- Was macht ein Florist?
- Unterschied zu ähnlichen Berufen
- Welche Anforderungen muss ein Florist erfüllen?
- Wie wird man Florist?
- Kann man als Quereinsteiger Florist werden?
- Wo arbeitet ein Florist?
- Wie hoch ist das Gehalt als Florist?
- Fortbildungsmöglichkeiten und Aufstiegschancen
- Zukunftsaussichten: Blick auf Technologien und Trends
- Fazit: Florist – Ein Beruf mit Zukunft und Vielfalt
Was macht ein Florist?
Ein Florist gestaltet und verkauft florale Produkte – von klassischen Blumensträußen über Tisch- und Raumdekorationen bis hin zu aufwendigen Hochzeits- und Eventarrangements. Dabei verbindet er handwerkliches Können mit kreativem Gestaltungswillen und botanischem Fachwissen.
Typische Aufgaben sind:
- Binden und Gestalten von Sträußen, Kränzen und Arrangements
- Beratung von Kunden zu Blumen, Pflanzen und Anlasskompositionen
- Pflege und Lagerung von Schnittblumen und Topfpflanzen
- Dekoration von Räumen, Tischen und Veranstaltungsorten
- Warenpräsentation und Schaufenstergestaltung
- Kassiertätigkeit und allgemeine Verkaufsaufgaben
Je nach Betrieb und Spezialisierung liegt der Schwerpunkt auf dem Tagesgeschäft im Blumenfachgeschäft, auf Eventfloristik oder auf der Gestaltung von Trauerfloristik. Jeder Bereich erfordert ein eigenes Feingefühl und spezifisches Fachwissen.
Unterschied zu ähnlichen Berufen
Der Florist wird gelegentlich mit dem Gärtner oder dem Landschaftsgärtner verwechselt. Ein Gärtner kümmert sich primär um den Anbau, die Pflege und die Kultivierung von Pflanzen – im Gewächshaus, im Garten oder in der Landschaftspflege. Der Florist hingegen steht am Ende dieser Kette: Er nimmt fertige Schnittblumen und Pflanzen entgegen und verwandelt sie durch kreative Gestaltung in florale Kunstwerke.
Ein Eventdekorateur wiederum beschäftigt sich breit mit der Gestaltung von Veranstaltungsorten, der Florist bringt dabei die spezialisierte Expertise für alles Florale ein und ist in vielen Betrieben auch direkt in die Eventplanung eingebunden.
Welche Anforderungen muss ein Florist erfüllen?
Der Beruf verlangt eine besondere Kombination aus handwerklichem Können, Kreativität und Kundenorientierung. Wer als Florist arbeitet, ist täglich mit unterschiedlichen Wünschen, Anlässen und Materialien konfrontiert.
Wichtige Voraussetzungen sind:
- Kreativität und ein ausgeprägtes Gespür für Farben und Formen
- Handwerkliches Geschick und Fingerspitzengefühl
- Botanisches Grundwissen über Schnittblumen und Pflanzen
- Freude am Kundenkontakt und Beratungskompetenz
- Körperliche Belastbarkeit (Stehen, kühle Arbeitsumgebung)
Kenntnisse in Stilkunde, Farbenlehre und aktuellen Trends in der Floristik sind ein klares Plus und helfen dabei, Kunden professionell und inspirierend zu beraten.
Wie wird man Florist?
In Österreich ist der Florist ein anerkannter Lehrberuf. Die Ausbildung dauert laut WKO drei Jahre und findet dual im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt.
Inhalte der Ausbildung sind unter anderem:
- Pflanzenkunde und Botanik
- Binde- und Stecktechniken
- Farbenlehre und Gestaltungsprinzipien
- Trauer-, Hochzeits- und Eventfloristik
- Verkauf, Kundenberatung und Kalkulation
- Pflege und Lagerung von Schnittblumen
Nach der Lehrabschlussprüfung (LAP) steht der Einstieg in den Beruf offen. Besonders in Wien, wo eine hohe Dichte an Blumenfachgeschäften, Eventfloristen und Hoteldienstleistern besteht, sowie in Graz, Salzburg und Innsbruck bieten sich zahlreiche Ausbildungs- und Einstiegsmöglichkeiten.
Kann man als Quereinsteiger Florist werden?
Als unselbstständige Fachkraft in einem Blumengeschäft oder Eventbetrieb ist ein Quereinstieg durchaus möglich, viele Arbeitgeber stellen motivierte Mitarbeiter ohne abgeschlossene Floristen-Lehre ein und schulen sie betriebsintern ein. Wer bereits Erfahrung im Verkauf, in der Eventbranche oder im kreativen Bereich mitbringt, hat dabei eine gute Ausgangsbasis.
Für die selbstständige Ausübung des Floristengewerbes ist in Österreich jedoch ein Befähigungsnachweis gesetzlich vorgeschrieben, in der Regel die Meisterprüfung oder eine gleichwertige Qualifikation. Wer langfristig auf Selbstständigkeit abzielt, sollte daher die Lehre als Erwachsener oder den Meisterlehrgang beim WIFI in Betracht ziehen.
Wo arbeitet ein Florist?
Ein Florist ist überall dort tätig, wo florale Gestaltung gefragt ist, vom kleinen Familienbetrieb bis zum Großevent.
Typische Arbeitgeber sind:
- Blumenfachgeschäfte und Gärtnereien
- Eventagenturen und Hochzeitsplaner
- Hotels und Veranstaltungszentren
- Bestattungsunternehmen und Friedhofsgärtnereien
- Supermärkte und Baumärkte mit Blumenabteilung
Besonders in Wien, wo Hochzeiten, Firmenvents und internationale Veranstaltungen eine große Rolle spielen, ist die Nachfrage nach kreativen Floristen konstant hoch. Aber auch in touristisch geprägten Städten wie Salzburg, Innsbruck und Graz bieten Hotellerie und Eventbranche attraktive Beschäftigungsmöglichkeiten.
Wie hoch ist das Gehalt als Florist?
Das Gehalt richtet sich nach dem Kollektivvertrag für das Gärtner- und Floristen-Gewerbe in Österreich sowie nach Betriebsgröße, Spezialisierung und Berufserfahrung.
- Einstieg (nach der Lehre): ca. 1.800 – 2.100 € brutto/Monat
- Mit Berufserfahrung: ca. 2.200 – 2.800 € brutto/Monat
- Mit Spezialisierung / Eventfloristik: bis zu 3.500 € brutto/Monat
Floristen in der Eventbranche oder mit Spezialisierung auf Hochzeits- und Luxusfloristik erzielen häufig deutlich höhere Einnahmen, vor allem wenn sie selbstständig tätig sind. Wochenendzuschläge sind im Floristen-Alltag, gerade rund um Feiertage und Hochsaison, durchaus üblich.
Fortbildungsmöglichkeiten und Aufstiegschancen
Der Beruf bietet trotz seiner künstlerischen Ausrichtung klare Möglichkeiten zur fachlichen Weiterentwicklung und zum beruflichen Aufstieg.
Beliebte Weiterbildungen sind:
- Meisterprüfung im Floristengewerbe (WKO)
- Spezialkurse in Hochzeits- und Eventfloristik
- Ausbildung in Trauerfloristik und Gedenkgestaltung
- Floristische Trendworkshops und internationale Wettbewerbe
- Betriebswirtschaftliche Weiterbildung für den Weg in die Selbstständigkeit
Typische Karrierewege führen vom Gesellen zur Führungsposition im Betrieb, zur Filialleiterin oder in die Selbstständigkeit mit einem eigenen Blumengeschäft oder Eventfloristik-Unternehmen. Engagierte Floristen nehmen auch an nationalen und internationalen Floristen-Wettbewerben teil und machen sich damit einen Namen in der Branche.
Zukunftsaussichten: Blick auf Technologien und Trends
Die Floristik entwickelt sich stetig weiter, angetrieben durch neue Gestaltungstrends, Nachhaltigkeitsanforderungen und die wachsende Bedeutung von Social Media als Präsentationsplattform.
Wichtige Zukunftsthemen sind:
- Nachhaltige Floristik mit regionalen und saisonalen Blumen
- Online-Bestellung und Lieferservices für Blumenarrangements
- Social Media als Marketingkanal für florale Kreationen
- Wachsende Nachfrage nach individuellen Hochzeits- und Eventdekorationen
- Trockenblumen und pflegefreie Arrangements als wachsendes Trendsegment
Wer sich als Florist frühzeitig mit diesen Entwicklungen auseinandersetzt und seine Kreativität mit unternehmerischem Denken verbindet, bleibt langfristig gefragt – in einem Beruf, der trotz aller Digitalisierung auf das Echte, Lebendige und Handgemachte setzt.
Fazit: Florist – Ein Beruf mit Zukunft und Vielfalt
Der Florist verbindet Handwerk, Kunst und Menschlichkeit auf einzigartige Weise. Wer Freude an kreativer Gestaltung hat, gerne mit Menschen arbeitet und Blumen nicht nur als Ware, sondern als Ausdrucksmittel versteht, findet in diesem Beruf ein erfüllendes und abwechslungsreiches Tätigkeitsfeld.
Mit einer geregelten Lehrausbildung, vielfältigen Spezialisierungsmöglichkeiten und echten Chancen auf Selbstständigkeit bleibt der Florist ein lebendiges und zukunftsfähiges Berufsbild in Österreich.
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