Bewerbungsgespräche mit Zoom und Co.: Die besten Tipps

Immer mehr Unternehmen führen Bewerbungsgespräche mit Zoom und Co auch virtuell durch. Das birgt für Sie Chancen, aber auch Herausforderungen. Wir haben die wichtigsten Tipps, wie Sie Ihr virtuelles Vorstellungsgespräch meistern.

Die passende Software

Mit welcher Anwendung wird das Gespräch durchgeführt? Anbieter gibt es mittlerweile viele: Zoom, Microsoft Teams, Google Meet und viele andere haben jeweils unterschiedliche Voraussetzungen. Checken Sie schon bei der Einladung zum Gespräch, mit welchem Tool das Interview durchgeführt wird. Testen Sie vorab, ob Sie damit gut umgehen können und ob Ihr Computer und Internetverbindung fit genug für ein längeres Gespräch sind.

Die richtige Ausrüstung

Für Ihr Gespräch brauchen Sie eine gute Webcam und ein Mikrofon, das Ihre Stimme ansprechend aufnehmen und wiedergeben kann. Das geht mit einem Laptop, aber auch mit dem Smartphone oder dem Tablet.

Das beste Setting

Wo steht Ihr Rechner? Ist Ihr Hintergrund vorzeigbar oder sollten Sie vielleicht noch aufräumen? Gibt es genug Licht oder sollten Sie vielleicht zusätzliche Lampen aufstellen? Wählen Sie auf Ihrem Rechner die Funktion „Kamera“ aus und überprüfen Sie Ihr Bild – Sie sollen gut zu sehen sein und die Kamera etwa auf Augenhöhe haben. Ihr Gegenüber sollte das Gefühl haben, Ihnen mit normalem Abstand gegenüber zu sitzen.  Vergessen Sie nicht auf ausreichend Stromzufuhr und schließen Sie Ihr Gerät, wenn möglich, über Kabel ans Modem an.

Der optimale Hintergrund

Überlegen Sie bei der Auswahl Ihrer Sitzposition, was im Hintergrund zu sehen ist. Eine leere Wand oder ein Bücherregal im Hintergrund sind ideal. Ist das nicht möglich, können Sie bei den meisten Videokonferenz-Tools einen virtuellen Hintergrund nutzen. Achten Sie darauf, dass dieser passend zum Bewerbungsgespräch gewählt wird: Sonne, Strand und Meer sind zwar schön, aber im Bewerbungsgespräch unpassend.

Die richtige Kleidung

Auch beim Online-Gespräch gilt: Kleiden Sie sich so, als würden Sie persönlich zum Interview erscheinen. Da die Kamera Sie meist von der Hüfte aufwärts zeigt, reicht ein gepflegtes, dem Anlass entsprechendes Oberteil – so machen Sie von Anfang an einen guten Eindruck.

Blickkontakt

Schauen Sie während des Gesprächs möglichst direkt in die Kamera – nicht auf das Bild Ihres Gesprächspartners am Bildschirm. Nur so entsteht für Ihr Gegenüber der Eindruck von echtem Blickkontakt.

Wichtig: Eine gute Vorbereitung

Bereiten Sie sich für das Online-Bewerbungsgespräch genauso gut vor wie für einen persönlichen Vorstellungstermin. Notieren Sie sich Stichworte und Fragen auf Notizzetteln außerhalb des Kamerabereichs, so können Sie im Notfall schnell einen Blick darauf werfen. Natürlich können Sie wichtige Informationen während des Gesprächs auch selbst mitschreiben.

Achtung Aufnahme

Nehmen Sie sich ausreichen Zeit und suchen Sie sich für Ihr Bewerbungsgespräch einen ruhigen Platz. Schalten Sie Telefon, TV und Radio aus und schließen Sie die Fenster, um Nebengeräusche zu vermeiden. Kinder und Haustiere sollten nicht im Raum sein, an sich hat aber jeder Arbeitgeber Verständnis, wenn mal die eine oder andere Panne passiert und jemand durchs Bild huscht.

Was tun bei einer technischen Panne?

Trotz guter Vorbereitung kann die Verbindung einmal abbrechen oder die Kamera plötzlich nicht funktionieren. Speichern Sie daher vorab die Telefonnummer oder E-Mail-Adresse Ihres Gesprächspartners, damit Sie ihn im Notfall sofort kontaktieren können. Bleiben Sie ruhig – technische Probleme können beiden Seiten passieren und werden von den meisten Arbeitgebern mit Verständnis aufgenommen.

Fragen & Antworten

Ist ein Online-Bewerbungsgespräch genauso ernst zu nehmen wie ein persönliches?

Ja, ein Online-Bewerbungsgespräch ist ein vollwertiges Vorstellungsgespräch und sollte genauso sorgfältig vorbereitet werden. Kleidung, Auftreten und Vorbereitung auf Inhalte und Fragen sind genauso wichtig wie beim persönlichen Termin.

Welche Programme werden für Online-Bewerbungsgespräche am häufigsten verwendet?

Die meistgenutzten Plattformen sind Zoom, Microsoft Teams und Google Meet. Welches Tool verwendet wird, erfahren Sie in der Einladung zum Gespräch. Testen Sie es vorab, damit Sie am Tag des Gesprächs keine unangenehmen Überraschungen erleben.

Was soll ich beim Online-Bewerbungsgespräch anziehen?

Kleiden Sie sich so, als würden Sie persönlich zum Gespräch erscheinen – also gepflegt und dem Anlass entsprechend. Denken Sie daran, dass die Kamera Sie meist von der Hüfte aufwärts zeigt, und verzichten Sie auf Freizeitkleidung.

Wie stelle ich sicher, dass mein Hintergrund beim Video-Interview passt?

Wählen Sie einen aufgeräumten, ruhigen Hintergrund – eine neutrale Wand oder ein Bücherregal sind ideal. Falls das nicht möglich ist, können die meisten Videokonferenz-Tools einen virtuellen Hintergrund einblenden – achten Sie dabei auf eine seriöse Auswahl.

Worauf soll ich beim Blickkontakt im Online-Interview achten?

Schauen Sie möglichst direkt in die Kamera und nicht auf das Bild Ihres Gesprächspartners am Bildschirm. Nur so entsteht für Ihr Gegenüber der Eindruck von echtem Blickkontakt.

Was soll ich tun, wenn die Verbindung während des Gesprächs abbricht?

Speichern Sie vorab die Telefonnummer oder E-Mail-Adresse Ihres Gesprächspartners, damit Sie ihn im Notfall sofort erreichen können. Bleiben Sie ruhig – technische Probleme können beiden Seiten passieren und werden in der Regel mit Verständnis aufgenommen.

Darf der Arbeitgeber das Online-Bewerbungsgespräch aufzeichnen?

Eine Aufzeichnung ohne Ihre ausdrückliche Zustimmung ist datenschutzrechtlich nicht zulässig. Fragen Sie zu Beginn des Gesprächs nach, ob eine Aufzeichnung stattfindet, und stimmen Sie nur zu, wenn Sie damit einverstanden sind.

Welche technischen Voraussetzungen brauche ich für ein Online-Interview?

Sie benötigen eine stabile Internetverbindung, eine funktionierende Webcam und ein Mikrofon. Schließen Sie Ihr Gerät wenn möglich über ein Kabel ans Modem an und stellen Sie sicher, dass der Akku geladen oder das Gerät am Strom angeschlossen ist.

Darf ich mir beim Online-Bewerbungsgespräch Notizen machen?

Ja, notieren Sie sich Stichworte und wichtige Fragen auf Zetteln außerhalb des Kamerabereichs. Das ist beim Online-Interview ein klarer Vorteil gegenüber dem persönlichen Gespräch und vollkommen akzeptabel.

Wie früh soll ich mich für das Online-Gespräch einloggen?

Loggen Sie sich zwei bis drei Minuten vor dem vereinbarten Termin ein – nicht zu früh, aber auf keinen Fall zu spät. So zeigen Sie Pünktlichkeit und haben noch einen Moment, um Kamera und Mikrofon ein letztes Mal zu prüfen.

Wege zum perfekten Job: So finden Sie Ihren Traumjob und bewerben sich richtig

Jeder hat sich im Leben schon einmal diese Fragen gestellt: Welche Tätigkeit passt zu mir? Welche Arbeit macht mich glücklich? Was ist denn eigentlich mein Traumberuf? Eine einfache Antwort gibt es darauf nicht, denn für ein erfülltes Berufsleben sind viele Faktoren wichtig.

Was ist überhaupt ein Traumjob?

Der ideale Job – viele meinen, das ist der Job, der am Ende des Monats das meiste Geld aufs Konto bringt. Gute Bezahlung ist natürlich wichtig und macht das Leben leichter, aber Vorsicht: Geld ist nicht alles, das gilt auch im Berufsleben. Viele andere Punkte sind auf dem Weg zum perfekten Arbeitsplatz zu beachten:

Persönliche Interessen:

Ein wichtiger Aspekt, denn das Arbeitsgebiet sollte im Idealfall Spaß machen und die eigenen Neigungen widerspiegeln. So hat jemand, der für sein Leben gern bastelt und schraubt, sicher große Freude an einem handwerklichen Beruf. Wenn Sie eine kommunikative Person sind und gerne mit anderen Menschen in Kontakt treten, finden Sie aber einen Job im Kundendienst sicher spannender. Interessant ist dabei auch die Frage, ob Sie Ihren Job sinnvoll und wertvoll finden. Wenn Sie das Gefühl haben, etwas zu bewegen, sind Sie im Berufsalltag bestimmt zufriedener.

Talente und Fähigkeiten:

Bei der Suche nach dem Traumjob sollten Sie sich auch diese Frage stellen: Worin bin ich wirklich gut? Wenn Sie Erfolgserlebnisse statt Frust suchen, ist es wichtig, dass Sie Ihren Aufgaben gewachsen sind und das Gefühl haben, Ihre Talente auch richtig einzusetzen. Das wird in Ihrem beruflichen wie auch im privaten Umfeld positiv aufgenommen und gibt Ihnen Selbstvertrauen und Zufriedenheit.

Arbeitsumfeld:

In allen Umfragen bei Angestellten ganz weit oben, wenn es um die Zufriedenheit im Job geht: die Kollegen und Vorgesetzten. Ein freundliches Arbeitsklima mit Menschen, mit denen Sie bei einem Kaffee auch gern übers Wochenende plaudern. Ein Team, das Sie an stressigen Tagen unterstützt und wertschätzt. Das sind unbezahlbare Faktoren für glückliche Mitarbeiter. Niemand schätzt Kollegen, die sich wegdrehen, wenn man einmal Hilfe braucht, oder hinter dem Rücken anderer über diese schlecht reden. Dasselbe gilt für einen guten Chef: gute Manager-Qualitäten wie Offenheit, Überblick und Verständnis für die Bedürfnisse der Belegschaft sind unbezahlbar.

Work-Life-Balance:

Eine wichtige Frage, die beim Thema Traumjob oft vergessen wird. Auch wenn gute Bezahlung und nette Kollegen toll sind, sollte man auch an die eigenen Lebensumstände denken: Haben Sie Partner, Kinder, zu pflegende Angehörige oder andere Verpflichtungen? Diese können es im Alltag besonders wichtig machen, dass Sie zum Beispiel klare Arbeitszeiten haben und nicht regelmäßig mit unerwarteten Überstunden konfrontiert sind. Andere Menschen haben dafür unter der Woche gern mal einen Tag frei und finden deshalb Schichtdienste attraktiv.

Persönliche Entwicklung:

Schnell vergisst man bei einem guten Job, den man gerne macht: Wo will ich in fünf oder zehn Jahren sein? Gibt es berufliche Aufstiegschancen? Kann ich mich fachlich oder persönlich weiterbilden? Welche Angebote macht mein Arbeitgeber in diesem Bereich? Die Anforderungen der Berufswelt und die eigenen Interessen können sich im Laufe der Jahre verändern. Darum ist es wichtig, auch Aspekte wie Aufstiegsmöglichkeiten und Fortbildung zu bedenken, wenn wir von einem „perfekten“ Job reden.

Job vs. Beruf und Berufung

Den einen Traumjob gibt es also nur selten. Ein Abwägen aller wichtigen Punkte ist nötig, um zu erkennen, welche Faktoren eine Anstellung wirklich zum idealen Job machen – und diese Faktoren können sich im Laufe des Lebens natürlich je nach individueller Situation auch verschieben. Der Traumjob ist deshalb nicht zwangsweise immer die große Berufung, die wir vielleicht einmal spüren oder als Kinder anscheinend so klar vor Augen hatten.

Drei wichtige Indizien für einen Traumjob

Gerade in einem Land wie Österreich, in einer Zeit wie heute, gibt es eine fast unendliche Anzahl von Berufswegen, die wir einschlagen können. Zahlreiche Ausbildungen und Fortbildungsmöglichkeiten stehen auf der Suche nach dem idealen Job offen. Eine kleine Hilfe auf dieser Suche sind aber diese drei Fragen:

  • Was kann ich gut? Eine Arbeit, die zu Ihren persönlichen Kompetenzen und Fähigkeiten passt, ist eine gute Arbeit. Wenn Sie Ihre Talente kennen und das Gefühl haben, diese können durch Förderung und Fortbildung auch wachsen, ist das ein guter Start.
  • Welcher Job passt zu meiner Persönlichkeit? Wenn Sie an Ihren Traumjob denken, denken Sie an sich selbst, an Ihre Charaktereigenschaften: Was sind meine Interessen? Was macht mir Spaß und was mag ich überhaupt nicht? Wie verbringe ich gerne den Tag, und mit welchen Menschen?
  • Was treibt mich wirklich an? Überlegen Sie, was Sie motiviert, morgens aufzustehen. In welche Arbeitsstätte möchte ich fahren? Welche Aufgaben erwarten mich dort, welche Tätigkeiten? Was sind meine Bedürfnisse und was möchte ich wirklich erreichen?

Wo fange ich mit der Jobsuche an?

Die obigen Fragen helfen Ihnen, ein Gefühl dafür zu entwickeln, was Sie sich von einem erfüllten Beruf erwarten. Mit ein paar weiteren Schritten können Sie dann systematisch die Suche nach dem richtigen Job beginnen:

Überlegen Sie, welche Art von Job Sie suchen.

Vergleichen Sie die Tätigkeiten und Arbeitsbedingungen verschiedener ausgeschriebener Jobs mit Ihren eigenen Vorstellungen. Klicken Sie auch auf Jobinserate, die vielleicht auf den ersten Blick nicht passend scheinen und schauen Sie, welche Aufgaben und Erwartungen dazugehören. Sie werden manchmal überrascht sein.

Bewerten Sie Ihre Fähigkeiten.

Überlegen Sie sich, wo Ihre Kompetenzen, Ihre Stärken und Schwächen liegen. Seien Sie dabei ehrlich mit sich selbst und versuchen Sie nicht, sich zu über- oder unterschätzen. Oft fällt die eigene Beurteilung schwer. Fragen Sie auch Familie, Freunde oder alte Kollegen nach einer ehrlichen Einschätzung darüber, mit welchen Fähigkeiten Sie auftrumpfen können.

Setzen Sie sich Karriereziele.

Wo wollen Sie in einem Jahr sein? Wo wollen Sie in fünf Jahren sein? In welcher Branche oder in welchem Beruf sehen Sie sich? Welche Position auf welcher Ebene wollen Sie mittel- und langfristig einnehmen? Diese Fragen helfen Ihnen dabei, die Jobsuche und etwaige benötigte Weiterbildungen zu planen.

Prüfen Sie, was die Kompetenzen und Berufe der Zukunft sind.

Auf der Suche nach dem perfekten Job ist es auch wichtig, dass Sie langfristig in diesem Job bleiben können. Deshalb sollten Sie beachten: Welche Branchen haben eine Zukunft, wo werden in den nächsten Jahren besonders viele Kräfte gesucht? Welche Fähigkeiten sind am Arbeitsmarkt begehrt? Stellen Sie sicher, dass Ihr Traumjob keine Eintagsfliege wird.

Lassen Sie sich von einem Personaldienstleister unterstützen.

Sie sind auf Ihrer Suche nicht allein. Abgesehen von Beratungs- und Fortbildungsangeboten wie jenen des Arbeitsmarkt Service (AMS) bietet Ihnen auch ein verlässlicher Personaldienstleister Unterstützung. Für einen solchen ist es immer das Ziel, eine gute, faire und gesunde Arbeitswelt zu schaffen. Beratung und Unterstützung finden hier auch temporäre Arbeitskräfte, die sich im Rahmen der Zeitarbeit neue Kompetenzen aneignen, neue Berufsfelder kennenlernen und ihrem idealen Job dadurch schnell einen Schritt näherkommen.

Fazit: Der perfekte Job ist mehr als Geld

Der Traumjob – ein Traum. Für ein erfülltes Berufs- und damit auch Privatleben ist es ganz wichtig, dass wir uns darüber bewusst werden, wie wir arbeiten und leben wollen. Und das nicht nur heute, sondern auch in zehn oder zwanzig Jahren. Beachten Sie also all die Faktoren, die wichtig sind: Fähigkeiten, Interessen, Menschen, Bedürfnisse – und vieles mehr. So finden Sie einen erfüllenden Beruf, der zu Ihrem Leben passt.

Fragen und Antworten

Wie finde ich heraus, welcher Job zu mir passt

Stellen Sie sich drei zentrale Fragen: Was kann ich gut? Was macht mir Spaß? Was motiviert mich, morgens aufzustehen? Die Antworten darauf helfen Ihnen, Berufe zu identifizieren, die zu Ihren Fähigkeiten, Interessen und Persönlichkeit passen.

Ist Gehalt das wichtigste Kriterium bei der Jobwahl?

Gute Bezahlung ist wichtig, aber nicht das einzige Kriterium. Arbeitsklima, Kollegen, Entwicklungsmöglichkeiten und Work-Life-Balance sind in Umfragen regelmäßig genauso entscheidend für die Zufriedenheit im Job wie das Gehalt.

Wie setze ich mir realistische Karriereziele?

Überlegen Sie, wo Sie in einem Jahr und in fünf Jahren beruflich stehen möchten – in welcher Branche, in welcher Position und mit welchen Fähigkeiten. Konkrete Ziele helfen Ihnen, die Jobsuche gezielter anzugehen und notwendige Weiterbildungen frühzeitig zu planen.

Wie erkenne ich, ob ein Job zukunftssicher ist?

Achten Sie darauf, in welchen Branchen langfristig Fachkräfte gesucht werden – etwa in Technik, Pflege oder erneuerbaren Energien. Berufe, die digitale, technische oder soziale Kompetenzen erfordern, sind am österreichischen Arbeitsmarkt besonders gefragt.

Was tun, wenn ich nicht weiß, welchen Job ich suchen soll?

Das AMS bietet kostenlose Beratung und Berufsorientierung an. Auch ein Gespräch mit einem Personaldienstleister kann helfen, Stärken und passende Berufsfelder zu identifizieren – gerade wenn Sie einen Neustart oder einen Branchenwechsel anstreben.

Kann Zeitarbeit helfen, den richtigen Beruf zu finden?

Ja, über Zeitarbeit können Sie verschiedene Unternehmen, Branchen und Tätigkeiten kennenlernen, ohne sich langfristig festzulegen. Das ist besonders wertvoll, wenn Sie noch unsicher sind, welche Arbeit wirklich zu Ihnen passt.

Wie wichtig ist Work-Life-Balance bei der Jobwahl?

Sehr wichtig – besonders wenn Sie Familienpflichten, pflegebedürftige Angehörige oder andere Verpflichtungen haben. Klare Arbeitszeiten, Flexibilität und eine respektvolle Unternehmenskultur sind langfristig genauso entscheidend wie das Gehalt.

Wie beurteile ich meine eigenen Stärken und Schwächen realistisch?

Seien Sie ehrlich mit sich selbst und holen Sie sich Rückmeldungen von Familie, Freunden oder früheren Kollegen. Oft sehen andere unsere Stärken klarer als wir selbst – eine externe Perspektive kann bei der Berufswahl sehr wertvoll sein.

Lohnt es sich, auf Jobinserate zu klicken, die auf den ersten Blick nicht passen?

Ja, durchaus. Manchmal verbergen sich hinter unbekannten Berufsbezeichnungen spannende Tätigkeiten, die gut zu den eigenen Fähigkeiten passen. Ein Blick auf die konkreten Aufgaben lohnt sich immer.

Wie kann ein Personaldienstleister bei der Jobsuche helfen?

Ein Personaldienstleister kennt den regionalen Arbeitsmarkt und kann Sie gezielt mit Unternehmen zusammenbringen, die Ihren Fähigkeiten und Vorstellungen entsprechen. Die Vermittlung ist für Bewerber kostenlos und kann den Weg zum richtigen Job deutlich verkürzen.

Fragen zum Lebenslauf – beantwortet

Der Lebenslauf ist Ihre Visitenkarte für jede Bewerbung. Deswegen sollten Sie dabei einige wichtige Punkte beachten. Wir beantworten wichtige Fragen zum Lebenslauf.

Was gehört in die persönlichen Daten beim Lebenslauf?

Name, Adresse, Foto, Telefonnummer und Geburtsdatum. Dass diese Dinge in den Lebenslauf gehören, ist bekannt. Doch ist es auch wichtig, in welche Grundschule Sie gingen? Oder welche Hobbys Sie haben? Erfahren Sie hier, was wirklich in einen Lebenslauf gehört.

Kontaktdaten

Ganz zu Beginn Ihres Lebenslaufs geben Sie Ihre Kontaktdaten an. Dazu gehören Adresse, Telefonnummer und Mailadresse. Ebenfalls ganz am Anfang fügen Sie ein Foto von sich ein – so kann sich der Arbeitgeber gleich ein Bild von Ihnen machen.

Wenn Sie nicht aus Österreich oder der EU stammen, empfiehlt es sich, Ihre Nationalität im Lebenslauf anzugeben. Viele Arbeitgeber fragen danach, da sie wissen möchten, ob eine Arbeitsgenehmigung erforderlich ist. Wenn Sie bereits über eine gültige Aufenthalts- und Arbeitsberechtigung in Österreich verfügen, können Sie das ebenfalls kurz vermerken – das erleichtert dem Arbeitgeber die Einschätzung und beschleunigt den Bewerbungsprozess.

Berufserfahrung

Jetzt geht’s ans Eingemachte! Sie sollten mit Ihrer Berufserfahrung beginnen. Ausnahme: Sie kommen frisch von der Uni und haben noch wenig bis keine Berufserfahrung. Dann starten Sie mit Ihren Praktika bzw. mit Ihrer Ausbildung.

Bei der Beschreibung Ihrer berufliche Laufbahn, beginnen Sie mit der aktuellen bzw. der am kürzesten beendeten Stelle. Der Lebenslauf wird also nicht chronologisch, sondern mit dem am wenigsten lang zurückliegenden Ereignis begonnen.

Ausbildung

Halten Sie die vorhin angesprochene Chronologie auch bei der Ausbildung ein. Führen Sie den höchsten Bildungsabschluss zuerst an. Allerdings müssen Sie Ihren Arbeitgeber nicht darüber informieren, in welche Grundschule Sie gingen. Die Nennung des Gymnasiums ist völlig ausreichend.
Vergessen Sie bei den Ausbildungen keinesfalls Ihre Weiterbildungen. Denn diese signalisieren dem Arbeitgeber, dass Sie motiviert und lernwillig sind.

Fremdsprachen

Unter diesem Punkt geben Sie Ihre Muttersprache an. Zusätzlich nennen Sie die Sprachen, die Sie beherrschen. Geben Sie an, ob Sie die Sprachen gut oder sehr gut beherrschen oder nur über Grundkenntnisse verfügen.

Kenntnisse

Ob Photoshop, InDesign oder HTML – Kenntnisse können Sie auf dem Arbeitsmarkt nicht zu viel haben. Geben Sie also an, was Sie im Laufe Ihrer Ausbildung und Ihrer Arbeitserfahrung gelernt haben. Führerscheine nennen Sie übrigens ebenfalls unter diesem Punkt.

Anlagen

Alles abgearbeitet? Dann hängen Sie zum Schluss noch Ihre Zeugnisse, Arbeitszeugnisse und Fotokopien des Führerscheins an.

Wird der Lebenslauf unterschrieben?

Offizielle Dokumente müssen unterschrieben werden – ein Lebenslauf jedoch nicht. Denn immerhin ist dieses Dokument kein Vertrag. Wenn Sie aber möchten, können Sie den Lebenslauf natürlich unterschreiben. Dies kann dazu beitragen, dass der Lebenslauf seriöser wirkt.

Wie ausführlich sollte ein Lebenslauf sein?

In der Kürze liegt die Würze. Das gilt auch beim Lebenslauf. Achten Sie deswegen darauf, dass er nicht länger als ein bis maximal zwei Seiten lang ist. Beschränken Sie sich auf die wichtigsten Punkte. Ebenfalls interessiert Ihren potenziellen Arbeitgeber wenig, welchen Beruf Ihre Eltern ausgeübt haben.

Hobbys im Lebenslauf – ja oder nein?

Hobbys können Sie im Lebenslauf nennen. Besonders wenn Sie wenig Arbeitserfahrung haben, kann sich die Nennung von Hobbys als hilfreich erweisen. Allerdings sollten Sie allzu exotische Hobbys wie Bungee-Jumping besser für sich behalten. Lesen Sie dazu auch unseren Blogbeitrag „Der richtige Umgang mit Hobbys im Lebenslauf„.

Lebenslauf an jedes Stelleninserat anpassen

Passen Sie Ihren Lebenslauf für jedes Stelleninserat individuell an. Das bewirkt, dass dieser nicht zu lang wird und passend für jede ausgeschriebene Stelle die entscheidenden Punkte genannt werden.

Warum sollte mein Lebenslauf lückenlos sein?

Lücken im Lebenslauf sind an sich kein Problem. Ob aufgrund von Corona, einem Auslandsjahr oder einer Krankheit – arbeitsfreie Zeiten sind keine Seltenheit. Doch wenn Sie versuchen, den Recruiter mit vagen Zeitangaben übers Ohr zu hauen, dann geht dieser Schuss garantiert nach hinten los. Personaler haben dafür nämlich ein Gespür. Stehen Sie deswegen besser zu den Lücken in Ihrem Lebenslauf. Erklären Sie im Gespräch, wie es dazu kam und schildern Sie, wie Sie die arbeitsfreie Zeit positiv genutzt haben. Damit punkten Sie garantiert. Auch hierzu gibt es bereits einen interessanten Blogbeitrag: „Lücken im Lebenslauf? So argumentieren Sie richtig„.

Wie kann ich einen Lebenslauf erstellen?

Sie können Ihren Lebenslauf ganz klassisch in Word selbst erstellen. Es gibt mittlerweile aber auch etliche Programme, die Ihnen bei der Erstellung Ihres Lebenslaufs behilflich sind. Eine einfache Suchmaschinenanfrage genügt, um diese zu finden. Wählen Sie zwischen vielen Vorlagen und kreieren Sie mittels Farbwahl und Design Ihren ganz individuellen Lebenslauf. Alternativ können Sie sich auch unsere kostenlosen Bewerbungsvorlagen ansehen.

Was ist ein tabellarischer Lebenslauf?

Die gängige Form, in der Sie einen Lebenslauf erstellen, ist der tabellarische Lebenslauf. In der linken Spalte finden die Zeitangaben Platz, in der rechten werden die ausgeübten Tätigkeiten bzw. die Ausbildungen näher beschrieben.

Welche Schriftart und Schriftgröße eignet sich für den Lebenslauf?

Achten Sie auf eine lesbare und vor allem gängige Schriftart. Spielereien beim Lebenslauf sind nicht gerne gesehen.

Sind kostenlose Lebenslauf-Vorlagen professionell?

Sie haben Sorge, dass eine Vorlage nicht professionell wirken könnte? Völlig zu Unrecht. Sie dürfen ohne Bedenken Vorlagen verwenden. Ihr Lebenslauf wirkt dadurch seriös und es ist sichergestellt, dass Sie die korrekte Reihenfolge einhalten.

Wo wird der Lebenslauf in der Bewerbungsmappe eingeordnet?

Versenden Sie Ihre Bewerbung per Mail, fügen Sie Motivationsschreiben und Lebenslauf einfach der Mail hinzu. Doch was, wenn Sie zum Vorstellungsgespräch geladen werden? Ist dies der Fall, sollten Sie Ihre Mappe nach dem Anschreiben wie folgt ordnen:

  • Deckblatt
  • Lebenslauf
  • Zeugnisse
  • Empfehlungsschreiben
  • Zertifikate

Welches Dateiformat sollte ich für meinen Lebenslauf verwenden?

Wenn Sie Ihren Lebenslauf per Mail versenden, sollten Sie als Dateiformat unbedingt PDF verwenden. Damit ist sichergestellt, dass Ihr Lebenslauf mit jedem Betriebssystem geöffnet werden kann.

Fragen & Antworten

Was gehört unbedingt in den Lebenslauf?

Ein vollständiger Lebenslauf enthält Kontaktdaten (Name, Adresse, Telefonnummer, E-Mail, Geburtsdatum), ein aktuelles Foto, Berufserfahrung, Ausbildung, Sprachkenntnisse und weitere relevante Kenntnisse. Alles sollte klar strukturiert und übersichtlich dargestellt sein.

In welcher Reihenfolge soll ich meinen Lebenslauf aufbauen?

Beginnen Sie mit den Kontaktdaten und dem Foto, danach folgen Berufserfahrung und Ausbildung – jeweils antichronologisch, also mit der aktuellsten Station zuerst. Am Ende listen Sie Sprachkenntnisse, weitere Kenntnisse und gegebenenfalls Hobbys auf.

Wie lang sollte ein Lebenslauf sein?

Für Berufseinsteiger reicht in der Regel eine Seite, für erfahrene Fachkräfte sind zwei Seiten ideal. Mehr als zwei Seiten sollten es nur in Ausnahmefällen mit sehr langer Berufserfahrung sein.

Welches Dateiformat soll ich für den Lebenslauf verwenden?

Versenden Sie Ihren Lebenslauf immer als PDF. So ist sichergestellt, dass das Layout auf jedem Gerät und Betriebssystem korrekt angezeigt wird und nichts verrutscht.

Muss ich meinen Lebenslauf unterschreiben?

Nein, ein Lebenslauf ist kein Vertrag und muss nicht unterschrieben werden. Eine Unterschrift ist aber optional möglich und kann einen seriöseren Eindruck hinterlassen.

Soll ich Lücken im Lebenslauf erklären?

Lücken sind kein Problem, sollten aber nicht verschwiegen werden. Stehen Sie offen dazu und erklären Sie im Gespräch, wie es dazu kam und was Sie in dieser Zeit gemacht oder gelernt haben.

Soll ich Hobbys in den Lebenslauf aufnehmen?

Das ist optional, besonders für Berufseinsteiger mit wenig Berufserfahrung können Hobbys den Lebenslauf sinnvoll ergänzen. Wählen Sie dabei Hobbys, die ein positives Bild vermitteln und im besten Fall zur ausgeschriebenen Stelle passen.

Muss ich die Volksschule im Lebenslauf anführen?

Nein, die Volksschule muss nicht angeführt werden. Es reicht, mit dem höchsten Schulabschluss oder der zuletzt abgeschlossenen Ausbildung zu beginnen.

Soll ich meinen Lebenslauf für jede Bewerbung anpassen?

Ja, passen Sie Ihren Lebenslauf gezielt an die jeweilige Stelle an und heben Sie die Erfahrungen und Kenntnisse hervor, die für den ausgeschriebenen Job am relevantesten sind. Das erhöht Ihre Chancen deutlich.

Was soll ich tun, wenn ich als internationaler Bewerber keinen EU-Pass habe?

Geben Sie Ihre Nationalität im Lebenslauf an und vermerken Sie, ob Sie bereits über eine gültige Aufenthalts- und Arbeitsberechtigung in Österreich verfügen. Das erleichtert dem Arbeitgeber die Einschätzung und beschleunigt den Bewerbungsprozess.

Jobsuche auf Social Media – ein Wegweiser

Jobsuche auf Social Media: steigender Trend

Soziale Medien sind allgegenwärtig: Fast jeder von uns nutzt Facebook, Instagram oder hat gar schon den Sprung zu TikTok gemacht. Aber nicht nur Information, Unterhaltung und Kontakt zu Freunden spielen auf Social Media eine Rolle. Auch die Jobsuche auf Social Media wird immer beliebter, der Trend geht steil nach oben. Waren es 2021 noch 10 Prozent, die dort nach neuen Positionen suchten, sind es 2022 schon 21 Prozent.

Das kommt auch bei den Unternehmen an. Immer mehr bieten in ihrer Social-Media-Präsenz direkte Infos zu offenen Stellen. Und weil Instagram und Co. von einem Großteil der Menschen am Handy genutzt werden, müssen die Inhalte fürs mobile Betrachten angepasst sein. Die Vorreiter unter den Arbeitgebern gehen hier noch weiter: Sie leiten Bewerber, die sich vielleicht ohne Zögern bewerben wollen, sofort auf eine Seite weiter, wo sie ihre Kontaktdaten eingeben können. Oft gibt es auch die Option, den eigenen Lebenslauf oder Arbeitszeugnisse als Datei direkt vom Handy aus hochzuladen.

Mehr Bewerber durch Social Media

Der Vorteil der Bewerbersuche in den sozialen Medien liegt für Arbeitgeber auf der Hand: Auf Jobbörsen erkundigen sich nur die aktiv nach Arbeit suchenden Menschen nach freien Stellen. Diese machen aber nur 15 Prozent der potentiellen Mitarbeiter aus. Die anderen 85 Prozent sind aktuell in einer Anstellung – aber dennoch offen für einen neuen Job. Postings auf Plattformen wie Facebook oder LinkedIn erreichen auch diese Menschen und bescheren den Arbeitgebern potenziell viel mehr interessante Bewerber.

Chancen und Risiken der Jobsuche auf Social Media

Für die Bewerberseite sind soziale Medien eine große Chance: Unkompliziertes Finden offener Stellen, schnelle Bewerbungsprozeduren – und vor allem die Möglichkeit, sich selbst kompetent und sympathisch darzustellen. Mit Ihrem Profil auf Facebook oder LinkedIn können Sie die Personalverantwortlichen eines Unternehmens auf sich aufmerksam machen und Interesse wecken.

Dazu ist es aber ganz wichtig, die gesamten Inhalte des jeweiligen Social-Media-Profils zu kennen und zu überprüfen. Ihre Web-Präsenz kann nämlich auch Schaden anrichten: Wenn Sie unangemessene, unseriöse Bilder oder Status-Meldungen in Ihrem Verlauf haben, geht die Bewerbung schnell nach hinten los. Unternehmen suchen nach Personen, die freundlich, kompetent und seriös wirken. Freizügige Bilder vom Badeurlaub oder Texte mit wirren politischen Ansichten sind dagegen schnell ein Grund, den Bewerber nicht einzuladen.

Tipps & Tricks – so punkten Sie mit Ihrem Online-Auftritt

Wenn Sie Ihre Social-Media-Profile für Personaler interessanter machen wollen, dann sollten Sie folgende Punkte auf jeden Fall bedenken:

Unangemessene Inhalte oder beleidigende Posts löschen

Kein Unternehmen möchte Mitarbeiter, die stark polarisieren oder gar diskriminierende Meinungen vertreten. Teilen Sie deshalb keine hetzerischen Inhalte. Überlegen Sie ganz genau, ob das eine oder andere Posting nicht vielleicht rassistisch, sexistisch oder homophob wirkt. Löschen Sie solche Beiträge und auch ähnlich unangemessene Kommentare Ihrer jeweiligen Social-Media-Kontakte.

Achten Sie auch auf Ihre Freundes- und Kontaktlisten und welchen Profilen oder Seiten Sie auf Facebook, Instagram, Twitter & Co. folgen – und löschen Sie gegebenenfalls die Verbindung. Kaum ein Unternehmen lädt Menschen zum Bewerbungsgespräch ein, die politisch extreme Ansichten vertreten, über spezifische Religionen lästern, oder sonstige Dinge verbreiten, die gesellschaftlich nicht akzeptabel sind. Auch auf den ersten Blick unschuldig wirkende derbe Witze und vulgäre Sprache sind bei Personalern nicht unbedingt gern gesehen.

Bild und Video: Wie präsentieren Sie sich?

Sie sollten auf Bildern natürlich sympathisch wirken, und in vielen sozialen Medien geht es um Familie, Freunde, Freizeit und Urlaub – daran ist nichts falsch. Aber: Bilder oder Videos, in denen Sie fast nackt am Strand liegen, exzessiv Alkohol konsumieren oder grölend auf dem Tisch tanzen, machen Sie nicht zur ersten Wahl für ein Job-Interview. Achten Sie hier auch genau auf Verlinkungen und Tags, durch die Sie in den Fotos anderer Kontakte aufscheinen könnten.

Positiv fallen Sie wiederum auf, wenn man Ihr persönliches Engagement sieht: Sie babysitten gerne die Nachbarskinder? Sie sind bei der freiwilligen Feuerwehr oder im Sportverein? Das zeigt, dass Sie ein interessierter, sozialer und aktiver Mensch sind – und nach solchen Leuten wird am Jobmarkt gesucht.

Tabu: Ungereimtheiten und schlecht über die Arbeit reden

Auch darauf sollten Sie achten, wenn Sie Ihre Social-Media-Profile durchforsten: Schlechte Aussagen über bisherige Arbeitgeber, Beschwerden über den Job, vielleicht sogar Aussagen wie „Ich gehe in den Krankenstand, ich habe heute keine Lust auf Arbeit“ – das geht gar nicht. So wirken Sie auf Unternehmen wie ein wenig loyaler Angestellter, der noch dazu negativ über den Chef redet.

Wichtig ist auch, dass auf Ihren Profilen keine Ungereimtheiten entstehen. Ein Beispiel: In Ihrem Lebenslauf geben Sie an, dass Sie bis im Vormonat jahrelang bei einer Firma angestellt waren. Aber Fotos, Textbeiträge und ähnliches in Ihren sozialen Medien zeigen, dass Sie im letzten Jahr fünf Monate arbeitslos waren und diese im Ausland mit Urlaub verbracht haben. Da ist eine kleine Lüge schnell enttarnt – und Ihre Bewerbung landet vielleicht im Mülleimer.

Ein neues Profil – am besten mit LinkedIn

Sie wollen in sozialen Medien nicht auf private, lustige Dinge und zwanglose Kommunikation mit Freunden verzichten? Das ist Ihr gutes Recht. Empfehlenswert ist dann aber, dass Ihr Profil nicht durch Foto oder Namen auffindbar ist, beziehungsweise dass nur Ihre wirklich engen privaten Kontakte Einblick haben. Erstellen Sie dann einfach parallel Ihre eigenen Social-Media-Profile fürs Berufliche. Diese können Sie genau so gestalten, dass Sie für Personaler ansprechend und seriös wirken.

Die beste Social-Media-Plattform hierfür ist LinkedIn. Es wurde speziell für Karriere und berufliche Kontakte entwickelt. In Europa hat das Netzwerk schon fast 140 Millionen Mitglieder. LinkedIn ermöglicht Ihnen, sich sympathisch und professionell zu präsentieren. Sie können Ihre Qualifikationen und Berufserfahrungen angeben und von Ihren Kontakten bestätigen lassen.

Teilen Sie relevante und interessante Inhalte, die zu Ihren beruflichen Interessen passen. Sie können sich im großen LinkedIn-Netzwerk auch direkt bei Unternehmen bewerben – und umgekehrt von diesen auf ihrer Mitarbeitersuche direkt gefunden und angesprochen werden.

Fazit: Social Media kann sich lohnen, aber auch schaden

Fast keiner kommt heutzutage an Social Media vorbei – das gilt inzwischen auch für Jobsuche und Karriere. Es ist daher wichtig, dass Sie Ihre Profile genau anschauen und – wo nötig – anpassen: Wer kann öffentlich welche Inhalte sehen? Mache ich einen seriösen, kompetenten, sympathischen Eindruck? Wenn Sie auf mögliche Fehler und Ausrutscher achten und Ihre Stärken gut präsentieren, können Sie soziale Medien für sich und Ihre Karriere nutzen. Wenn Sie schlampig sind und dennoch über Social Media mit Unternehmen in Kontakt kommen, kann das Ihre Jobsuche aber unnötig erschweren.

So meistern Sie Ihr Telefoninterview

In der heutigen digitalen und remote-orientierten Arbeitswelt sind Telefoninterviews für Recruiter eine schnelle und kostengünstige Methode, um Bewerber genauer zu prüfen. Auch andere digitale Alternativen wie Videointerviews oder AI-gestützte Gesprächsanalysen finden immer häufiger Anwendung. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie achten müssen, um im Telefon-, Video- oder AI-gestützten Interview zu überzeugen, welche Tipps Ihnen helfen können und welche fünf typischen Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten.

Warum Telefoninterview statt Vorstellungsgespräch?

Ein Telefoninterview ist eine wunderbare Möglichkeit, Bewerber schnell, kostengünstig und ohne lange Anfahrtswege näher kennenzulernen. Zumeist ersetzt ein Telefoninterview jedoch kein Vorstellungsgespräch, sondern dient als dessen Vorstufe, um einzuschätzen, welche Kandidaten tatsächlich zu einem persönlichen Gespräch eingeladen werden sollten.

In der heutigen digitalen Arbeitswelt gewinnen auch neue Technologien und Trends im Recruiting zunehmend an Bedeutung. Nicht zuletzt hat auch die Corona-Pandemie zu einer vermehrten Nutzung von VoIP-Diensten wie Microsoft Teams oder Zoom sowie AI-gestützten Interviewplattformen beigetragen. Diese Tools ermöglichen es, Interviews ortsunabhängig durchzuführen und sorgen für eine reibungslose und zeitsparende Kommunikation. Sowohl Recruiter als auch Bewerber profitieren von dieser Flexibilität, da Interviews schneller und oft unkomplizierter angesetzt und durchgeführt werden können.

Wann findet das Telefoninterview statt?

Es kann vorkommen, dass Sie unangekündigt einen Anruf aus der Personalabteilung bekommen, weil der Recruiter einige Fragen zu Ihrem Lebenslauf hat. In der heutigen digitalen Arbeitswelt kann dies auch ein spontaner Videoanruf sein. Dies ist jedoch eher selten der Fall. Normalerweise erhalten Sie per Mail einen Terminvorschlag für das Telefon- oder Videointerview. So können Sie sich in Ruhe auf das Gespräch vorbereiten und sicherstellen, dass Sie für beide Varianten, sei es ein klassisches Telefonat oder ein Videotelefonat, bereit sind.

Sollte es doch zu einem spontanen Anruf oder Videoanruf durch einen Recruiter kommen, ist es wichtig, ruhig zu bleiben und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Halten Sie Ihre Technik stets einsatzbereit, indem Sie gängige Videokonferenz-Apps installiert und getestet haben. Sorgen Sie für eine aufgeräumte, ruhige Arbeitsumgebung und kleiden Sie sich auch zu Hause professionell. Haben Sie Ihren Lebenslauf griffbereit und bleiben Sie ruhig, wenn ein unerwarteter Anruf kommt. Es ist in Ordnung, höflich um einen späteren Termin zu bitten, wenn Sie gerade nicht bereit sind.

Wie lange dauert ein Telefoninterview?

Die Dauer eines Telefoninterviews kann stark variieren, von kurzen 20-minütigen Gesprächen bis hin zu ausführlichen Interviews von einer Stunde oder länger. Während traditionelle Telefoninterviews oft kürzer und prägnanter sind, können moderne Video- oder AI-gestützte Interviews deutlich länger dauern und tiefgehendere Fragen beinhalten. Daher ist es wichtig, sich auf beide Szenarien vorzubereiten.

Bei kürzeren Interviews sollten Sie Ihre Antworten prägnant und fokussiert gestalten, um die wichtigsten Punkte schnell und effektiv zu vermitteln. Für längere, detailliertere Gespräche sollten Sie sich darauf einstellen, komplexere Themen zu besprechen und zusätzliche Beispiele oder Anekdoten aus Ihrer Berufserfahrung bereitzuhalten. Fragen Sie bei der Terminvereinbarung nach der voraussichtlichen Dauer des Interviews, um Ihre Vorbereitung besser planen und einschätzen zu können, welche Art von Fragen Sie erwarten können.

Wird man bei einem Telefoninterview angerufen?

Normalerweise gilt: Wer ein Telefoninterview vorschlägt, ruft an. Das bedeutet, dass Sie, wenn nicht explizit anders vereinbart, vom Recruiter angerufen werden. In der heutigen Zeit werden jedoch immer häufiger Video- und Online-Interviewplattformen genutzt, bei denen es wichtig ist, sich technisch vorzubereiten. Stellen Sie sicher, dass Ihre Internetverbindung stabil ist, und testen Sie Ihre Kamera, Ihr Mikrofon sowie die jeweilige Plattform im Voraus, um technische Probleme zu vermeiden. Bereiten Sie sich außerdem auf die spezielle Dynamik eines Video- oder Online-Interviews vor, indem Sie einen professionellen, ruhigen Hintergrund wählen und eine angemessene Beleuchtung sicherstellen. Auch bei diesen Plattformen gilt: Fragen Sie im Voraus nach, wie das Gespräch ablaufen wird und ob es Besonderheiten gibt, auf die Sie achten sollten.

Telefoninterview: Vorteile und Nachteile

Ein Telefoninterview kostet wenig, erspart Bewerbern lange Anfahrtswege und gibt den Personalern einen ersten Eindruck der Bewerber. Für Bewerber kann ein solches Interview aber auch stressiger sein als ein persönliches Gespräch, da Blickkontakt und nonverbale Kommunikation fehlen. Mit der zunehmenden Nutzung von Videointerviews und AI-gestützten Interviews kommen außerdem neue Vor- und Nachteile hinzu. Diese modernen Interviewformen bieten zwar noch mehr Flexibilität und Effizienz, können aber auch zusätzliche technische Herausforderungen mit sich bringen. Bei virtuellen Interviews ist es zudem entscheidend, eine stabile Internetverbindung und funktionierende Technik sicherzustellen, um Unterbrechungen zu vermeiden. Die Vorbereitung auf technische Aspekte wie Kamera- und Mikrofoneinstellungen ist ebenso wichtig wie die inhaltliche Vorbereitung, um einen professionellen und reibungslosen Ablauf sicherzustellen.

Die perfekte Vorbereitung für das telefonische Interview

Auch wenn Sie vor einem Telefoninterview sehr nervös sind, mit der richtigen Vorbereitung klappt das Gespräch bestimmt. Folgende Tipps sollten Sie beherzigen:

  • Sammeln Sie Informationen über Ihren Gesprächspartner.
  • Üben Sie das Gespräch und spielen Sie die Situation durch.
  • Legen Sie sich Antworten auf die typischen Standardfragen zurecht.
  • Sorgen Sie für einen ruhigen Ort, an dem Sie ungestört telefonieren können.
  • Achten Sie darauf, Empfang zu haben.
  • Stellen Sie ein Glas Wasser bereit.
  • Ziehen Sie sich an, als würde der Personaler Sie tatsächlich sehen. Dies wirkt sich positiv auf Ihre Art zu sprechen aus.

Besonderheiten bei Video- und Online-Interviews

  • Testen Sie Ihre Internetverbindung, Kamera und Mikrofon vorab, um sicherzustellen, dass alles reibungslos funktioniert.
  • Wählen Sie einen ruhigen Raum und informieren Sie Mitbewohner oder Familie, dass Sie nicht gestört werden möchten.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Gesicht gut ausgeleuchtet ist. Positionieren Sie die Kamera auf Augenhöhe, um einen professionellen Eindruck zu hinterlassen.
  • Bleiben Sie ruhig, falls technische Schwierigkeiten auftreten, und informieren Sie den Recruiter höflich, wenn eine Wiederverbindung notwendig ist.

Durch die Stimme überzeugen: das Besondere am Telefoninterview

Das Telefoninterview ist dadurch gekennzeichnet, dass Mimik und Gestik wegfallen. Was bleibt, ist die Stimme. Es ist somit wichtig, dass Sie ruhig und deutlich sprechen. Achten Sie auf eine lebhafte Sprache und vermeiden Sie allzu viele „ääähhhmmms“. Noch ein Tipp: Lächeln Sie während des Gesprächs. Denn auch wenn Ihr Telefonpartner das Lächeln nicht sieht, klingt Ihre Stimme automatisch freundlicher.

Bei Videointerviews hingegen spielen Mimik, Gestik und Körpersprache eine wichtige Rolle. Achten Sie darauf, regelmäßig Augenkontakt mit der Kamera zu halten, um ein Gefühl von Präsenz und Engagement zu vermitteln. Ihre Körpersprache sollte offen und positiv sein, um einen guten Eindruck zu hinterlassen.

Unabhängig von der Interviewform ist Klarheit und Präzision in der Sprache entscheidend. Formulieren Sie Ihre Antworten klar und vermeiden Sie zu lange Pausen, um Unsicherheiten zu vermeiden und professionell zu wirken.

Ablauf eines Telefoninterviews

Stellen Sie sich das Telefoninterview, Videointerview oder AI-gestützte Interview ruhig wie ein richtiges Vorstellungsgespräch vor.

Begrüßung

Der Personaler wird sich und sein Unternehmen kurz vorstellen. Dann stellen Sie sich vor. Fassen Sie dazu Ihren Lebenslauf prägnant zusammen und heben Sie die Kompetenzen, die für die ausgeschriebene Stelle erforderlich sind, hervor.

Typische Fragen beim Telefoninterview

Es gilt herauszufinden, ob Sie die richtige Wahl für den Posten sind. Deswegen sollten Sie mit typischen Fragen rechnen, die Sie auch in einem normalen Bewerbungsgespräch erwarten. Dazu gehören: Fragen zur Person, zum Lebenslauf, der Motivation, dem bisherigen Job und der Einstellung zum Unternehmen. Aber auch knifflige Fragen wie etwa „Was können Ihre zukünftigen Kollegen von Ihnen lernen?“ oder „Wie würden Sie die ersten drei Monate in Ihrem Job gestalten?“ sollten Sie im Telefoninterview erwarten.

Fragen zu New Work Themen

Mit den modernen Anforderungen und Trends im Jobmarkt werden jedoch auch neue Fragen immer relevanter. Sie könnten beispielsweise gefragt werden, wie Sie sich in einer remote Arbeitsumgebung organisieren, welche digitalen Tools Sie bevorzugen oder wie Sie sich in einem dynamischen, technologiegetriebenen Umfeld anpassen. Bei virtuellen Interviews ist es wichtig, präzise und klar auf diese Fragen zu antworten, da Mimik und Gestik weniger wirken als bei einem persönlichen Gespräch.

Besonderheiten der Fragen beim AI-gestützten Interview

Auch AI-gestützte Interviews, die immer häufiger eingesetzt werden, können spezifische, algorithmisch generierte Fragen beinhalten. Um sich darauf vorzubereiten, sollten Sie sich mit häufigen AI-generierten Fragen vertraut machen und üben, auf den Punkt zu antworten. Diese Systeme analysieren oft nicht nur den Inhalt Ihrer Antworten, sondern auch Ihre Sprechweise und Reaktionszeit, weshalb Klarheit, Präzision und eine ruhige Kommunikation entscheidend sind.

Gegenfragen: Was ist erlaubt?

Natürlich haben Sie auch bei einem Telefoninterview die Möglichkeit Rückfragen zu stellen. Nutzen Sie diese Gelegenheit, denn dies zeugt von Interesse und erweckt einen guten Eindruck. Klopfen Sie die Stellenanzeige auf mögliche Fragen ab, fragen Sie nach Ihren zukünftigen Kollegen und wie das Klima im Unternehmen ist.

Diese Wichtigkeit gilt ebenso für Video- und AI-gestützte Interviews. Bei virtuellen Interviews sollten Sie ebenfalls aktiv Rückfragen stellen, um Ihr Engagement und Ihre Neugier zu zeigen. Fragen Sie gezielt nach der digitalen Kultur des Unternehmens, wie es mit Remote-Arbeitsbedingungen umgeht und welche Technologien und Tools zur Zusammenarbeit genutzt werden.

Es kann auch hilfreich sein, sich zu erkundigen, wie das Unternehmen die virtuelle Kommunikation und Teamarbeit organisiert und welche Maßnahmen zur Unterstützung von Homeoffice-Mitarbeitern getroffen werden. Solche Fragen zeigen, dass Sie sich mit der Arbeitsumgebung auseinandergesetzt haben und bereit sind, sich in die bestehende digitale Struktur einzufügen.

Gehaltsdiskussionen am Telefon?

Bei einem Telefoninterview werden auch organisatorische Fragen wie das Eintrittsdatum und das Gehalt angesprochen. Fragt Sie der Personaler nach Ihren Gehaltsvorstellungen, dürfen Sie diese also ruhig nennen. In den meisten Fällen ist das Telefoninterview jedoch nur der erste Schritt, auf den dann ein Face-to-Face-Bewerbungsgespräch folgt. In diesem Fall ist es besser, die Gehaltsverhandlung auf dieses zweite Bewerbungsgespräch zu verlegen. Denn es wäre ja wirklich zu schade, wenn Sie aufgrund der Gehaltsdiskussion zu keinem weiteren Gespräch mehr eingeladen werden würden.

Bei AI-gestützten Interviews wird die Gehaltsdiskussion häufig auf spätere Phasen des Bewerbungsprozesses verschoben. Diese Systeme konzentrieren sich zunächst auf Ihre Qualifikationen und Ihre Eignung für die Position. Auch wenn Ihnen im Verlauf des Prozesses Fragen zum Gehalt gestellt werden, kann es strategisch klug sein, diese auf ein späteres, persönliches Gespräch zu verschieben, um sich nicht vorzeitig zu limitieren und alle Möglichkeiten offen zu halten.

Verabschiedung und wie geht es weiter?

An diesem Punkt wird Ihnen der Personaler erklären, wie das weitere Vorgehen ist, beispielsweise könnten Sie zu einem Bewerbungsgespräch vor Ort eingeladen werden oder in einer Woche einen Rückruf erwarten. Nach einem Telefoninterview, Video- oder AI-gestützten Interview gibt es spezifische nächste Schritte:

  • Telefoninterview: Hierbei wird oft ein persönliches Gespräch oder ein detaillierteres Interview per Video geplant. Halten Sie Ausschau nach einer Bestätigung per E-Mail und einem Terminvorschlag für das nächste Gespräch.
  • Videointerview: Nach einem Videointerview könnte der nächste Schritt eine weitere virtuelle Runde oder ein persönliches Interview sein. Achten Sie auf Follow-up-E-Mails oder Anrufe zur Bestätigung des nächsten Termins.
  • AI-gestütztes Interview: Bei AI-gestützten Interviews kann der Prozess variieren. Manchmal erhalten Sie direkt eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch, oder Sie werden über das Ergebnis Ihrer Bewerbung informiert, bevor weitere Schritte eingeleitet werden.

Typische Fehler im Telefoninterview

Bei aller Aufregung, diese Fehler sollten Sie im Telefoninterview tunlichst vermeiden!

Den Gesprächspartner unterbrechen

Dem Personaler ins Wort zu fallen ist mehr als unhöflich. Lassen Sie Ihren Gesprächspartner unbedingt ausreden. Das ist – wenn man sehr nervös ist – nicht immer einfach, aber ein absolutes Muss bei einem Telefoninterview.

Das Unternehmen meldet sich nicht

Nanu? Wo bleibt denn der versprochene Anruf? Wenn Sie einige Zeit gewartet haben, können Sie dem Recruiter eine Mail schreiben oder selbst im Unternehmen anrufen. Vielleicht hat der Recruiter im Stress den Termin vergessen. Daher rufen Sie unbedingt an oder schreiben Sie eine Mail, denn so zeigen Sie, dass Sie den Termin nicht vergessen haben.

Das Unternehmen ruft zu spät an

Besser spät als nie – ruft das Unternehmen zu spät an, sollten Sie Verständnis zeigen. Stressige Situationen kennt schließlich jeder. Nun dürfen Sie aber entscheiden, ob Sie das Telefoninterview sofort führen möchten, oder ob Sie lieber einen anderen Termin vereinbaren möchten.

Sie haben das Telefonat vergessen

Dies ist ein absolutes No-Go. Falls Ihnen dieser Fehler passiert, sind die Chancen auf den Job mehr als gering. Denn den Termin zu vergessen zeugt von Desinteresse gegenüber dem Job und kommt bei Personalern zurecht mehr als schlecht an.

Sie haben technische Probleme während eines virtuellen Interviews

Technische Pannen, wie eine instabile Internetverbindung, eine nicht funktionierende Kamera oder ein defektes Mikrofon, können den Verlauf eines virtuellen Interviews erheblich stören. Vermeiden Sie dies, indem Sie vor dem Interview alle technischen Komponenten testen und sicherstellen, dass Sie eine stabile Internetverbindung haben. Falls dennoch ein technisches Problem auftritt, bleiben Sie ruhig und informieren Sie den Recruiter umgehend, um eine Lösung zu finden.

Sie verwenden einen unprofessionellen Hintergrund bei Video-Interviews

Ein unordentlicher oder unpassender Hintergrund kann einen schlechten Eindruck hinterlassen. Achten Sie darauf, dass Ihr Hintergrund ordentlich und professionell wirkt. Wenn möglich, nutzen Sie virtuelle Hintergründe, die von vielen Video-Plattformen angeboten werden, um Ablenkungen zu minimieren.

Sie sind unzureichend auf AI-gestützte Interviews vorbereitet

AI-gestützte Interviews können spezifische, algorithmisch generierte Fragen beinhalten. Fehlende Vorbereitung auf solche Fragen oder das Verstehen der Funktionsweise der AI kann Ihre Chancen beeinträchtigen. Informieren Sie sich über gängige Fragen und üben Sie klare, präzise Antworten.

Telefoninterview gemeistert – aber wo bleibt die Rückmeldung?

Es ist verständlich, dass Sie nach einem Telefoninterview auf eine Rückmeldung warten. Was aber, wenn diese ausbleibt? Sollte der Personaler mit Ihnen vereinbart haben, sich nach einigen Tagen bei Ihnen zu melden, Sie aber nichts von ihm hören, können Sie selbst im Unternehmen anrufen und nachfragen. Seien Sie dabei aber mehr als höflich und machen Sie dem Personaler keinen Vorwurf, dass er sich nicht bei Ihnen gemeldet hat.

So überzeugen Sie den Recruiter: Checkliste zur Vorbereitung

Der Termin für das Interview steht fest? Die Nervosität steigt? Dann hilft Ihnen diese Checkliste dabei, dass Sie nichts vergessen und das Telefoninterview mit Bravour meistern.

Unterlagen bereithalten

Lebenslauf, die ausgedruckte Stellenanzeige, Ihre Notizen zu Standardfragen – legen Sie sich diese Unterlagen bereit, um bei Fragen nicht ins Stocken zu geraten und bei der Selbstpräsentation keinen wichtigen Punkt zu vergessen.

Notizen machen

Gegenfragen zeugen von Interesse. Machen Sie sich deswegen während des Gesprächs Notizen, um zu einem späteren Zeitpunkt bei wichtigen Punkten noch einmal nachhaken zu können.

Bewusst kommunizieren

Achten Sie auf Ihre Sprache. Reden Sie langsam und deutlich und vor allem: Lassen Sie Ihren Gesprächspartner ausreden. Überlegen Sie sich, was Sie sagen möchten und lassen Sie sich nicht überrumpeln. Auch wenn einmal eine Pause entsteht, sollten Sie nicht nervös drauflos quasseln, sondern Ihre Gedanken sammeln und ruhig bleiben.

Auf die Körpersprache achten

Ein Telefoninterview lümmelnd auf der Couch in Jogginghose zu führen ist keine gute Idee. Kleiden Sie sich ordentlich, achten Sie auf eine aufrechte Haltung und vor allem: lächeln Sie. Denn auch wenn Ihr Gesprächspartner all dies nicht sieht, Ihre Stimme transportiert Ihre Haltung. Und genau die ist es, mit der Sie im Endeffekt auch überzeugen.

Die Technik gut vorbereiten

Stellen Sie sicher, dass Ihre Internetverbindung stabil ist und testen Sie Kamera und Mikrofon vor dem Interview. Überprüfen Sie, ob alle benötigten Software-Updates installiert sind und dass Ihre Geräte einwandfrei funktionieren. Bei AI-gestützten Interviews ist es hilfreich, sich mit der verwendeten Technologie vertraut zu machen und zu wissen, wie Sie eventuelle technische Schwierigkeiten lösen können.

Digitale Notizen optimal nutzen

Wenn Sie digitale Notizen verwenden, stellen Sie sicher, dass Sie diese übersichtlich und leicht zugänglich haben. Nutzen Sie Tools wie Notiz-Apps, die es Ihnen ermöglichen, während des Interviews schnell relevante Informationen oder Fragen abzurufen. Achten Sie darauf, dass Ihre Notizen professionell und gut strukturiert sind, um während des Gesprächs einen geordneten Eindruck zu vermitteln.

Sich bei technischen Pannen richtig verhalten

Sollten technische Probleme auftreten, bleiben Sie ruhig und informieren Sie den Recruiter umgehend. Haben Sie einen Plan B bereit, wie z.B. einen alternativen Kommunikationskanal, um das Gespräch fortzusetzen. Die Fähigkeit, in stressigen Situationen ruhig zu bleiben und proaktiv Lösungen zu finden, kann einen positiven Eindruck hinterlassen.

Fragen und Antworten

Was ist der Unterschied zwischen einem Telefoninterview und einem Vorstellungsgespräch?

Ein Telefoninterview ist meist die erste Stufe im Bewerbungsprozess und dient dazu, Kandidaten schnell und unkompliziert vorzuselektieren. Ein persönliches Vorstellungsgespräch folgt in der Regel erst danach und ist deutlich ausführlicher.

Wie lange dauert ein Telefoninterview?

Die Dauer variiert – von kurzen 20-minütigen Vorgesprächen bis hin zu ausführlichen Gesprächen von einer Stunde. Fragen Sie bei der Terminvereinbarung nach der voraussichtlichen Dauer, damit Sie sich gut vorbereiten können.

Wer ruft beim Telefoninterview an – ich oder der Personaler?

In der Regel ruft der Personaler an, sofern nicht explizit etwas anderes vereinbart wurde. Achten Sie darauf, zum vereinbarten Zeitpunkt erreichbar zu sein und guten Empfang zu haben.

Was soll ich beim Telefoninterview griffbereit haben?

Legen Sie sich Ihren Lebenslauf, die ausgedruckte Stellenanzeige und Ihre Notizen zu möglichen Fragen bereit. So geraten Sie bei keiner Frage ins Stocken und können Ihre wichtigsten Stärken gezielt ansprechen.

Wie bereite ich mich auf ein Telefoninterview vor?

Informieren Sie sich vorab über das Unternehmen und die ausgeschriebene Stelle, und überlegen Sie sich Antworten auf typische Fragen zu Ihrer Person, Motivation und Berufserfahrung. Wählen Sie einen ruhigen Ort ohne Störquellen und kleiden Sie sich ordentlich – das wirkt sich positiv auf Ihre Stimme und Ihr Auftreten aus.

Darf ich beim Telefoninterview Notizen machen?

Ja, das ist sogar empfehlenswert. Notizen helfen Ihnen, wichtige Punkte festzuhalten und gezielte Gegenfragen zu stellen, die Ihr Interesse an der Stelle zeigen.

Was tun, wenn das Unternehmen nicht zum vereinbarten Zeitpunkt anruft?

Warten Sie eine angemessene Zeit und melden Sie sich dann höflich per Telefon oder E-Mail. Das zeigt, dass Sie den Termin ernst nehmen – und gibt dem Personaler die Möglichkeit, einen neuen Termin zu vereinbaren.

Welche typischen Fehler sollte ich im Telefoninterview vermeiden?

Die häufigsten Fehler sind: den Gesprächspartner unterbrechen, den Termin vergessen, zu laute Umgebung oder schlechter Empfang. Planen Sie deshalb ausreichend Zeit ein, sorgen Sie für Ruhe und testen Sie bei Videointerviews vorab Technik und Verbindung.

Soll ich nach dem Telefoninterview eine E-Mail schicken?

Eine kurze Nachricht ist möglich, aber in Österreich nicht erwartet. Wichtiger ist es, die vereinbarten nächsten Schritte einzuhalten – und bei ausbleibender Rückmeldung nach angemessener Zeit höflich nachzufragen.

Wie unterscheidet sich die Vorbereitung auf ein Videointerview vom Telefoninterview?

Beim Videointerview kommen technische Aspekte hinzu: Testen Sie Kamera, Mikrofon und Internetverbindung vorab und sorgen Sie für einen ruhigen, gut beleuchteten Hintergrund. Schauen Sie während des Gesprächs möglichst direkt in die Kamera – das vermittelt echten Blickkontakt.

Lücken im Lebenslauf? So argumentieren Sie richtig

Vielen Bewerbern mit Lücken im Lebenslauf bricht vor einem Bewerbungsgespräch der Angstschweiß aus. Wie soll man das dem Personaler bloß erklären? Doch keine Bange: Wer die richtige Strategie kennt, geht mit Lücken im Lebenslauf souverän um – und überzeugt am Ende auf ganzer Linie.

Wann spricht man von Lücken im Lebenslauf?

Zwischen dem einen und dem anderen Praktikum lag ein Monat ohne Beschäftigung? Und beim Wechsel von der Gastro hin zu einem Verkaufsjob gar zwei Monate? Sind das schon Lücken? In diesem Fall können wir Sie beruhigen: Nein, dies gilt nicht als Lücke im Lebenslauf. Kritisch wird es allerdings, wenn Sie bereits drei oder gar fünf Monate keiner Beschäftigung nachgegangen sind. Dann spricht man tatsächlich von einer Lücke. Viele Betroffene fürchten sich dann zunehmend vor einem Bewerbungsgespräch, da sie nicht wissen, wie sie mit Lücken im Lebenslauf umgehen sollen. Dabei machen sich viele aber ganz umsonst einen Kopf.

Lücken im Lebenslauf sind nicht schlimm

Eine Lücke im Lebenslauf bedeutet nicht das Ende der Welt. Berufswechsel und Neuorientierungen stehen an der Tagesordnung, ebenso nehmen sich viele Menschen eine bewusst gewählte Auszeit. Dies ist eine Entscheidung, die heutzutage von immer mehr Menschen toleriert wird und auch Personaler zeigen sich diesbezüglich offen. Wichtig ist nur, dass Sie beim Bewerbungsgespräch die Lücken im Lebenslauf nicht unkommentiert lassen – denn Personaler haben einen Blick dafür.

Daran erkennen Personaler Lücken im Lebenslauf

Gehen Sie nie davon aus, dass ein Personaler Ihre Lücken im Lebenslauf übersehen könnte. Wie Sie sich vorstellen können, hatten Personaler bereits hunderte Lebensläufe in ihren Händen und einen Blick für Dinge, die Bewerber zu verschleiern versuchen. Auf eine Lücke im Lebenslauf deuten vor allem zwei Dinge hin:

Jahresangaben statt Monatsangaben

Es ist im Lebenslauf üblich, die Arbeitszeiten in Monaten und Jahren anzugeben. Schließlich macht es einen Unterschied, ob Sie von Dezember 2021 bis Jänner 2022 gearbeitet haben oder einfach 2021 bis 2022 angeben. Ein Personaler wird skeptisch werden, wenn er einfach nur Jahreszahlen als Angabe erhält. Schummeln Sie also nicht bei den Zeitangaben und bleiben Sie bei der Wahrheit.

Erfahrungsprofil statt Werdegang

Es gibt noch eine verbreitete Strategie, Lücken im Lebenslauf zu verschleiern. Diese besteht darin, nicht den Werdegang –also seine Arbeitserfahrung chronologisch mit Jahreszahlen versehen –anzugeben, sondern einfach nur beispielsweise vier Jahre Erfahrung als Stationsleiter, drei Jahre im Außendienst etc. anzugeben. Auch hier ist der Personaler auf den ersten Blick gewarnt und wird Sie im Bewerbungsgespräch gewiss darauf ansprechen.

Lücken im Lebenslauf schließen: Tipps und Tricks

Sie sehen also: Personaler lassen sich beim Lebenslauf nicht austricksen. Deswegen tun Sie gut daran, sich für Ihre Lücken im Lebenslauf plausible Begründungen einfallen zu lassen. Dies ist die beste Strategie, gut vorbereitet in das Bewerbungsgespräch zu gehen und trotz Lücken den Traumjob zu ergattern.

Mut zur Lücke: Lücken erklären, die keine sind

Oftmals denken Bewerber irrtümlich, sie hätten eine Lücke im Lebenslauf. Doch dabei gibt es Umstände, die zwar zu einer beruflichen Auszeit führen, jedoch keineswegs als negative Lücke im Lebenslauf gesehen werden. Sie brauchen sich im Bewerbungsgespräch also keine Sorgen zu machen. Zu diesen leicht erklärbaren Lücken zählen:

Studienwechsel

Sie wussten erst beim zweiten Anlauf, welches Studium für Sie das richtige war? Kein Problem, Sie mussten sich eben neu orientieren. Und da es aufgrund bürokratischer Gründe nun mal bis zum folgenden oder auch übernächsten Semester dauern kann, bis man zugelassen wird, kommt es zu einer unverschuldeten Lücke. Am besten reagieren Sie in diesem Fall jedoch, wenn Sie die studienfreie Zeit gleich für ein Praktikum nutzen oder sich sozial engagieren.

Pandemie

Kurzarbeit, Kündigungen, weggefallene Arbeitsplätze. In der Pandemie haben viele ihren Job verloren. Sollten Sie aufgrund von Corona eine Lücke im Lebenslauf erlitten haben, werden Sie bestimmt bei jedem Personaler auf vollstes Verständnis stoßen.

Berufseinstieg

Aller Anfang ist schwer. Das wissen Berufseinsteiger ganz besonders. Es darf nach erfolgreicher Ausbildung schon mal sechs Monate dauern, bis der erste Arbeitstag ansteht. Das verstehen Personaler. Wenn Sie die Zeit für eine Weiterbildung nutzen, ist der Lebenslauf natürlich besonders gut aufpoliert.

Krankheit

Seien Sie ehrlich, wenn Sie aufgrund einer schweren Krankheit zu einer längeren beruflichen Pause gezwungen waren. Wichtig: Signalisieren Sie dem potenziellen Arbeitgeber jedoch unbedingt, dass Sie die Krankheit überstanden haben und wieder voll einsatzfähig sind.

Pflege

Auch die Pflege von Angehörigen sollten Sie nicht verschleiern. Wer sich aufopferungsvoll um seine Liebsten kümmert, leistet einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft. Dies wissen auch Personaler und werden Ihnen die Lücke nachsehen.

(Kurze) Arbeitslosigkeit

Eine Lücke im Lebenslauf ist vor allem dann ein Problem, wenn Sie seitdem keinen neuen Job gefunden haben. Hatten Sie aber in der Vergangenheit eine längere Lücke zwischen zwei Jobs, ist das für Personaler zumeist kein Problem, denn Sie haben ja durch den an die Lücke anschließenden Job bewiesen, dass Sie fit für die Arbeitswelt sind.

Zeitarbeit

Eine oft unterschätzte Möglichkeit, eine Lücke im Lebenslauf rasch zu schließen, ist Zeitarbeit. Zeitarbeitseinsätze zählen als vollwertige Berufserfahrung und können im Lebenslauf genauso angegeben werden wie jede andere Anstellung. Der Vorteil: Der Einstieg gelingt oft sehr schnell – ohne lange Wartezeiten. Gleichzeitig sammeln Sie neue Erfahrungen, lernen verschiedene Unternehmen und Branchen kennen und erweitern Ihr Netzwerk. Für viele Menschen ist Zeitarbeit nicht nur eine Überbrückung, sondern der direkte Weg in eine Festanstellung.

Echte Lücken im Lebenslauf erklären

Wie Sie sehen, sind manche Lücken im Lebenslauf kein Problem und einfach erklärt. Es gibt aber auch Lücken, über die nicht so einfach hinweggegangen werden kann. Doch auch für diese können Sie sich eine Strategie zurechtlegen, um den Personaler von sich zu überzeugen.

Lücke im Lebenslauf durch Kündigung

Wenn Sie gekündigt wurden, stellt sich der Personaler natürlich die Frage, wie es zu dieser Kündigung kam, ob Sie die Kündigung verschuldet haben oder einfach Opfer der Umstände geworden sind. Bereiten Sie sich auf das Gespräch gut vor und bleiben Sie stets bei der Wahrheit.

Unverschuldet

Es gibt viele Gründe, unverschuldet gekündigt zu werden. Einsparungen, Stellenstreichungen, Fusionen etc. Geben Sie in diesem Fall bereits im Lebenslauf den Kündigungsgrund an, um den Personaler gar nicht erst auf falsche Gedanken zu bringen.

Selbstverschuldet

Jetzt wird die Sache schon kniffliger. Denn mit Ihren Fehlern sollten Sie nicht hausieren gehen. Am besten erwähnen Sie einfach die Kündigung und sagen nicht mehr dazu, sofern der Personaler nicht direkt fragt. Sollte er aber Genaueres wissen wollen, vermeiden Sie es tunlichst, schlecht über Ihre früheren Kollegen oder Vorgesetzten zu reden. Übernehmen Sie Verantwortung, dies beweist, dass Sie Rückgrat haben.

Lücke durch anhaltende Arbeitslosigkeit

Eine lange Arbeitslosigkeit kann zermürbend sein und die Jobsuche immer stärker erschweren. Allzu oft fallen Langzeitarbeitslose in depressive Verstimmungen und verlieren ihre Motivation. Sollten Sie von einer lang anhaltenden Arbeitslosigkeit betroffen sein, ist es wichtig, dass Sie sich nun aufraffen und sich engagieren – beispielsweise in Hilfsvereinen –, einen Sprachkurs absolvieren oder eine Weiterbildung besuchen. Dies vermindert nicht nur die Lücke im Lebenslauf, sondern stärkt auch Ihre psychische Gesundheit.

Lücken sind nur selten ein Ausschlusskriterium

Mit all diesem Know-how an Ihrer Seite können Sie auch mit Lücken im Lebenslauf unbesorgt zum nächsten Bewerbungsgespräch gehen. Denn Personaler sind schließlich keine Unmenschen und wissen, dass im Leben nicht immer alles reibungslos verläuft. Seien Sie deshalb selbstbewusst und erklären Sie die Umstände, die zu den Lücken im Lebenslauf geführt haben.

Lücken sind ok, Lügen nicht

Es gibt bei Lücken im Lebenslauf einen großen Fehler, den Sie keinesfalls machen dürfen: lügen. Lügen können immer aufgedeckt werden, etwa durch Arbeitszeugnisse oder die Befragung von ehemaligen Kollegen. Auch eine erfundene Weiterbildung wird Sie in Erklärungsnot bringen, wenn der Personaler ein Zertifikat sehen möchte. Deswegen gilt: Lücken im Lebenslauf sind keine Schande und in den wenigsten Fällen ein Grund, den Job nicht zu bekommen, dreiste Lügen jedoch schon.

Fragen und Antworten

Ab wann spricht man von einer Lücke im Lebenslauf?

Eine kurze Pause von ein bis zwei Monaten zwischen zwei Jobs gilt in der Regel nicht als Lücke. Kritischer wird es ab etwa drei Monaten ohne Beschäftigung, ab dann sollten Sie eine plausible Erklärung parat haben.

Sind Lücken im Lebenslauf ein Ausschlusskriterium?

In den meisten Fällen nicht. Personaler wissen, dass im Leben nicht immer alles reibungslos verläuft. Entscheidend ist, dass Sie die Lücke offen ansprechen und erklären können, wie Sie die Zeit genutzt haben.

Wie erkenne ich, ob meine Lücke erklärbar ist?

Lücken durch Krankheit, Pflege von Angehörigen, Studien- oder Berufswechsel, Elternkarenz oder die Pandemie sind für Personaler leicht nachvollziehbar. Bereiten Sie eine kurze, ehrliche Erklärung vor, mehr braucht es meist nicht.

Soll ich Lücken im Lebenslauf aktiv ansprechen oder abwarten?

Am besten sprechen Sie Lücken von sich aus an, das wirkt selbstbewusst und transparent. Warten Sie nicht darauf, dass der Personaler fragt, sondern erklären Sie die Umstände kurz und sachlich.

Wie kann ich eine Lücke im Lebenslauf schließen?

Weiterbildungen, Sprachkurse, soziales Engagement oder ehrenamtliche Tätigkeiten helfen, eine Lücke sinnvoll zu füllen. Auch Zeitarbeit ist ein schneller und effektiver Weg. Zeitarbeitseinsätze zählen als vollwertige Berufserfahrung und können oft sehr rasch gestartet werden.

Darf ich Lücken im Lebenslauf verschweigen?

Das ist keine gute Idee. Personaler haben einen geschulten Blick für Ungereimtheiten in Lebensläufen. Vage Jahresangaben oder fehlende Zeiträume fallen sofort auf und hinterlassen einen schlechteren Eindruck als eine ehrliche Erklärung.

Was soll ich tun, wenn ich selbstverschuldet gekündigt wurde?

Erwähnen Sie die Kündigung sachlich, ohne Details, sofern der Personaler nicht gezielt nachfragt. Wenn er Genaueres wissen möchte, übernehmen Sie Verantwortung. Das zeigt Rückgrat. Reden Sie auf keinen Fall schlecht über frühere Arbeitgeber oder Kollegen.

Wie gehe ich mit einer langen Arbeitslosigkeit im Lebenslauf um?

Zeigen Sie, dass Sie die Zeit aktiv genutzt haben: durch Weiterbildung, Ehrenamt oder andere Tätigkeiten. Zeitarbeit kann helfen, schnell wieder Fuß zu fassen und neue Berufserfahrung zu sammeln, die den Lebenslauf aufwertet.

Kann Zeitarbeit eine Lücke im Lebenslauf schließen?

Ja, Zeitarbeitseinsätze zählen als vollwertige Berufserfahrung und werden im Lebenslauf genauso angegeben wie jede andere Anstellung. Der Einstieg gelingt oft sehr schnell, und viele Einsätze münden direkt in eine Festanstellung.

Was ist der größte Fehler bei Lücken im Lebenslauf?

Lügen, etwa erfundene Weiterbildungen oder falsche Zeitangaben. Solche Unwahrheiten können jederzeit aufgedeckt werden, etwa durch Arbeitszeugnisse oder Referenzen. Eine ehrliche Erklärung, auch für unangenehme Lücken, ist immer die bessere Strategie.

Bewerben für Quereinsteiger

Gründe für einen Jobwechsel gibt es viele: fehlende Arbeitsplätze, eine lange Karenz, Krankheit oder einfach die unbändige Lust, etwas Neues zu probieren. Wenn auch Sie einen Jobwechsel anstreben, dann erfahren Sie in diesem Artikel alles zum Thema Bewerben für Quereinsteiger und was Ihnen ein Jobwechsel bringt. Zudem erhalten Sie eine praktische Checkliste an die Hand.

Berufliche Neuorientierung: Ihre Möglichkeiten als Quereinsteiger

Nach reiflicher Überlegung sind Sie zu dem Entschluss gekommen, dass Sie sich beruflich neu orientieren möchten? Dann fragen Sie sich bestimmt, welche Möglichkeiten Sie haben. Kurz gesagt: viele! Denn in Österreich stehen Ihnen vielfältige Unterstützungsangebote zur Verfügung, die Sie bei Ihrem Wechsel in einen neuen Beruf auch finanziell unterstützen: So bieten sowohl die Arbeiterkammer als auch das AMS Beratungen an, bei denen Sie sich über Ihre Wünsche und Möglichkeiten im Klaren werden können.

Das AMS fördert zudem Weiterbildungen und Umschulungen finanziell. So können Sie sich in der Übergangszeit auf dem Weg zu Ihrem Traumberuf voll auf Ihre Ausbildung konzentrieren. Sie haben Ihr Ziel vor Augen und auch die finanziellen Aspekte geklärt? Dann müssen Sie aus der Fülle der Weiterbildungsangebote –beispielsweise von WIFI und Bifi – nur noch den für Sie geeigneten Kurs auswählen und schon kann das Abenteuer losgehen.

Die häufigsten Gründe für eine berufliche Veränderung

Es gibt unzählige Gründe, sich beruflich zu verändern. Zu den häufigsten zählen:

  • Unzufriedenheit mit dem Gehalt
  • Unfähigkeit, den alten Beruf ausüben zu können, beispielsweise durch Krankheit
  • Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  • Die ansteigende Digitalisierung
  • Die Frage nach der Sinnhaftigkeit des bisher ausgeübten Berufs

Darf ich alle Berufe als Quereinsteiger ausüben?

Auch wenn mittlerweile immer mehr Menschen als Quereinsteiger einen Job finden, dürfen nicht alle Berufe ohne die entsprechende Ausbildung ausgeübt werden. Denn es gibt geschützte Berufsbezeichnungen, beispielsweise Meister und Geselle in Handwerksberufen. Und auch in den OP-Saal darf niemand mal einfach so schnell ohne die entsprechende Ausbildung. Deswegen müssen Sie sich die Frage stellen: Möchte ich noch einmal von ganz vorne beginnen und vielleicht sogar ein Studium beginnen? Bedenken Sie aber, dass dies mit jahrelanger Arbeit verbunden ist. Es gibt aber auch nicht geschützte Berufe, in die Sie problemlos mit einer kürzeren Aus- oder Weiterbildung einsteigen können.

Die besten Branchen und Jobs für Quereinsteiger

Wenn Sie sich dazu entschließen, als Quereinsteiger einen Job zu finden, dann doch bestimmt in einer Branche, die zukunftsträchtig ist. Deswegen ist es vor dem Wechsel wichtig, dass Sie die aktuelle Situation am Arbeitsmarkt genau unter die Lupe nehmen. Prinzipiell gilt: Je mehr persönliche und soziale Fähigkeiten in einer Branche gefragt sind, desto eher gelingt der Quereinstieg.

Die folgenden Branchen sind für Quereinsteiger besonders interessant:

Medienbranche

Durch viele neue Aufgabenfelder wie Social Media und Co. sind auch etliche neue Ideen gefragt. Quereinsteiger haben somit gute Chancen, ein Grundwissen in Marketing ist jedoch von Vorteil.

Gastronomie und Hotellerie

Ein Einstieg in die Gastro funktioniert rasch, unkompliziert und bedarf oftmals keiner Ausbildung. Perfekt, wenn man auf die Schnelle umsatteln möchte.

Personalwesen und Administration

In diesen Bereichen funktioniert ein Branchenwechsel rasch und unkompliziert, da die Tätigkeit nicht an die Branche gekettet ist. Allerdings sollten Sie hier Vorwissen bzw. eine Ausbildung mitbringen.

Altenpflege und Krankenpflege

In der Pflege herrscht großer Bedarf nach Arbeitskräften, Quereinsteiger sind willkommen. Wichtig zu wissen: Pflegeassistenz und Pflegehilfe sind in Österreich gesetzlich geregelte Berufe und erfordern eine formale Ausbildung von mindestens einem Jahr. Ein direkter Einstieg ohne Ausbildung ist nicht möglich. Geförderte Umschulungen sind jedoch über das AMS erhältlich. Der Weg in die Pflege ist also auch ohne Vorbildung gut erreichbar.

Einzelhandel und Verkauf

Als Verkaufshilfe gelingt ein rascher Aufstieg – und ein Hocharbeiten zum Filialleiter ist kein Ding der Unmöglichkeit. Doch auch Makler ist ein beliebter Job.

Bereiche, in denen akuter Fachkräftemangel herrscht

In vielen Branchen herrscht ein eklatanter Mangel an Fachkräften. Zum Beispiel mangelt es an Laboranten, Technikern, Menschen mit IT-Kenntnissen usw. Wenn Sie bereits Kenntnisse in solchen Bereichen erworben haben, haben Sie gute Chancen, nach einer kurzen Umschulung in einem dieser Bereiche eine Anstellung zu finden.

Berater & Coach

Sie kennen sich in Ihrem Metier aus und möchten Ihre Fähigkeiten weitergeben? Dann können Sie Ihre Kenntnisse auch als Unternehmensberater nutzen.

Im privaten Bereich ist Lebens- und Sozialberatung ein interessantes Tätigkeitsfeld. Achtung: In Österreich handelt es sich dabei um ein reglementiertes Gewerbe, das eine anerkannte Ausbildung und eine Gewerbeberechtigung voraussetzt. Ein einfacher Einstieg ohne formale Qualifikation ist also nicht möglich. Wer aber die nötige Ausbildung absolviert, kann in diesem Bereich eine erfüllende neue Karriere aufbauen.

Quereinstieg mit einer Selbstständigkeit

Viele Menschen hegen den Traum, selbstständig zu arbeiten. Doch der Umstieg will gut geplant sein. Deswegen beginnen viele damit, ihre selbstständige Tätigkeit neben dem Beruf auszuüben. Eine gute Idee, da Sie so langsam und ohne finanziellen Druck den Weg in die Selbstständigkeit beschreiten können. Viele hegen den Traum vom eigenen Lokal oder sind inspiriert von der Möglichkeit, ortsunabhängig zu arbeiten.

Bereiche, in denen Sie sich als Quereinsteiger selbstständig machen können, gibt es viele. Gute Einstiege sind Webdesign, Grafik, Texten, Übersetzen oder die Eventplanung. Wichtig ist, dass Sie mit vollem Herzen hinter Ihrem Projekt stehen, denn nur so wird Sie die Arbeit als Selbstständiger erfüllen.

Quereinstieg über Zeitarbeit

Zeitarbeit ist eine oft unterschätzte, aber besonders effektive Möglichkeit für Quereinsteiger. Sie ermöglicht es, in einer neuen Branche schnell erste Erfahrungen zu sammeln, ohne sich sofort langfristig festzulegen. Gerade wenn Sie noch unsicher sind, welche Branche wirklich zu Ihnen passt, bietet Zeitarbeit die Chance, verschiedene Unternehmen und Tätigkeitsfelder kennenzulernen. Viele Einsätze münden zudem direkt in eine Festanstellung. Für Quereinsteiger ist Zeitarbeit damit nicht nur eine Überbrückung, sondern oft der direkteste Weg in einen neuen Beruf.

Lohnt sich der Quereinstieg und was verdiene ich?

Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden. Ein Jobwechsel lohnt sich jedenfalls, wenn Sie in Ihrem neuen Job glücklicher und zufriedener sind. Oft geht ein Jobwechsel aber mit einem besseren Gehalt einher, da wohl niemand auf die Schnelle und ohne fundierten Plan seine Arbeit wechseln wird. Dennoch sollten Sie bedenken, dass Kollegen mit einer einschlägigen Ausbildung oft um etwa zehn Prozent mehr Gehalt verdienen als Sie als Quereinsteiger. Wer seine Karriere aber gut plant, ein Auge darauf hat, welche Branchen zukunftsweisend sind und zur rechten Zeit umsattelt, hat gute Chancen auf einen besseren Verdienst.

Checkliste zum Quereinstieg: Diese Fragen sollten Sie sich vor einer beruflichen Neuorientierung stellen

Ein Quereinstieg sollte keinesfalls überhastet erfolgen. Deswegen geben wir Ihnen hier eine praktische Checkliste mit auf den Weg, mit der Sie gewiss sein können, nichts zu vergessen:

  • Bin ich mir sicher, dass ich einen Neuanfang wagen möchte? Kann ich gewichtige Gründe anführen? Worin liegt meine Motivation
  • Kenne ich die zuständigen Stellen für Beratung und finanzielle Unterstützung?
  • Bin ich über die zukunftsträchtigen Branchen informiert?
  • Wie viel Zeit möchte ich in meine Weiterbildung investieren?
  • Kenne ich den für mich richtigen Kurs?
  • Sind meine Bewerbungsunterlagen auf dem neuesten Stand?
  • Kann ich beim Bewerbungsgespräch begründen, wieso ein Wechsel die richtige Entscheidung ist?
  • Kann ich meine Talente, persönlichen und sozialen Fähigkeiten gewinnbringend ins Spiel bringen?
  • Bin ich dazu bereit, mich auch nach dem Jobwechsel weiterzubilden, um so meine Aufstiegschancen zu erhöhen?

Fazit: Lassen Sie sich Ihre Chance nicht entgehen

Immer mehr Menschen finden einen Job als Quereinsteiger – und sind damit glücklich. Wenn auch Sie den Traum nach einem gut bezahlten oder kreativen Job als Quereinsteiger haben, sollten Sie mutig erste Schritte wagen. Sie werden sehen: Mit gutem Willen und mit unserer Checkliste werden bestimmt auch Sie als Quereinsteiger einen Job finden.

Fragen und Antworten

Wann bin ich ein Quereinsteiger?

Als Quereinsteiger bezeichnet man jemanden, der in eine Branche oder einen Beruf wechselt, für den er keine klassische Ausbildung mitbringt. Der Quereinstieg gelingt entweder direkt über Berufserfahrung und Soft Skills oder nach einer gezielten Umschulung.

Welche Berufe kann ich als Quereinsteiger in Österreich ausüben?

In nicht reglementierten Berufen – etwa im Handel, in der Logistik, im Marketing oder in der Administration – ist ein Quereinstieg oft ohne zusätzliche Ausbildung möglich. Bei reglementierten Berufen wie Pflege, Lebensberatung oder Handwerksberufen mit Meisterpflicht ist hingegen eine anerkannte Ausbildung oder Gewerbeberechtigung erforderlich.

Unterstützt das AMS beim Quereinstieg finanziell?

Ja, das AMS fördert Umschulungen und Weiterbildungen finanziell, sodass Sie sich in der Übergangszeit voll auf Ihre neue Ausbildung konzentrieren können. Eine Beratung beim AMS hilft Ihnen, das passende Förderangebot für Ihren Wunschberuf zu finden.

In welchen Branchen haben Quereinsteiger in Österreich die besten Chancen?

Besonders gute Chancen haben Quereinsteiger in Branchen mit Fachkräftemangel – etwa in der Technik, IT, Pflege und Logistik. Auch Gastronomie, Handel und Administration sind für Quereinsteiger gut zugänglich.

Kann ich als Quereinsteiger über Zeitarbeit in eine neue Branche einsteigen?

Ja, Zeitarbeit ist ein besonders effektiver Weg für Quereinsteiger. Sie können schnell erste Erfahrungen in einer neuen Branche sammeln, verschiedene Unternehmen kennenlernen und viele Einsätze münden direkt in eine Festanstellung.

Verdiene ich als Quereinsteiger weniger als ausgebildete Kollegen?

Zu Beginn oft ja. Kollegen mit einschlägiger Ausbildung verdienen häufig rund zehn Prozent mehr. Wer die neue Branche gut kennt, sich weiterbildet und Verantwortung übernimmt, kann diesen Unterschied aber rasch aufholen.

Wie erkläre ich im Bewerbungsgespräch, warum ich den Beruf wechsle?

Seien Sie ehrlich und positiv. Erklären Sie Ihre Motivation, betonen Sie Ihre übertragbaren Fähigkeiten und zeigen Sie, dass Sie sich bewusst für die neue Branche entschieden haben. Gut vorbereitete Quereinsteiger überzeugen Personaler mit Eigeninitiative und Lernbereitschaft.

Soll ich mich als Quereinsteiger eher auf kleine oder große Unternehmen bewerben?

Beide haben Vor- und Nachteile. In kleinen Unternehmen bekommen Quereinsteiger oft schneller Verantwortung und lernen breiter, während große Unternehmen strukturiertere Einarbeitungsprogramme bieten. Entscheidend ist, ob die Unternehmenskultur zu Ihnen passt.

Welche Soft Skills sind für Quereinsteiger besonders wichtig?

Lernbereitschaft, Flexibilität und die Fähigkeit, sich schnell in neue Themen einzuarbeiten, sind für Quereinsteiger entscheidend. Auch soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit und Kommunikationsstärke werden in vielen Branchen höher bewertet als branchenspezifisches Fachwissen.

Lohnt sich der Quereinstieg wirklich?

Ja, für viele Menschen ist der Quereinstieg der Beginn eines erfüllenderen Berufslebens. Wer gut plant, die richtigen Branchen im Blick hat und Unterstützungsangebote wie AMS-Förderungen und Zeitarbeit nutzt, hat sehr gute Chancen auf einen erfolgreichen Neustart.

Langzeitarbeitslosigkeit vermeiden

Langzeitarbeitslosigkeit – ein Schreckenswort für jeden Arbeitnehmer, denn je länger jemand arbeitslos ist, desto schwieriger wird es mit der Jobsuche. Doch es ist bekanntlich die Hoffnung, die zuletzt stirbt. Und so gibt es auch für Langzeitarbeitslose Wege zurück ins Berufsleben. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Langzeitarbeitslosigkeit vermeiden.

Was ist Langzeitarbeitslosigkeit?

Von einer Langzeitarbeitslosigkeit spricht man dann, wenn die letzte durchgehende Beschäftigung oder Schulung ein Jahr oder länger zurückliegen. Tritt dies ein, sinken die Chancen zurück ins Berufsleben zu finden massiv. Arbeitgeber schrecken oft davor zurück, jemandem, der so lange ohne Beschäftigung war, eine Chance zu geben.

In Österreich ist auch das Konzept der Langzeitbeschäftigungslosigkeit bekannt: Dieses besagt, dass zwar mehr als ein Jahr keine Beschäftigung vorlag, jedoch eine Schulung oder Weiterbildung absolviert wurde oder einer zumindest zweimonatigen Beschäftigung nachgegangen wurde.

Wer ist von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen?

Früher waren zumeist Männer über 55 Jahren mit einem Pflichtschulabschluss langzeitarbeitslos. Ebenso war die Gruppe der unter 25-Jährigen verstärkt betroffen. Doch die Corona-Pandemie hat hier ordentlich durchgemischt und es musste in Österreich im März 2021 ein sprunghafter Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit bei der Gruppe der 25-44-Jährigen festgestellt werden.

Langzeitarbeitslosigkeit in Österreich

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen in Österreich steigt stetig und nahm in der Pandemie noch mehr zu. Seit 2008 hat sich die Zahl verzehnfacht, doch es ist aktuell wieder eine Verbesserung bemerkbar. Zum Zeitpunkt Mai 2026 gab es in Österreich etwa 103.000 Langzeitbeschäftigungslose und 54.000 Langzeitarbeitslose. Laut den Zahlen des AMS ist dies eindeutig eine Besserung: Immerhin waren im März 2021 noch 97.000 Personen als langzeitarbeitslos gemeldet. Ein trauriger Höchststand in Österreich.

Wie kommt es zu Langzeitarbeitslosigkeit?

Langzeitarbeitslosigkeit ist häufig mit Scham behaftet. Doch dies ist falsch. Denn es gibt viele Gründe, wieso ein Mensch in die Langzeitarbeitslosigkeit schlittert. Selten ist dabei nur ein Umstand für die Langzeitarbeitslosigkeit verantwortlich, zumeist spielen viele Faktoren zusammen.

Gründe für die Langzeitarbeitslosigkeit

Als Hauptgrund für die Langzeitarbeitslosigkeit ist das Alter der Betroffenen zu nennen. Je älter jemand wird, desto schwerer hat er es auf dem Arbeitsmarkt. Da hilft es auch wenig, wenn man 20 Jahre durchgehend und verlässlich für ein Unternehmen gearbeitet hat – ab einem bestimmten Alter wird es in manchen Branchen einfach schwer, einen neuen Job zu finden. Doch auch gesellschaftliche Krisen wie die Wirtschaftskrise oder ganz aktuell die Corona-Pandemie sind ausschlaggebend für eine erhöhte Langzeitarbeitslosigkeit. Sie sehen: Im Grunde kann jeder in die Langzeitarbeitslosigkeit schlittern.

Auf langer Arbeitssuche wegen Erkrankung

Gesundheitliche Probleme sind ebenfalls ein häufiger Grund für eine Langzeitarbeitslosigkeit. Ganze 54 % der arbeitslosen Personen mit gesundheitlichen Problemen rutschen in die Langzeitarbeitslosigkeit. Die Situation ist verständlicherweise eine doppelt prekäre: Zuerst verlieren die Menschen ihren Job aufgrund einer Erkrankung – und dann stehen sie vor dem Dilemma, dass sie mit besagter Erkrankung erst recht nicht neu eingestellt werden.

In vielen Fällen wäre eine Umschulung nötig, um sich gänzlich neu zu orientieren und körperliche Gebrechen auszugleichen. Ebenfalls hilfreich wären verringerte Arbeitszeiten, damit sich der Körper langsam wieder an die Belastung herantasten kann. Doch viele Arbeitgeber schrecken davor zurück und die Erkrankten bleiben arbeitslos.

Probleme bei der Jobsuche

Sind Sie langzeitarbeitslos, treffen Sie bei der Jobsuche auf etliche Probleme:

  • Sie müssen lange Lücken im Lebenslauf erklären
  • Sie sind nicht mehr auf dem neuesten Stand der Technik
  • Sie haben kein Netzwerk, auf das Sie zurückgreifen können
  • Ihre Ausbildung entspricht nicht mehr dem aktuellsten Stand
  • Sie sind unsicher im Auftreten – Langzeitarbeitslosigkeit ist immer auch mit Scham behaftet

Was macht Langzeitarbeitslosigkeit mit mir?

Keine Arbeit zu haben, ist kein Zuckerschlecken. Sind Sie arbeitslos, plagen Sie nicht nur Geldsorgen – auch die Psyche leidet unter der belastenden Situation. Studien zeigen, dass Langzeitarbeitslose weniger umgänglich sind, weniger Lust haben, einer Arbeit nachzugehen und nicht mehr offen für neue Erfahrungen sind. Schlechte Voraussetzungen für einen neuen Job. Deswegen ist es wichtig, dass Sie trotz der belastenden Situation nicht den Mut verlieren und positiv in die Zukunft blicken.

Wenn die psychische Belastung zu groß wird, scheuen Sie sich nicht, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Das AMS bietet neben der Jobvermittlung auch psychosoziale Beratung an. Die Arbeiterkammer verfügt über Sozialberatungsstellen, die kostenlos und vertraulich helfen. Auch niederschwellige Angebote wie die Telefonseelsorge (142, kostenlos und rund um die Uhr) stehen zur Verfügung.

Wie Langzeitarbeitslose den Sprung ins Erwerbsleben schaffen – die besten Tipps

Bleiben Sie hoffnungsvoll – es gibt Wege zurück ins Erwerbsleben. Diese werden allerdings nicht auf dem silbernen Tablett serviert, sondern erfordern Einsatz von Ihnen. Da Langzeitarbeitslosigkeit oft auf die Psyche drückt, ist es besonders schwer, sich aufzuraffen und Schritte zu setzten. Doch Sie werden sehen: Wenn Sie es wagen, rückt der nächste Job in greifbare Nähe. Wir haben einige der wichtigsten Punkte dafür für Sie zusammengefasst.

Netzwerken

Beginnen Sie damit, Kontakte zu knüpfen. Nutzen Sie dafür Plattformen wie LinkedIn oder besuchen Sie Jobmessen. Hier können Sie sich den Arbeitgebern direkt vorstellen und mit einem guten Eindruck punkten.

Weiterbildung

Von langer Arbeitslosigkeit sind häufig schlechter gebildete Personen betroffen. Nutzen Sie die Zeit Ihrer Beschäftigungslosigkeit und besuchen Sie eine Umschulung oder bilden Sie sich in Ihrem Bereich weiter. So können Sie in Ihrem Lebenslauf mit Arbeitserfahrung und Ausbildung punkten – ein Vorteil, den jüngere Bewerber oftmals nicht haben. Weiterbildungen werden zumeist vom AMS angeboten, für viele Weiterbildungen von anderen Anbietern erhalten Sie eine staatliche Unterstützung.

Ehrenamt

Nichts ist schlechter für die Psyche als alleine zu Hause zu sitzen. Nutzen Sie Ihre Zeit und helfen Sie anderen. Am Ende helfen Sie damit auch sich selbst, denn Ihr Lebenslauf ist so nicht von einer langen Zeit des Nichtstuns überschattet und Sie zeigen Verantwortung. Eine Eigenschaft, die viele Personaler zu schätzen wissen.

Zeitarbeit als schneller Wiedereinstieg

Zeitarbeit ist für Langzeitarbeitslose oft der schnellste Weg zurück ins Erwerbsleben. Der Einstieg gelingt rasch und ohne lange Bewerbungsprozesse. Jeder Einsatz zählt als vollwertige Berufserfahrung im Lebenslauf. So schließen Sie die Lücke Schritt für Schritt und sammeln gleichzeitig neue Erfahrungen. Viele Zeitarbeitseinsätze münden zudem direkt in eine Festanstellung.

Fazit: Selbstbewusst bleiben – auch wenn es schwerfällt

Auch wenn es schwer scheinen mag, bleiben Sie selbstbewusst. Es gibt schließlich viele Gründe, in die Arbeitslosigkeit zu geraten, doch Sie müssen sich dafür nicht schämen. Scham bewirkt nur, dass Sie bei einem Bewerbungsgespräch unsicher auftreten und sich selbst schlecht repräsentieren.

Vergessen Sie nicht: Sie haben eine Berufserfahrung und Ausbildung vorzuweisen – Tatsachen, die auch nach mehreren Jahren Arbeitslosigkeit nicht vom Tisch zu wischen sind. Konzentrieren Sie sich also auf Ihre positiven Eigenschaften und betonen Sie, welchen Benefit Sie für das Unternehmen bringen. Mit dieser Einstellung kann ein Bewerbungsgespräch auch nach langer Arbeitslosigkeit von Erfolg gekrönt sein.

Fragen und Antworten

Ab wann gilt man in Österreich als langzeitarbeitslos?

Von Langzeitarbeitslosigkeit spricht man, wenn die letzte durchgehende Beschäftigung oder Schulung ein Jahr oder länger zurückliegt. Wer in dieser Zeit zumindest eine zweimonatige Beschäftigung oder eine Schulung absolviert hat, gilt als langzeitbeschäftigungslos.

Welche Branchen bieten Langzeitarbeitslosen besonders gute Wiedereinstiegschancen?

Branchen mit Fachkräftemangel – etwa Produktion, Logistik, Handel und Technik – sind besonders offen für Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger. Hier zählt oft die Bereitschaft zu lernen mehr als eine lückenlose Berufsbiografie.

Was kann ich tun, um Langzeitarbeitslosigkeit zu vermeiden?

Bleiben Sie aktiv, nutzen Sie die Zeit für Weiterbildungen, Ehrenamt oder Zeitarbeitseinsätze, die alle als Berufserfahrung im Lebenslauf zählen. Je früher Sie handeln, desto einfacher wird die Rückkehr in den Arbeitsmarkt.

Wie kann mir das AMS bei Langzeitarbeitslosigkeit helfen?

Das AMS bietet neben der Jobvermittlung auch Beratung, Weiterbildungsförderungen und psychosoziale Unterstützung an. Melden Sie sich so früh wie möglich und nehmen Sie alle verfügbaren Angebote in Anspruch. Je früher Sie handeln, desto besser Ihre Chancen.

Hilft Zeitarbeit beim Wiedereinstieg nach langer Arbeitslosigkeit?

Ja, Zeitarbeit ist einer der schnellsten Wege zurück ins Erwerbsleben. Der Einstieg gelingt oft ohne lange Bewerbungsprozesse, jeder Einsatz zählt als vollwertige Berufserfahrung und viele Einsätze münden direkt in eine Festanstellung.

Wie erkläre ich eine lange Lücke im Lebenslauf im Bewerbungsgespräch?

Seien Sie offen und ehrlich. Erklären Sie die Umstände sachlich und betonen Sie, was Sie in der Zeit unternommen haben, etwa Weiterbildungen, Ehrenamt oder Zeitarbeitseinsätze. Personaler wissen, dass Langzeitarbeitslosigkeit viele Ursachen haben kann, und schätzen Transparenz.

Welche psychischen Auswirkungen hat Langzeitarbeitslosigkeit?

Studien zeigen, dass Langzeitarbeitslose häufiger unter Antriebslosigkeit, sozialer Isolation und Schamgefühlen leiden. Wenn die Belastung zu groß wird, ist professionelle Unterstützung wichtig. Das AMS, die Arbeiterkammer und die Telefonseelsorge (142, kostenlos, rund um die Uhr) bieten Hilfe an.

Lohnt sich eine Umschulung, wenn ich langzeitarbeitslos bin?

Ja, eine Umschulung oder Weiterbildung erhöht Ihre Chancen am Arbeitsmarkt deutlich und zeigt Arbeitgebern, dass Sie die Zeit aktiv genutzt haben. Das AMS fördert viele Weiterbildungsangebote finanziell. Eine Beratung beim AMS hilft Ihnen, das passende Angebot zu finden.

Kann ich als Langzeitarbeitsloser trotzdem selbstbewusst auftreten?

Ja, und das ist entscheidend. Langzeitarbeitslosigkeit ist keine Schande und kann jeden treffen. Konzentrieren Sie sich im Bewerbungsgespräch auf Ihre Stärken, Ihre Berufserfahrung und den Mehrwert, den Sie für das Unternehmen bringen können.

Wo bekomme ich als Langzeitarbeitsloser in Österreich kostenlose Unterstützung?

Das AMS bietet kostenlose Beratung, Jobvermittlung und Weiterbildungsförderung an. Die Arbeiterkammer hat Sozialberatungsstellen, die bei rechtlichen und sozialen Fragen helfen. Für psychische Unterstützung steht die Telefonseelsorge unter 142 kostenlos und rund um die Uhr zur Verfügung.

Der richtige Umgang mit Hobbys im Lebenslauf

Lesen, lange Strandspaziergänge oder doch eher Fallschirmspringen? Mit gewissen Hobbys können Sie Ihren Lebenslauf aufpeppen, andere hingegen sollten Sie besser nicht an die große Glocke hängen. Wir erklären, worauf Sie bei Hobbys im Lebenslauf achten müssen.

Hobbys im Lebenslauf: die Grundregeln

Im ersten Moment denken Sie vielleicht, dass Ihre Hobbys und der Lebenslauf, mit dem Sie sich für einen Job bewerben, nicht viel gemein haben. In der Tat nehmen auch nicht alle Menschen ihre Hobbys in den Lebenslauf auf. Doch bedenken Sie: Nennen Sie Hobbys im Lebenslauf, sagt das eine Menge über Ihre Persönlichkeit aus. Tatsächlich sind die meisten Arbeitgeber daran interessiert, wie Sie als Mensch sind. Geben Sie Hobbys im Lebenslauf an, erhält der Arbeitgeber schon beim Bewerbungsgespräch einen tieferen Eindruck von Ihnen – und findet vielleicht genau deswegen, dass Sie die perfekte Wahl für den Job sind. Führen Sie aber nicht zu viele Hobbys an. Am besten konzentrieren Sie sich auf drei Hobbys und spezifizieren diese. Anstatt nur Lesen anzugeben, schreiben Sie also lieber Sie lesen besonders gerne Biografien berühmter Frauen.

Die richtige Schreibweise: Hobbys oder Hobbies?

Bevor Sie daran gehen, Ihrem zukünftigen Arbeitgeber zu vermitteln, dass Sie ein wahrer Meisterkoch sind oder sich wie wild auf der Yogamatte verrenken können, sollten wir die Frage klären, wie der korrekte Plural von Hobby lautet. Im Deutschen korrekt ist: Hobbys. Die Verwirrung bei der Schreibweise kommt deswegen zustande, da im Englischen in der Tat Hobbies die richtige Schreibweise ist. Auch bei der Groß- und Kleinschreibung ist die Frage schnell geklärt: Hobbys wird immer großgeschrieben.

Diese Hobbys kommen im Lebenslauf gut an

Nicht jedes Hobby sollte Eingang in Ihren Lebenslauf finden. Bewerben Sie sich beispielsweise für einen Job in der Buchhaltung, kommt es nicht gut an, wenn Sie Bungee-Jumping als Ihr größtes Hobby nennen. Es könnte nämlich bei den Personalern den Eindruck erwecken, dass Ihnen der angebotene Job bald langweilig werden könnte. Deswegen ist es wichtig, die richtigen Hobbys zu nennen. Jedes Hobby kann dabei einem bestimmten Aspekt zugeordnet werden.

Künstlerisch und kreativ

Kochen, malen, musizieren oder fotografieren sind bestens dazu geeignet, im Lebenslauf genannt zu werden. Sie alle zeugen von einer großen Kreativität, die sich auch im Job von Vorteil erweisen wird. Ebenfalls verraten sie ein gutes Auge und einen Blick fürs Detail. Wer gerne kocht, ist zudem zumeist sehr gesellig.

Teamplayer und loyal

Sie mögen Mannschaftssport wie Fußball? Oder gehen in Ihrer Freizeit gar einem Ehrenamt nach? Super, denn solche Hobbys sind für den Arbeitgeber ein deutlicher Hinweis darauf, dass Sie verlässlich und loyal sind und Verantwortung übernehmen.

Ehrgeizig und wettbewerbsstark

Einen Marathon durchzustehen erfordert Ehrgeiz, Ausdauer und gute Planung. Doch auch das Erlernen eines Musikinstruments kann von Ihrem Ehrgeiz zeugen, ebenso Schachspielen oder Tanzen. All dies sind kompetitive Hobbys, die Sie wunderbar in Ihren Lebenslauf integrieren können.

Interkulturell und mobil

Sie mögen Sprachen? Wunderbar! Ein Hobby, das sich im Lebenslauf garantiert besonders gut macht. Denn wer mehr Sprachen spricht, hat in der Berufswelt immer einen Vorteil. Ebenso ist das Lesen von Sachbüchern ein Hobby, das stets im Lebenslauf genannt werden kann.

Beständig und zuverlässig

Kein Arbeitgeber möchte flatterhafte Angestellte. Wenn Sie vermitteln möchten, dass auf Sie Verlass ist, dann nennen Sie doch Gärtnern als Hobby. Wer sich um Pflanzen kümmert, ist bestimmt auch im Job ein Fels in der Brandung. Ebenso gut: Yoga und Meditation, da beides hilft, Stress zu reduzieren.

Punkten mit Bezug zum Job

Als allgemeine Faustregel gilt: Je mehr Bezug Ihr Hobby zu Ihrem Job hat, desto stärker profitierten Sie davon, wenn Sie es im Lebenslauf angeben. Für einen Bibliothekar ist Lesen natürlich ein hervorragendes Hobby. Oder Sie bewerben sich für eine Stelle in einer Redaktion und betreiben privat einen Blog? Super, dann sollten Sie das Hobby unbedingt im Lebenslauf nennen.

Rechnen Sie mit Rückfragen beim Vorstellungsgespräch

Bereiten Sie sich auf ein Vorstellungsgespräch gründlich vor. Das bedeutet auch, dass Sie mit Rückfragen zu Ihren Hobbys rechnen müssen. Je ungewöhnlicher Ihr Hobby ist, desto eher sollten Sie damit rechnen. Aber auch sehr verbreitete Hobbys wie kochen oder lesen führen häufig zu Fragen – beispielsweise könnte der Personaler wissen wollen, welches Buch Sie gerade lesen oder welche raffinierten Gerichte Sie besonders gerne zubereiten. Vielleicht finden Sie ja eine Gemeinsamkeit, das reduziert gleich die Nervosität und schafft Vertrauen.

Bleiben Sie bei der Wahrheit

Die Rückfragen beim Vorstellungsgespräch leiten uns sogleich direkt zum nächsten Punkt über: Bleiben Sie stets bei der Wahrheit und lügen Sie nie über Ihre Hobbys. Wenn Sie angeben, gerne zu lesen und dann im Vorstellungsgespräch mit einer spezifischen Frage zur Literatur überrumpelt werden, die Sie nicht beantworten können, macht das keinen guten Eindruck. Erfinden Sie also keine Hobbys, nur weil Sie im Lebenslauf Eindruck schinden möchten.

Viel Berufserfahrung, viele Hobbys

Es empfiehlt sich, nicht allzu viele Hobbys zu nennen. Denn diese könnten schlimmstenfalls von der Berufserfahrung ablenken. Besser ist es, wenn Sie sich auf das Wesentliche konzentrieren – in diesem Fall punkten Sie mit Ihrer Berufserfahrung besser als mit Hobbys.

Wenig Berufserfahrung, viele Hobbys

Sie haben wenig Berufserfahrung? Keine Bange, in diesem Fall helfen Hobbys dabei, den Lebenslauf aufzupeppen. Gehen Sie ruhig verstärkt auf genau jene Hobbys ein, die in Zusammenhang mit dem Job stehen, um den Arbeitgeber so von Ihrer Kompetenz zu überzeugen.

Diese Hobbys gehören nicht in den Lebenslauf

Hobbys wie Chillen oder Kartenspielen sollten Sie im Lebenslauf lieber weglassen, da sie wenig über Ihre beruflichen Qualitäten aussagen. Bei Computerspielen kommt es auf die Branche an: In klassischen Berufsfeldern wie Buchhaltung oder Verwaltung ist Gaming als Hobby wenig zielführend. Bewerben Sie sich hingegen im IT-Bereich, in der Spieleentwicklung oder im digitalen Marketing, kann es durchaus positiv wahrgenommen werden – besonders wenn Sie das Hobby konkretisieren, etwa durch die Entwicklung eigener Mods oder aktive Teilnahme an E-Sport-Ligen.

Fazit: Darauf kommt es bei Hobbys im Lebenslauf an

Zusammenfassend kann festgehalten werden: Je weniger Berufserfahrung Sie haben, desto mehr profitieren Sie von der Angabe Ihrer Hobbys. Beschränken Sie sich dabei auf Hobbys, die in Zusammenhang mit dem Beruf stehen, nennen Sie nicht mehr als drei Hobbys auf einmal und spezifizieren Sie diese. Damit können Sie Ihrem Arbeitgeber einen guten Eindruck Ihrer Persönlichkeit vermitteln und hervorheben, wieso genau Sie die beste Wahl für den Job sind.

Fragen und Antworten

Muss ich Hobbys im Lebenslauf angeben?

Nein, Hobbys sind kein Pflichtbestandteil des Lebenslaufs. Sie können aber besonders für Berufseinsteiger mit wenig Berufserfahrung sinnvoll sein, um die eigene Persönlichkeit zu vermitteln.

Wie viele Hobbys sollte ich im Lebenslauf nennen?

Beschränken Sie sich auf maximal drei Hobbys und spezifizieren Sie diese. Statt nur „Lesen“ zu schreiben, ist „Lesen – besonders Biografien und Sachbücher“ deutlich aussagekräftiger.

Welche Hobbys kommen im Lebenslauf besonders gut an?

Hobbys, die Teamfähigkeit, Kreativität, Ehrgeiz oder soziales Engagement zeigen, werden von Personalern besonders positiv wahrgenommen – etwa Mannschaftssport, Ehrenamt, Musikinstrumente oder kreative Tätigkeiten wie Fotografieren oder Kochen.

Welche Hobbys sollte ich im Lebenslauf lieber weglassen?

Hobbys ohne erkennbaren Bezug zu beruflichen Qualitäten – wie Chillen oder Kartenspielen – sollten Sie weglassen. Auch Extremsportarten können in manchen Branchen den falschen Eindruck erwecken, wenn sie nicht zur ausgeschriebenen Stelle passen.

Kann ich Computerspielen als Hobby im Lebenslauf angeben?

Das kommt auf die Branche an. In IT, Spieleentwicklung oder digitalem Marketing kann Gaming ein relevantes Hobby sein, besonders wenn Sie das Hobby konkretisieren, etwa durch eigene Spielprojekte, Teilnahme an E-Sport-Ligen oder aktive Mitarbeit in Gaming-Communities. In klassischen Berufsfeldern ist es hingegen weniger empfehlenswert.

Sollte ich Hobbys an die Stelle anpassen, auf die ich mich bewerbe?

Ja, je mehr Ihre Hobbys zur ausgeschriebenen Stelle passen, desto stärker profitieren Sie davon. Betreiben Sie privat einen Blog und bewerben Sie sich in einer Redaktion, sollten Sie das unbedingt erwähnen.

Was ist, wenn der Personaler im Gespräch nach meinen Hobbys fragt?

Bereiten Sie sich auf Rückfragen vor, besonders bei ungewöhnlichen oder sehr spezifischen Hobbys. Bleiben Sie dabei immer bei der Wahrheit: Wer ein Hobby erfindet, riskiert, im Gespräch überrumpelt zu werden.

Wie schreibt man Hobbys richtig – mit y oder ie?

Im Deutschen lautet die korrekte Schreibweise „Hobbys“ – nicht „Hobbies“. Letzteres ist die englische Schreibweise und im deutschen Lebenslauf falsch.

Helfen Hobbys dabei, Lücken im Lebenslauf zu erklären?

Indirekt ja, wenn Sie in einer Phase ohne Anstellung einem Ehrenamt nachgegangen sind, einen Kurs absolviert oder ein Projekt verfolgt haben, zeigt das Eigeninitiative und kann eine Lücke positiv überbrücken.

Darf ich soziales Engagement als Hobby angeben?

Ja, und es ist sogar besonders empfehlenswert. Ehrenamtliche Tätigkeiten zeigen Verantwortungsbewusstsein und Verlässlichkeit, Eigenschaften, die Personaler in nahezu jedem Berufsfeld schätzen.

Bewerbung mit Berufserfahrung

Jobsuche ist nicht nur für die jüngeren Generationen ein Thema – durch Insolvenz, Stellenabbau oder andere Gründe können Sie auch ab 50 wieder vor der Herausforderung stehen, sich für Stellen zu bewerben. Wir zeigen Ihnen, wie Sie bei der Bewerbung mit Berufserfahrung  mit Vorurteilen umgehen und treffsichere Bewerbungen formulieren.

Die Generation 50plus möchte arbeiten

Egal, ob Sie unfreiwillig Ihre Stelle verloren haben, oder sich endlich dazu entschlossen haben, die Karriere zu wechseln – der Jobwechsel mit 50, 60 oder auch im Rentenalter ist durchaus möglich. Die meisten der Generation 50plus sind mit einer Arbeitsmoral aufgewachsen, die sie zu fleißigen, verlässlichen Arbeitskräften gemacht hat. Arbeitgeber dürfen auch nicht vergessen, dass Menschen heutzutage eine höhere Lebenserwartung haben und bis ins hohe Alter leistungsfähig und motiviert bleiben.

Vorurteile, Probleme & Co beim Bewerben mit Berufserfahrung

In Österreich und Deutschland existieren Gleichbehandlungsgesetze gegen die Diskriminierung von Jobkandidaten aufgrund von Alter, Geschlecht, Herkunft etc. Dennoch halten sich bei Personalern oder Führungskräften hartnäckige Vorurteile, ob bewusst oder unbewusst.

Häufigste Vorurteile gegen Bewerber ab 50

Um Klischees gegen Bewerber ab 50 auszuhebeln, sollten Sie diese zuerst kennen:

  • Berufserfahrene Bewerber sind teuer: Menschen mit hoher Fachkompetenz und vielen Jahren Erfahrung verlange höhere Gehälter als Jobanfänger.
  • Keine Zukunftsaussichten: Lohnt sich die Investition in jemanden, der in wenigen Jahren in Pension gehen wird?
  • Golden Ager sind krankheitsanfällig: Ab einem gewissen Alter häufen sich die Gesundheitsprobleme und Ausfälle.
  • Wenig Lernbereitschaft: Menschen ab 50 wird vorgeworfen, dass sie nicht am aktuellen Stand von Technologie oder Fachwissen sind und auch zu wenig flexibel, um neue Fähigkeiten zu erlernen.
  • Motivation und Leistung nehmen ab: Nach vielen Jahren im Beruf fehlt die Energie für Höchstleistungen oder der Wille, sich in ein neues Team zu integrieren.

Echte Hindernisse bei der Jobsuche als Best Ager

Neben solchen Verallgemeinerungen der Generation 50plus gibt es leider auch reale Hürden, wenn Sie nach einer langen Zeit im gleichen Beruf wieder Bewerber sind.

Innerhalb der letzten 20 Jahre hat sich am Jobmarkt viel verändert: Stellenanzeigen sind vorwiegend auf Online Jobbörsen, auf sozialen oder beruflichen Netzwerken zu finden. Der Bewerbungsprozess ist digitaler, aber auch persönlicher geworden. Bei großen Firmen müssen Sie als Bewerber oft ausführliche Web-Formulare ausfüllen und erste Gespräche erfolgen per Videochat. Erfolgreiche Kandidaten haben heute professionell gestaltete Unterlagen oder eigene Webseiten und wissen genau, wie sie ihre eigene „Marke“ verkaufen.

Stichwort „Erfahrung“: Der unbestreitbare Vorteil der Gold Agers

Bei all diesen Vorurteilen und Hindernissen ist es kein Wunder, wenn manche sich überfordert fühlen oder bereits aufgeben, bevor sie sich überhaupt beworben haben. Und genau hier liegt der Fehler: Denn als berufserfahrener Bewerber haben Sie ebenso einige Vorteile, über die jüngere Generationen noch nicht verfügen. Wenn Sie diese ins richtige Licht rücken und als Argumente gegen gängige Klischees präsentieren, haben sie am Jobmarkt mindestens genauso gute Chancen.

Die wichtigsten Vorteile und Argumente für Bewerber der Generation 50+

  1. Erfahrung

Im Gegensatz zu Berufsanfängern haben Sie langjährige fachliche Erfahrung und kennen die Aufs und Abs der Branche. Dadurch sind Sie routinierter beim Arbeiten, erkennen Probleme schneller und haben auch soziale Kompetenz bzw. Menschenkenntnis entwickelt.

  1. Verantwortungsbewusstsein

Mit Erfahrung kommen Selbstsicherheit und die Fähigkeit, sich auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren – dadurch sind Sie effizient, können mehr Verantwortung übernehmen und jüngere Kollegen anleiten.

  1. Stressresistenz

Mit den Jahren wird man emotional stabiler und behält in Stresssituationen einen kühlen Kopf.

  1. Konzentration und klare Ziele

Das Privatleben hat sich ab 50 meist gesetzt – die Kinder sind erwachsen, Hausbau, Umzug oder Eheschließung keine Themen mehr. Dadurch sind Sie offen und motiviert für neue Herausforderungen und wissen genau, was Sie wollen.

  1. Loyalität

Sie möchten sich in Ihrer zukünftigen Arbeitsumgebung wohlfühlen und dann auch nicht mehr den Job wechseln. Dadurch sind Sie ein verlässlicher, langfristiger Mitarbeiter.

Typische Fehler in der Bewerbung

Es gibt Bewerbungsfehler, die Personaler bei der Golden Ager Generation häufiger antreffen und die Sie besonders vermeiden sollten.

Dazu gehören sehr ausführliche und überlange Lebensläufe, nicht mehr zeitgemäße Bewerbungsunterlagen oder unrealistische Erwartungen bezüglich Gehalt und Co. Im Anschreiben und im Bewerbungsgespräch sollten Sie vermeiden, nur über Fachqualifikationen zu reden oder sich im Vorhinein für Ihre Situation zu rechtfertigen. Unterstreichen Sie stattdessen Ihre persönlichen Kompetenzen und die Motivation, genau für diese Firma zu arbeiten.

Bewerbung 50+ – Wie bewerbe ich mich am besten?

Es mag zwar lästig sein, dass die Jobsuche heute hauptsächlich digital abgewickelt wird – auf der anderen Seite haben Sie den Vorteil, dass das Internet zahlreiche Tipps und Vorlagen für Sie bereithält. Wenn Sie sich daran orientieren und inhaltlich bei Ihren Stärken bleiben, wird der Bewerbungsprozess um vieles einfacher.

Grundsätzlich besteht die digitale Bewerbung aus Anschreiben, tabellarischem Lebenslauf und Arbeitszeugnissen, in dieser Reihenfolge zusammengefasst in einem PDF.

Anschreiben bei der Bewerbung 50plus

Formal sollte das Bewerbungsanschreiben übersichtlich in Absätze gegliedert und nicht zu lang sein. Lesen Sie die Stellenanzeige genau und filtern Sie danach besonders erwähnenswerte Karrieren-Meilensteine und Fähigkeiten. Gehen Sie auch auf Punkte ein, die zeigen, dass Sie lernbereit und nicht „von gestern“ sind: Weiterbildungen der letzten Jahre, digitale Fähigkeiten, Flexibilität bezüglich Arbeitszeiten etc.

Gute vs. Schlechte Formulierungen in der Bewerbung

  • Alter und Erfahrung

Gut: Sie besitzen ein „breit gefächertes Fachwissen“, „ein gutes Kontaktnetz“ und haben „vieljährige Erfahrung“.

Schlecht: „30 Jahre Berufserfahrung“, „Mit meinen 55 Jahren …“ – Verzichten Sie auf große Zahlen und genaue Altersangaben.

  • Positiv und bestimmt in die Zukunft

Gut: „Gerne unterstütze ich Sie bei zukünftigen Projekten“ und „Mit meiner Erfahrung in der Führung eines großen Teams kann ich …“.

Schlecht: Rückschauen wie „Ich blicke zurück auf …“ oder „Zum Ende meiner beruflichen Laufbahn“.

  • Selbstsicherheit und Flexibilität

Gut: „Durch meine Weiterbildung beherrsche ich“ oder „Gerne arbeite ich im Team an neuen Herausforderungen …“

Schlecht: Rechtfertigungen wie „noch einmal durchstarten“ oder „Da ich lernfähig bin, glaube ich …“

Bewerbung mit Berufserfahrung – der Lebenslauf

Der Lebenslauf sollte durch eine klare Struktur und ansprechende, moderne Gestaltung überzeugen. Achten Sie auch auf ein aktuelles und professionelles Foto.

Die beruflichen Stationen werden beginnend mit der zuletzt ausgeführten Tätigkeit aufgezählt, vor allem Ihre drei jüngsten Positionen sollten Sie inklusive Aufgaben und Verantwortlichkeiten kurz darstellen. Halten Sie sich bei den restlichen Punkten kurz, damit der Lebenslauf insgesamt nicht zu lang und unübersichtlich wird. Aber Achtung: Ihr Lebenslauf sollte dennoch vollständig sein und keine auffällig langen Lücken beinhalten – auch Weiterbildungen, Karenzen etc. werden erwähnt.

Beim Punkt Ausbildung ist der höchste akademische oder berufliche Abschluss relevant. Insgesamt sollte in Ihrer Vita ein roter Faden in Ihrer bisherigen Laufbahn erkennbar sein.

Bewerbung mit Berufserfahrung: Welche Zeugnisse?

Die Beilage von Zeugnissen wird meistens verlangt, besonders relevant sind hier Arbeitszeugnisse vergangener Arbeitgeber. Suchen Sie bis zu drei aus, die Ihre Qualifikationen gut widerspiegeln. Auch ein Abschlusszeugnis der höchsten Ausbildung wird beigelegt, verzichten Sie jedoch auf Schulzeugnisse. Interessant sind außerdem Zertifikate zusätzlicher Qualifikationen und Fortbildungen, wenn diese nicht zu lang her sind.

Schauen Sie zur weiteren Unterstützung gerne in unsere Bewerbungstipps und Lebenslaufvorlagen inkl. Ausfüllhilfe.

Förderungen für Bewerber ab 50

Das AMS unterstützt ältere Arbeitssuchende gezielt: Im Rahmen der Beschäftigungsinitiative 50+ stehen jährlich 165 Millionen Euro für die Wiedereingliederung von Personen ab 50 Jahren in den Arbeitsmarkt zur Verfügung. Arbeitgeber, die ältere Arbeitssuchende einstellen, können eine Förderung der Lohn- und Lohnnebenkosten erhalten – das erhöht Ihre Chancen als Bewerber erheblich. In Wien gibt es zusätzlich die Joboffensive 50plus, die Unternehmen bei der Einstellung älterer Arbeitssuchender bis zu acht Monate lang fördert.

Was das für Sie als Bewerber bedeutet: Erwähnen Sie im Gespräch ruhig, dass Ihr potenzieller Arbeitgeber durch Ihre Einstellung Förderungen erhalten kann – das kann ein zusätzliches Argument für Ihre Bewerbung sein. Informationen zu den aktuellen Förderungen erhalten Sie direkt beim AMS in Ihrer Region.

Fragen und Antworten

Ist ein Jobwechsel mit 50 Jahren oder mehr möglich?

Ja, viele Menschen finden auch ab 50 erfolgreich eine neue Stelle. Entscheidend ist eine gut vorbereitete, zeitgemäße Bewerbung, die die eigenen Stärken gezielt in den Vordergrund stellt.

Welche Stärken kann ich als Bewerber ab 50 im Bewerbungsgespräch betonen?

Langjährige Berufserfahrung, Verlässlichkeit, Verantwortungsbewusstsein und emotionale Stabilität sind Qualitäten, die viele Arbeitgeber schätzen. Bereiten Sie konkrete Beispiele vor, die diese Stärken aus Ihrer Berufspraxis belegen.

Wie gehe ich im Bewerbungsschreiben mit meinem Alter um?

Erwähnen Sie Ihr Alter oder konkrete Jahreszahlen im Anschreiben möglichst nicht – schreiben Sie stattdessen von „langjähriger Erfahrung“ oder einem „breiten Fachwissen“. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken und Ihre Motivation für die neue Stelle.

Wie lang sollte mein Lebenslauf als erfahrener Bewerber sein?

Beschränken Sie sich auf maximal zwei Seiten und konzentrieren Sie sich auf die drei jüngsten Positionen mit konkreten Aufgaben und Verantwortlichkeiten. Ältere Stationen können kürzer gehalten oder zusammengefasst werden.

Darf ich wegen meines Alters bei der Bewerbung benachteiligt werden?

Nein – das Gleichbehandlungsgesetz (GlBG) verbietet Diskriminierung aufgrund des Alters ausdrücklich. Wenn Sie das Gefühl haben, aufgrund Ihres Alters abgelehnt worden zu sein, können Sie sich an die Gleichbehandlungsanwaltschaft oder die Arbeiterkammer wenden.

Gibt es staatliche Förderungen, die meine Jobsuche ab 50 unterstützen?

Ja, das AMS bietet im Rahmen der Beschäftigungsinitiative 50+ gezielte Unterstützung für ältere Arbeitssuchende. Arbeitgeber, die Personen ab 50 einstellen, können Förderungen erhalten. Das erhöht Ihre Chancen als Bewerber. Informieren Sie sich direkt beim AMS in Ihrer Region.

Soll ich mein Geburtsdatum im Lebenslauf angeben?

In Österreich ist das Geburtsdatum im Lebenslauf nach wie vor üblich. Wenn Sie es weglassen, kann das auffallen – besser ist es, selbstbewusst zu Ihrem Alter zu stehen und es durch Ihre Stärken zu untermauern.

Kann Zeitarbeit beim Wiedereinstieg ab 50 helfen?

Ja, Zeitarbeit ist ein schneller und unkomplizierter Weg, wieder ins Erwerbsleben einzusteigen. Sie können verschiedene Unternehmen und Tätigkeiten kennenlernen, ohne sich sofort langfristig festzulegen, und viele Einsätze führen direkt zu einer Festanstellung.

Wie gehe ich mit der Frage nach meinen Gehaltsvorstellungen um?

Recherchieren Sie vorab den marktüblichen Lohn für die ausgeschriebene Stelle und orientieren Sie sich daran. Überhöhte Gehaltsvorstellungen sind eines der häufigsten Hindernisse für Bewerber ab 50. Flexibilität kann hier ein entscheidender Vorteil sein.

Welche Weiterbildungen empfehlen sich für Bewerber ab 50?

Digitale Kompetenzen – etwa der sichere Umgang mit gängiger Software, Online-Tools oder sozialen Netzwerken wie LinkedIn – sind besonders wertvoll. Sie zeigen Arbeitgebern, dass Sie lernbereit und am aktuellen Stand sind, und entkräften eines der häufigsten Vorurteile gegenüber älteren Bewerbern.

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