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23.06.2022

Lücken im Lebenslauf? So argumentieren Sie richtig

Vielen Bewerbern mit Lücken im Lebenslauf bricht vor einem Bewerbungsgespräch der Angstschweiß aus. Wie soll man das dem Personaler bloß erklären? Doch keine Bange: Wer die richtige Strategie kennt, geht mit Lücken im Lebenslauf souverän um – und überzeugt am Ende auf ganzer Linie.

Wann spricht man von einer Lücke?

Zwischen dem einen und dem anderen Praktikum lag ein Monat ohne Beschäftigung? Und beim Wechsel von der Gastro hin zu einem Verkaufsjob gar zwei Monate? Sind das schon Lücken? In diesem Fall können wir Sie beruhigen: Nein, dies gilt nicht als Lücke im Lebenslauf. Kritisch wird es allerdings, wenn Sie bereits drei oder gar fünf Monate keiner Beschäftigung nachgegangen sind. Dann spricht man tatsächlich von einer Lücke. Viele Betroffene fürchten sich dann zunehmend vor einem Bewerbungsgespräch, da sie nicht wissen, wie sie mit Lücken im Lebenslauf umgehen sollen. Dabei machen sich viele aber ganz umsonst einen Kopf.

Lücken im Lebenslauf sind nicht schlimm

Eine Lücke im Lebenslauf bedeutet nicht das Ende der Welt. Berufswechsel und Neuorientierungen stehen an der Tagesordnung, ebenso nehmen sich viele Menschen eine bewusst gewählte Auszeit. Dies ist eine Entscheidung, die heutzutage von immer mehr Menschen toleriert wird und auch Personaler zeigen sich diesbezüglich offen. Wichtig ist nur, dass Sie beim Bewerbungsgespräch die Lücken im Lebenslauf nicht unkommentiert lassen – denn Personaler haben einen Blick dafür.

Daran erkennen Personaler Lücken im Lebenslauf

Gehen Sie nie davon aus, dass ein Personaler Ihre Lücken im Lebenslauf übersehen könnte. Wie Sie sich vorstellen können, hatten Personaler bereits hunderte Lebensläufe in ihren Händen und einen Blick für Dinge, die Bewerber zu verschleiern versuchen. Auf eine Lücke im Lebenslauf deuten vor allem zwei Dinge hin:

Jahresangaben statt Monatsangaben
Es ist im Lebenslauf üblich, die Arbeitszeiten in Monaten und Jahren anzugeben. Schließlich macht es einen Unterschied, ob Sie von Dezember 2021 bis Jänner 2022 gearbeitet haben oder einfach 2021 bis 2022 angeben. Ein Personaler wird skeptisch werden, wenn er einfach nur Jahreszahlen als Angabe erhält. Schummeln Sie also nicht bei den Zeitangaben und bleiben Sie bei der Wahrheit.

Erfahrungsprofil statt Werdegang
Es gibt noch eine verbreitete Strategie, Lücken im Lebenslauf zu verschleiern. Diese besteht darin, nicht den Werdegang –also seine Arbeitserfahrung chronologisch mit Jahreszahlen versehen –anzugeben, sondern einfach nur beispielsweise vier Jahre Erfahrung als Stationsleiter, drei Jahre im Außendienst etc. anzugeben. Auch hier ist der Personaler auf den ersten Blick gewarnt und wird Sie im Bewerbungsgespräch gewiss darauf ansprechen.

Lücken im Lebenslauf schließen: Tipps und Tricks
Sie sehen also: Personaler lassen sich beim Lebenslauf nicht austricksen. Deswegen tun Sie gut daran, sich für Ihre Lücken im Lebenslauf plausible Begründungen einfallen zu lassen. Dies ist die beste Strategie, gut vorbereitet in das Bewerbungsgespräch zu gehen und trotz Lücken den Traumjob zu ergattern.

Mut zur Lücke: Lücken erklären, die keine sind
Oftmals denken Bewerber irrtümlich, sie hätten eine Lücke im Lebenslauf. Doch dabei gibt es Umstände, die zwar zu einer beruflichen Auszeit führen, jedoch keineswegs als negative Lücke im Lebenslauf gesehen werden. Sie brauchen sich im Bewerbungsgespräch also keine Sorgen zu machen. Zu diesen leicht erklärbaren Lücken zählen:

  • Studienwechsel
    Sie wussten erst beim zweiten Anlauf, welches Studium für Sie das richtige war? Kein Problem, Sie mussten sich eben neu orientieren. Und da es aufgrund bürokratischer Gründe nun mal bis zum folgenden oder auch übernächsten Semester dauern kann, bis man zugelassen wird, kommt es zu einer unverschuldeten Lücke. Am besten reagieren Sie in diesem Fall jedoch, wenn Sie die studienfreie Zeit gleich für ein Praktikum nutzen oder sich sozial engagieren.
  • Pandemie
    Kurzarbeit, Kündigungen, weggefallene Arbeitsplätze. In der Pandemie haben viele ihren Job verloren. Sollten Sie aufgrund von Corona eine Lücke im Lebenslauf erlitten haben, werden Sie bestimmt bei jedem Personaler auf vollstes Verständnis stoßen.
  • Berufseinstieg
    Aller Anfang ist schwer. Das wissen Berufseinsteiger ganz besonders. Es darf nach erfolgreicher Ausbildung schon mal sechs Monate dauern, bis der erste Arbeitstag ansteht. Das verstehen Personaler. Wenn Sie die Zeit für eine Weiterbildung nutzen, ist der Lebenslauf natürlich besonders gut aufpoliert.
  • Krankheit
    Seien Sie ehrlich, wenn Sie aufgrund einer schweren Krankheit zu einer längeren beruflichen Pause gezwungen waren. Wichtig: Signalisieren Sie dem potenziellen Arbeitgeber jedoch unbedingt, dass Sie die Krankheit überstanden haben und wieder voll einsatzfähig sind.
  • Pflege
    Auch die Pflege von Angehörigen sollten Sie nicht verschleiern. Wer sich aufopferungsvoll um seine Liebsten kümmert, leistet einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft. Dies wissen auch Personaler und werden Ihnen die Lücke nachsehen.
  • (Kurze) Arbeitslosigkeit
    Eine Lücke im Lebenslauf ist vor allem dann ein Problem, wenn Sie seitdem keinen neuen Job gefunden haben. Hatten Sie aber in der Vergangenheit eine längere Lücke zwischen zwei Jobs, ist das für Personaler zumeist kein Problem, denn Sie haben ja durch den an die Lücke anschließenden Job bewiesen, dass Sie fit für die Arbeitswelt sind.

Echte Lücken im Lebenslauf erklären

Wie Sie sehen, sind manche Lücken im Lebenslauf kein Problem und einfach erklärt. Es gibt aber auch Lücken, über die nicht so einfach hinweggegangen werden kann. Doch auch für diese können Sie sich eine Strategie zurechtlegen, um den Personaler von sich zu überzeugen.

  • Lücke im Lebenslauf durch Kündigung
    Wenn Sie gekündigt wurden, stellt sich der Personaler natürlich die Frage, wie es zu dieser Kündigung kam, ob Sie die Kündigung verschuldet haben oder einfach Opfer der Umstände geworden sind. Bereiten Sie sich auf das Gespräch gut vor und bleiben Sie stets bei der Wahrheit.
  • Unverschuldet
    Es gibt viele Gründe, unverschuldet gekündigt zu werden. Einsparungen, Stellenstreichungen, Fusionen etc. Geben Sie in diesem Fall bereits im Lebenslauf den Kündigungsgrund an, um den Personaler gar nicht erst auf falsche Gedanken zu bringen.
  • Selbstverschuldet
    Jetzt wird die Sache schon kniffliger. Denn mit Ihren Fehlern sollten Sie nicht hausieren gehen. Am besten erwähnen Sie einfach die Kündigung und sagen nicht mehr dazu, sofern der Personaler nicht direkt fragt. Sollte er aber Genaueres wissen wollen, vermeiden Sie es tunlichst, schlecht über Ihre früheren Kollegen oder Vorgesetzten zu reden. Übernehmen Sie Verantwortung, dies beweist, dass Sie Rückgrat haben.
  • Lücke durch anhaltende Arbeitslosigkeit
    Eine lange Arbeitslosigkeit kann zermürbend sein und die Jobsuche immer stärker erschweren. Allzu oft fallen Langzeitarbeitslose in depressive Verstimmungen und verlieren ihre Motivation. Sollten Sie von einer lang anhaltenden Arbeitslosigkeit betroffen sein, ist es wichtig, dass Sie sich nun aufraffen und sich engagieren – beispielsweise in Hilfsvereinen –, einen Sprachkurs absolvieren oder eine Weiterbildung besuchen. Dies vermindert nicht nur die Lücke im Lebenslauf, sondern stärkt auch Ihre psychische Gesundheit.

Lücken sind nur selten ein Ausschlusskriterium

Mit all diesem Know-how an Ihrer Seite können Sie auch mit Lücken im Lebenslauf unbesorgt zum nächsten Bewerbungsgespräch gehen. Denn Personaler sind schließlich keine Unmenschen und wissen, dass im Leben nicht immer alles reibungslos verläuft. Seien Sie deshalb selbstbewusst und erklären Sie die Umstände, die zu den Lücken im Lebenslauf geführt haben.

Lücken sind ok, Lügen nicht

Es gibt bei Lücken im Lebenslauf einen großen Fehler, den Sie keinesfalls machen dürfen: lügen. Lügen können immer aufgedeckt werden, etwa durch Arbeitszeugnisse oder die Befragung von ehemaligen Kollegen. Auch eine erfundene Weiterbildung wird Sie in Erklärungsnot bringen, wenn der Personaler ein Zertifikat sehen möchte. Deswegen gilt: Lücken im Lebenslauf sind keine Schande und in den wenigsten Fällen ein Grund, den Job nicht zu bekommen, dreiste Lügen jedoch schon.

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