19.06.2023

Elektriker für die grüne Wende gesucht

In einer Zeit, in der Nachhaltigkeit und Umweltschutz immer wichtiger werden, spielen Elektriker eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung der grünen Wende. Als „Elektriker für die grüne Wende“ sind sie die treibende Kraft hinter den Technologien, die unsere Energiezukunft sichern sollen. In diesem Blogbeitrag beleuchten wir die vielfältigen Aufgaben und Herausforderungen, die auf Elektriker in diesem zukunftsträchtigen Bereich warten, und wie sie aktiv zur Gestaltung einer nachhaltigeren Welt beitragen können.

Warum Elektrotechniker jetzt besonders gefragt sind

Der Klimawandel ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, aber um die Ziele der Regierung tatsächlich erreichen zu können, muss genügend erneuerbare Energie erzeugt, gespeichert und den Nutzern bereitgestellt werden. Dafür sind einige Transformationen notwendig, vom Ausbau des Stromnetzes bis zur Installation und Wartung von alternativen Energiesystemen wie Photovoltaikanlagen. Und hier wird die Elektrotechnikindustrie in der Planung bis zur Ausführung zum entscheidenden Player.

Der anhaltende Fachkräftemangel ist dabei ein großes Problem. In der Energiewirtschaft fehlen bis zu 2.000 Fachkräfte, in der gesamten Elektrotechnik sogar 13.800 (Stand 2023). Besonders Elektrotechniker mit Know-How zu Nachhaltigkeits- und Umweltthemen stehen am Arbeitsmarkt hoch im Kurs. Für angehende Elektriker oder Personen im Beruf, die sich weiter spezialisieren möchten, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um sich im großen “Kampf um die Talente” einen gut bezahlten und zukunftssicheren Job zu schnappen.

Welche Ausbildungen jetzt besonders gut ankommen

Der klassische Weg zur Fachkraft im Bereich Elektrotechniker läuft über eine duale Berufsausbildung. Sie wird in der Berufsschule und parallel dazu in einem Industrieunternehmen oder Handwerksbetrieb in 3,5 Jahren absolviert. Danach kann man direkt in den Beruf einsteigen oder sich in einem Fachhochschul- bzw. Universitätsstudium weiter spezialisieren. Auch das Angebot an Weiterbildungsmodulen an Instituten wie dem BFI und WIFI wächst mit den technologischen Innovationen stetig weiter.

Know-How zu aktuellen technischen Entwicklungen ist für Elektroniker grundsätzlich ein Muss, mit den neuen Anforderungen der “Green Jobs” oder “klimarelevanten Tätigkeiten” kommen weitere Spezialisierungsmöglichkeiten dazu. Die zwei wichtigsten Bereiche in der grünen Elektrotechnik sind momentan E-Mobilität, d.h. Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb, und Berufe in der Energiewirtschaft, die vom Projektleiter für erneuerbare Energien bis zum Windenergie-Techniker reichen. Solche zusätzlichen und vertiefenden Kompetenzen können in vielen Unternehmen direkt in Form von Weiter- oder Ausbildungen erworben werden. Oder Sie nutzen das vielfältige Angebot an externen Kursen.

Wie man als Quereinsteiger Elektriker wird

Dank der hohen Nachfrage am Arbeitsmarkt ist eine Berufsausbildung mittlerweile nicht mehr der einzige Weg zum Traumjob Elektrotechniker. Auch Quereinsteiger haben gute Chancen. Wenn Sie bereits relevante Vorkenntnisse besitzen oder eine Lehre bzw. Berufsbildende Schule absolviert haben, könne Sie sich durch eine verkürzte Lehre in zwei Jahren zur Fachkraft in der Elektrotechnik ausbilden lassen. Das ist etwa in Form eines berufsbegleitenden Abendkurses möglich.

Die Bundesinnung der Elektro-, Gebäude-, Alarm- und Kommunikationstechniker hat gemeinsam mit dem AMS sogar ein eigenes Umschulungsprogramm zum “Elektropraktiker” kreiert. Dieser Lehrgang wendet sich speziell an arbeitssuchende Personen oder Menschen mit Wunsch nach einem Berufswechsel. Innerhalb von zwei Monaten können bestimmte Tätigkeiten im Bereich Elektrotechnik erlernt werden. Dazu gehören ebenso nachhaltige Spezialisierungen wie Photovoltaik-Montage oder Elektromobilität.

Welche Unternehmen und Branchen suchen aktuell “grüne Elektriker”?

Green Jobs sind quer durch alle Branchen ein wachsender Trend. das sieht man bereits, wenn man bei einer Jobplattform die Stichworte “Umwelt” oder “Nachhaltigkeit” eingibt. In der Elektrotechnik finden sich vor allem im Bereich Energiewirtschaft zunehmend neue Berufsbezeichnungen wie “Elektrotechnikerin für erneuerbare Energien”.

Die führenden heimischen Energieversorger wie Wien Energie, Verbund und EVN sind ein guter Ausgangspunkt, wenn Sie einen Job als Elektrotechniker für erneuerbare Energien suchen oder eine passende Lehre beginnen möchten. Ebenso lohnt es sich, die großen Namen aus Industrie und Technologie zu recherchieren. Unternehmen wie Siemens oder Vaillant suchen laufend Talente im Bereich “Green Energy“. Experten für E-Mobilität werden bei Automobilherstellern oder Produktanbietern für Batterien, Aufladestationen etc. gesucht. Wer die Vision eines Unternehmens von Anfang an mitgestalten will und lieber im kleinen Team arbeitet, wird bei Startups oder Ingenieurbüros fündig. Auch nachhaltige Beratungsunternehmen bauen auf die Expertise von Elektrotechnikern.

Einige Online-Plattformen wie Green Jobs for you und Green Energy Jobs haben sich ganz der Vermittlung von Green Jobs verschrieben.

Wie man sich als Elektriker auf grüne Energie spezialisiert

Wenn Sie bereits im Elektrikerberuf stehen, gibt es mehrere Möglichkeiten zur Weiterbildung und Spezialisierung mit Fokus Nachhaltigkeit:

  • Womöglich bietet Ihr eigener Arbeitgeber bereits Kurse und Schulungen an. Fragen Sie den zuständigen Vorgesetzten, vielleicht stoßen Sie damit sogar neue Entwicklungen im Unternehmen an!
  • Am WIFI Österreich können Sie mehrere Module in der Weiterbildung zum “Öko-Energietechniker” absolvieren, mit Schwerpunkt Biomasse, Wärmepumpe oder Solar und Photovoltaik. Weiters bietet die Wärmepumpe Austria Weiterbildungsprogramme für Handwerker.
  • Die Wiener Schule der Technik startet jährlich ab Februar ein Kolleg für Erneuerbare Energie, Umwelt und Nachhaltigkeit. Nach sechs Semestern haben Absolventen ein Diplom und Top-Berufschancen in der Tasche.
  • Das TÜV und das Austrian Institute of Technology haben unter anderem eine Ausbildung zum “zertifizierten Photovoltaikpraktiker” im Angebot. Umfangreiche und praxisorientierte Weiterbildungskurse zur Photovoltaik finden sich außerdem beim Verband PV Austria.
  • Das steirische Schulungszentrum Fohnsdorf fördert Green Jobs mit Weiterbildungen im Bereich Green Energy, u.a. zu Photovoltaikmontage, Schaltschrankbau und Schweißtechnik sowie Höherqualifizierungen in Erneuerbaren Energien.
  • Die Akademie Burgenland hat eine umfassende GreenTech Aus- und Weiterbildungsoffensive mit Kursen für Photovoltaik, Wind, Wärmepumpe, E-Mobilität, Speicher, Energieeffizienz, Lichtlösungen, Carbon Footprint-Analysen u.v.m. gestartet.
  • Die Umweltberatung initiiert regelmäßig Ausbildungskurse zum Energieberater.
  • Österreichs Energie Akademie bietet Seminare und Tagungen zu aktuellen Themen rund um Strom und Energie an.

Am besten informieren Sie sich beim Arbeitsmarktservice um regionale Weiterbildungsangebote, auch die Webseiten des Fachverbands der Elektro- und Elektronikindustrie und des Kuratioriums für Elektrotechnik sind reichhaltige Informationsquellen.

Wie viel kann man mit der Spezialisierung Green Energy verdienen?

Als Experte für nachhaltige Energielösungen sind Sie nicht nur ein aktiver Teil der positiven Energiewende, auch das Gehalt und die beruflichen Aussichten sprechen für den Schritt ins “Grüne”. Der Lohn ist immer von der beruflichen Ausbildung, der Arbeitserfahrung, wie auch von der Branche und dem Standort abhängig – das Durchschnittsgehalt eines Elektrikers liegt laut kununu in Österreich in etwa bei 43.000 Euro im Jahr. Wer sich als Energieberater spezialisiert, kann sogar mit durchschnittlich 57.700 Euro rechnen, als Solartechniker verdienen Sie zwischen 3.080 und 4.350 Euro monatlich (Einstiegsgehalt laut AMS Berufslexikon).

Fragen und Antworten

Warum sind Elektrofachkräfte für die Energiewende so wichtig?

Erneuerbare Energien wie Photovoltaik und Windkraft müssen installiert, gewartet und ans Stromnetz angebunden werden – das erfordert qualifizierte Elektrofachkräfte. Ohne sie können Österreichs Klimaziele – 100 % Strom aus erneuerbaren Quellen bis 2030 – nicht erreicht werden.

Ist Elektrotechnik in Österreich zukunftssicher?

Ja – der Fachkräftemangel in der Elektrotechnik ist strukturell und wird sich laut Prognosen bis 2030 weiter verschärfen. Wer heute in eine Ausbildung oder Spezialisierung im Bereich erneuerbare Energien investiert, sichert sich langfristig einen der gefragtesten Berufe am österreichischen Arbeitsmarkt.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Elektrotechniker in Österreich?

Der Lehrberuf Elektrotechnik dauert 3,5 Jahre und wird dual absolviert – also in einem Betrieb und parallel in der Berufsschule. Danach kann man direkt in den Beruf einsteigen oder sich an einer HTL, FH oder Universität weiter spezialisieren.

Kann ich als Quereinsteiger Elektrofachkraft werden?

Ja mit der Ausbildung zum Elektropraktiker, die innerhalb von rund zwei Monaten grundlegende Tätigkeiten in der Elektrotechnik vermittelt, darunter Photovoltaik-Montage und Elektromobilität.

Welche Spezialisierungen sind in der grünen Elektrotechnik besonders gefragt?

Die zwei wichtigsten Bereiche sind aktuell E-Mobilität – also Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb und die dazugehörige Ladeinfrastruktur – sowie Energietechnik mit Schwerpunkt auf erneuerbaren Energien wie Photovoltaik und Windkraft.

Welche Weiterbildungen gibt es für Elektriker im Bereich erneuerbare Energien?

WIFI, BFI, TÜV und PV Austria bieten spezialisierte Kurse an – etwa zum Öko-Energietechniker, zum zertifizierten Photovoltaikpraktiker oder zu Wärmepumpentechnik. Viele Arbeitgeber finanzieren solche Weiterbildungen auch intern.

Welche Unternehmen in Österreich suchen grüne Elektrofachkräfte?

Große Energieversorger wie Wien Energie, Verbund und EVN suchen laufend Fachkräfte für erneuerbare Energien. Auch Technologieunternehmen, Startups im Bereich Green Energy und Ingenieurbüros bieten entsprechende Stellen an.

Ist Elektrotechnik in Österreich ein Mangelberuf?

Ja, das Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft hat Elektroinstallateur/in für 2025 als bundesweiten Mangelberuf in der Fachkräfteverordnung eingestuft. Das bedeutet unter anderem, dass für diesen Beruf leichter eine Rot-Weiß-Rot-Karte ausgestellt werden kann.

Kann ich über Zeitarbeit in die grüne Elektrotechnik einsteigen?

Ja, Zeitarbeit ist ein bewährter Weg, um rasch Berufserfahrung in verschiedenen Unternehmen und Projekten zu sammeln. Gerade in der Elektrotechnik werden Fachkräfte über Zeitarbeitsfirmen wie die APS Group gezielt an Unternehmen mit Bedarf im Bereich erneuerbare Energien vermittelt.

Was unterscheidet einen Elektrotechniker von einem Elektriker?

Elektriker“ ist der umgangssprachliche Sammelbegriff für alle Berufe im Elektrobereich. „Elektrotechniker“ bezeichnet in Österreich üblicherweise Fachkräfte mit HTL-, FH- oder Universitätsabschluss, während der offizielle Lehrberuf „Elektrotechnik“ heißt und nach 3,5 Jahren mit dem Facharbeiterbrief abgeschlossen wird.

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