Zeitmanagement: Diese einfachen Methoden wirken

Organisation und Zeitmanagement im Beruf

Kennen Sie das auch: Der Tag bräuchte mehr als 24 Stunden, damit Sie alles unterkriegen? Dann wird es Zeit für Zeitmanagement. Wir zeigen Ihnen die besten Methoden, wie Sie Ihren beruflichen Alltag geschickt planen und effizienter arbeiten.

Wozu überhaupt Zeitmanagement?

Zeitmanagement – da muss ich doch jeden Tag kostbare Minuten darauf verwenden, meinen Tag detailliert zu planen und mich in Zeitmanagement-Methoden einzuarbeiten. Wäre es da nicht besser, ich würde einfach mit meiner eigentlichen Arbeit beginnen? So denken viele Menschen, wenn es um das Thema Zeitmanagement geht. Und übersehen dabei, dass ihr Arbeitsalltag so schlecht organisiert ist, dass sie nicht nur wertvolle Minuten, sondern Stunden verlieren.

Sollten auch Sie sich am Ende eines Arbeitstages abgeschlagen und gehetzt fühlen und bemerken, dass Sie kaum Zeit für sich haben, dann sollten Sie sich tatsächlich täglich einige Minuten nehmen, um Ihren Tag besser zu planen. Denn wenn Sie genau wissen, wann Sie was tun, welche Aufgaben Priorität haben und welche jemand anders für Sie erledigen kann, dann geht Ihnen Ihre Arbeit leichter und schneller von der Hand – ganz so, als hätte der Tag auf einmal tatsächlich mehr als 24 Stunden.

Die besten Tipps gegen Zeitdiebe

Bevor wir auf die bekanntesten Methoden des Zeitmanagements zu sprechen kommen, wollen wir einen Blick auf die größten Zeitdiebe werfen – und Ihnen schon erste Tricks verraten, wie Sie diese vermeiden können. Sie werden sehen: Viele der hier vorgestellten Zeitdiebe werden Ihnen bekannt vorkommen …

Prioritäten setzen

Die E-Mail des netten Kollegen beantworten Sie sogleich, dafür muss der Budgetplan warten? Ein Fehler! Setzen Sie Prioritäten. Nicht jede Aufgabe ist gleich wichtig. Auch wenn bestimmte Dinge gleich erledigt gehören, können andere ruhig auf den Nachmittag oder den nächsten Tag verschoben werden. Wichtig ist, dass Sie erkennen, welche Aufgabe zu welcher Kategorie gehört.

Mit der richtigen Planung ans Ziel

Einfach so ins Blaue leben? Im Berufsleben nicht unbedingt ratsam. Denn am Ende des Tages haben Sie zwar vielleicht sehr viele, jedoch unwichtige Aufgaben erledigt. Die wirklich wichtigen blieben dafür liegen und schreien jetzt nach Überstunden. Um dies zu vermeiden, fertigen Sie am besten einen Tagesplan an.

Gegen Ablenkungen und für mehr Konzentration

Handy, Social-Media, eine E-Mail-Flut – Ablenkungen gibt es im Büro zuhauf. Hier hilft nur eines: Wenn Sie eine wichtige Aufgabe konzentriert erledigen müssen, schalten Sie Ihr Handy aus, stellen Sie Ihr Mail-Programm stumm und surfen Sie nicht ziellos im Netz herum. Erledigen Sie immer nur eine Aufgabe. Multitasking ist für Körper und Geist purer Stress und führt keinesfalls zu mehr Effektivität.

Klare Kommunikation

Stundenlange Meetings ohne Ergebnis, Klatsch und Tratsch in der Kantine, uneindeutige Arbeitsanweisungen – eine mangelhafte Kommunikation bringt etliche Probleme mit sich und kostet neben Geld vor allem Zeit. Kommunizieren Sie klar: Geben Sie genaue Anweisungen, fragen Sie bei Unsicherheiten direkt nach und versuchen Sie Meetings so zu gestalten, dass gemeinsam effizient an Lösungen gearbeitet wird.

Pause machen

Jaja, vor lauter Arbeit vergessen wir immer wieder, Pausen zu machen. Schließlich hat man ja so wenig Zeit … Doch ohne Pausen verringert sich unsere Produktivität massiv. Wir sind ja keine Maschinen. Deswegen gilt: Wenn Sie konzentriert und zügig arbeiten möchten, sind regelmäßige Pausen Pflicht! Trinken Sie eine Tasse Tee, plaudern Sie kurz mit Kollegen oder machen Sie einige Dehnübungen am Schreibtisch. Erlaubt ist, was gefällt.

Aufgaben abtreten & anderen übertragen

Perfektionismus und das Gefühl, alles selbst machen zu müssen, verfolgt viele von uns. Dabei sind diese Zeitdiebe besonders hinterlistig, da sie uns eine Bürde aufbinden, die wir gar nicht tragen müssten. Versuchen Sie es doch einfach mal, und übertragen Sie Aufgaben an Ihre Kollegen. Sie werden sehen: Die Welt dreht sich noch weiter. Und auch wenn die Person die Aufgabe anders angeht, als sie selbst es getan hätten: Wichtig ist, dass die Aufgabe am Ende erledigt ist – und Sie einige Minuten mehr auf Ihrem Zeitkonto verbuchen können.

Nichts aufschieben

Prokrastination – das Wort ist in aller Munde und meint das zwanghafte Aufschieben von Aufgaben. Natürlich ist nicht jede Aufgabe gleich wichtig und muss sofort erledigt werden (siehe den Punkt Prioritäten setzen), doch das ständige Aufschieben von Aufgaben frisst Zeit ohne Ende. Und zusätzlich ist da auch noch dieses ständige schlechte Gewissen. Auch wenn es schwerfällt: Erledigen Sie ungeliebte, aber wichtige Aufgaben am besten so rasch wie möglich.

12 Zeitmanagement-Methoden, die das Leben einfacher machen

Sie haben den ein oder anderen Zeitfresser in Ihrem Arbeitsalltag wiedergefunden? Sie sind motiviert, etwas zu ändern, wissen aber nicht wie? Dann sollten Sie sich diese zwölf Zeitmanagement-Methoden ansehen. Sie können nur eine Methode anwenden, oder mehrere miteinander kombinieren. Wichtig ist nur, dass die Methoden zu Ihren Bedürfnissen passen und Sie dadurch tatsächlich Zeit einsparen.

Eisenhower-Prinzip/Matrix

Dieses bekannte Prinzip unterscheidet Aufgaben in

  • wichtig und dringend,
  • wichtig und nicht dringend,
  • nicht wichtig und nicht dringend,
  • dringend, aber nicht wichtig.

Wenn Sie Ihre täglichen Aufgaben mit diesem Muster bewerten, werden Sie schnell erkennen, was Sie priorisieren müssen, welche Aufgaben Sie delegieren können und was ruhig einen Tag liegen bleiben kann.

Pareto-Prinzip

Dieses berühmte Prinzip besagt, dass Sie mit nur 20 Prozent Einsatz bereits 80 Prozent des gewünschten Ergebnisses erreichen. Das heißt jetzt nicht, dass Sie grundsätzlich nur noch 20 Prozent der bisherigen Zeit arbeiten müssen, schön wär’s. Nein, dieses Prinzip besagt, dass 20 Prozent Ihrer Tätigkeiten zu 80 Prozent des Unternehmenserfolgs beitragen. Deswegen ist es wichtig, dass Sie wissen, welche Aufgaben zu diesen entscheidenden 20 Prozent gehören. Sie werden es sich schon denken: Prioritäten setzen ist ein Muss, ebenso konzentriertes Arbeiten ohne Ablenkungen.

ALPEN-Methode

Die ALPEN-Methode hat nichts mit Sommerfrische in den Bergen zu tun, sondern steht für:

  • Aufgaben aufschreiben
  • Länge einschätzen
  • Pufferzeit einplanen
  • Entscheidungen treffen
  • Nachkontrollieren

Mit dieser Methode erstellen Sie einen Tagesplan. Machen Sie dies am besten am Vorabend oder gleich am Morgen als erste Aufgabe. Schreiben Sie alle Aufgaben auf, die an dem Tag auf Sie zukommen und notieren Sie deren voraussichtliche Dauer. Beispielsweise: Meeting, ca. 30 min. Doch passen Sie auf: Sie sollten nicht acht Stunden verplanen, sondern etwa 40 Prozent Pufferzeit einplanen. Nur so ist der Tagesplan realistisch.

Dann müssen Sie entscheiden, welche der aufgeschriebenen Aufgaben wirklich wichtig ist. Dafür kombinieren Sie diese Methode am besten mit der Eisenhower-Matrix. Am Ende des Arbeitstages kontrollieren Sie noch einmal, welche Aufgaben Sie erledigt haben und wo Sie Ihren Tagesplan nachjustieren sollten.

ABC-Methode

Wieder geht es um die Priorisierung von Aufgaben. Hinzu kommt aber auch, dass Sie gleich planen, wie viel Zeit Sie welchen Aufgaben einräumen werden. Dazu werden die Aufgaben in wichtig (A), weniger wichtig (B) und Routineaufgaben (C) eingeteilt. Die wichtigen Aufgaben sollten 60 Prozent der Arbeitszeit einnehmen, die weniger wichtigen 25 Prozent und die C-Aufgaben nur 15 Prozent.

Küss den Frosch (Eat the Frog)

Ein Pflaster reißt man am besten mit einem Ruck ab. Mit lästigen Aufgaben verhält es sich ähnlich. Anstatt zu prokrastinieren, bringen Sie unliebsame Tätigkeiten lieber schnell hinter sich. Beißen Sie gleich zu Beginn des Tages in den sauren Apfel (oder eben den Frosch). Nach Erledigung dieser Aufgabe werden Ihnen die Pflichten des restlichen Tages wie ein Klacks vorkommen.

10-10-10 Methode

Diese Methode dient der Entscheidungsfindung. Wenn Sie eine wichtige Entscheidung fällen, tragen Sie zuerst alle relevanten Informationen zusammen. Dann stellen Sie sich drei Fragen:

  • Welche Auswirkung hat meine Entscheidung in zehn Minuten?
  • Welche Auswirkung hat meine Entscheidung in zehn Monaten?
  • Welche Auswirkung hat meine Entscheidung in zehn Jahren?

Somit haben Sie bei großen Entscheidungen die Konsequenzen auf drei verschiedenen Zeitebenen mitgedacht. Was nach zehn Minuten gute Auswirkungen hat, kann sich in zehn Jahren als fataler Fehler erweisen. Die 10-10-10-Methode hilft Ihnen dabei, die Tragweite einer Entscheidung besser zu ermessen.

Pomodoro-Technik

Der Name leitet sich von der tomatenförmigen Küchenuhr des Erfinders Francesco Cirillo ab. In der Tat brauchen Sie für diese Technik eine Uhr. Sie teilen Ihre Zeit in Blöcken von 25 Minuten ein, dazwischen machen Sie jeweils fünf Minuten Pause. Die eingeplanten Pausen erhöhen die Effizienz und Kreativität.

GTD (Getting Things Done)

Die Methode vereint berufliche mit privaten Aufgaben. Diese werden schriftlich festgehalten und in Listen und Terminen eingetragen. Dabei müssen Sie die Aufgaben sammeln, priorisieren, in Tools wie Listen oder Kalendern organisieren und schlussendlich natürlich auch erledigen. Diese Methode erfordert jedoch viel Planung und bringt einen etwas größeren Arbeitsaufwand mit sich.

60-60-30 Arbeitsrhythmus

Im Grunde handelt es sich hier um ein etwas abgewandeltes Pomodoro-Prinzip. Sie arbeiten 50 Minuten, machen zehn Minuten Pause, arbeiten erneut 50 Minuten und machen dann 30 Minuten Pause.

Zeitflussanalyse (Zeitdiebe identifizieren)

Weniger eine Methode, als eine Hilfe, Zeitdiebe zu erkennen. Oftmals wissen Sie gar nicht, welche gemeinen Diebe Ihnen Ihre kostbare Zeit stehlen. Deswegen dokumentieren Sie bei der Zeitflussanalyse eine Woche lang Ihre Aktivitäten und jegliche Ablenkungen, die Sie von der Arbeit abhalten. Das ist in der Tat erstmal zeitaufwendig, hilft Ihnen aber Ablenkungen in Zukunft zu vermeiden.

Personal Kanban

Bei dieser Methode werden Aufgaben visualisiert und parallele Arbeiten zeitlich limitiert. Gearbeitet wird mit Karten und einem Kanban Board. Dieses Board besteht aus mehreren Spalten. Es gibt eine To-do-Spalte, eine Doing und eine Done Spalte. Die Aufgaben wandern von links nach rechts durch alle Spalten. Die visuelle Gestaltung macht es besonders einfach, den Überblick zu behalten.

One-Minute-To-Do-List

Na, gerade mal wieder wenig Zeit? Aber eine Minute haben Sie bestimmt übrig. Denn diese To-do-Liste ist schnell erstellt. Bilden Sie drei Spalten. Die erste steht für Aufgaben, die heute erledigt werden müssen, die zweite für Aufgaben, die innerhalb von zehn Tagen abgeschlossen werden müssen, die letzte Spalte für Aufgaben, die keiner zeitlichen Beschränkung unterliegen. Wichtig: In der ersten Spalte sollten nicht mehr als fünf Aufgaben stehen, in der zweiten dürfen Sie rund 20 Aufgaben festhalten.

Fazit – Die Investition in Zeitmanagement zahlt sich aus

Auch wenn Sie zu Beginn etwas Zeit in Ihr Zeitmanagement investieren müssen, zahlt sich diese Investition aus. Belohnt werden Sie mit einem strukturierten Tagesablauf, der Ihnen wertvolle Zeit schenkt, Sie entspannter arbeiten lässt und Sie dazu bringt, wichtige Aufgaben zuverlässig und rasch zu erledigen, während Sie von unwichtigen verschont bleiben.

Plötzlich arbeitslos – was nun?

Man kennt es vielleicht von Verwandten oder aus dem Bekanntenkreis, denn so selten passiert es nicht: die plötzliche Entlassung. Und dennoch, wenn man selbst betroffen ist, fällt man aus allen Wolken. Gerade wenn man schon länger in einem Unternehmen war, kann es ein großer Schock sein, die Kündigung zu erhalten. Nach dem verständlichen anfänglichen Frust ist es aber Zeit, auch neue Chancen, die sich bieten, zu ergreifen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie damit umgehen, wenn Sie plötzlich arbeitslos sind.

Korrekte Lösung des Dienstverhältnisses

Am besten ist es immer, nicht im Streit auseinanderzugehen, sondern alles ordentlich zu regeln: Wurde die Kündigung korrekt ausgesprochen? Wurden nachvollziehbare Gründe genannt? Wurde die Kündigungsfrist eingehalten? Werden alle Ihnen noch zustehenden Leistungen und Ansprüche beachtet? Die Arbeiterkammer gibt hier schnellen, professionellen Rat, auch telefonisch oder im persönlichen Gespräch.

Wurde Ihnen vom Arbeitgeber gekündigt, können Sie die verbleibende Zeit bis zum letzten Arbeitstag für die Jobsuche nutzen – mit sogenannten Postensuchtagen. Wichtig: Dieser Anspruch besteht nur bei einer Kündigung durch den Arbeitgeber. Kündigen Sie selbst oder lösen Sie das Arbeitsverhältnis einvernehmlich auf, haben Sie keinen Anspruch auf Postensuchtage. Das bedeutet, Sie können ein Fünftel Ihrer wöchentlichen Arbeitszeit für die neue Jobsuche verwenden und müssen in dieser Zeit nicht für den Arbeitgeber aktiv sein. Bei einer Wochenarbeitszeit von 38,5 Stunden sind das also 7,7 Stunden pro Woche. Manchmal passiert es auch, dass der Arbeitgeber den gekündigten Mitarbeiter freistellt. So eine Dienstfreistellung bedeutet, dass Sie die restliche Zeit nicht mehr arbeiten müssen – Ihr Lohn muss aber weiterhin ausgezahlt werden.

Anlaufstelle AMS

Wenn Sie Ihren Job verlieren, ist die wichtigste Anlaufstelle natürlich das Arbeitsmarktservice (AMS) – vorausgesetzt, Sie haben Ihren Wohnsitz in Österreich. Sie können sich dort offiziell arbeitslos melden, sobald Sie wissen, ab welchem Tag Sie arbeitslos sind, also das bisherige Dienstverhältnis tatsächlich beendet ist. Das ist via Internet möglich, aber auch telefonisch.

Ein personalisierter Online-Ratgeber gibt Ihnen Anweisungen für die nächsten Schritte, die genau zu Ihrer aktuellen Lebenssituation und Ihrem beruflichen Status passen. Wichtig ist jedenfalls, dass Sie nicht zu lange damit warten, sich arbeitslos zu melden und Arbeitslosengeld (oder Notstandshilfe) zu beantragen. Wenn Sie das erst nach Beginn der Arbeitslosigkeit tun, können Lücken in Ihrem Leistungsbezug und in Ihrer Kranken- und Pensionsversicherung entstehen.

Finanzielle Unterstützung

Klar, den Job zu verlieren, bedeutet viel Stress. Und eine Hauptsorge ist dann erst recht das liebe Geld. Doch Österreich bietet Unterstützung. Am wichtigsten ist natürlich das Arbeitslosengeld vom AMS. Dieses kann in der Regel mindestens 20 Wochen lang in Anspruch genommen werden – wobei es durchaus Gründe für eine Verlängerung gibt. Die Höhe des Arbeitslosengeldes beträgt 55 Prozent des täglichen Nettoeinkommens. Vergessen sollten Sie dabei nicht: Auch und gerade in der Arbeitslosigkeit sind zudem weitere finanzielle Unterstützungsleistungen wie Familienbeihilfe oder Mietzuschuss möglich.

Natürlich stellt das AMS Bedingungen, wenn es Unterstützungsleistungen auszahlt. So ist es wichtig, dass Sie aktiv nach einem neuen Arbeitsplatz suchen und die vorgeschriebenen Kontrolltermine genau einhalten. Auch einen etwaigen Krankenstand sollten Sie umgehend melden. In der Zeit Ihrer Arbeitsunfähigkeit sind Sie natürlich auch nicht verpflichtet, sich aktiv zu bewerben. Ihr Arbeitslosengeld wird pausiert und Sie bekommen stattdessen Krankengeld (in gleicher Höhe). Wichtig ist in den verschiedensten Fällen: Wenn Sie sich über etwas nicht im Klaren sind, fragen Sie gleich beim AMS nach. Gehen Sie lieber auf Nummer sicher.

Ihre Chance: Weiterbildung

Wenn Sie Ihren alten Job verloren haben und sich vielleicht selbst etwas verloren fühlen, haben Sie das Recht auf Unterstützung: Das AMS bietet nicht nur Training für erfolgreiches Bewerben und Tipps, wo Sie passende Stellenanzeigen finden. Die Zeit der Arbeitslosigkeit ist auch eine Gelegenheit für Weiterbildung oder Umschulung. Jeder Kurs, jede neue Kompetenz, die Sie erlernen, gibt Ihnen einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz am Arbeitsmarkt.

Überlegen Sie, wo Sie bisher Defizite hatten, die Sie nun aufholen möchten. Mit welchen Fähigkeiten können Sie sich für Jobs bewerben, die Sie sich sonst nicht zutrauen? Das Arbeitsmarktservice fördert viele Fortbildungen und Umschulungen in voller Höhe. Dabei ist sogar der Quereinstieg in eine völlig neue Branche möglich. Also denken Sie nach, ob nicht ein ganz neuer Berufsweg interessant für Sie wäre. Nutzen Sie die Gelegenheit, sie kommt vielleicht nicht so schnell wieder.

Wichtig: Achten Sie auf sich

Der plötzliche Verlust der Arbeit, anstrengende Jobsuche, AMS-Bürokratie – das verursacht Stress. Arbeitslosigkeit kann Menschen emotional belasten und zu Schlafproblemen, Unruhe, depressiven Verstimmungen und anderen Beschwerden führen. Vergessen Sie also nicht auf Ihre Gesundheit – die körperliche wie die geistige. Was dabei hilft, ist natürlich Ihr soziales Umfeld. Stolz oder Scham helfen Ihnen nicht durch diese Zeit, Ihre Freunde und Familie dafür umso mehr. Besinnen Sie sich auf die Menschen und Dinge, die im Leben wirklich zählen.

Mit nur wenigen Tipps schaffen Sie es, nicht in ein „schwarzes Loch“ zu fallen. Am wichtigsten ist es, einen Tagesrhythmus zu finden. Ein klar strukturierter Alltag schützt Sie davor, abzudriften und den Überblick oder die Motivation zu verlieren. Feste Uhrzeiten für das Prüfen neuer Job-Inserate, das Verfassen von Bewerbungen und sportliche Betätigung helfen Ihnen durch die arbeitslose Zeit und halten Sie fit für den nächsten Job. Nutzen Sie freie Zeiten, um auch auf Job-Messen und Karrieretagen neue Ideen und Kontakte zu sammeln. Das bedeutet aber nicht, dass Sie sich nur auf die Jobsuche und Selbstoptimierung konzentrieren müssen. Erlauben Sie sich regelmäßige Entspannung und Zeit für Hobbys und Freunde.

Fazit: Jede Krise ist auch eine Chance

Ein unerwarteter Jobverlust bedeutet oft Schock und emotionale Belastung. Doch eine Krise ist bekanntlich auch eine Chance. Holen Sie sich vom AMS Unterstützung – finanziell, aber auch fachlich: Mit einer Weiterbildung oder Umschulung verbessern Sie Ihre Position am Arbeitsmarkt. Gleichzeitig erhalten Sie Motivation und Selbstvertrauen. Auf der Suche nach der nächsten beruflichen Herausforderung sollten Sie aber nicht vergessen, auf Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden zu achten. Pflegen Sie Ihre sozialen Kontakte und nehmen Sie sich Zeit für Entspannung. Der nächste Job ist bestimmt nicht mehr fern.

Fragen und Antworten

Was soll ich tun, wenn ich plötzlich arbeitslos werde?

Melden Sie sich so schnell wie möglich beim AMS an – am besten noch am selben Tag. Je früher Sie sich anmelden, desto früher beginnt Ihr Anspruch auf Arbeitslosengeld.

Wie hoch ist das Arbeitslosengeld in Österreich?

Das Arbeitslosengeld beträgt 55 % Ihres täglichen Nettoeinkommens aus dem letzten Beschäftigungsverhältnis. Die genaue Höhe hängt von Ihrem individuellen Verdienst ab und wird vom AMS berechnet.

Wie lange kann ich Arbeitslosengeld in Österreich beziehen?

Die Grundbezugsdauer beträgt 20 Wochen. Je nach Dauer Ihrer bisherigen Beschäftigung und Ihrem Alter kann sich dieser Zeitraum auf bis zu 52 Wochen verlängern.

Was passiert, wenn ich während der Arbeitslosigkeit krank werde?

Ihr Arbeitslosengeld wird pausiert und Sie erhalten ab dem vierten Krankstandstag Krankengeld in gleicher Höhe von der Österreichischen Gesundheitskasse. Wichtig: Melden Sie den Krankenstand sofort beim AMS und legen Sie ab dem ersten Tag eine ärztliche Bestätigung vor.

Muss ich mich nach einem Krankenstand wieder beim AMS melden?

Ja, Sie müssen sich am ersten Tag nach Ende des Krankenstandes sofort beim AMS zurückmelden. Die frühere Frist von einer Woche gilt nicht mehr. Das Arbeitslosengeld wird erst ab dem Tag der Wiedermeldung wieder ausbezahlt.

Darf ich neben dem Arbeitslosengeld dazuverdienen?

Seit 1. Jänner 2026 gelten beim Zuverdienst während der Arbeitslosigkeit sehr strenge Regeln. Ein geringfügiger Nebenverdienst ist nur noch in Ausnahmefällen erlaubt – etwa wenn Sie bereits vor der Arbeitslosigkeit mindestens 26 Wochen geringfügig beschäftigt waren und diese Tätigkeit fortführen. Jede Erwerbstätigkeit muss dem AMS gemeldet werden.

Habe ich als Zeitarbeitnehmer Anspruch auf Arbeitslosengeld?

Ja, sofern Sie die allgemeinen Voraussetzungen erfüllen – also ausreichend lange arbeitslosenversicherungspflichtig beschäftigt waren.

Was sind Postensuchtage und habe ich Anspruch darauf?

Postensuchtage geben Ihnen das Recht, während der Kündigungsfrist ein Fünftel Ihrer Wochenarbeitszeit für die Jobsuche zu nutzen – bei 38,5 Stunden sind das rund 7,7 Stunden pro Woche. Wichtig: Dieser Anspruch besteht nur, wenn der Arbeitgeber kündigt – nicht bei Eigenkündigung oder einvernehmlicher Auflösung.

Welche Unterstützung bietet das AMS bei der Jobsuche?

Das AMS bietet neben der finanziellen Unterstützung auch aktive Hilfe bei der Jobsuche – etwa durch Bewerbungstrainings, Weiterbildungen und Umschulungen. Diese Angebote sind kostenlos und können helfen, schneller wieder eine Anstellung zu finden.

Wo bekomme ich kostenlose Beratung, wenn ich arbeitslos werde?

Die Arbeiterkammer bietet allen Arbeitnehmern kostenlose Rechtsberatung zu Fragen rund um Arbeitslosigkeit an. Auch das AMS selbst steht für Fragen zur Verfügung – persönlich, telefonisch oder über das Online-Portal MeinAMS.

Pendeln in Österreich: Das sind die Vor- und Nachteile

In Österreich pendeln derzeit etwa zwei Millionen Menschen zwischen ihrem Arbeitsplatz und ihrem Zuhause hin und her. Die Tendenz ist stark steigend, immerhin gab es in den letzten 20 Jahren eine Zunahme von 44 %. Doch lohnt es sich überhaupt, zu pendeln und sind damit eventuell sogar Risiken verbunden?

Warum überhaupt pendeln?

Der häufigste Grund für das Pendeln ist die Wahl des Wohnortes. Viele möchten aus finanziellen Gründen nicht in der Stadt leben, die Erziehung der Kinder erscheint jungen Familien auf dem Land im Haus mit eigenem Garten erstrebenswerter.

Neben großen Lebensentscheidungen führen oftmals kurzzeitige Beschäftigungen dazu, dass das Pendeln notwendig wird. Es hat oft keinen Sinn, wegen eines kurzfristigen Engagements seinen Wohnort zu ändern.

Wann lohnt es sich zu pendeln?

Auch wenn viele einen kurzen Arbeitsweg bevorzugen, hat das Pendeln Vorteile. Wer pendelt, kann sich eine kostengünstigere Bleibe auf dem Land leisten und kommt so in den Genuss einer höheren Lebensqualität. Da kann man es schon in Kauf nehmen, täglich in die Stadt zu pendeln. Je teurer die Stadt und die Mieten dort, desto mehr zahlt es sich aus, zu pendeln.

Auch wenn nur über einen kurzen Zeitraum von einigen Monaten gependelt werden muss, lohnt es sich, das Arbeitsangebot anzunehmen. Bedenken Sie aber: Wenn Sie täglich mehr als 90 Minuten mit Pendeln verbringen, sollten Sie gut überlegen, ob Sie sich das auf Dauer zumuten möchten.

Bahn, Bus oder Auto – was eignet sich am besten?

Diese Frage kann pauschal nicht beantwortet werden, hängt doch viel von der Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz ab. Öffis sind am klimafreundlichsten und sollten deswegen bevorzugt werden, bedienen aber nicht immer alle Regionen und sind oft schlecht erreichbar.

Können Sie auf den eigenen PKW nicht verzichten, wollen sich jedoch teure Parkplatzgebühren in der Stadt ersparen, sind kostengünstigere Park and Ride Anlagen eine gute Wahl. Auch Mitfahrbörsen bieten eine moderne Option, bei der Sie ganz nebenbei auch noch neue Leute kennenlernen. Da wird der Arbeitsweg zur Kontaktbörse.

Welche Beihilfen bekommt man als Pendler?

In Österreich werden Sie als Pendler finanziell unterstützt: Grundsätzlich werden Ihnen Fahrtkosten für den Arbeitsweg pauschal mit dem Verkehrsabsetzbetrag abgegolten. Der Betrag wird automatisch mit der Lohnabrechnung berücksichtigt und beträgt 400 Euro. Zusätzlich gibt es ein großes und kleines Pendlerpauschale sowie den Pendlereuro, der sich aus den zurückgelegten Kilometern errechnet.

Wie viel Sie bekommen, hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Entfernung zwischen Arbeitsplatz und Wohnort
  • Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln

Legen Sie den Arbeitsweg mit den Öffis zurück, steht Ihnen das kleine Pendlerpauschale zu. Sie bekommen etwa bei einer Entfernung zum Arbeitsplatz von 20 bis 40 km knapp 700 Euro im Jahr. Müssen Sie den Weg zur Arbeit mit dem eigenen PKW zurücklegen, erhalten Sie bei einer Entfernung von 20 bis 40 km rund 1.500 Euro im Jahr.

Beantragt wird das Pendlerpauschale übrigens mittels einer Arbeitnehmerveranlagung oder der Einkommenssteuer. Es ist auch möglich, das Pauschale während des Jahres beim Arbeitgeber zu beantragen.

Übrigens: Den Pendlerrechner der österreichischen Bundesregierung finden Sie hier

Welche Nachteile hat das Pendeln?

Auch wenn Sie durch das Pendeln die Möglichkeit haben, am Land zu leben und die Natur zu genießen, birgt es doch Gesundheitsrisiken – und zieht nicht zuletzt organisatorischen Mehraufwand nach sich.

Pendeln verursacht Stress

Das Wochenende im Garten war Genuss pur – der Arbeitsweg am Montag setzt den Organismus aber gehörig unter Stress. Studien zeigen, dass Pendeln den Körper stresst, unabhängig davon, ob der Weg mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem eigenen Auto zurückgelegt wird. Somit wirkt Pendeln blutdruckerhöhend und auch die Herzfrequenz steigt an.

Entgegenwirken können Sie mit Entspannungstechniken wie Mediation. Oder Sie nutzen die Zeit in Bus und Bahn für die Lektüre eines guten Buches. Im Auto sind Hörbücher oder Podcasts eine empfehlenswerte Möglichkeit, die Fahrtzeit kurzweilig zu gestalten.

Pendeln verkürzt den Feierabend

Wenn Sie täglich nach der Arbeit noch eine knappe Stunde nach Hause fahren müssen, wird sich Ihr wohlverdienter Feierabend recht kurz anfühlen. Und auch am nächsten Morgen müssen Sie früher aufstehen als Ihre Arbeitskollegen, da Sie eine längere Anreise haben. Wenn Ihnen viel Freizeit wichtig ist, sollten Sie sich das mit dem Pendeln gut überlegen.

Geringere Flexibilität

Mal eben schnell ins Büro fahren, weil Sie etwas vergessen haben? Das geht als Pendler nicht. Auch die Kinderbetreuung kann durch Pendeln erschwert werden. Und ob Sie mit den Arbeitskollegen nach der Arbeit noch auf ein Getränk gehen, werden Sie sich bei der langen Fahrzeit auch gut überlegen.

Somit müssen Sie davon ausgehen, dass Sie bei langen Arbeitswegen nicht sehr flexibel auf Ihre Umwelt reagieren können und Ihre Arbeitswoche eher nach festgelegten Mustern abläuft.

Fazit: Lohnt es sich zu pendeln?

Pendeln kann Ihnen helfen, Geld zu sparen, Stress abzubauen und Ihre Gesundheit zu verbessern – gerade in den Vororten größerer Städte lässt sich beim Immobilienkauf Geld sparen. Dennoch ist es wichtig, die Vor- und Nachteile des Pendelns abzuwägen, bevor Sie eine Entscheidung treffen, nimmt doch die tägliche Fahrt mit Bahn, Auto und Straße viel Zeit in Anspruch, die man mit anderen Dingen verbringen könnte.

Mythen der Zeitarbeit – enttarnt

Zeitarbeit, auch bekannt als Arbeitskräfteüberlassung, hat in der jüngeren Vergangenheit zugenommen. Oft genießt sie nicht den allerbesten Ruf, und manche glauben, Zeitarbeit bei einer Zeitarbeitsfirma im Lebenslauf mache sich nicht gut. Es kursieren einige hartnäckige Mythen der Zeitarbeit. Aber sind diese auch korrekt? Unser Fakten-Check nimmt die häufigsten Gerüchte unter die Lupe.

Mythos 1: Zeitarbeit ist schlecht bezahlte Arbeit

Zeitarbeit heißt nicht automatisch, dass die Bezahlung schlecht ist. Dafür sorgt in Österreich auch das Gesetz. Die Höhe des Gehalts darf zum Beispiel nicht unter dem Kollektivvertrag des „Überlassers“, also der Zeitarbeitsfirma liegen, die den Arbeiter an ein anderes Unternehmen vermittelt. Die Bezahlung darf aber auch nicht unter dem (kollektivvertraglichen oder gesetzlichen) Mindestbetrag liegen, der für vergleichbare Arbeitnehmer im Unternehmen gilt, in dem die Arbeit verrichtet wird.

Außerdem: Unter den Zeitarbeitern ist die Vollzeitbeschäftigung um einiges höher als unter Festangestellten. Und weniger Teilzeitarbeit heißt natürlich mehr Verdienst.

Mythos 2: Zeitarbeit ist immer befristet

Klingt logisch: Zeitarbeit ist auf Zeit, also befristet. Das jeweilige Unternehmen hat irgendwann keinen Bedarf mehr und schickt den Zeitarbeiter zurück. Das ist jedoch für viele gar nicht der Fall. Wenn das Unternehmen zufrieden ist und die wirtschaftliche Situation es erlaubt, werden Zeitarbeiter immer wieder in die Stammbelegschaft integriert. Laut Erfahrungswerten aus der Branche schafft rund jeder dritte Zeitarbeitnehmer den Sprung in eine Festanstellung beim Einsatzbetrieb. Die genaue Quote hängt stark von Branche, Unternehmen und persönlichem Einsatz ab.

Davon abgesehen: Die mit Abstand meisten Zeitarbeiter haben bei ihrem Überlasser, dem Personaldienstleistungsunternehmen, einen unbefristeten Arbeitsvertrag.

Mythos 3: Zeitarbeit bedeutet häufig wechselnde Einsätze

Natürlich kommt das vor: Manche Arbeitseinsätze als Zeitarbeitskraft dauern wirklich nur wenige Monate. In dieser Zeit kann man aber schon wichtige Erfahrungen sammeln, oder man überbrückt damit die Zeit bis zum nächsten festen Job. Im Gegensatz zu Deutschland gibt es aber in Österreich auch keine feste zeitliche Obergrenze, wie lange man an ein Unternehmen überlassen werden darf.

Ewig wird man aber als Zeitarbeiter selten in einer einzelnen Firma sein. Wenn diese sehr zufrieden ist, ist es in ihrem Interesse, letztendlich einen Festangestellten aus dem Zeitarbeiter zu machen.

Mythos 4: Zeitarbeit ist Männersache

Es stimmt: Die Quote der Männer beträgt in der Zeitarbeit rund 70 Prozent. Das liegt natürlich daran, dass Zeitarbeit oft im Produktionssektor zur Anwendung kommt. Und in diesem Bereich sind besonders viele Männer tätig. Im Dienstleistungssektor oder in der Pflege ist das Verhältnis ausgeglichener.

Und Zeitarbeit kann generell für Männer wie Frauen sinnvoll sein – und sogar Vorteile bringen. Wenn man flexibler sein und die Familie mit dem Job besser jonglieren möchte, ist etwa ein Wechsel von Vollzeit in die Teilzeit für Zeitarbeiter oft einfacher.

Mythos 5: Als Zeitarbeiter kann man die beruflichen Fähigkeiten nicht weiterentwickeln

Klar, nicht jeder Job bietet die Chance, gleich neue Kenntnisse zu erlangen. Auch wenn Hilfskräfte in Bereichen wie Bau oder Tourismus nicht immer umfassende Weiterbildung bekommen, gibt es in der Zeitarbeit inzwischen immer mehr auch temporäre, anspruchsvollere Arbeitsprojekte. Man lernt, flexibel zu sein und macht auch mit jedem Arbeitseinsatz immer neue Erfahrungen.

Das heißt natürlich, dass mit jedem Job auch eine berufliche Weiterentwicklung einhergeht. Von dem abgesehen: Viele Unternehmen beziehen ihre Zeitarbeiter auch in Trainings mit ein. Es ist schließlich in ihrem Interesse, dass wirklich alle im Betrieb bestmöglich geschult sind.

Mythos 6: Zeitarbeitnehmer erhalten weniger Leistungen als Festangestellte

Zeitarbeiter sind angestellt und müssen selbstverständlich auch sozialversichert sein. Sie haben hier die gleichen Rechte wie Festangestellte. Sie dürfen außerdem auch die Wohlfahrtseinrichtungen und -maßnahmen des Unternehmens, an das sie überlassen werden, in Anspruch nehmen – und zwar zu denselben Konditionen. Dazu gehören etwa die Kantine, Kinderbetreuung oder auch Beförderungsmittel.

Eine etwaige unterschiedliche Behandlung von Zeitarbeitern und Stammbelegschaft muss sachlich begründet sein.

Mythos 7: Firmen nutzen Zeitarbeit, um Personalkosten zu sparen

Schwarze Schafe finden sich überall, aber: Nur wenige Unternehmen sehen die Kosten als einen wichtigen Faktor bei ihrem Einsatz von Zeitarbeitskräften. Das mit Abstand wichtigste Argument ist Flexibilität. Zeitarbeit ist ein Instrument, mit dem Auftragsspitzen abgefangen werden können. Firmen können so kurzfristig auf die aktuelle Auftragslage reagieren und die Wettbewerbsfähigkeit erhalten. Das wirkt sich positiv auf die Konjunktur und damit natürlich auch auf den Arbeitsmarkt aus.

Außerdem gibt es verschiedene gesetzliche Regelungen, die faire Bezahlung von Zeitarbeitern verlangen und ein Lohn-Dumping verhindern.

Mythos 8: Einmal Zeitarbeit – immer Zeitarbeit

Ein hartnäckiges Gerücht, das nicht sterben will: Begibt man sich in Zeitarbeit, bleibt man da auch – ein temporärer Hilfseinsatz nach dem nächsten, und keine Firma wird je wieder eine Festanstellung anbieten. Die Realität? Sieht anders aus. Tatsächlich kann Zeitarbeit durchaus ein Sprungbrett zu einer unbefristeten Festanstellung sein. Zum einen, weil die Erfahrungen aus der Wirtschaft klar belegen, dass Zeitarbeiter immer wieder in die Stammbelegschaft übernommen werden. Und zum anderen, weil die Einsätze im Rahmen der Zeitarbeit mehr Erfahrung und damit mehr Qualifikation bedeuten.

Mythos 9: Zeitarbeitsfirmen sind Sklaventreiber, die Arbeiter haben keine Rechte.

Auch das ist nicht wahr. Zeitarbeiter können in einem Arbeiter- oder Angestelltenverhältnis tätig sein. Das Arbeitskräfteüberlassungsgesetz gibt klare Regeln vor. Es wurde in Österreich einer EU-Richtlinie entsprechend angepasst, damit Zeitarbeiter nicht zu Mitarbeitern zweiter Klasse werden. Außerdem gelten natürlich das Urlaubsgesetz, das Arbeitszeitgesetz, das Arbeitsruhegesetz und so weiter. Auch Kollektivverträge kommen zur Anwendung. Ein weiterer wichtiger Aspekt: Die Betriebsräte eines Unternehmens sind auch für Zeitarbeiter zuständig.

Mythos 10: Zeitarbeit macht sich schlecht im Lebenslauf

Auch der letzte Mythos ist am Ende nur das: ein Mythos. Zeitarbeit ist ein normales, etabliertes Instrument in österreichischen Unternehmen. In den Personalabteilungen landen keine Bewerbungen im Mülleimer, nur weil im Lebenslauf auch Zeitarbeit aufscheint.

Im Gegenteil sehen Personaler oft sogar einen Vorteil darin: Der Bewerber zeigt, dass er flexibel und motiviert zu arbeiten ist – und dass er Lücken im Lebenslauf vermeiden möchte. Mit jedem Zeitarbeit-Einsatz kann man außerdem neue Erfahrungen sammeln – und gerade um die berufliche Erfahrung geht es schließlich im Lebenslauf.

Fazit: Darum lohnt sich Zeitarbeit

Mythen sind Mythen, und die Realität spricht für sich: Zeitarbeit bietet viele Chancen – für den (Wieder-)Einstieg in den Arbeitsmarkt, als Übergang oder auch zur Überbrückung. Man erwirbt neue Kenntnisse und Erfahrungen und vermeidet den Stillstand.

Und damit weder die Bezahlung noch die Arbeitsbedingungen im Vergleich zur Festanstellung leiden, gibt es in Österreich klare Regelungen gegen Ausbeutung.

Fragen und Antworten

Verdienen Zeitarbeitnehmer weniger als Festangestellte?

Das Gesetz schützt Zeitarbeitnehmer vor Lohndumping. Sie haben Anspruch auf den kollektivvertraglichen Mindestlohn des Einsatzbetriebs, sofern dieser höher ist als der Mindestlohn des KV für Arbeitskräfteüberlassung. Zudem ist die Vollzeitquote in der Zeitarbeit höher als bei Festangestellten.

Ist Zeitarbeit immer nur auf Zeit?

Nicht unbedingt, die meisten Zeitarbeitnehmer haben bei ihrer Zeitarbeitsfirma einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Viele werden zudem vom Einsatzbetrieb in eine Festanstellung übernommen, wenn sie gute Arbeit leisten und das Unternehmen langfristigen Bedarf hat.

Kann ich durch Zeitarbeit in eine Festanstellung wechseln?

Ja, laut Erfahrungswerten aus der Branche schafft rund jeder dritte Zeitarbeitnehmer den Sprung in eine Festanstellung beim Einsatzbetrieb. Engagement, Verlässlichkeit und aktives Interesse an einer langfristigen Zusammenarbeit erhöhen die Chancen deutlich.

Ist Zeitarbeit nur für bestimmte Berufsgruppen geeignet?

Nein, Zeitarbeit wird in vielen Branchen und auf allen Qualifikationsstufen eingesetzt, von einfachen Hilfstätigkeiten bis hin zu anspruchsvollen Fach- und Managementpositionen. Besonders verbreitet ist sie in Industrie, Handel, Logistik und Dienstleistung.

Haben Zeitarbeitnehmer die gleichen Rechte wie Stammbeschäftigte?

Ja, Zeitarbeitnehmer haben dieselben gesetzlichen Rechte wie Festangestellte: Urlaub, Krankenstand, Sozialversicherung, 13. und 14. Gehalt sowie Zugang zu Wohlfahrtseinrichtungen des Einsatzbetriebs wie Kantine oder Kinderbetreuung.

Kann ich mich in der Zeitarbeit beruflich weiterentwickeln?

Ja, durch den Einsatz in verschiedenen Unternehmen und Branchen sammeln Zeitarbeitnehmer vielseitige Erfahrungen. Viele Einsatzbetriebe beziehen Zeitarbeitnehmer auch in interne Schulungen ein. Zusätzlich bietet der Sozial- und Weiterbildungsfonds (SWF) geförderte Weiterbildungen speziell für Zeitarbeitskräfte an.

Ist Zeitarbeit Männersache?

Nicht ausschließlich, zwar sind rund 70 % der Zeitarbeitskräfte männlich, was vor allem auf den hohen Anteil im Produktionssektor zurückzuführen ist. Im Dienstleistungsbereich und in der Pflege ist das Verhältnis deutlich ausgeglichener. Zeitarbeit bietet für alle Geschlechter Flexibilitätsvorteile, etwa beim Wechsel zwischen Vollzeit und Teilzeit.

Nutzen Firmen Zeitarbeit nur, um Kosten zu sparen?

Nein, das wichtigste Motiv für Zeitarbeit ist Flexibilität, nicht Kostenersparnis. Unternehmen setzen Zeitarbeit ein, um schnell auf Auftragsspitzen zu reagieren und Engpässe zu überbrücken. Gesetzliche Regelungen verhindern zudem Lohndumping.

Macht sich Zeitarbeit schlecht im Lebenslauf?

Nein, Zeitarbeit ist ein anerkanntes und etabliertes Beschäftigungsmodell in Österreich. Personaler sehen darin häufig sogar einen Vorteil: Bewerber zeigen Flexibilität, Einsatzbereitschaft und vielseitige Erfahrungen aus verschiedenen Unternehmen.

Haben Zeitarbeitnehmer keinerlei Rechte?

Das Gegenteil ist der Fall, das Arbeitskräfteüberlassungsgesetz (AÜG) schreibt klare Mindeststandards für faire Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen vor. Urlaubsgesetz, Arbeitszeitgesetz und Kollektivverträge gelten genauso wie für alle anderen Arbeitnehmer. Auch Betriebsräte sind für Zeitarbeitnehmer zuständig.

So meistern Sie Ihr Telefoninterview

In der heutigen digitalen und remote-orientierten Arbeitswelt sind Telefoninterviews für Recruiter eine schnelle und kostengünstige Methode, um Bewerber genauer zu prüfen. Auch andere digitale Alternativen wie Videointerviews oder AI-gestützte Gesprächsanalysen finden immer häufiger Anwendung. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie achten müssen, um im Telefon-, Video- oder AI-gestützten Interview zu überzeugen, welche Tipps Ihnen helfen können und welche fünf typischen Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten.

Warum Telefoninterview statt Vorstellungsgespräch?

Ein Telefoninterview ist eine wunderbare Möglichkeit, Bewerber schnell, kostengünstig und ohne lange Anfahrtswege näher kennenzulernen. Zumeist ersetzt ein Telefoninterview jedoch kein Vorstellungsgespräch, sondern dient als dessen Vorstufe, um einzuschätzen, welche Kandidaten tatsächlich zu einem persönlichen Gespräch eingeladen werden sollten.

In der heutigen digitalen Arbeitswelt gewinnen auch neue Technologien und Trends im Recruiting zunehmend an Bedeutung. Nicht zuletzt hat auch die Corona-Pandemie zu einer vermehrten Nutzung von VoIP-Diensten wie Microsoft Teams oder Zoom sowie AI-gestützten Interviewplattformen beigetragen. Diese Tools ermöglichen es, Interviews ortsunabhängig durchzuführen und sorgen für eine reibungslose und zeitsparende Kommunikation. Sowohl Recruiter als auch Bewerber profitieren von dieser Flexibilität, da Interviews schneller und oft unkomplizierter angesetzt und durchgeführt werden können.

Wann findet das Telefoninterview statt?

Es kann vorkommen, dass Sie unangekündigt einen Anruf aus der Personalabteilung bekommen, weil der Recruiter einige Fragen zu Ihrem Lebenslauf hat. In der heutigen digitalen Arbeitswelt kann dies auch ein spontaner Videoanruf sein. Dies ist jedoch eher selten der Fall. Normalerweise erhalten Sie per Mail einen Terminvorschlag für das Telefon- oder Videointerview. So können Sie sich in Ruhe auf das Gespräch vorbereiten und sicherstellen, dass Sie für beide Varianten, sei es ein klassisches Telefonat oder ein Videotelefonat, bereit sind.

Sollte es doch zu einem spontanen Anruf oder Videoanruf durch einen Recruiter kommen, ist es wichtig, ruhig zu bleiben und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Halten Sie Ihre Technik stets einsatzbereit, indem Sie gängige Videokonferenz-Apps installiert und getestet haben. Sorgen Sie für eine aufgeräumte, ruhige Arbeitsumgebung und kleiden Sie sich auch zu Hause professionell. Haben Sie Ihren Lebenslauf griffbereit und bleiben Sie ruhig, wenn ein unerwarteter Anruf kommt. Es ist in Ordnung, höflich um einen späteren Termin zu bitten, wenn Sie gerade nicht bereit sind.

Wie lange dauert ein Telefoninterview?

Die Dauer eines Telefoninterviews kann stark variieren, von kurzen 20-minütigen Gesprächen bis hin zu ausführlichen Interviews von einer Stunde oder länger. Während traditionelle Telefoninterviews oft kürzer und prägnanter sind, können moderne Video- oder AI-gestützte Interviews deutlich länger dauern und tiefgehendere Fragen beinhalten. Daher ist es wichtig, sich auf beide Szenarien vorzubereiten.

Bei kürzeren Interviews sollten Sie Ihre Antworten prägnant und fokussiert gestalten, um die wichtigsten Punkte schnell und effektiv zu vermitteln. Für längere, detailliertere Gespräche sollten Sie sich darauf einstellen, komplexere Themen zu besprechen und zusätzliche Beispiele oder Anekdoten aus Ihrer Berufserfahrung bereitzuhalten. Fragen Sie bei der Terminvereinbarung nach der voraussichtlichen Dauer des Interviews, um Ihre Vorbereitung besser planen und einschätzen zu können, welche Art von Fragen Sie erwarten können.

Wird man bei einem Telefoninterview angerufen?

Normalerweise gilt: Wer ein Telefoninterview vorschlägt, ruft an. Das bedeutet, dass Sie, wenn nicht explizit anders vereinbart, vom Recruiter angerufen werden. In der heutigen Zeit werden jedoch immer häufiger Video- und Online-Interviewplattformen genutzt, bei denen es wichtig ist, sich technisch vorzubereiten. Stellen Sie sicher, dass Ihre Internetverbindung stabil ist, und testen Sie Ihre Kamera, Ihr Mikrofon sowie die jeweilige Plattform im Voraus, um technische Probleme zu vermeiden. Bereiten Sie sich außerdem auf die spezielle Dynamik eines Video- oder Online-Interviews vor, indem Sie einen professionellen, ruhigen Hintergrund wählen und eine angemessene Beleuchtung sicherstellen. Auch bei diesen Plattformen gilt: Fragen Sie im Voraus nach, wie das Gespräch ablaufen wird und ob es Besonderheiten gibt, auf die Sie achten sollten.

Telefoninterview: Vorteile und Nachteile

Ein Telefoninterview kostet wenig, erspart Bewerbern lange Anfahrtswege und gibt den Personalern einen ersten Eindruck der Bewerber. Für Bewerber kann ein solches Interview aber auch stressiger sein als ein persönliches Gespräch, da Blickkontakt und nonverbale Kommunikation fehlen. Mit der zunehmenden Nutzung von Videointerviews und AI-gestützten Interviews kommen außerdem neue Vor- und Nachteile hinzu. Diese modernen Interviewformen bieten zwar noch mehr Flexibilität und Effizienz, können aber auch zusätzliche technische Herausforderungen mit sich bringen. Bei virtuellen Interviews ist es zudem entscheidend, eine stabile Internetverbindung und funktionierende Technik sicherzustellen, um Unterbrechungen zu vermeiden. Die Vorbereitung auf technische Aspekte wie Kamera- und Mikrofoneinstellungen ist ebenso wichtig wie die inhaltliche Vorbereitung, um einen professionellen und reibungslosen Ablauf sicherzustellen.

Die perfekte Vorbereitung für das telefonische Interview

Auch wenn Sie vor einem Telefoninterview sehr nervös sind, mit der richtigen Vorbereitung klappt das Gespräch bestimmt. Folgende Tipps sollten Sie beherzigen:

  • Sammeln Sie Informationen über Ihren Gesprächspartner.
  • Üben Sie das Gespräch und spielen Sie die Situation durch.
  • Legen Sie sich Antworten auf die typischen Standardfragen zurecht.
  • Sorgen Sie für einen ruhigen Ort, an dem Sie ungestört telefonieren können.
  • Achten Sie darauf, Empfang zu haben.
  • Stellen Sie ein Glas Wasser bereit.
  • Ziehen Sie sich an, als würde der Personaler Sie tatsächlich sehen. Dies wirkt sich positiv auf Ihre Art zu sprechen aus.

Besonderheiten bei Video- und Online-Interviews

  • Testen Sie Ihre Internetverbindung, Kamera und Mikrofon vorab, um sicherzustellen, dass alles reibungslos funktioniert.
  • Wählen Sie einen ruhigen Raum und informieren Sie Mitbewohner oder Familie, dass Sie nicht gestört werden möchten.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Gesicht gut ausgeleuchtet ist. Positionieren Sie die Kamera auf Augenhöhe, um einen professionellen Eindruck zu hinterlassen.
  • Bleiben Sie ruhig, falls technische Schwierigkeiten auftreten, und informieren Sie den Recruiter höflich, wenn eine Wiederverbindung notwendig ist.

Durch die Stimme überzeugen: das Besondere am Telefoninterview

Das Telefoninterview ist dadurch gekennzeichnet, dass Mimik und Gestik wegfallen. Was bleibt, ist die Stimme. Es ist somit wichtig, dass Sie ruhig und deutlich sprechen. Achten Sie auf eine lebhafte Sprache und vermeiden Sie allzu viele „ääähhhmmms“. Noch ein Tipp: Lächeln Sie während des Gesprächs. Denn auch wenn Ihr Telefonpartner das Lächeln nicht sieht, klingt Ihre Stimme automatisch freundlicher.

Bei Videointerviews hingegen spielen Mimik, Gestik und Körpersprache eine wichtige Rolle. Achten Sie darauf, regelmäßig Augenkontakt mit der Kamera zu halten, um ein Gefühl von Präsenz und Engagement zu vermitteln. Ihre Körpersprache sollte offen und positiv sein, um einen guten Eindruck zu hinterlassen.

Unabhängig von der Interviewform ist Klarheit und Präzision in der Sprache entscheidend. Formulieren Sie Ihre Antworten klar und vermeiden Sie zu lange Pausen, um Unsicherheiten zu vermeiden und professionell zu wirken.

Ablauf eines Telefoninterviews

Stellen Sie sich das Telefoninterview, Videointerview oder AI-gestützte Interview ruhig wie ein richtiges Vorstellungsgespräch vor.

Begrüßung

Der Personaler wird sich und sein Unternehmen kurz vorstellen. Dann stellen Sie sich vor. Fassen Sie dazu Ihren Lebenslauf prägnant zusammen und heben Sie die Kompetenzen, die für die ausgeschriebene Stelle erforderlich sind, hervor.

Typische Fragen beim Telefoninterview

Es gilt herauszufinden, ob Sie die richtige Wahl für den Posten sind. Deswegen sollten Sie mit typischen Fragen rechnen, die Sie auch in einem normalen Bewerbungsgespräch erwarten. Dazu gehören: Fragen zur Person, zum Lebenslauf, der Motivation, dem bisherigen Job und der Einstellung zum Unternehmen. Aber auch knifflige Fragen wie etwa „Was können Ihre zukünftigen Kollegen von Ihnen lernen?“ oder „Wie würden Sie die ersten drei Monate in Ihrem Job gestalten?“ sollten Sie im Telefoninterview erwarten.

Fragen zu New Work Themen

Mit den modernen Anforderungen und Trends im Jobmarkt werden jedoch auch neue Fragen immer relevanter. Sie könnten beispielsweise gefragt werden, wie Sie sich in einer remote Arbeitsumgebung organisieren, welche digitalen Tools Sie bevorzugen oder wie Sie sich in einem dynamischen, technologiegetriebenen Umfeld anpassen. Bei virtuellen Interviews ist es wichtig, präzise und klar auf diese Fragen zu antworten, da Mimik und Gestik weniger wirken als bei einem persönlichen Gespräch.

Besonderheiten der Fragen beim AI-gestützten Interview

Auch AI-gestützte Interviews, die immer häufiger eingesetzt werden, können spezifische, algorithmisch generierte Fragen beinhalten. Um sich darauf vorzubereiten, sollten Sie sich mit häufigen AI-generierten Fragen vertraut machen und üben, auf den Punkt zu antworten. Diese Systeme analysieren oft nicht nur den Inhalt Ihrer Antworten, sondern auch Ihre Sprechweise und Reaktionszeit, weshalb Klarheit, Präzision und eine ruhige Kommunikation entscheidend sind.

Gegenfragen: Was ist erlaubt?

Natürlich haben Sie auch bei einem Telefoninterview die Möglichkeit Rückfragen zu stellen. Nutzen Sie diese Gelegenheit, denn dies zeugt von Interesse und erweckt einen guten Eindruck. Klopfen Sie die Stellenanzeige auf mögliche Fragen ab, fragen Sie nach Ihren zukünftigen Kollegen und wie das Klima im Unternehmen ist.

Diese Wichtigkeit gilt ebenso für Video- und AI-gestützte Interviews. Bei virtuellen Interviews sollten Sie ebenfalls aktiv Rückfragen stellen, um Ihr Engagement und Ihre Neugier zu zeigen. Fragen Sie gezielt nach der digitalen Kultur des Unternehmens, wie es mit Remote-Arbeitsbedingungen umgeht und welche Technologien und Tools zur Zusammenarbeit genutzt werden.

Es kann auch hilfreich sein, sich zu erkundigen, wie das Unternehmen die virtuelle Kommunikation und Teamarbeit organisiert und welche Maßnahmen zur Unterstützung von Homeoffice-Mitarbeitern getroffen werden. Solche Fragen zeigen, dass Sie sich mit der Arbeitsumgebung auseinandergesetzt haben und bereit sind, sich in die bestehende digitale Struktur einzufügen.

Gehaltsdiskussionen am Telefon?

Bei einem Telefoninterview werden auch organisatorische Fragen wie das Eintrittsdatum und das Gehalt angesprochen. Fragt Sie der Personaler nach Ihren Gehaltsvorstellungen, dürfen Sie diese also ruhig nennen. In den meisten Fällen ist das Telefoninterview jedoch nur der erste Schritt, auf den dann ein Face-to-Face-Bewerbungsgespräch folgt. In diesem Fall ist es besser, die Gehaltsverhandlung auf dieses zweite Bewerbungsgespräch zu verlegen. Denn es wäre ja wirklich zu schade, wenn Sie aufgrund der Gehaltsdiskussion zu keinem weiteren Gespräch mehr eingeladen werden würden.

Bei AI-gestützten Interviews wird die Gehaltsdiskussion häufig auf spätere Phasen des Bewerbungsprozesses verschoben. Diese Systeme konzentrieren sich zunächst auf Ihre Qualifikationen und Ihre Eignung für die Position. Auch wenn Ihnen im Verlauf des Prozesses Fragen zum Gehalt gestellt werden, kann es strategisch klug sein, diese auf ein späteres, persönliches Gespräch zu verschieben, um sich nicht vorzeitig zu limitieren und alle Möglichkeiten offen zu halten.

Verabschiedung und wie geht es weiter?

An diesem Punkt wird Ihnen der Personaler erklären, wie das weitere Vorgehen ist, beispielsweise könnten Sie zu einem Bewerbungsgespräch vor Ort eingeladen werden oder in einer Woche einen Rückruf erwarten. Nach einem Telefoninterview, Video- oder AI-gestützten Interview gibt es spezifische nächste Schritte:

  • Telefoninterview: Hierbei wird oft ein persönliches Gespräch oder ein detaillierteres Interview per Video geplant. Halten Sie Ausschau nach einer Bestätigung per E-Mail und einem Terminvorschlag für das nächste Gespräch.
  • Videointerview: Nach einem Videointerview könnte der nächste Schritt eine weitere virtuelle Runde oder ein persönliches Interview sein. Achten Sie auf Follow-up-E-Mails oder Anrufe zur Bestätigung des nächsten Termins.
  • AI-gestütztes Interview: Bei AI-gestützten Interviews kann der Prozess variieren. Manchmal erhalten Sie direkt eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch, oder Sie werden über das Ergebnis Ihrer Bewerbung informiert, bevor weitere Schritte eingeleitet werden.

Typische Fehler im Telefoninterview

Bei aller Aufregung, diese Fehler sollten Sie im Telefoninterview tunlichst vermeiden!

Den Gesprächspartner unterbrechen

Dem Personaler ins Wort zu fallen ist mehr als unhöflich. Lassen Sie Ihren Gesprächspartner unbedingt ausreden. Das ist – wenn man sehr nervös ist – nicht immer einfach, aber ein absolutes Muss bei einem Telefoninterview.

Das Unternehmen meldet sich nicht

Nanu? Wo bleibt denn der versprochene Anruf? Wenn Sie einige Zeit gewartet haben, können Sie dem Recruiter eine Mail schreiben oder selbst im Unternehmen anrufen. Vielleicht hat der Recruiter im Stress den Termin vergessen. Daher rufen Sie unbedingt an oder schreiben Sie eine Mail, denn so zeigen Sie, dass Sie den Termin nicht vergessen haben.

Das Unternehmen ruft zu spät an

Besser spät als nie – ruft das Unternehmen zu spät an, sollten Sie Verständnis zeigen. Stressige Situationen kennt schließlich jeder. Nun dürfen Sie aber entscheiden, ob Sie das Telefoninterview sofort führen möchten, oder ob Sie lieber einen anderen Termin vereinbaren möchten.

Sie haben das Telefonat vergessen

Dies ist ein absolutes No-Go. Falls Ihnen dieser Fehler passiert, sind die Chancen auf den Job mehr als gering. Denn den Termin zu vergessen zeugt von Desinteresse gegenüber dem Job und kommt bei Personalern zurecht mehr als schlecht an.

Sie haben technische Probleme während eines virtuellen Interviews

Technische Pannen, wie eine instabile Internetverbindung, eine nicht funktionierende Kamera oder ein defektes Mikrofon, können den Verlauf eines virtuellen Interviews erheblich stören. Vermeiden Sie dies, indem Sie vor dem Interview alle technischen Komponenten testen und sicherstellen, dass Sie eine stabile Internetverbindung haben. Falls dennoch ein technisches Problem auftritt, bleiben Sie ruhig und informieren Sie den Recruiter umgehend, um eine Lösung zu finden.

Sie verwenden einen unprofessionellen Hintergrund bei Video-Interviews

Ein unordentlicher oder unpassender Hintergrund kann einen schlechten Eindruck hinterlassen. Achten Sie darauf, dass Ihr Hintergrund ordentlich und professionell wirkt. Wenn möglich, nutzen Sie virtuelle Hintergründe, die von vielen Video-Plattformen angeboten werden, um Ablenkungen zu minimieren.

Sie sind unzureichend auf AI-gestützte Interviews vorbereitet

AI-gestützte Interviews können spezifische, algorithmisch generierte Fragen beinhalten. Fehlende Vorbereitung auf solche Fragen oder das Verstehen der Funktionsweise der AI kann Ihre Chancen beeinträchtigen. Informieren Sie sich über gängige Fragen und üben Sie klare, präzise Antworten.

Telefoninterview gemeistert – aber wo bleibt die Rückmeldung?

Es ist verständlich, dass Sie nach einem Telefoninterview auf eine Rückmeldung warten. Was aber, wenn diese ausbleibt? Sollte der Personaler mit Ihnen vereinbart haben, sich nach einigen Tagen bei Ihnen zu melden, Sie aber nichts von ihm hören, können Sie selbst im Unternehmen anrufen und nachfragen. Seien Sie dabei aber mehr als höflich und machen Sie dem Personaler keinen Vorwurf, dass er sich nicht bei Ihnen gemeldet hat.

So überzeugen Sie den Recruiter: Checkliste zur Vorbereitung

Der Termin für das Interview steht fest? Die Nervosität steigt? Dann hilft Ihnen diese Checkliste dabei, dass Sie nichts vergessen und das Telefoninterview mit Bravour meistern.

Unterlagen bereithalten

Lebenslauf, die ausgedruckte Stellenanzeige, Ihre Notizen zu Standardfragen – legen Sie sich diese Unterlagen bereit, um bei Fragen nicht ins Stocken zu geraten und bei der Selbstpräsentation keinen wichtigen Punkt zu vergessen.

Notizen machen

Gegenfragen zeugen von Interesse. Machen Sie sich deswegen während des Gesprächs Notizen, um zu einem späteren Zeitpunkt bei wichtigen Punkten noch einmal nachhaken zu können.

Bewusst kommunizieren

Achten Sie auf Ihre Sprache. Reden Sie langsam und deutlich und vor allem: Lassen Sie Ihren Gesprächspartner ausreden. Überlegen Sie sich, was Sie sagen möchten und lassen Sie sich nicht überrumpeln. Auch wenn einmal eine Pause entsteht, sollten Sie nicht nervös drauflos quasseln, sondern Ihre Gedanken sammeln und ruhig bleiben.

Auf die Körpersprache achten

Ein Telefoninterview lümmelnd auf der Couch in Jogginghose zu führen ist keine gute Idee. Kleiden Sie sich ordentlich, achten Sie auf eine aufrechte Haltung und vor allem: lächeln Sie. Denn auch wenn Ihr Gesprächspartner all dies nicht sieht, Ihre Stimme transportiert Ihre Haltung. Und genau die ist es, mit der Sie im Endeffekt auch überzeugen.

Die Technik gut vorbereiten

Stellen Sie sicher, dass Ihre Internetverbindung stabil ist und testen Sie Kamera und Mikrofon vor dem Interview. Überprüfen Sie, ob alle benötigten Software-Updates installiert sind und dass Ihre Geräte einwandfrei funktionieren. Bei AI-gestützten Interviews ist es hilfreich, sich mit der verwendeten Technologie vertraut zu machen und zu wissen, wie Sie eventuelle technische Schwierigkeiten lösen können.

Digitale Notizen optimal nutzen

Wenn Sie digitale Notizen verwenden, stellen Sie sicher, dass Sie diese übersichtlich und leicht zugänglich haben. Nutzen Sie Tools wie Notiz-Apps, die es Ihnen ermöglichen, während des Interviews schnell relevante Informationen oder Fragen abzurufen. Achten Sie darauf, dass Ihre Notizen professionell und gut strukturiert sind, um während des Gesprächs einen geordneten Eindruck zu vermitteln.

Sich bei technischen Pannen richtig verhalten

Sollten technische Probleme auftreten, bleiben Sie ruhig und informieren Sie den Recruiter umgehend. Haben Sie einen Plan B bereit, wie z.B. einen alternativen Kommunikationskanal, um das Gespräch fortzusetzen. Die Fähigkeit, in stressigen Situationen ruhig zu bleiben und proaktiv Lösungen zu finden, kann einen positiven Eindruck hinterlassen.

Fragen und Antworten

Was ist der Unterschied zwischen einem Telefoninterview und einem Vorstellungsgespräch?

Ein Telefoninterview ist meist die erste Stufe im Bewerbungsprozess und dient dazu, Kandidaten schnell und unkompliziert vorzuselektieren. Ein persönliches Vorstellungsgespräch folgt in der Regel erst danach und ist deutlich ausführlicher.

Wie lange dauert ein Telefoninterview?

Die Dauer variiert – von kurzen 20-minütigen Vorgesprächen bis hin zu ausführlichen Gesprächen von einer Stunde. Fragen Sie bei der Terminvereinbarung nach der voraussichtlichen Dauer, damit Sie sich gut vorbereiten können.

Wer ruft beim Telefoninterview an – ich oder der Personaler?

In der Regel ruft der Personaler an, sofern nicht explizit etwas anderes vereinbart wurde. Achten Sie darauf, zum vereinbarten Zeitpunkt erreichbar zu sein und guten Empfang zu haben.

Was soll ich beim Telefoninterview griffbereit haben?

Legen Sie sich Ihren Lebenslauf, die ausgedruckte Stellenanzeige und Ihre Notizen zu möglichen Fragen bereit. So geraten Sie bei keiner Frage ins Stocken und können Ihre wichtigsten Stärken gezielt ansprechen.

Wie bereite ich mich auf ein Telefoninterview vor?

Informieren Sie sich vorab über das Unternehmen und die ausgeschriebene Stelle, und überlegen Sie sich Antworten auf typische Fragen zu Ihrer Person, Motivation und Berufserfahrung. Wählen Sie einen ruhigen Ort ohne Störquellen und kleiden Sie sich ordentlich – das wirkt sich positiv auf Ihre Stimme und Ihr Auftreten aus.

Darf ich beim Telefoninterview Notizen machen?

Ja, das ist sogar empfehlenswert. Notizen helfen Ihnen, wichtige Punkte festzuhalten und gezielte Gegenfragen zu stellen, die Ihr Interesse an der Stelle zeigen.

Was tun, wenn das Unternehmen nicht zum vereinbarten Zeitpunkt anruft?

Warten Sie eine angemessene Zeit und melden Sie sich dann höflich per Telefon oder E-Mail. Das zeigt, dass Sie den Termin ernst nehmen – und gibt dem Personaler die Möglichkeit, einen neuen Termin zu vereinbaren.

Welche typischen Fehler sollte ich im Telefoninterview vermeiden?

Die häufigsten Fehler sind: den Gesprächspartner unterbrechen, den Termin vergessen, zu laute Umgebung oder schlechter Empfang. Planen Sie deshalb ausreichend Zeit ein, sorgen Sie für Ruhe und testen Sie bei Videointerviews vorab Technik und Verbindung.

Soll ich nach dem Telefoninterview eine E-Mail schicken?

Eine kurze Nachricht ist möglich, aber in Österreich nicht erwartet. Wichtiger ist es, die vereinbarten nächsten Schritte einzuhalten – und bei ausbleibender Rückmeldung nach angemessener Zeit höflich nachzufragen.

Wie unterscheidet sich die Vorbereitung auf ein Videointerview vom Telefoninterview?

Beim Videointerview kommen technische Aspekte hinzu: Testen Sie Kamera, Mikrofon und Internetverbindung vorab und sorgen Sie für einen ruhigen, gut beleuchteten Hintergrund. Schauen Sie während des Gesprächs möglichst direkt in die Kamera – das vermittelt echten Blickkontakt.

Weiterbildung beim AMS

Sie haben das Gefühl in Ihrem Beruf auf der Stelle zu treten? Alle werden befördert, nur Sie nicht? Dann ist die Zeit gekommen, an eine berufliche Weiterbildung zu denken. Das AMS unterstützt Sie auf diesem Weg mit zahlreichen Schulungen und finanziellen Hilfen. Wir haben die wichtigsten Infos für eine Weiterbildung beim AMS für Sie zusammengefasst.

Weiterbildung und beruflicher Neustart

Wir leben in einer Welt, die sich in rasantem Tempo verändert. Das betrifft auch das Arbeitsleben: Neue Technologien und Arbeitsmodelle verlangen von Ihnen als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter ein Höchstmaß an Flexibilität. Da kann es schon mal vorkommen, dass Sie das Gefühl haben, nicht mehr mithalten zu können. Aber keine Sorge, Sie können etwas dagegen tun. Und zwar mit einer Weiterbildung oder auch einer Umschulung, um beruflich neu durchzustarten. Das AMS ist dabei eine wichtige Anlaufstelle.

Die häufigsten Gründe für eine Umschulung

  1. Gesundheitliche Gründe: Wenn aufgrund von körperlichen oder psychischen Belastungen ein Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann
  2. Arbeitslosigkeit oder drohender Arbeitsplatzverlust: Wenn man arbeitslos ist oder in seinem erlernten Beruf über längere Zeit keine neue Stelle findet
  3. Berufliche Unzufriedenheit: Wenn Abwechslung und neue Herausforderungen fehlen oder sich die beruflichen Interessen verändern und neue Berufswünsche entdeckt werden
  4. Wiedereinstieg nach Elternkarenz: Wenn der Wunsch nach einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie nach einer Karenz besteht. Auch: bessere Zukunftschancen sowie Verdienstmöglichkeiten, für den Wiedereinstieg nach der Karenz hat das AMS einige spezielle Angebote
  5. Arbeitsmarktveränderungen: Wenn neue Berufe entstehen, alte Berufe verschwinden oder sich verändern

Werden Weiterbildungen vom Arbeitsamt bezahlt?

Es gibt Weiterbildungen, die direkt vom Arbeitsamt bezahlt werden. Insbesondere wenn Sie arbeitslos und beim AMS gemeldet sind, kann und wird das AMS Sie bei der Weiterbildung unterstützen. Aber auch wenn Sie einen Job haben, können Sie beim AMS um eine Weiterbildungsförderung ansuchen. Zum Beispiel, wenn Sie mit Ihrem Arbeitgeber eine Bildungskarenz vereinbart haben.

Welche Umschulungen zahlt das AMS?

Von einer Umschulung spricht man, wenn Sie aus verschiedenen Gründen Ihren ursprünglichen Beruf nicht mehr ausüben können und sich völlig neu orientieren müssen. Das AMS bezahlt eine Umschulung zum Beispiel dann, wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen Ihren bisherigen Beruf nicht mehr ausüben können.

Welche Förderungen gibt es für Weiterbildungen?

Das AMS bietet insgesamt vier verschiedene Arten von Förderungen für eine berufliche Weiterbildung:

  • Allgemeine Aus- und Weiterbildungsbeihilfen: Dies betrifft arbeitslos gemeldete Personen
  • Überbetriebliche Lehre und Ausbildung in Mangelberufen: Sie sind auf der Suche nach einer Lehrstelle, doch haben keinen Erfolg? Dann unterstützt Sie das AMS dabei, eine überbetriebliche Stelle oder eine andere Ausbildung zu finden und zahlt im 1. und 2. Lehrjahr 439,80 Euro pro Monat, ab dem 3. Lehrjahr erhalten Sie dann 1.015,80 Euro im Monat. Auch das Fachkräftestipendium fällt in diesen Bereich, hier kann die Ausbildung bis zu drei Jahre betragen.
  • Unternehmensgründung: Sie sind arbeitslos, träumen aber davon, sich selbstständig zu machen? Auch in diesem Fall hilft das AMS. Das sogenannte Unternehmungsgründungsprogramm (UGP) übernimmt Kosten für eine Unternehmensberatung und Ausbildungen.

Die Datenbank mit allen vom AMS geförderten Kursen finden Sie hier.

Wie viele Kurse fördert das AMS?

Das AMS schränkt die Anzahl der Kurse, die Sie besuchen können, nicht ein, aber viele Förderungen können nur einmal innerhalb eines bestimmten Zeitraums beantragt werden. Es lohnt sich also, bei den Förderungen genau hinzuschauen.

Wird die Umschulung auf das Arbeitslosengeld angerechnet?

Sind Sie arbeitslos und machen eine Umschulung, dann erhöht das AMS während der Schulung den Grundbetrag des Arbeitslosengeldes um 22 %. Ebenso werden Familienzuschläge berücksichtigt. Zusätzlich übernimmt das AMS bei Weiterbildungen und Umschulungen sämtliche Kursnebenkosten, die entstehen.

Kann man eine Umschulung durch das AMS auch abbrechen?

Bei einer Umschulung gehen Sie einen Vertrag mit dem Umschulungsanbieter ein. Natürlich können Sie eine Umschulung jederzeit freiwillig abbrechen, allerdings kann es sein, dass dann Rückzahlungen auf Sie zukommen. Überlegen Sie sich daher gut, ob es nicht Möglichkeiten gibt, einen Abbruch zu vermeiden und die Umschulung erfolgreich abzuschließen. Manchmal können auch Beratungsgespräche helfen, Hindernisse und Probleme bei der Umschulung aus dem Weg zu räumen.

Welche Weiterbildung ist für mich sinnvoll?

Eine Weiterbildung kann mehrere Wochen bis Jahre dauern, und sollte deswegen wohl überlegt sein. Denn Sie investieren durch Förderungen vielleicht kein Geld, aber Ihre Zeit. Deswegen bietet das AMS auch Orientierungsberatungen an, damit Sie sich über Ihre Ziele und Möglichkeiten klar werden können.

Welche Umschulung lohnt sich für mich?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Es hängt viel von Ihrem Gesundheitszustand ab und von den Gründen, warum Sie Ihren ursprünglichen Beruf nicht mehr ausüben können. Haben Sie körperliche Beschwerden und können nicht mehr kellnern? Dann ist eine Umschulung in einen körperlich anstrengenden Pflegeberuf nicht die richtige Wahl. Wer dagegen einen Beruf mit höherem Einkommen sucht, sollte sich auf zukunftsträchtige Branchen konzentrieren.

Welche Berufe haben Zukunft?

Damit sich eine Umschulung auch lohnt, sollten Sie sich auf Branchen ausrichten, die auch in Zukunft florieren werden. Dazu zählen derzeit laut AMS:

  • Tourismus
  • Medien, Kultur und Unterhaltung
  • IT
  • Handel, Marketing, E-Commerce
  • Gesundheit
  • Soziales
  • Berufe mit Kurzausbildung

Werden auch Online-Kurse vom AMS gefördert?

Das AMS sieht in der Digitalisierung eine große Chance.
Daher werden auch Online-Kurse vom AMS gefördert. Die Entscheidung liegt jedoch immer beim AMS, es muss also ein positiver Bescheid eingeholt werden. Liegt dieser vor, übernimmt das AMS alle Kosten.

Wie finde ich die richtige Aus- oder Weiterbildung für mich?

Überlegen Sie sich ganz genau, welche Ziele Sie haben und wie viel Zeit Sie für die Weiterbildung investieren können. Denken Sie dabei ruhig in Etappen, es muss nicht alles in einem Rutsch über die Bühne gehen. Ein Termin bei der BIZ, der Berufsinformationszentrum des AMS, kann hilfreich sein. Wenn Sie dann wissen, was Ihre Vorstellungen sind, können Sie konkret nach Angeboten suchen. Dabei stehen Ihnen in Österreich eine Vielzahl an Anbietern zur Verfügung. Das AMS unterstützt Sie mit der AMS Weiterbildungsdatenbank, hier sind rund 55.000 Kurse gelistet.

Wie wähle ich ein Bildungsinstitut?

Da haben Sie in Österreich tatsächlich die Qual der Wahl, es gibt rund 1.800 öffentliche, gemeinnützige und private Einrichtungen für Weiterbildung. Besonders bekannt im Bereich der Erwachsenenweiterbildung und somit garantiert einen Blick wert sind, neben den Portalen des AMS, besonders das WIFI, das BFI und die VHS.

Was gibt es an Kurzausbildungen und betrieblichen Ausbildungen?

Kurzausbildungen sind besonders praktisch, wenn Sie dem Berufsleben nicht allzu lange fernbleiben möchten. Kurzausbildungen werden, genauso wie langjährige Ausbildungen, bei zahlreichen Bildungsinstituten in Österreich angeboten. Bestimmte Kurzausbildungen, beispielsweise bei der ÖBB oder den Wiener Linien, können hingegen nur betriebsintern abgehalten werden. Wenn Sie auf der Suche nach Kurzausbildungen beim AMS sind, können Sie unter www.ams.at/berufslexikon einen Haken bei Kurz-/Spezialausbildungen setzen, ebenso bietet das AMS eine eigene Broschüre dazu an.

Fazit: So machen Sie das Meiste aus Ihrer AMS-Weiterbildung

Sie haben sich für eine Ausbildung beim AMS entschieden? Durchstöbern Sie die umfangreiche Website des AMS, informieren Sie sich im Berufslexikon über Berufe, vereinbaren Sie einen Termin im BIZ, informieren Sie sich genau, welche Förderungen für Sie in Frage kommen und konzentrieren Sie sich bei Ihrer Weiterbildung oder Umschulung auf zukunftsträchtige Branchen. So holen Sie das Beste aus Ihrer Weiterbildung heraus und können beruflich wieder voll durchstarten.

 

Fragen und Antworten

Was macht das AMS bei einer beruflichen Weiterbildung?

Das AMS unterstützt Sie mit Schulungen und finanzieller Hilfe, wenn Sie sich beruflich weiterentwickeln wollen oder neu starten wollen.

Warum sollte ich überhaupt eine Weiterbildung machen?

Wenn Sie das Gefühl haben, beruflich nicht mehr weiterzukommen oder neue Herausforderungen wollen, kann eine Weiterbildung oder auch eine komplette Umschulung helfen.

Was ist der Unterschied zwischen Weiterbildung und Umschulung?

Weiterbildung heißt, Sie bauen auf dem auf, was Sie schon können. Umschulung bedeutet, Sie lernen einen komplett neuen Beruf.

Zahlt das AMS meine Weiterbildung?

Ja. Es gibt Weiterbildungen, die das AMS direkt bezahlt – besonders wenn Sie arbeitslos sind.

Kann ich auch dann gefördert werden, wenn ich einen Job habe?

Ja. Auch wenn Sie in einem Job sind, können Sie beim AMS um eine Förderung für eine Weiterbildung ansuchen.

Welche Arten von Förderungen gibt es beim AMS?

Das AMS bietet verschiedene Arten von Förderungen: allgemeine Aus- und Weiterbildungsbeihilfen,
überbetriebliche Lehre und Ausbildung in Mangelberufen, Förderung bei Unternehmensgründung.

Begrenzt das AMS, wie viele Kurse ich machen kann?

Das AMS begrenzt nicht, wie viele Kurse Sie besuchen können, aber viele Förderungen können nur einmal in einem bestimmten Zeitraum beantragt werden.

Was passiert mit meinem Arbeitslosengeld während einer Umschulung?

Wenn Sie arbeitslos sind und eine Umschulung machen, erhöht das AMS Ihren Arbeitslosengeld-Grundbetrag um 22 % und berücksichtigt Familienzuschläge.

Unterstützt das AMS auch bei einer Unternehmensgründung?

Ja, das AMS bietet auch Förderungen an, wenn Sie sich selbstständig machen möchten und eine Unternehmensgründung planen.

Wie finde ich die richtige Weiterbildung für mich?

Überlegen Sie sich, was Sie wirklich wollen, wie lange Sie lernen wollen und gehen Sie am besten zuerst zu einer Beratung beim AMS-BIZ, bevor Sie konkrete Kurse suchen.

Lücken im Lebenslauf? So argumentieren Sie richtig

Vielen Bewerbern mit Lücken im Lebenslauf bricht vor einem Bewerbungsgespräch der Angstschweiß aus. Wie soll man das dem Personaler bloß erklären? Doch keine Bange: Wer die richtige Strategie kennt, geht mit Lücken im Lebenslauf souverän um – und überzeugt am Ende auf ganzer Linie.

Wann spricht man von Lücken im Lebenslauf?

Zwischen dem einen und dem anderen Praktikum lag ein Monat ohne Beschäftigung? Und beim Wechsel von der Gastro hin zu einem Verkaufsjob gar zwei Monate? Sind das schon Lücken? In diesem Fall können wir Sie beruhigen: Nein, dies gilt nicht als Lücke im Lebenslauf. Kritisch wird es allerdings, wenn Sie bereits drei oder gar fünf Monate keiner Beschäftigung nachgegangen sind. Dann spricht man tatsächlich von einer Lücke. Viele Betroffene fürchten sich dann zunehmend vor einem Bewerbungsgespräch, da sie nicht wissen, wie sie mit Lücken im Lebenslauf umgehen sollen. Dabei machen sich viele aber ganz umsonst einen Kopf.

Lücken im Lebenslauf sind nicht schlimm

Eine Lücke im Lebenslauf bedeutet nicht das Ende der Welt. Berufswechsel und Neuorientierungen stehen an der Tagesordnung, ebenso nehmen sich viele Menschen eine bewusst gewählte Auszeit. Dies ist eine Entscheidung, die heutzutage von immer mehr Menschen toleriert wird und auch Personaler zeigen sich diesbezüglich offen. Wichtig ist nur, dass Sie beim Bewerbungsgespräch die Lücken im Lebenslauf nicht unkommentiert lassen – denn Personaler haben einen Blick dafür.

Daran erkennen Personaler Lücken im Lebenslauf

Gehen Sie nie davon aus, dass ein Personaler Ihre Lücken im Lebenslauf übersehen könnte. Wie Sie sich vorstellen können, hatten Personaler bereits hunderte Lebensläufe in ihren Händen und einen Blick für Dinge, die Bewerber zu verschleiern versuchen. Auf eine Lücke im Lebenslauf deuten vor allem zwei Dinge hin:

Jahresangaben statt Monatsangaben

Es ist im Lebenslauf üblich, die Arbeitszeiten in Monaten und Jahren anzugeben. Schließlich macht es einen Unterschied, ob Sie von Dezember 2021 bis Jänner 2022 gearbeitet haben oder einfach 2021 bis 2022 angeben. Ein Personaler wird skeptisch werden, wenn er einfach nur Jahreszahlen als Angabe erhält. Schummeln Sie also nicht bei den Zeitangaben und bleiben Sie bei der Wahrheit.

Erfahrungsprofil statt Werdegang

Es gibt noch eine verbreitete Strategie, Lücken im Lebenslauf zu verschleiern. Diese besteht darin, nicht den Werdegang –also seine Arbeitserfahrung chronologisch mit Jahreszahlen versehen –anzugeben, sondern einfach nur beispielsweise vier Jahre Erfahrung als Stationsleiter, drei Jahre im Außendienst etc. anzugeben. Auch hier ist der Personaler auf den ersten Blick gewarnt und wird Sie im Bewerbungsgespräch gewiss darauf ansprechen.

Lücken im Lebenslauf schließen: Tipps und Tricks

Sie sehen also: Personaler lassen sich beim Lebenslauf nicht austricksen. Deswegen tun Sie gut daran, sich für Ihre Lücken im Lebenslauf plausible Begründungen einfallen zu lassen. Dies ist die beste Strategie, gut vorbereitet in das Bewerbungsgespräch zu gehen und trotz Lücken den Traumjob zu ergattern.

Mut zur Lücke: Lücken erklären, die keine sind

Oftmals denken Bewerber irrtümlich, sie hätten eine Lücke im Lebenslauf. Doch dabei gibt es Umstände, die zwar zu einer beruflichen Auszeit führen, jedoch keineswegs als negative Lücke im Lebenslauf gesehen werden. Sie brauchen sich im Bewerbungsgespräch also keine Sorgen zu machen. Zu diesen leicht erklärbaren Lücken zählen:

Studienwechsel

Sie wussten erst beim zweiten Anlauf, welches Studium für Sie das richtige war? Kein Problem, Sie mussten sich eben neu orientieren. Und da es aufgrund bürokratischer Gründe nun mal bis zum folgenden oder auch übernächsten Semester dauern kann, bis man zugelassen wird, kommt es zu einer unverschuldeten Lücke. Am besten reagieren Sie in diesem Fall jedoch, wenn Sie die studienfreie Zeit gleich für ein Praktikum nutzen oder sich sozial engagieren.

Pandemie

Kurzarbeit, Kündigungen, weggefallene Arbeitsplätze. In der Pandemie haben viele ihren Job verloren. Sollten Sie aufgrund von Corona eine Lücke im Lebenslauf erlitten haben, werden Sie bestimmt bei jedem Personaler auf vollstes Verständnis stoßen.

Berufseinstieg

Aller Anfang ist schwer. Das wissen Berufseinsteiger ganz besonders. Es darf nach erfolgreicher Ausbildung schon mal sechs Monate dauern, bis der erste Arbeitstag ansteht. Das verstehen Personaler. Wenn Sie die Zeit für eine Weiterbildung nutzen, ist der Lebenslauf natürlich besonders gut aufpoliert.

Krankheit

Seien Sie ehrlich, wenn Sie aufgrund einer schweren Krankheit zu einer längeren beruflichen Pause gezwungen waren. Wichtig: Signalisieren Sie dem potenziellen Arbeitgeber jedoch unbedingt, dass Sie die Krankheit überstanden haben und wieder voll einsatzfähig sind.

Pflege

Auch die Pflege von Angehörigen sollten Sie nicht verschleiern. Wer sich aufopferungsvoll um seine Liebsten kümmert, leistet einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft. Dies wissen auch Personaler und werden Ihnen die Lücke nachsehen.

(Kurze) Arbeitslosigkeit

Eine Lücke im Lebenslauf ist vor allem dann ein Problem, wenn Sie seitdem keinen neuen Job gefunden haben. Hatten Sie aber in der Vergangenheit eine längere Lücke zwischen zwei Jobs, ist das für Personaler zumeist kein Problem, denn Sie haben ja durch den an die Lücke anschließenden Job bewiesen, dass Sie fit für die Arbeitswelt sind.

Zeitarbeit

Eine oft unterschätzte Möglichkeit, eine Lücke im Lebenslauf rasch zu schließen, ist Zeitarbeit. Zeitarbeitseinsätze zählen als vollwertige Berufserfahrung und können im Lebenslauf genauso angegeben werden wie jede andere Anstellung. Der Vorteil: Der Einstieg gelingt oft sehr schnell – ohne lange Wartezeiten. Gleichzeitig sammeln Sie neue Erfahrungen, lernen verschiedene Unternehmen und Branchen kennen und erweitern Ihr Netzwerk. Für viele Menschen ist Zeitarbeit nicht nur eine Überbrückung, sondern der direkte Weg in eine Festanstellung.

Echte Lücken im Lebenslauf erklären

Wie Sie sehen, sind manche Lücken im Lebenslauf kein Problem und einfach erklärt. Es gibt aber auch Lücken, über die nicht so einfach hinweggegangen werden kann. Doch auch für diese können Sie sich eine Strategie zurechtlegen, um den Personaler von sich zu überzeugen.

Lücke im Lebenslauf durch Kündigung

Wenn Sie gekündigt wurden, stellt sich der Personaler natürlich die Frage, wie es zu dieser Kündigung kam, ob Sie die Kündigung verschuldet haben oder einfach Opfer der Umstände geworden sind. Bereiten Sie sich auf das Gespräch gut vor und bleiben Sie stets bei der Wahrheit.

Unverschuldet

Es gibt viele Gründe, unverschuldet gekündigt zu werden. Einsparungen, Stellenstreichungen, Fusionen etc. Geben Sie in diesem Fall bereits im Lebenslauf den Kündigungsgrund an, um den Personaler gar nicht erst auf falsche Gedanken zu bringen.

Selbstverschuldet

Jetzt wird die Sache schon kniffliger. Denn mit Ihren Fehlern sollten Sie nicht hausieren gehen. Am besten erwähnen Sie einfach die Kündigung und sagen nicht mehr dazu, sofern der Personaler nicht direkt fragt. Sollte er aber Genaueres wissen wollen, vermeiden Sie es tunlichst, schlecht über Ihre früheren Kollegen oder Vorgesetzten zu reden. Übernehmen Sie Verantwortung, dies beweist, dass Sie Rückgrat haben.

Lücke durch anhaltende Arbeitslosigkeit

Eine lange Arbeitslosigkeit kann zermürbend sein und die Jobsuche immer stärker erschweren. Allzu oft fallen Langzeitarbeitslose in depressive Verstimmungen und verlieren ihre Motivation. Sollten Sie von einer lang anhaltenden Arbeitslosigkeit betroffen sein, ist es wichtig, dass Sie sich nun aufraffen und sich engagieren – beispielsweise in Hilfsvereinen –, einen Sprachkurs absolvieren oder eine Weiterbildung besuchen. Dies vermindert nicht nur die Lücke im Lebenslauf, sondern stärkt auch Ihre psychische Gesundheit.

Lücken sind nur selten ein Ausschlusskriterium

Mit all diesem Know-how an Ihrer Seite können Sie auch mit Lücken im Lebenslauf unbesorgt zum nächsten Bewerbungsgespräch gehen. Denn Personaler sind schließlich keine Unmenschen und wissen, dass im Leben nicht immer alles reibungslos verläuft. Seien Sie deshalb selbstbewusst und erklären Sie die Umstände, die zu den Lücken im Lebenslauf geführt haben.

Lücken sind ok, Lügen nicht

Es gibt bei Lücken im Lebenslauf einen großen Fehler, den Sie keinesfalls machen dürfen: lügen. Lügen können immer aufgedeckt werden, etwa durch Arbeitszeugnisse oder die Befragung von ehemaligen Kollegen. Auch eine erfundene Weiterbildung wird Sie in Erklärungsnot bringen, wenn der Personaler ein Zertifikat sehen möchte. Deswegen gilt: Lücken im Lebenslauf sind keine Schande und in den wenigsten Fällen ein Grund, den Job nicht zu bekommen, dreiste Lügen jedoch schon.

Fragen und Antworten

Ab wann spricht man von einer Lücke im Lebenslauf?

Eine kurze Pause von ein bis zwei Monaten zwischen zwei Jobs gilt in der Regel nicht als Lücke. Kritischer wird es ab etwa drei Monaten ohne Beschäftigung, ab dann sollten Sie eine plausible Erklärung parat haben.

Sind Lücken im Lebenslauf ein Ausschlusskriterium?

In den meisten Fällen nicht. Personaler wissen, dass im Leben nicht immer alles reibungslos verläuft. Entscheidend ist, dass Sie die Lücke offen ansprechen und erklären können, wie Sie die Zeit genutzt haben.

Wie erkenne ich, ob meine Lücke erklärbar ist?

Lücken durch Krankheit, Pflege von Angehörigen, Studien- oder Berufswechsel, Elternkarenz oder die Pandemie sind für Personaler leicht nachvollziehbar. Bereiten Sie eine kurze, ehrliche Erklärung vor, mehr braucht es meist nicht.

Soll ich Lücken im Lebenslauf aktiv ansprechen oder abwarten?

Am besten sprechen Sie Lücken von sich aus an, das wirkt selbstbewusst und transparent. Warten Sie nicht darauf, dass der Personaler fragt, sondern erklären Sie die Umstände kurz und sachlich.

Wie kann ich eine Lücke im Lebenslauf schließen?

Weiterbildungen, Sprachkurse, soziales Engagement oder ehrenamtliche Tätigkeiten helfen, eine Lücke sinnvoll zu füllen. Auch Zeitarbeit ist ein schneller und effektiver Weg. Zeitarbeitseinsätze zählen als vollwertige Berufserfahrung und können oft sehr rasch gestartet werden.

Darf ich Lücken im Lebenslauf verschweigen?

Das ist keine gute Idee. Personaler haben einen geschulten Blick für Ungereimtheiten in Lebensläufen. Vage Jahresangaben oder fehlende Zeiträume fallen sofort auf und hinterlassen einen schlechteren Eindruck als eine ehrliche Erklärung.

Was soll ich tun, wenn ich selbstverschuldet gekündigt wurde?

Erwähnen Sie die Kündigung sachlich, ohne Details, sofern der Personaler nicht gezielt nachfragt. Wenn er Genaueres wissen möchte, übernehmen Sie Verantwortung. Das zeigt Rückgrat. Reden Sie auf keinen Fall schlecht über frühere Arbeitgeber oder Kollegen.

Wie gehe ich mit einer langen Arbeitslosigkeit im Lebenslauf um?

Zeigen Sie, dass Sie die Zeit aktiv genutzt haben: durch Weiterbildung, Ehrenamt oder andere Tätigkeiten. Zeitarbeit kann helfen, schnell wieder Fuß zu fassen und neue Berufserfahrung zu sammeln, die den Lebenslauf aufwertet.

Kann Zeitarbeit eine Lücke im Lebenslauf schließen?

Ja, Zeitarbeitseinsätze zählen als vollwertige Berufserfahrung und werden im Lebenslauf genauso angegeben wie jede andere Anstellung. Der Einstieg gelingt oft sehr schnell, und viele Einsätze münden direkt in eine Festanstellung.

Was ist der größte Fehler bei Lücken im Lebenslauf?

Lügen, etwa erfundene Weiterbildungen oder falsche Zeitangaben. Solche Unwahrheiten können jederzeit aufgedeckt werden, etwa durch Arbeitszeugnisse oder Referenzen. Eine ehrliche Erklärung, auch für unangenehme Lücken, ist immer die bessere Strategie.

Bewerben für Quereinsteiger

Gründe für einen Jobwechsel gibt es viele: fehlende Arbeitsplätze, eine lange Karenz, Krankheit oder einfach die unbändige Lust, etwas Neues zu probieren. Wenn auch Sie einen Jobwechsel anstreben, dann erfahren Sie in diesem Artikel alles zum Thema Bewerben für Quereinsteiger und was Ihnen ein Jobwechsel bringt. Zudem erhalten Sie eine praktische Checkliste an die Hand.

Berufliche Neuorientierung: Ihre Möglichkeiten als Quereinsteiger

Nach reiflicher Überlegung sind Sie zu dem Entschluss gekommen, dass Sie sich beruflich neu orientieren möchten? Dann fragen Sie sich bestimmt, welche Möglichkeiten Sie haben. Kurz gesagt: viele! Denn in Österreich stehen Ihnen vielfältige Unterstützungsangebote zur Verfügung, die Sie bei Ihrem Wechsel in einen neuen Beruf auch finanziell unterstützen: So bieten sowohl die Arbeiterkammer als auch das AMS Beratungen an, bei denen Sie sich über Ihre Wünsche und Möglichkeiten im Klaren werden können.

Das AMS fördert zudem Weiterbildungen und Umschulungen finanziell. So können Sie sich in der Übergangszeit auf dem Weg zu Ihrem Traumberuf voll auf Ihre Ausbildung konzentrieren. Sie haben Ihr Ziel vor Augen und auch die finanziellen Aspekte geklärt? Dann müssen Sie aus der Fülle der Weiterbildungsangebote –beispielsweise von WIFI und Bifi – nur noch den für Sie geeigneten Kurs auswählen und schon kann das Abenteuer losgehen.

Die häufigsten Gründe für eine berufliche Veränderung

Es gibt unzählige Gründe, sich beruflich zu verändern. Zu den häufigsten zählen:

  • Unzufriedenheit mit dem Gehalt
  • Unfähigkeit, den alten Beruf ausüben zu können, beispielsweise durch Krankheit
  • Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  • Die ansteigende Digitalisierung
  • Die Frage nach der Sinnhaftigkeit des bisher ausgeübten Berufs

Darf ich alle Berufe als Quereinsteiger ausüben?

Auch wenn mittlerweile immer mehr Menschen als Quereinsteiger einen Job finden, dürfen nicht alle Berufe ohne die entsprechende Ausbildung ausgeübt werden. Denn es gibt geschützte Berufsbezeichnungen, beispielsweise Meister und Geselle in Handwerksberufen. Und auch in den OP-Saal darf niemand mal einfach so schnell ohne die entsprechende Ausbildung. Deswegen müssen Sie sich die Frage stellen: Möchte ich noch einmal von ganz vorne beginnen und vielleicht sogar ein Studium beginnen? Bedenken Sie aber, dass dies mit jahrelanger Arbeit verbunden ist. Es gibt aber auch nicht geschützte Berufe, in die Sie problemlos mit einer kürzeren Aus- oder Weiterbildung einsteigen können.

Die besten Branchen und Jobs für Quereinsteiger

Wenn Sie sich dazu entschließen, als Quereinsteiger einen Job zu finden, dann doch bestimmt in einer Branche, die zukunftsträchtig ist. Deswegen ist es vor dem Wechsel wichtig, dass Sie die aktuelle Situation am Arbeitsmarkt genau unter die Lupe nehmen. Prinzipiell gilt: Je mehr persönliche und soziale Fähigkeiten in einer Branche gefragt sind, desto eher gelingt der Quereinstieg.

Die folgenden Branchen sind für Quereinsteiger besonders interessant:

Medienbranche

Durch viele neue Aufgabenfelder wie Social Media und Co. sind auch etliche neue Ideen gefragt. Quereinsteiger haben somit gute Chancen, ein Grundwissen in Marketing ist jedoch von Vorteil.

Gastronomie und Hotellerie

Ein Einstieg in die Gastro funktioniert rasch, unkompliziert und bedarf oftmals keiner Ausbildung. Perfekt, wenn man auf die Schnelle umsatteln möchte.

Personalwesen und Administration

In diesen Bereichen funktioniert ein Branchenwechsel rasch und unkompliziert, da die Tätigkeit nicht an die Branche gekettet ist. Allerdings sollten Sie hier Vorwissen bzw. eine Ausbildung mitbringen.

Altenpflege und Krankenpflege

In der Pflege herrscht großer Bedarf nach Arbeitskräften, Quereinsteiger sind willkommen. Wichtig zu wissen: Pflegeassistenz und Pflegehilfe sind in Österreich gesetzlich geregelte Berufe und erfordern eine formale Ausbildung von mindestens einem Jahr. Ein direkter Einstieg ohne Ausbildung ist nicht möglich. Geförderte Umschulungen sind jedoch über das AMS erhältlich. Der Weg in die Pflege ist also auch ohne Vorbildung gut erreichbar.

Einzelhandel und Verkauf

Als Verkaufshilfe gelingt ein rascher Aufstieg – und ein Hocharbeiten zum Filialleiter ist kein Ding der Unmöglichkeit. Doch auch Makler ist ein beliebter Job.

Bereiche, in denen akuter Fachkräftemangel herrscht

In vielen Branchen herrscht ein eklatanter Mangel an Fachkräften. Zum Beispiel mangelt es an Laboranten, Technikern, Menschen mit IT-Kenntnissen usw. Wenn Sie bereits Kenntnisse in solchen Bereichen erworben haben, haben Sie gute Chancen, nach einer kurzen Umschulung in einem dieser Bereiche eine Anstellung zu finden.

Berater & Coach

Sie kennen sich in Ihrem Metier aus und möchten Ihre Fähigkeiten weitergeben? Dann können Sie Ihre Kenntnisse auch als Unternehmensberater nutzen.

Im privaten Bereich ist Lebens- und Sozialberatung ein interessantes Tätigkeitsfeld. Achtung: In Österreich handelt es sich dabei um ein reglementiertes Gewerbe, das eine anerkannte Ausbildung und eine Gewerbeberechtigung voraussetzt. Ein einfacher Einstieg ohne formale Qualifikation ist also nicht möglich. Wer aber die nötige Ausbildung absolviert, kann in diesem Bereich eine erfüllende neue Karriere aufbauen.

Quereinstieg mit einer Selbstständigkeit

Viele Menschen hegen den Traum, selbstständig zu arbeiten. Doch der Umstieg will gut geplant sein. Deswegen beginnen viele damit, ihre selbstständige Tätigkeit neben dem Beruf auszuüben. Eine gute Idee, da Sie so langsam und ohne finanziellen Druck den Weg in die Selbstständigkeit beschreiten können. Viele hegen den Traum vom eigenen Lokal oder sind inspiriert von der Möglichkeit, ortsunabhängig zu arbeiten.

Bereiche, in denen Sie sich als Quereinsteiger selbstständig machen können, gibt es viele. Gute Einstiege sind Webdesign, Grafik, Texten, Übersetzen oder die Eventplanung. Wichtig ist, dass Sie mit vollem Herzen hinter Ihrem Projekt stehen, denn nur so wird Sie die Arbeit als Selbstständiger erfüllen.

Quereinstieg über Zeitarbeit

Zeitarbeit ist eine oft unterschätzte, aber besonders effektive Möglichkeit für Quereinsteiger. Sie ermöglicht es, in einer neuen Branche schnell erste Erfahrungen zu sammeln, ohne sich sofort langfristig festzulegen. Gerade wenn Sie noch unsicher sind, welche Branche wirklich zu Ihnen passt, bietet Zeitarbeit die Chance, verschiedene Unternehmen und Tätigkeitsfelder kennenzulernen. Viele Einsätze münden zudem direkt in eine Festanstellung. Für Quereinsteiger ist Zeitarbeit damit nicht nur eine Überbrückung, sondern oft der direkteste Weg in einen neuen Beruf.

Lohnt sich der Quereinstieg und was verdiene ich?

Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden. Ein Jobwechsel lohnt sich jedenfalls, wenn Sie in Ihrem neuen Job glücklicher und zufriedener sind. Oft geht ein Jobwechsel aber mit einem besseren Gehalt einher, da wohl niemand auf die Schnelle und ohne fundierten Plan seine Arbeit wechseln wird. Dennoch sollten Sie bedenken, dass Kollegen mit einer einschlägigen Ausbildung oft um etwa zehn Prozent mehr Gehalt verdienen als Sie als Quereinsteiger. Wer seine Karriere aber gut plant, ein Auge darauf hat, welche Branchen zukunftsweisend sind und zur rechten Zeit umsattelt, hat gute Chancen auf einen besseren Verdienst.

Checkliste zum Quereinstieg: Diese Fragen sollten Sie sich vor einer beruflichen Neuorientierung stellen

Ein Quereinstieg sollte keinesfalls überhastet erfolgen. Deswegen geben wir Ihnen hier eine praktische Checkliste mit auf den Weg, mit der Sie gewiss sein können, nichts zu vergessen:

  • Bin ich mir sicher, dass ich einen Neuanfang wagen möchte? Kann ich gewichtige Gründe anführen? Worin liegt meine Motivation
  • Kenne ich die zuständigen Stellen für Beratung und finanzielle Unterstützung?
  • Bin ich über die zukunftsträchtigen Branchen informiert?
  • Wie viel Zeit möchte ich in meine Weiterbildung investieren?
  • Kenne ich den für mich richtigen Kurs?
  • Sind meine Bewerbungsunterlagen auf dem neuesten Stand?
  • Kann ich beim Bewerbungsgespräch begründen, wieso ein Wechsel die richtige Entscheidung ist?
  • Kann ich meine Talente, persönlichen und sozialen Fähigkeiten gewinnbringend ins Spiel bringen?
  • Bin ich dazu bereit, mich auch nach dem Jobwechsel weiterzubilden, um so meine Aufstiegschancen zu erhöhen?

Fazit: Lassen Sie sich Ihre Chance nicht entgehen

Immer mehr Menschen finden einen Job als Quereinsteiger – und sind damit glücklich. Wenn auch Sie den Traum nach einem gut bezahlten oder kreativen Job als Quereinsteiger haben, sollten Sie mutig erste Schritte wagen. Sie werden sehen: Mit gutem Willen und mit unserer Checkliste werden bestimmt auch Sie als Quereinsteiger einen Job finden.

Fragen und Antworten

Wann bin ich ein Quereinsteiger?

Als Quereinsteiger bezeichnet man jemanden, der in eine Branche oder einen Beruf wechselt, für den er keine klassische Ausbildung mitbringt. Der Quereinstieg gelingt entweder direkt über Berufserfahrung und Soft Skills oder nach einer gezielten Umschulung.

Welche Berufe kann ich als Quereinsteiger in Österreich ausüben?

In nicht reglementierten Berufen – etwa im Handel, in der Logistik, im Marketing oder in der Administration – ist ein Quereinstieg oft ohne zusätzliche Ausbildung möglich. Bei reglementierten Berufen wie Pflege, Lebensberatung oder Handwerksberufen mit Meisterpflicht ist hingegen eine anerkannte Ausbildung oder Gewerbeberechtigung erforderlich.

Unterstützt das AMS beim Quereinstieg finanziell?

Ja, das AMS fördert Umschulungen und Weiterbildungen finanziell, sodass Sie sich in der Übergangszeit voll auf Ihre neue Ausbildung konzentrieren können. Eine Beratung beim AMS hilft Ihnen, das passende Förderangebot für Ihren Wunschberuf zu finden.

In welchen Branchen haben Quereinsteiger in Österreich die besten Chancen?

Besonders gute Chancen haben Quereinsteiger in Branchen mit Fachkräftemangel – etwa in der Technik, IT, Pflege und Logistik. Auch Gastronomie, Handel und Administration sind für Quereinsteiger gut zugänglich.

Kann ich als Quereinsteiger über Zeitarbeit in eine neue Branche einsteigen?

Ja, Zeitarbeit ist ein besonders effektiver Weg für Quereinsteiger. Sie können schnell erste Erfahrungen in einer neuen Branche sammeln, verschiedene Unternehmen kennenlernen und viele Einsätze münden direkt in eine Festanstellung.

Verdiene ich als Quereinsteiger weniger als ausgebildete Kollegen?

Zu Beginn oft ja. Kollegen mit einschlägiger Ausbildung verdienen häufig rund zehn Prozent mehr. Wer die neue Branche gut kennt, sich weiterbildet und Verantwortung übernimmt, kann diesen Unterschied aber rasch aufholen.

Wie erkläre ich im Bewerbungsgespräch, warum ich den Beruf wechsle?

Seien Sie ehrlich und positiv. Erklären Sie Ihre Motivation, betonen Sie Ihre übertragbaren Fähigkeiten und zeigen Sie, dass Sie sich bewusst für die neue Branche entschieden haben. Gut vorbereitete Quereinsteiger überzeugen Personaler mit Eigeninitiative und Lernbereitschaft.

Soll ich mich als Quereinsteiger eher auf kleine oder große Unternehmen bewerben?

Beide haben Vor- und Nachteile. In kleinen Unternehmen bekommen Quereinsteiger oft schneller Verantwortung und lernen breiter, während große Unternehmen strukturiertere Einarbeitungsprogramme bieten. Entscheidend ist, ob die Unternehmenskultur zu Ihnen passt.

Welche Soft Skills sind für Quereinsteiger besonders wichtig?

Lernbereitschaft, Flexibilität und die Fähigkeit, sich schnell in neue Themen einzuarbeiten, sind für Quereinsteiger entscheidend. Auch soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit und Kommunikationsstärke werden in vielen Branchen höher bewertet als branchenspezifisches Fachwissen.

Lohnt sich der Quereinstieg wirklich?

Ja, für viele Menschen ist der Quereinstieg der Beginn eines erfüllenderen Berufslebens. Wer gut plant, die richtigen Branchen im Blick hat und Unterstützungsangebote wie AMS-Förderungen und Zeitarbeit nutzt, hat sehr gute Chancen auf einen erfolgreichen Neustart.

Langzeitarbeitslosigkeit vermeiden

Langzeitarbeitslosigkeit – ein Schreckenswort für jeden Arbeitnehmer, denn je länger jemand arbeitslos ist, desto schwieriger wird es mit der Jobsuche. Doch es ist bekanntlich die Hoffnung, die zuletzt stirbt. Und so gibt es auch für Langzeitarbeitslose Wege zurück ins Berufsleben. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Langzeitarbeitslosigkeit vermeiden.

Was ist Langzeitarbeitslosigkeit?

Von einer Langzeitarbeitslosigkeit spricht man dann, wenn die letzte durchgehende Beschäftigung oder Schulung ein Jahr oder länger zurückliegen. Tritt dies ein, sinken die Chancen zurück ins Berufsleben zu finden massiv. Arbeitgeber schrecken oft davor zurück, jemandem, der so lange ohne Beschäftigung war, eine Chance zu geben.

In Österreich ist auch das Konzept der Langzeitbeschäftigungslosigkeit bekannt: Dieses besagt, dass zwar mehr als ein Jahr keine Beschäftigung vorlag, jedoch eine Schulung oder Weiterbildung absolviert wurde oder einer zumindest zweimonatigen Beschäftigung nachgegangen wurde.

Wer ist von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen?

Früher waren zumeist Männer über 55 Jahren mit einem Pflichtschulabschluss langzeitarbeitslos. Ebenso war die Gruppe der unter 25-Jährigen verstärkt betroffen. Doch die Corona-Pandemie hat hier ordentlich durchgemischt und es musste in Österreich im März 2021 ein sprunghafter Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit bei der Gruppe der 25-44-Jährigen festgestellt werden.

Langzeitarbeitslosigkeit in Österreich

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen in Österreich steigt stetig und nahm in der Pandemie noch mehr zu. Seit 2008 hat sich die Zahl verzehnfacht, doch es ist aktuell wieder eine Verbesserung bemerkbar. Zum Zeitpunkt Mai 2026 gab es in Österreich etwa 103.000 Langzeitbeschäftigungslose und 54.000 Langzeitarbeitslose. Laut den Zahlen des AMS ist dies eindeutig eine Besserung: Immerhin waren im März 2021 noch 97.000 Personen als langzeitarbeitslos gemeldet. Ein trauriger Höchststand in Österreich.

Wie kommt es zu Langzeitarbeitslosigkeit?

Langzeitarbeitslosigkeit ist häufig mit Scham behaftet. Doch dies ist falsch. Denn es gibt viele Gründe, wieso ein Mensch in die Langzeitarbeitslosigkeit schlittert. Selten ist dabei nur ein Umstand für die Langzeitarbeitslosigkeit verantwortlich, zumeist spielen viele Faktoren zusammen.

Gründe für die Langzeitarbeitslosigkeit

Als Hauptgrund für die Langzeitarbeitslosigkeit ist das Alter der Betroffenen zu nennen. Je älter jemand wird, desto schwerer hat er es auf dem Arbeitsmarkt. Da hilft es auch wenig, wenn man 20 Jahre durchgehend und verlässlich für ein Unternehmen gearbeitet hat – ab einem bestimmten Alter wird es in manchen Branchen einfach schwer, einen neuen Job zu finden. Doch auch gesellschaftliche Krisen wie die Wirtschaftskrise oder ganz aktuell die Corona-Pandemie sind ausschlaggebend für eine erhöhte Langzeitarbeitslosigkeit. Sie sehen: Im Grunde kann jeder in die Langzeitarbeitslosigkeit schlittern.

Auf langer Arbeitssuche wegen Erkrankung

Gesundheitliche Probleme sind ebenfalls ein häufiger Grund für eine Langzeitarbeitslosigkeit. Ganze 54 % der arbeitslosen Personen mit gesundheitlichen Problemen rutschen in die Langzeitarbeitslosigkeit. Die Situation ist verständlicherweise eine doppelt prekäre: Zuerst verlieren die Menschen ihren Job aufgrund einer Erkrankung – und dann stehen sie vor dem Dilemma, dass sie mit besagter Erkrankung erst recht nicht neu eingestellt werden.

In vielen Fällen wäre eine Umschulung nötig, um sich gänzlich neu zu orientieren und körperliche Gebrechen auszugleichen. Ebenfalls hilfreich wären verringerte Arbeitszeiten, damit sich der Körper langsam wieder an die Belastung herantasten kann. Doch viele Arbeitgeber schrecken davor zurück und die Erkrankten bleiben arbeitslos.

Probleme bei der Jobsuche

Sind Sie langzeitarbeitslos, treffen Sie bei der Jobsuche auf etliche Probleme:

  • Sie müssen lange Lücken im Lebenslauf erklären
  • Sie sind nicht mehr auf dem neuesten Stand der Technik
  • Sie haben kein Netzwerk, auf das Sie zurückgreifen können
  • Ihre Ausbildung entspricht nicht mehr dem aktuellsten Stand
  • Sie sind unsicher im Auftreten – Langzeitarbeitslosigkeit ist immer auch mit Scham behaftet

Was macht Langzeitarbeitslosigkeit mit mir?

Keine Arbeit zu haben, ist kein Zuckerschlecken. Sind Sie arbeitslos, plagen Sie nicht nur Geldsorgen – auch die Psyche leidet unter der belastenden Situation. Studien zeigen, dass Langzeitarbeitslose weniger umgänglich sind, weniger Lust haben, einer Arbeit nachzugehen und nicht mehr offen für neue Erfahrungen sind. Schlechte Voraussetzungen für einen neuen Job. Deswegen ist es wichtig, dass Sie trotz der belastenden Situation nicht den Mut verlieren und positiv in die Zukunft blicken.

Wenn die psychische Belastung zu groß wird, scheuen Sie sich nicht, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Das AMS bietet neben der Jobvermittlung auch psychosoziale Beratung an. Die Arbeiterkammer verfügt über Sozialberatungsstellen, die kostenlos und vertraulich helfen. Auch niederschwellige Angebote wie die Telefonseelsorge (142, kostenlos und rund um die Uhr) stehen zur Verfügung.

Wie Langzeitarbeitslose den Sprung ins Erwerbsleben schaffen – die besten Tipps

Bleiben Sie hoffnungsvoll – es gibt Wege zurück ins Erwerbsleben. Diese werden allerdings nicht auf dem silbernen Tablett serviert, sondern erfordern Einsatz von Ihnen. Da Langzeitarbeitslosigkeit oft auf die Psyche drückt, ist es besonders schwer, sich aufzuraffen und Schritte zu setzten. Doch Sie werden sehen: Wenn Sie es wagen, rückt der nächste Job in greifbare Nähe. Wir haben einige der wichtigsten Punkte dafür für Sie zusammengefasst.

Netzwerken

Beginnen Sie damit, Kontakte zu knüpfen. Nutzen Sie dafür Plattformen wie LinkedIn oder besuchen Sie Jobmessen. Hier können Sie sich den Arbeitgebern direkt vorstellen und mit einem guten Eindruck punkten.

Weiterbildung

Von langer Arbeitslosigkeit sind häufig schlechter gebildete Personen betroffen. Nutzen Sie die Zeit Ihrer Beschäftigungslosigkeit und besuchen Sie eine Umschulung oder bilden Sie sich in Ihrem Bereich weiter. So können Sie in Ihrem Lebenslauf mit Arbeitserfahrung und Ausbildung punkten – ein Vorteil, den jüngere Bewerber oftmals nicht haben. Weiterbildungen werden zumeist vom AMS angeboten, für viele Weiterbildungen von anderen Anbietern erhalten Sie eine staatliche Unterstützung.

Ehrenamt

Nichts ist schlechter für die Psyche als alleine zu Hause zu sitzen. Nutzen Sie Ihre Zeit und helfen Sie anderen. Am Ende helfen Sie damit auch sich selbst, denn Ihr Lebenslauf ist so nicht von einer langen Zeit des Nichtstuns überschattet und Sie zeigen Verantwortung. Eine Eigenschaft, die viele Personaler zu schätzen wissen.

Zeitarbeit als schneller Wiedereinstieg

Zeitarbeit ist für Langzeitarbeitslose oft der schnellste Weg zurück ins Erwerbsleben. Der Einstieg gelingt rasch und ohne lange Bewerbungsprozesse. Jeder Einsatz zählt als vollwertige Berufserfahrung im Lebenslauf. So schließen Sie die Lücke Schritt für Schritt und sammeln gleichzeitig neue Erfahrungen. Viele Zeitarbeitseinsätze münden zudem direkt in eine Festanstellung.

Fazit: Selbstbewusst bleiben – auch wenn es schwerfällt

Auch wenn es schwer scheinen mag, bleiben Sie selbstbewusst. Es gibt schließlich viele Gründe, in die Arbeitslosigkeit zu geraten, doch Sie müssen sich dafür nicht schämen. Scham bewirkt nur, dass Sie bei einem Bewerbungsgespräch unsicher auftreten und sich selbst schlecht repräsentieren.

Vergessen Sie nicht: Sie haben eine Berufserfahrung und Ausbildung vorzuweisen – Tatsachen, die auch nach mehreren Jahren Arbeitslosigkeit nicht vom Tisch zu wischen sind. Konzentrieren Sie sich also auf Ihre positiven Eigenschaften und betonen Sie, welchen Benefit Sie für das Unternehmen bringen. Mit dieser Einstellung kann ein Bewerbungsgespräch auch nach langer Arbeitslosigkeit von Erfolg gekrönt sein.

Fragen und Antworten

Ab wann gilt man in Österreich als langzeitarbeitslos?

Von Langzeitarbeitslosigkeit spricht man, wenn die letzte durchgehende Beschäftigung oder Schulung ein Jahr oder länger zurückliegt. Wer in dieser Zeit zumindest eine zweimonatige Beschäftigung oder eine Schulung absolviert hat, gilt als langzeitbeschäftigungslos.

Welche Branchen bieten Langzeitarbeitslosen besonders gute Wiedereinstiegschancen?

Branchen mit Fachkräftemangel – etwa Produktion, Logistik, Handel und Technik – sind besonders offen für Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger. Hier zählt oft die Bereitschaft zu lernen mehr als eine lückenlose Berufsbiografie.

Was kann ich tun, um Langzeitarbeitslosigkeit zu vermeiden?

Bleiben Sie aktiv, nutzen Sie die Zeit für Weiterbildungen, Ehrenamt oder Zeitarbeitseinsätze, die alle als Berufserfahrung im Lebenslauf zählen. Je früher Sie handeln, desto einfacher wird die Rückkehr in den Arbeitsmarkt.

Wie kann mir das AMS bei Langzeitarbeitslosigkeit helfen?

Das AMS bietet neben der Jobvermittlung auch Beratung, Weiterbildungsförderungen und psychosoziale Unterstützung an. Melden Sie sich so früh wie möglich und nehmen Sie alle verfügbaren Angebote in Anspruch. Je früher Sie handeln, desto besser Ihre Chancen.

Hilft Zeitarbeit beim Wiedereinstieg nach langer Arbeitslosigkeit?

Ja, Zeitarbeit ist einer der schnellsten Wege zurück ins Erwerbsleben. Der Einstieg gelingt oft ohne lange Bewerbungsprozesse, jeder Einsatz zählt als vollwertige Berufserfahrung und viele Einsätze münden direkt in eine Festanstellung.

Wie erkläre ich eine lange Lücke im Lebenslauf im Bewerbungsgespräch?

Seien Sie offen und ehrlich. Erklären Sie die Umstände sachlich und betonen Sie, was Sie in der Zeit unternommen haben, etwa Weiterbildungen, Ehrenamt oder Zeitarbeitseinsätze. Personaler wissen, dass Langzeitarbeitslosigkeit viele Ursachen haben kann, und schätzen Transparenz.

Welche psychischen Auswirkungen hat Langzeitarbeitslosigkeit?

Studien zeigen, dass Langzeitarbeitslose häufiger unter Antriebslosigkeit, sozialer Isolation und Schamgefühlen leiden. Wenn die Belastung zu groß wird, ist professionelle Unterstützung wichtig. Das AMS, die Arbeiterkammer und die Telefonseelsorge (142, kostenlos, rund um die Uhr) bieten Hilfe an.

Lohnt sich eine Umschulung, wenn ich langzeitarbeitslos bin?

Ja, eine Umschulung oder Weiterbildung erhöht Ihre Chancen am Arbeitsmarkt deutlich und zeigt Arbeitgebern, dass Sie die Zeit aktiv genutzt haben. Das AMS fördert viele Weiterbildungsangebote finanziell. Eine Beratung beim AMS hilft Ihnen, das passende Angebot zu finden.

Kann ich als Langzeitarbeitsloser trotzdem selbstbewusst auftreten?

Ja, und das ist entscheidend. Langzeitarbeitslosigkeit ist keine Schande und kann jeden treffen. Konzentrieren Sie sich im Bewerbungsgespräch auf Ihre Stärken, Ihre Berufserfahrung und den Mehrwert, den Sie für das Unternehmen bringen können.

Wo bekomme ich als Langzeitarbeitsloser in Österreich kostenlose Unterstützung?

Das AMS bietet kostenlose Beratung, Jobvermittlung und Weiterbildungsförderung an. Die Arbeiterkammer hat Sozialberatungsstellen, die bei rechtlichen und sozialen Fragen helfen. Für psychische Unterstützung steht die Telefonseelsorge unter 142 kostenlos und rund um die Uhr zur Verfügung.

Der richtige Umgang mit Hobbys im Lebenslauf

Lesen, lange Strandspaziergänge oder doch eher Fallschirmspringen? Mit gewissen Hobbys können Sie Ihren Lebenslauf aufpeppen, andere hingegen sollten Sie besser nicht an die große Glocke hängen. Wir erklären, worauf Sie bei Hobbys im Lebenslauf achten müssen.

Hobbys im Lebenslauf: die Grundregeln

Im ersten Moment denken Sie vielleicht, dass Ihre Hobbys und der Lebenslauf, mit dem Sie sich für einen Job bewerben, nicht viel gemein haben. In der Tat nehmen auch nicht alle Menschen ihre Hobbys in den Lebenslauf auf. Doch bedenken Sie: Nennen Sie Hobbys im Lebenslauf, sagt das eine Menge über Ihre Persönlichkeit aus. Tatsächlich sind die meisten Arbeitgeber daran interessiert, wie Sie als Mensch sind. Geben Sie Hobbys im Lebenslauf an, erhält der Arbeitgeber schon beim Bewerbungsgespräch einen tieferen Eindruck von Ihnen – und findet vielleicht genau deswegen, dass Sie die perfekte Wahl für den Job sind. Führen Sie aber nicht zu viele Hobbys an. Am besten konzentrieren Sie sich auf drei Hobbys und spezifizieren diese. Anstatt nur Lesen anzugeben, schreiben Sie also lieber Sie lesen besonders gerne Biografien berühmter Frauen.

Die richtige Schreibweise: Hobbys oder Hobbies?

Bevor Sie daran gehen, Ihrem zukünftigen Arbeitgeber zu vermitteln, dass Sie ein wahrer Meisterkoch sind oder sich wie wild auf der Yogamatte verrenken können, sollten wir die Frage klären, wie der korrekte Plural von Hobby lautet. Im Deutschen korrekt ist: Hobbys. Die Verwirrung bei der Schreibweise kommt deswegen zustande, da im Englischen in der Tat Hobbies die richtige Schreibweise ist. Auch bei der Groß- und Kleinschreibung ist die Frage schnell geklärt: Hobbys wird immer großgeschrieben.

Diese Hobbys kommen im Lebenslauf gut an

Nicht jedes Hobby sollte Eingang in Ihren Lebenslauf finden. Bewerben Sie sich beispielsweise für einen Job in der Buchhaltung, kommt es nicht gut an, wenn Sie Bungee-Jumping als Ihr größtes Hobby nennen. Es könnte nämlich bei den Personalern den Eindruck erwecken, dass Ihnen der angebotene Job bald langweilig werden könnte. Deswegen ist es wichtig, die richtigen Hobbys zu nennen. Jedes Hobby kann dabei einem bestimmten Aspekt zugeordnet werden.

Künstlerisch und kreativ

Kochen, malen, musizieren oder fotografieren sind bestens dazu geeignet, im Lebenslauf genannt zu werden. Sie alle zeugen von einer großen Kreativität, die sich auch im Job von Vorteil erweisen wird. Ebenfalls verraten sie ein gutes Auge und einen Blick fürs Detail. Wer gerne kocht, ist zudem zumeist sehr gesellig.

Teamplayer und loyal

Sie mögen Mannschaftssport wie Fußball? Oder gehen in Ihrer Freizeit gar einem Ehrenamt nach? Super, denn solche Hobbys sind für den Arbeitgeber ein deutlicher Hinweis darauf, dass Sie verlässlich und loyal sind und Verantwortung übernehmen.

Ehrgeizig und wettbewerbsstark

Einen Marathon durchzustehen erfordert Ehrgeiz, Ausdauer und gute Planung. Doch auch das Erlernen eines Musikinstruments kann von Ihrem Ehrgeiz zeugen, ebenso Schachspielen oder Tanzen. All dies sind kompetitive Hobbys, die Sie wunderbar in Ihren Lebenslauf integrieren können.

Interkulturell und mobil

Sie mögen Sprachen? Wunderbar! Ein Hobby, das sich im Lebenslauf garantiert besonders gut macht. Denn wer mehr Sprachen spricht, hat in der Berufswelt immer einen Vorteil. Ebenso ist das Lesen von Sachbüchern ein Hobby, das stets im Lebenslauf genannt werden kann.

Beständig und zuverlässig

Kein Arbeitgeber möchte flatterhafte Angestellte. Wenn Sie vermitteln möchten, dass auf Sie Verlass ist, dann nennen Sie doch Gärtnern als Hobby. Wer sich um Pflanzen kümmert, ist bestimmt auch im Job ein Fels in der Brandung. Ebenso gut: Yoga und Meditation, da beides hilft, Stress zu reduzieren.

Punkten mit Bezug zum Job

Als allgemeine Faustregel gilt: Je mehr Bezug Ihr Hobby zu Ihrem Job hat, desto stärker profitierten Sie davon, wenn Sie es im Lebenslauf angeben. Für einen Bibliothekar ist Lesen natürlich ein hervorragendes Hobby. Oder Sie bewerben sich für eine Stelle in einer Redaktion und betreiben privat einen Blog? Super, dann sollten Sie das Hobby unbedingt im Lebenslauf nennen.

Rechnen Sie mit Rückfragen beim Vorstellungsgespräch

Bereiten Sie sich auf ein Vorstellungsgespräch gründlich vor. Das bedeutet auch, dass Sie mit Rückfragen zu Ihren Hobbys rechnen müssen. Je ungewöhnlicher Ihr Hobby ist, desto eher sollten Sie damit rechnen. Aber auch sehr verbreitete Hobbys wie kochen oder lesen führen häufig zu Fragen – beispielsweise könnte der Personaler wissen wollen, welches Buch Sie gerade lesen oder welche raffinierten Gerichte Sie besonders gerne zubereiten. Vielleicht finden Sie ja eine Gemeinsamkeit, das reduziert gleich die Nervosität und schafft Vertrauen.

Bleiben Sie bei der Wahrheit

Die Rückfragen beim Vorstellungsgespräch leiten uns sogleich direkt zum nächsten Punkt über: Bleiben Sie stets bei der Wahrheit und lügen Sie nie über Ihre Hobbys. Wenn Sie angeben, gerne zu lesen und dann im Vorstellungsgespräch mit einer spezifischen Frage zur Literatur überrumpelt werden, die Sie nicht beantworten können, macht das keinen guten Eindruck. Erfinden Sie also keine Hobbys, nur weil Sie im Lebenslauf Eindruck schinden möchten.

Viel Berufserfahrung, viele Hobbys

Es empfiehlt sich, nicht allzu viele Hobbys zu nennen. Denn diese könnten schlimmstenfalls von der Berufserfahrung ablenken. Besser ist es, wenn Sie sich auf das Wesentliche konzentrieren – in diesem Fall punkten Sie mit Ihrer Berufserfahrung besser als mit Hobbys.

Wenig Berufserfahrung, viele Hobbys

Sie haben wenig Berufserfahrung? Keine Bange, in diesem Fall helfen Hobbys dabei, den Lebenslauf aufzupeppen. Gehen Sie ruhig verstärkt auf genau jene Hobbys ein, die in Zusammenhang mit dem Job stehen, um den Arbeitgeber so von Ihrer Kompetenz zu überzeugen.

Diese Hobbys gehören nicht in den Lebenslauf

Hobbys wie Chillen oder Kartenspielen sollten Sie im Lebenslauf lieber weglassen, da sie wenig über Ihre beruflichen Qualitäten aussagen. Bei Computerspielen kommt es auf die Branche an: In klassischen Berufsfeldern wie Buchhaltung oder Verwaltung ist Gaming als Hobby wenig zielführend. Bewerben Sie sich hingegen im IT-Bereich, in der Spieleentwicklung oder im digitalen Marketing, kann es durchaus positiv wahrgenommen werden – besonders wenn Sie das Hobby konkretisieren, etwa durch die Entwicklung eigener Mods oder aktive Teilnahme an E-Sport-Ligen.

Fazit: Darauf kommt es bei Hobbys im Lebenslauf an

Zusammenfassend kann festgehalten werden: Je weniger Berufserfahrung Sie haben, desto mehr profitieren Sie von der Angabe Ihrer Hobbys. Beschränken Sie sich dabei auf Hobbys, die in Zusammenhang mit dem Beruf stehen, nennen Sie nicht mehr als drei Hobbys auf einmal und spezifizieren Sie diese. Damit können Sie Ihrem Arbeitgeber einen guten Eindruck Ihrer Persönlichkeit vermitteln und hervorheben, wieso genau Sie die beste Wahl für den Job sind.

Fragen und Antworten

Muss ich Hobbys im Lebenslauf angeben?

Nein, Hobbys sind kein Pflichtbestandteil des Lebenslaufs. Sie können aber besonders für Berufseinsteiger mit wenig Berufserfahrung sinnvoll sein, um die eigene Persönlichkeit zu vermitteln.

Wie viele Hobbys sollte ich im Lebenslauf nennen?

Beschränken Sie sich auf maximal drei Hobbys und spezifizieren Sie diese. Statt nur „Lesen“ zu schreiben, ist „Lesen – besonders Biografien und Sachbücher“ deutlich aussagekräftiger.

Welche Hobbys kommen im Lebenslauf besonders gut an?

Hobbys, die Teamfähigkeit, Kreativität, Ehrgeiz oder soziales Engagement zeigen, werden von Personalern besonders positiv wahrgenommen – etwa Mannschaftssport, Ehrenamt, Musikinstrumente oder kreative Tätigkeiten wie Fotografieren oder Kochen.

Welche Hobbys sollte ich im Lebenslauf lieber weglassen?

Hobbys ohne erkennbaren Bezug zu beruflichen Qualitäten – wie Chillen oder Kartenspielen – sollten Sie weglassen. Auch Extremsportarten können in manchen Branchen den falschen Eindruck erwecken, wenn sie nicht zur ausgeschriebenen Stelle passen.

Kann ich Computerspielen als Hobby im Lebenslauf angeben?

Das kommt auf die Branche an. In IT, Spieleentwicklung oder digitalem Marketing kann Gaming ein relevantes Hobby sein, besonders wenn Sie das Hobby konkretisieren, etwa durch eigene Spielprojekte, Teilnahme an E-Sport-Ligen oder aktive Mitarbeit in Gaming-Communities. In klassischen Berufsfeldern ist es hingegen weniger empfehlenswert.

Sollte ich Hobbys an die Stelle anpassen, auf die ich mich bewerbe?

Ja, je mehr Ihre Hobbys zur ausgeschriebenen Stelle passen, desto stärker profitieren Sie davon. Betreiben Sie privat einen Blog und bewerben Sie sich in einer Redaktion, sollten Sie das unbedingt erwähnen.

Was ist, wenn der Personaler im Gespräch nach meinen Hobbys fragt?

Bereiten Sie sich auf Rückfragen vor, besonders bei ungewöhnlichen oder sehr spezifischen Hobbys. Bleiben Sie dabei immer bei der Wahrheit: Wer ein Hobby erfindet, riskiert, im Gespräch überrumpelt zu werden.

Wie schreibt man Hobbys richtig – mit y oder ie?

Im Deutschen lautet die korrekte Schreibweise „Hobbys“ – nicht „Hobbies“. Letzteres ist die englische Schreibweise und im deutschen Lebenslauf falsch.

Helfen Hobbys dabei, Lücken im Lebenslauf zu erklären?

Indirekt ja, wenn Sie in einer Phase ohne Anstellung einem Ehrenamt nachgegangen sind, einen Kurs absolviert oder ein Projekt verfolgt haben, zeigt das Eigeninitiative und kann eine Lücke positiv überbrücken.

Darf ich soziales Engagement als Hobby angeben?

Ja, und es ist sogar besonders empfehlenswert. Ehrenamtliche Tätigkeiten zeigen Verantwortungsbewusstsein und Verlässlichkeit, Eigenschaften, die Personaler in nahezu jedem Berufsfeld schätzen.

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