Maler

Frische Farbe, saubere Kanten, glatte Oberflächen, was einfach aussieht, ist das Ergebnis handwerklicher Präzision. Der Maler sorgt dafür, dass Wände, Fassaden und Räume nicht nur optisch ansprechend, sondern auch dauerhaft geschützt sind. In Österreich ist der Maler ein gefragter Handwerksberuf mit langer Tradition und gleichzeitig ein Berufsbild, das sich durch neue Materialien, Techniken und Nachhaltigkeitsanforderungen stetig weiterentwickelt.

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Was macht ein Maler?

Ein Maler – vollständig Maler und Anstreicher – bearbeitet und gestaltet Oberflächen im Innen- und Außenbereich. Er trägt Farben, Lacke und Putze auf, verarbeitet Tapeten und Beschichtungen und sorgt dafür, dass Gebäude und Räume sowohl optisch als auch technisch in einwandfreiem Zustand sind.

Typische Aufgaben sind:

  • Vorbereitung von Untergründen (Schleifen, Spachteln, Grundieren)
  • Auftragen von Farben, Lacken und Lasuren
  • Tapezieren und Verkleben von Wand- und Deckenbelägen
  • Verputzen und Beschichten von Fassaden
  • Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) anbringen
  • Dekorative Gestaltung von Oberflächen und Räumen

Je nach Spezialisierung arbeitet ein Maler im Neubau, in der Renovierung oder im Bereich Fassadensanierung, mit teils sehr unterschiedlichen Materialien, Techniken und Anforderungen.

Unterschied zu ähnlichen Berufen

Der Maler wird häufig mit dem Lackierer oder dem Bodenleger verwechselt. Ein Lackierer ist auf die Oberflächenbehandlung von Fahrzeugen, Metall- oder Kunststoffteilen spezialisiert und arbeitet überwiegend in der Industrie. Der Maler hingegen ist primär im Bau- und Renovierungsbereich tätig und beschäftigt sich mit Wänden, Decken und Fassaden.

Ein Bodenleger wiederum spezialisiert sich auf Bodenbeläge wie Parkett, Laminat oder Fliesen. Der Maler arbeitet zwar gelegentlich auch an Böden – etwa beim Auftragen von Kunstharzböden – sein Hauptbetätigungsfeld sind jedoch vertikale und horizontale Oberflächen im Innen- und Außenbereich.

Welche Anforderungen muss ein Maler erfüllen?

Der Beruf verbindet handwerkliches Geschick mit einem Gespür für Ästhetik und Materialien. Wer als Maler arbeitet, ist täglich mit unterschiedlichen Untergründen, Produkten und Kundenwünschen konfrontiert.

Wichtige Voraussetzungen sind:

  • Handwerkliches Geschick und ein gutes Auge für Details
  • Körperliche Belastbarkeit und Schwindelfreiheit
  • Farbsinn und ästhetisches Gespür
  • Sorgfältige und saubere Arbeitsweise
  • Teamfähigkeit und Kundenorientierung

Kenntnisse über Farb- und Materialkunde sowie ein grundlegendes Verständnis für Baukonstruktionen erleichtern den Alltag erheblich und sind für eine hochwertige Ausführung unerlässlich.

Wie wird man Maler?

In Österreich ist der Maler ein anerkannter Lehrberuf. Die Ausbildung dauert laut WKO vier Jahre und findet dual im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt.

Inhalte der Ausbildung sind unter anderem:

  • Farb- und Materialkunde
  • Untergrundbeurteilung und Vorbehandlung
  • Fassaden- und Innenraumgestaltung
  • Tapezier- und Verputztechniken
  • Wärmedämmung und Fassadensanierung
  • Arbeitssicherheit und Umweltschutz

Nach der Lehrabschlussprüfung (LAP) steht der Einstieg in den Beruf offen. Besonders in Wien, Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark gibt es eine hohe Dichte an Malerbetrieben und Ausbildungsplätzen.

Kann man als Quereinsteiger Maler werden?

Ja, der Quereinstieg ist möglich. Wer handwerkliches Geschick mitbringt und Erfahrung in baunahen Berufen hat – etwa als Hilfsarbeiter auf dem Bau oder in der Renovierung –, findet einen guten Ausgangspunkt.

Über Anlernprogramme direkt im Betrieb oder Kurse beim WIFI und BFI lassen sich fehlende Grundkenntnisse gezielt aufbauen. Für ambitionierte Quereinsteiger ist auch die Möglichkeit einer Lehre als Erwachsener eine attraktive Option, um den anerkannten Berufsabschluss nachzuholen.

Wo arbeitet ein Maler?

Ein Maler ist in allen Regionen Österreichs gefragt, überall dort, wo gebaut, renoviert oder saniert wird.

Typische Arbeitgeber sind:

  • Malerei- und Anstreicherbetriebe
  • Bau- und Generalunternehmen
  • Hausverwaltungen und Immobiliengesellschaften
  • Öffentliche Auftraggeber und Gemeinden
  • Selbstständige Handwerksbetriebe

Besonders in Wien, wo der Gebäudebestand groß und der Renovierungsbedarf konstant hoch ist, sowie in den wachsenden Ballungsräumen Graz, Linz und Salzburg ist die Nachfrage nach qualifizierten Malern stark. Auch in ländlichen Regionen bieten regional verankerte Handwerksbetriebe stabile Beschäftigungsmöglichkeiten.

Wie hoch ist das Gehalt als Maler?

Das Gehalt richtet sich nach dem Kollektivvertrag für das Baugewerbe und Bauindustrie in Österreich sowie nach Berufserfahrung und Spezialisierung.

  • Einstieg (nach der Lehre): ca. 1.900 – 2.400 € brutto/Monat
  • Mit Berufserfahrung: ca. 2.500 – 3.300 € brutto/Monat
  • Mit Meisterbrief / Spezialisierung: bis zu 3.700 € brutto/Monat

Zuschläge für Überstunden, Schmutz- oder Erschwerniszulagen sowie Reisekostenregelungen können das Einkommen zusätzlich erhöhen. Wer den Meisterbrief erwirbt oder sich auf Fassadensanierung und WDVS spezialisiert, erzielt in der Regel überdurchschnittliche Gehälter.

Fortbildungsmöglichkeiten und Aufstiegschancen

Der Beruf bietet zahlreiche Möglichkeiten zur fachlichen Vertiefung und zum beruflichen Aufstieg bis hin zur Selbstständigkeit.

Beliebte Weiterbildungen sind:

  • Meisterprüfung im Maler- und Anstreichergewerbe (WKO)
  • Kurse in Wärmedämmverbundsystemen (WDVS)
  • Fachausbildung Fassadensanierung und Altbaurenovierung
  • Dekorationsmalerei und Spezialeffekte (Trompe-l’œil, Stucco veneziano)
  • Arbeitssicherheit und Gerüstbau-Grundkurs

Typische Karrierewege führen vom Gesellen zum Vorarbeiter, Polier oder Betriebsleiter. Mit dem Meisterbrief steht auch der Weg in die Selbstständigkeit offen, ein in Österreich weit verbreiteter und attraktiver Schritt für erfahrene Maler.

Zukunftsaussichten: Blick auf Technologien und Trends

Das Malerhandwerk entwickelt sich stetig weiter, angetrieben durch neue Materialien, Energieeffizienzanforderungen und den wachsenden Sanierungsbedarf im österreichischen Gebäudebestand.

Wichtige Zukunftsthemen sind:

  • Energetische Sanierung und Fassadendämmung (WDVS)
  • Nachhaltige und lösemittelarme Farben und Beschichtungen
  • Digitale Farbberatung und Visualisierungstools für Kunden
  • Wachsende Nachfrage durch die österreichische Sanierungsoffensive
  • Brandschutzanstriche und funktionale Beschichtungen

Gerade die österreichische Sanierungsoffensive und die EU-Gebäuderichtlinie sorgen dafür, dass qualifizierte Maler in den kommenden Jahren besonders stark nachgefragt sein werden, ein klares Zeichen für die Zukunftssicherheit dieses Handwerksberufs.

Fazit: Maler – Ein Beruf mit Zukunft und Vielfalt

Der Maler ist weit mehr als jemand, der Farbe an Wände streicht, er ist Handwerker, Gestalter und Oberflächen-Experte in einem. Wer Freude am handwerklichen Arbeiten hat, ein Auge für Details besitzt und Ergebnisse sehen möchte, findet in diesem Beruf ein abwechslungsreiches und zukunftssicheres Tätigkeitsfeld.

Mit einer geregelten Lehrausbildung, stabiler Nachfrage und attraktiven Entwicklungsmöglichkeiten bis hin zur Selbstständigkeit bleibt der Maler ein wichtiges und gefragtes Berufsbild in Österreich.

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