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19.05.2022

Wie Sie Langzeitarbeitslosigkeit vermeiden

Langzeitarbeitslosigkeit – ein Schreckenswort für jeden Arbeitnehmer, denn je länger jemand arbeitslos ist, desto schwieriger wird es mit der Jobsuche. Doch es ist bekanntlich die Hoffnung, die zuletzt stirbt. Und so gibt es auch für Langzeitarbeitslose Wege zurück ins Berufsleben.

Was ist Langzeitarbeitslosigkeit?

Von einer Langzeitarbeitslosigkeit spricht man dann, wenn die letzte durchgehende Beschäftigung oder Schulung ein Jahr oder länger zurückliegen. Tritt dies ein, sinken die Chancen zurück ins Berufsleben zu finden massiv. Arbeitgeber schrecken oft davor zurück, jemandem, der so lange ohne Beschäftigung war, eine Chance zu geben.

In Österreich ist auch das Konzept der Langzeitbeschäftigungslosigkeit bekannt: Dieses besagt, dass zwar mehr als ein Jahr keine Beschäftigung vorlag, jedoch eine Schulung oder Weiterbildung absolviert wurde oder einer zumindest zweimonatigen Beschäftigung nachgegangen wurde.

Wer ist von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen?

Früher waren zumeist Männer über 55 Jahren mit einem Pflichtschulabschluss langzeitarbeitslos. Ebenso war die Gruppe der unter 25-Jährigen verstärkt betroffen. Doch die Corona-Pandemie hat hier ordentlich durchgemischt und es musste in Österreich im März 2021 ein sprunghafter Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit bei der Gruppe der 25-44-Jährigen festgestellt werden.

Langzeitarbeitslosigkeit in Österreich

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen in Österreich steigt stetig und nahm in der Pandemie noch mehr zu. Seit 2008 hat sich die Zahl verzehnfacht, doch es ist aktuell wieder eine Verbesserung bemerkbar. Zum Zeitpunkt Oktober 2021 gab es in Österreich etwa 115.000 Langzeitbeschäftigungslose und 65.000 Langzeitarbeitslose. Laut den Zahlen des AMS ist dies eindeutig eine Besserung: Immerhin waren im März 2021 noch 97.000 Personen als langzeitarbeitslos gemeldet. Ein trauriger Höchststand in Österreich.

Wie kommt es zu Langzeitarbeitslosigkeit?

Langzeitarbeitslosigkeit ist häufig mit Scham behaftet. Doch dies ist falsch. Denn es gibt viele Gründe, wieso ein Mensch in die Langzeitarbeitslosigkeit schlittert. Selten ist dabei nur ein Umstand für die Langzeitarbeitslosigkeit verantwortlich, zumeist spielen viele Faktoren zusammen.

Gründe für die Langzeitarbeitslosigkeit

Als Hauptgrund für die Langzeitarbeitslosigkeit ist das Alter der Betroffenen zu nennen. Je älter jemand wird, desto schwerer hat er es auf dem Arbeitsmarkt. Da hilft es auch wenig, wenn man 20 Jahre durchgehend und verlässlich für ein Unternehmen gearbeitet hat – ab einem bestimmten Alter wird es in manchen Branchen einfach schwer, einen neuen Job zu finden. Doch auch gesellschaftliche Krisen wie die Wirtschaftskrise oder ganz aktuell die Corona-Pandemie sind ausschlaggebend für eine erhöhte Langzeitarbeitslosigkeit. Sie sehen: Im Grunde kann jeder in die Langzeitarbeitslosigkeit schlittern.

Auf langer Arbeitssuche wegen Erkrankung

Gesundheitliche Probleme sind ebenfalls ein häufiger Grund für eine Langzeitarbeitslosigkeit. Ganze 54 % der arbeitslosen Personen mit gesundheitlichen Problemen rutschen in die Langzeitarbeitslosigkeit. Die Situation ist verständlicherweise eine doppelt prekäre: Zuerst verlieren die Menschen ihren Job aufgrund einer Erkrankung – und dann stehen sie vor dem Dilemma, dass sie mit besagter Erkrankung erst recht nicht neu eingestellt werden.

In vielen Fällen wäre eine Umschulung nötig, um sich gänzlich neu zu orientieren und körperliche Gebrechen auszugleichen. Ebenfalls hilfreich wären verringerte Arbeitszeiten, damit sich der Körper langsam wieder an die Belastung herantasten kann. Doch viele Arbeitgeber schrecken davor zurück und die Erkrankten bleiben arbeitslos.

Probleme bei der Jobsuche

Sind Sie langzeitarbeitslos, treffen Sie bei der Jobsuche auf etliche Probleme:

  • Sie müssen lange Lücken im Lebenslauf erklären
  • Sie sind nicht mehr auf dem neuesten Stand der Technik
  • Sie haben kein Netzwerk, auf das Sie zurückgreifen können
  • Ihre Ausbildung entspricht nicht mehr dem aktuellsten Stand
  • Sie sind unsicher im Auftreten – Langzeitarbeitslosigkeit ist immer auch mit Scham behaftet

Was macht Langzeitarbeitslosigkeit mit mir?

Keine Arbeit zu haben, ist kein Zuckerschlecken. Sind Sie arbeitslos, plagen Sie nicht nur Geldsorgen – auch die Psyche leidet unter der belastenden Situation. Studien zeigen, dass Langzeitarbeitslose weniger umgänglich sind, weniger Lust haben, einer Arbeit nachzugehen und nicht mehr offen für neue Erfahrungen sind. Schlechte Voraussetzungen für einen neuen Job. Deswegen ist es wichtig, dass Sie trotz der belastenden Situation nicht den Mut verlieren und positiv in die Zukunft blicken.

Wie Langzeitarbeitslose den Sprung ins Erwerbsleben schaffen – die besten Tipps

Bleiben Sie hoffnungsvoll – es gibt Wege zurück ins Erwerbsleben. Diese werden allerdings nicht auf dem silbernen Tablett serviert, sondern erfordern Einsatz von Ihnen. Da Langzeitarbeitslosigkeit oft auf die Psyche drückt, ist es besonders schwer, sich aufzuraffen und Schritte zu setzten. Doch Sie werden sehen: Wenn Sie es wagen, rückt der nächste Job in greifbare Nähe. Wir haben einige der wichtigsten Punkte dafür für Sie zusammengefasst.

Netzwerken

Beginnen Sie damit, Kontakte zu knüpfen. Nutzen Sie dafür Plattformen wie Xing oder LinkedIn oder besuchen Sie Jobmessen. Hier können Sie sich den Arbeitgebern direkt vorstellen und mit einem guten Eindruck punkten.

Weiterbildung

Von langer Arbeitslosigkeit sind häufig schlechter gebildete Personen betroffen. Nutzen Sie die Zeit Ihrer Beschäftigungslosigkeit und besuchen Sie eine Umschulung oder bilden Sie sich in Ihrem Bereich weiter. So können Sie in Ihrem Lebenslauf mit Arbeitserfahrung und Ausbildung punkten – ein Vorteil, den jüngere Bewerber oftmals nicht haben. Weiterbildungen werden zumeist vom AMS angeboten, für viele Weiterbildungen von anderen Anbietern erhalten Sie eine staatliche Unterstützung.

Ehrenamt

Nichts ist schlechter für die Psyche als alleine zu Hause zu sitzen. Nutzen Sie Ihre Zeit und helfen Sie anderen. Am Ende helfen Sie damit auch sich selbst, denn Ihr Lebenslauf ist so nicht von einer langen Zeit des Nichtstuns überschattet und Sie zeigen Verantwortung. Eine Eigenschaft, die viele Personaler zu schätzen wissen.

Fazit: Selbstbewusst bleiben – auch wenn es schwerfällt

Auch wenn es schwer scheinen mag, bleiben Sie selbstbewusst. Es gibt schließlich viele Gründe, in die Arbeitslosigkeit zu geraten, doch Sie müssen sich dafür nicht schämen. Scham bewirkt nur, dass Sie bei einem Bewerbungsgespräch unsicher auftreten und sich selbst schlecht repräsentieren.

Vergessen Sie nicht: Sie haben eine Berufserfahrung und Ausbildung vorzuweisen – Tatsachen, die auch nach mehreren Jahren Arbeitslosigkeit nicht vom Tisch zu wischen sind. Konzentrieren Sie sich also auf Ihre positiven Eigenschaften und betonen Sie, welchen Benefit Sie für das Unternehmen bringen. Mit dieser Einstellung kann ein Bewerbungsgespräch auch nach langer Arbeitslosigkeit von Erfolg gekrönt sein.

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