07.09.2022

Die Suche nach Jobs in den sozialen Medien – ein Wegweiser

Social Media Profile & Jobsuche: steigender Trend

Soziale Medien sind allgegenwärtig: Fast jeder von uns nutzt Facebook, Instagram oder hat gar schon den Sprung zu TikTok gemacht. Aber nicht nur Information, Unterhaltung und Kontakt zu Freunden spielen auf Social Media eine Rolle. Auch die Jobsuche verlagert sich immer mehr in diesen Bereich, der Trend geht steil nach oben. Waren es 2021 noch 10 Prozent, die dort nach neuen Positionen suchten, sind es 2022 schon 21 Prozent.

Das kommt auch bei den Unternehmen an. Immer mehr bieten in ihrer Social-Media-Präsenz direkte Infos zu offenen Stellen. Und weil Instagram und Co. von einem Großteil der Menschen am Handy genutzt werden, müssen die Inhalte fürs mobile Betrachten angepasst sein. Die Vorreiter unter den Arbeitgebern gehen hier noch weiter: Sie leiten Bewerber, die sich vielleicht ohne Zögern bewerben wollen, sofort auf eine Seite weiter, wo sie ihre Kontaktdaten eingeben können. Oft gibt es auch die Option, den eigenen Lebenslauf oder Arbeitszeugnisse als Datei direkt vom Handy aus hochzuladen.

Mehr Bewerber durch Social Media

Der Vorteil der Bewerbersuche in den sozialen Medien liegt für Arbeitgeber auf der Hand: Auf Jobbörsen erkundigen sich nur die aktiv nach Arbeit suchenden Menschen nach freien Stellen. Diese machen aber nur 15 Prozent der potentiellen Mitarbeiter aus. Die anderen 85 Prozent sind aktuell in einer Anstellung – aber dennoch offen für einen neuen Job. Postings auf Plattformen wie Facebook oder LinkedIn erreichen auch diese Menschen und bescheren den Arbeitgebern potenziell viel mehr interessante Bewerber.

Chancen und Risiken der Jobsuche in sozialen Medien

Für die Bewerberseite sind soziale Medien eine große Chance: Unkompliziertes Finden offener Stellen, schnelle Bewerbungsprozeduren – und vor allem die Möglichkeit, sich selbst kompetent und sympathisch darzustellen. Mit Ihrem Profil auf Facebook oder LinkedIn können Sie die Personalverantwortlichen eines Unternehmens auf sich aufmerksam machen und Interesse wecken.

Dazu ist es aber ganz wichtig, die gesamten Inhalte des jeweiligen Social-Media-Profils zu kennen und zu überprüfen. Ihre Web-Präsenz kann nämlich auch Schaden anrichten: Wenn Sie unangemessene, unseriöse Bilder oder Status-Meldungen in Ihrem Verlauf haben, geht die Bewerbung schnell nach hinten los. Unternehmen suchen nach Personen, die freundlich, kompetent und seriös wirken. Freizügige Bilder vom Badeurlaub oder Texte mit wirren politischen Ansichten sind dagegen schnell ein Grund, den Bewerber nicht einzuladen.

Tipps & Tricks – so punkten Sie mit Ihrem Online-Auftritt

Wenn Sie Ihre Social-Media-Profile für Personaler interessanter machen wollen, dann sollten Sie folgende Punkte auf jeden Fall bedenken:

Unangemessene Inhalte oder beleidigende Posts löschen

Kein Unternehmen möchte Mitarbeiter, die stark polarisieren oder gar diskriminierende Meinungen vertreten. Teilen Sie deshalb keine hetzerischen Inhalte. Überlegen Sie ganz genau, ob das eine oder andere Posting nicht vielleicht rassistisch, sexistisch oder homophob wirkt. Löschen Sie solche Beiträge und auch ähnlich unangemessene Kommentare Ihrer jeweiligen Social-Media-Kontakte.

Achten Sie auch auf Ihre Freundes- und Kontaktlisten und welchen Profilen oder Seiten Sie auf Facebook, Instagram, Twitter & Co. folgen – und löschen Sie gegebenenfalls die Verbindung. Kaum ein Unternehmen lädt Menschen zum Bewerbungsgespräch ein, die politisch extreme Ansichten vertreten, über spezifische Religionen lästern, oder sonstige Dinge verbreiten, die gesellschaftlich nicht akzeptabel sind. Auch auf den ersten Blick unschuldig wirkende derbe Witze und vulgäre Sprache sind bei Personalern nicht unbedingt gern gesehen.

Bild und Video: Wie präsentieren Sie sich?

Sie sollten auf Bildern natürlich sympathisch wirken, und in vielen sozialen Medien geht es um Familie, Freunde, Freizeit und Urlaub – daran ist nichts falsch. Aber: Bilder oder Videos, in denen Sie fast nackt am Strand liegen, exzessiv Alkohol konsumieren oder grölend auf dem Tisch tanzen, machen Sie nicht zur ersten Wahl für ein Job-Interview. Achten Sie hier auch genau auf Verlinkungen und Tags, durch die Sie in den Fotos anderer Kontakte aufscheinen könnten.

Positiv fallen Sie wiederum auf, wenn man Ihr persönliches Engagement sieht: Sie babysitten gerne die Nachbarskinder? Sie sind bei der freiwilligen Feuerwehr oder im Sportverein? Das zeigt, dass Sie ein interessierter, sozialer und aktiver Mensch sind – und nach solchen Leuten wird am Jobmarkt gesucht.

Tabu: Ungereimtheiten und schlecht über die Arbeit reden

Auch darauf sollten Sie achten, wenn Sie Ihre Social-Media-Profile durchforsten: Schlechte Aussagen über bisherige Arbeitgeber, Beschwerden über den Job, vielleicht sogar Aussagen wie „Ich gehe in den Krankenstand, ich habe heute keine Lust auf Arbeit“ – das geht gar nicht. So wirken Sie auf Unternehmen wie ein wenig loyaler Angestellter, der noch dazu negativ über den Chef redet.

Wichtig ist auch, dass auf Ihren Profilen keine Ungereimtheiten entstehen. Ein Beispiel: In Ihrem Lebenslauf geben Sie an, dass Sie bis im Vormonat jahrelang bei einer Firma angestellt waren. Aber Fotos, Textbeiträge und ähnliches in Ihren sozialen Medien zeigen, dass Sie im letzten Jahr fünf Monate arbeitslos waren und diese im Ausland mit Urlaub verbracht haben. Da ist eine kleine Lüge schnell enttarnt – und Ihre Bewerbung landet vielleicht im Mülleimer.

Ein neues Profil – am besten mit LinkedIn

Sie wollen in sozialen Medien nicht auf private, lustige Dinge und zwanglose Kommunikation mit Freunden verzichten? Das ist Ihr gutes Recht. Empfehlenswert ist dann aber, dass Ihr Profil nicht durch Foto oder Namen auffindbar ist, beziehungsweise dass nur Ihre wirklich engen privaten Kontakte Einblick haben. Erstellen Sie dann einfach parallel Ihre eigenen Social-Media-Profile fürs Berufliche. Diese können Sie genau so gestalten, dass Sie für Personaler ansprechend und seriös wirken.

Die beste Social-Media-Plattform hierfür ist LinkedIn. Es wurde speziell für Karriere und berufliche Kontakte entwickelt. In Europa hat das Netzwerk schon fast 140 Millionen Mitglieder. LinkedIn ermöglicht Ihnen, sich sympathisch und professionell zu präsentieren. Sie können Ihre Qualifikationen und Berufserfahrungen angeben und von Ihren Kontakten bestätigen lassen.

Teilen Sie relevante und interessante Inhalte, die zu Ihren beruflichen Interessen passen. Sie können sich im großen LinkedIn-Netzwerk auch direkt bei Unternehmen bewerben – und umgekehrt von diesen auf ihrer Mitarbeitersuche direkt gefunden und angesprochen werden.

Fazit: Social Media kann sich lohnen, aber auch schaden

Fast keiner kommt heutzutage an Social Media vorbei – das gilt inzwischen auch für Jobsuche und Karriere. Es ist daher wichtig, dass Sie Ihre Profile genau anschauen und – wo nötig – anpassen: Wer kann öffentlich welche Inhalte sehen? Mache ich einen seriösen, kompetenten, sympathischen Eindruck? Wenn Sie auf mögliche Fehler und Ausrutscher achten und Ihre Stärken gut präsentieren, können Sie soziale Medien für sich und Ihre Karriere nutzen. Wenn Sie schlampig sind und dennoch über Social Media mit Unternehmen in Kontakt kommen, kann das Ihre Jobsuche aber unnötig erschweren.

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