.

Zeitarbeit im Personalwesen

Recruiter agieren als Vermittler zwischen Kandidaten und Arbeitgebern und tragen dabei viele verschiedene Hüte. Diese Vielseitigkeit macht den Job sowohl anspruchsvoll als auch spannend: Neben fachlichem Know-how sind vor allem starke kommunikative Fähigkeiten und Empathie gefragt. Durch die Unterstützung von Arbeitgebern bei der optimalen Personalführung fungieren Recruiter nicht nur als Unterstützer erfolgreicher Unternehmen, sondern haben auch ausgezeichnete Chancen auf langfristige Übernahmen.

Förderung und Entwicklung von Zeitarbeitnehmern

Um den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden und Karrierechancen zu verbessern, spielt Weiterbildung eine immer wichtigere Rolle. Die APS Group übernimmt hierbei eine zentrale Funktion: Sie unterstützt Zeitarbeitnehmer durch Onboarding, Schulungen und Beratung, beispielsweise durch den Einsatz digitaler Tools, die über ein breites Standortnetzwerk zugänglich sind. „Dieses Reservoir an ungenütztem Talent machen wir sichtbar und stellen es als Mittler dem Arbeitsmarkt zur Verfügung“, sagt Martin Zauner, Geschäftsführer der APS Group, der darin eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten sieht: „Unternehmen kommen rasch an qualifizierte Fachkräfte; umgekehrt haben Fachkräfte einen sicheren Arbeitsplatz und können sich bei der APS Group laufend weiterbilden.“  So wird nicht nur die Eingliederung in den jeweiligen Einsatzbetrieb erleichtert, sondern auch die kontinuierliche Qualifikation der Mitarbeitenden gefördert.

Darüber hinaus empfehlen Zeitarbeitsfirmen häufig externe Förderungen wie jene des AMS (Arbeitsmarktservice Österreich) oder regionale Landestöpfe, die Weiterbildung und Qualifizierung finanziell unterstützen. Diese Programme helfen Zeitarbeitnehmern, ihre Kompetenzen zu erweitern, Karrierewege zu planen und langfristig bessere berufliche Perspektiven zu erlangen.

Herausforderungen & Kritik von Zeitarbeit im Jahr 2025

Die Zeitarbeit in Österreich ist ein bedeutendes Instrument am Arbeitsmarkt, das gleichzeitig unterschiedliche Anforderungen und Diskussionen mit sich bringt. Sie ermöglicht es Unternehmen, gerade in Zeiten des Fachkräftemangels, flexibel und kurzfristig auf Personalbedarfe zu reagieren. Damit dieses Modell langfristig erfolgreich bleibt, ist es wichtig, eine Balance zu wahren, sodass Zeitarbeit als wertvolle Ergänzung zu regulären Beschäftigungsverhältnissen dient.

In der Praxis wird immer wieder auf Punkte hingewiesen, bei denen Optimierungspotenzial besteht – etwa bei der Reduzierung von Fluktuation, um die Stabilität für Zeitarbeitnehmer zu erhöhen. Auch die Mitbestimmungsrechte im Einsatzbetrieb könnten gestärkt werden, um die Position der Beschäftigten zu festigen. Zudem wäre es wünschenswert, den Übergang in Festanstellungen nach einem Einsatz noch gezielter zu fördern, um Beschäftigungslücken zu vermeiden.

2024 sind knapp 18% der überlassenen Arbeitskräfte nach der Zeitarbeit zu einer Fixanstellung in einem Unternehmen gekommen. Dies verdeutlicht, dass Zeitarbeit für viele Arbeitnehmer durchaus auch als Sprungbrett in eine dauerhafte Anstellung dienen kann.

Ausblick & Trends

Die Zeitarbeitsbranche steht vor vielfältigen Herausforderungen und Chancen, die sich insbesondere durch gesellschaftliche und technologische Entwicklungen ergeben. Nach der Corona-Pandemie zeigt sich eine deutlich gestiegene Nachfrage nach Zeitarbeitskräften, vor allem in den Bereichen Logistik, Industrie und Bau. Diese Branchen profitieren besonders von der Flexibilität, die Zeitarbeit bietet, um auf Schwankungen im Auftragsvolumen schnell reagieren zu können.

Auch die Digitalisierung spielt eine zunehmend wichtige Rolle. Moderne On-Site-Dienste ermöglichen eine effizientere Steuerung von Zeitarbeitnehmern direkt am Einsatzort. Ergänzt wird dies durch neue Payrolling-Modelle und den Einsatz innovativer HR-Technologien – etwa Chatbots, die im Recruiting oder bei der Mitarbeiterbetreuung eingesetzt werden.

Zugleich rücken Themen wie Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung stärker in den Fokus. Immer mehr Zeitarbeitsunternehmen achten auf faire, zukunftsfähige Arbeitspraktiken. Dabei gewinnen Aspekte wie Vielfalt, Inklusion und die Anpassung an demografische Veränderungen zunehmend an Bedeutung – sowohl für die Mitarbeitergewinnung als auch für langfristige Personalstrategien.

Wie viele andere Bereiche ist auch die Zeitarbeitsbranche in Österreich stark von der konjunkturellen Entwicklung abhängig. Für das Jahr 2025 wird ein moderates Wirtschaftswachstum von rund 1 % prognostiziert. Die Aussichten bleiben jedoch verhalten. Wir sehen derzeit noch keine Erholung bei den Unternehmen in Österreich. Eine wirtschaftliche Erholung erwarten wir, nach heutigem Wissensstand, erst wieder für das Jahr 2026“, so Dr. Martin Zieger.

Fragen und Antworten

Was bedeutet Zeitarbeit in Österreich genau?

Bei der Zeitarbeit haben Sie Ihren Arbeitsvertrag mit einer Zeitarbeitsfirma. Diese überlässt Sie für eine bestimmte Zeit an ein anderes Unternehmen, in dem Sie tatsächlich tätig sind.

Wer ist bei Zeitarbeit mein Arbeitgeber?

Ihr Arbeitgeber ist die Zeitarbeitsfirma, nicht das Unternehmen, in dem Sie eingesetzt werden.

Ist Zeitarbeit dasselbe wie Leiharbeit?

Ja. Rechtlich spricht man von Arbeitskräfteüberlassung, umgangssprachlich von Zeitarbeit oder Leiharbeit.

Habe ich als Zeitarbeitnehmer Anspruch auf das gleiche Gehalt wie Stammmitarbeiter?

Ja. Sie haben Anspruch auf das gleiche Entgelt wie vergleichbare Arbeitnehmer im Beschäftigerbetrieb.

Habe ich in der Zeitarbeit Anspruch auf Urlaub und Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall?

Ja. Sie haben Anspruch auf bezahlten Urlaub sowie auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall wie andere Arbeitnehmer auch.

Welche Arbeitszeitregelungen gelten in der Zeitarbeit?

Für Sie gelten die gesetzlichen Arbeitszeit- und Ruhezeitbestimmungen ebenso wie für andere Arbeitnehmer im Einsatzbetrieb.

In welchen Branchen wird Zeitarbeit häufig eingesetzt?

Zeitarbeit wird vor allem in Industrie, Logistik und Handel genutzt, also dort, wo flexibel Personal benötigt wird.

Was bedeuten die Begriffe „Überlasser“ und „Beschäftiger“?

Der Überlasser ist die Zeitarbeitsfirma, bei der Sie angestellt sind. Der Beschäftiger ist das Unternehmen, in dem Sie tatsächlich arbeiten.

Wie funktioniert die Kündigung in der Zeitarbeit?

Neu: „Die Kündigungsfrist beträgt in den ersten 24 Monaten der Beschäftigung bei der Zeitarbeitsfirma 2 Wochen, danach 4 Wochen. Frühere Beschäftigungszeiten beim selben Arbeitgeber werden mitgezählt, sofern die Unterbrechung nicht länger als 12 Monate war.

Kann ich aus der Zeitarbeit in eine Fixanstellung übernommen werden?

Ja. Wenn der Beschäftigerbetrieb zufrieden ist, kann eine direkte Anstellung im Unternehmen vereinbart werden.

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