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Bewerben mit Berufserfahrung: So gelingt die Jobsuche mit 50plus

Jobsuche ist nicht nur für die jüngeren Generationen ein Thema – durch Insolvenz, Stellenabbau oder andere Gründe können Sie auch ab 50 wieder vor der Herausforderung stehen, sich für Stellen zu bewerben. Wir zeigen Ihnen, wie Sie als berufserfahrener Jobkandidat mit Vorurteilen umgehen und treffsichere Bewerbungen formulieren.

Die Generation 50plus möchte arbeiten

Egal, ob Sie unfreiwillig Ihre Stelle verloren haben, oder sich endlich dazu entschlossen haben, die Karriere zu wechseln – der Jobwechsel mit 50, 60 oder auch im Rentenalter ist durchaus möglich. Die meisten der Generation 50plus sind mit einer Arbeitsmoral aufgewachsen, die sie zu fleißigen, verlässlichen Arbeitskräften gemacht hat. Arbeitgeber dürfen auch nicht vergessen, dass Menschen heutzutage eine höhere Lebenserwartung haben und bis ins hohe Alter leistungsfähig und motiviert bleiben.

Vorurteile, Probleme & Co

In Österreich und Deutschland existieren Gleichbehandlungsgesetze gegen die Diskriminierung von Jobkandidaten aufgrund von Alter, Geschlecht, Herkunft etc. Dennoch halten sich bei Personalern oder Führungskräften hartnäckige Vorurteile, ob bewusst oder unbewusst.

Häufigste Vorurteile gegen Bewerber ab 50

Um Klischees gegen Bewerber ab 50 auszuhebeln, sollten Sie diese zuerst kennen:

  • Berufserfahrene Bewerber sind teuer: Menschen mit hoher Fachkompetenz und vielen Jahren Erfahrung verlange höhere Gehälter als Jobanfänger.
  • Keine Zukunftsaussichten: Lohnt sich die Investition in jemanden, der in wenigen Jahren in Pension gehen wird?
  • Golden Ager sind krankheitsanfällig: Ab einem gewissen Alter häufen sich die Gesundheitsprobleme und Ausfälle.
  • Wenig Lernbereitschaft: Menschen ab 50 wird vorgeworfen, dass sie nicht am aktuellen Stand von Technologie oder Fachwissen sind und auch zu wenig flexibel, um neue Fähigkeiten zu erlernen.
  • Motivation und Leistung nehmen ab: Nach vielen Jahren im Beruf fehlt die Energie für Höchstleistungen oder der Wille, sich in ein neues Team zu integrieren.

Echte Hindernisse bei der Jobsuche als Best Ager

Neben solchen Verallgemeinerungen der Generation 50plus gibt es leider auch reale Hürden, wenn Sie nach einer langen Zeit im gleichen Beruf wieder Bewerber sind.

Innerhalb der letzten 20 Jahre hat sich am Jobmarkt viel verändert: Stellenanzeigen sind vorwiegend auf Online Jobbörsen, auf sozialen oder beruflichen Netzwerken zu finden. Der Bewerbungsprozess ist digitaler, aber auch persönlicher geworden. Bei großen Firmen müssen Sie als Bewerber oft ausführliche Web-Formulare ausfüllen und erste Gespräche erfolgen per Videochat. Erfolgreiche Kandidaten haben heute professionell gestaltete Unterlagen oder eigene Webseiten und wissen genau, wie sie ihre eigene „Marke“ verkaufen.

Stichwort „Erfahrung“: Der unbestreitbare Vorteil der Gold Agers

Bei all diesen Vorurteilen und Hindernissen ist es kein Wunder, wenn manche sich überfordert fühlen oder bereits aufgeben, bevor sie sich überhaupt beworben haben. Und genau hier liegt der Fehler: Denn als berufserfahrener Bewerber haben Sie ebenso einige Vorteile, über die jüngere Generationen noch nicht verfügen. Wenn Sie diese ins richtige Licht rücken und als Argumente gegen gängige Klischees präsentieren, haben sie am Jobmarkt mindestens genauso gute Chancen.

Die wichtigsten Vorteile und Argumente für Bewerber der Generation 50+

  1. Erfahrung

Im Gegensatz zu Berufsanfängern haben Sie langjährige fachliche Erfahrung und kennen die Aufs und Abs der Branche. Dadurch sind Sie routinierter beim Arbeiten, erkennen Probleme schneller und haben auch soziale Kompetenz bzw. Menschenkenntnis entwickelt.

  1. Verantwortungsbewusstsein

Mit Erfahrung kommen Selbstsicherheit und die Fähigkeit, sich auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren – dadurch sind Sie effizient, können mehr Verantwortung übernehmen und jüngere Kollegen anleiten.

  1. Stressresistenz

Mit den Jahren wird man emotional stabiler und behält in Stresssituationen einen kühlen Kopf.

  1. Konzentration und klare Ziele

Das Privatleben hat sich ab 50 meist gesetzt – die Kinder sind erwachsen, Hausbau, Umzug oder Eheschließung keine Themen mehr. Dadurch sind Sie offen und motiviert für neue Herausforderungen und wissen genau, was Sie wollen.

  1. Loyalität

Sie möchten sich in Ihrer zukünftigen Arbeitsumgebung wohlfühlen und dann auch nicht mehr den Job wechseln. Dadurch sind Sie ein verlässlicher, langfristiger Mitarbeiter.

Typische Fehler in der Bewerbung

Es gibt Bewerbungsfehler, die Personaler bei der Golden Ager Generation häufiger antreffen und die Sie besonders vermeiden sollten.

Dazu gehören sehr ausführliche und überlange Lebensläufe, nicht mehr zeitgemäße Bewerbungsunterlagen oder unrealistische Erwartungen bezüglich Gehalt und Co. Im Anschreiben und im Bewerbungsgespräch sollten Sie vermeiden, nur über Fachqualifikationen zu reden oder sich im Vorhinein für Ihre Situation zu rechtfertigen. Unterstreichen Sie stattdessen Ihre persönlichen Kompetenzen und die Motivation, genau für diese Firma zu arbeiten.

Bewerbung 50+ – Wie bewerbe ich mich am besten?

Es mag zwar lästig sein, dass die Jobsuche heute hauptsächlich digital abgewickelt wird – auf der anderen Seite haben Sie den Vorteil, dass das Internet zahlreiche Tipps und Vorlagen für Sie bereithält. Wenn Sie sich daran orientieren und inhaltlich bei Ihren Stärken bleiben, wird der Bewerbungsprozess um vieles einfacher.

Grundsätzlich besteht die digitale Bewerbung aus Anschreiben, tabellarischem Lebenslauf und Arbeitszeugnissen, in dieser Reihenfolge zusammengefasst in einem PDF.

Anschreiben bei der Bewerbung 50plus

Formal sollte das Bewerbungsanschreiben übersichtlich in Absätze gegliedert und nicht zu lang sein. Lesen Sie die Stellenanzeige genau und filtern Sie danach besonders erwähnenswerte Karrieren-Meilensteine und Fähigkeiten. Gehen Sie auch auf Punkte ein, die zeigen, dass Sie lernbereit und nicht „von gestern“ sind: Weiterbildungen der letzten Jahre, digitale Fähigkeiten, Flexibilität bezüglich Arbeitszeiten etc.

Gute vs. Schlechte Formulierungen in der Bewerbung

  • Alter und Erfahrung

Gut: Sie besitzen ein „breit gefächertes Fachwissen“, „ein gutes Kontaktnetz“ und haben „vieljährige Erfahrung“.

Schlecht: „30 Jahre Berufserfahrung“, „Mit meinen 55 Jahren …“ – Verzichten Sie auf große Zahlen und genaue Altersangaben.

  • Positiv und bestimmt in die Zukunft

Gut: „Gerne unterstütze ich Sie bei zukünftigen Projekten“ und „Mit meiner Erfahrung in der Führung eines großen Teams kann ich …“.

Schlecht: Rückschauen wie „Ich blicke zurück auf …“ oder „Zum Ende meiner beruflichen Laufbahn“.

  • Selbstsicherheit und Flexibilität

Gut: „Durch meine Weiterbildung beherrsche ich“ oder „Gerne arbeite ich im Team an neuen Herausforderungen …“

Schlecht: Rechtfertigungen wie „noch einmal durchstarten“ oder „Da ich lernfähig bin, glaube ich …“

Bewerbung ältere Arbeitnehmer – der Lebenslauf

Der Lebenslauf sollte durch eine klare Struktur und ansprechende, moderne Gestaltung überzeugen. Achten Sie auch auf ein aktuelles und professionelles Foto.

Die beruflichen Stationen werden beginnend mit der zuletzt ausgeführten Tätigkeit aufgezählt, vor allem Ihre drei jüngsten Positionen sollten Sie inklusive Aufgaben und Verantwortlichkeiten kurz darstellen. Halten Sie sich bei den restlichen Punkten kurz, damit der Lebenslauf insgesamt nicht zu lang und unübersichtlich wird. Aber Achtung: Ihr Lebenslauf sollte dennoch vollständig sein und keine auffällig langen Lücken beinhalten – auch Weiterbildungen, Karenzen etc. werden erwähnt.

Beim Punkt Ausbildung ist der höchste akademische oder berufliche Abschluss relevant. Insgesamt sollte in Ihrer Vita ein roter Faden in Ihrer bisherigen Laufbahn erkennbar sein.

Bewerbung ab 50: Welche Zeugnisse?

Die Beilage von Zeugnissen wird meistens verlangt, besonders relevant sind hier Arbeitszeugnisse vergangener Arbeitgeber. Suchen Sie bis zu drei aus, die Ihre Qualifikationen gut widerspiegeln. Auch ein Abschlusszeugnis der höchsten Ausbildung wird beigelegt, verzichten Sie jedoch auf Schulzeugnisse. Interessant sind außerdem Zertifikate zusätzlicher Qualifikationen und Fortbildungen, wenn diese nicht zu lang her sind.

Schauen Sie zur weiteren Unterstützung gerne in unsere Bewerbungstipps und Lebenslaufvorlagen inkl. Ausfüllhilfe.

Initiativbewerbung: Stechen Sie hervor

Die meisten Menschen auf Jobsuche bewerben sich auf ausgeschriebene Stellen. Es gibt aber auch andere Wege, um auf sich aufmerksam zu machen: Schicken Sie eine Bewerbung auf eigene Initiative.

In der Regel suchen wir eine neue Position, indem wir die Stellenanzeigen durchlesen.  Dann bewerben wir uns auf die Inserate, die zu unserer Ausbildung und Erfahrung passen. Es gibt aber auch eine andere Möglichkeit: Selbst wenn unklar ist, ob ein Unternehmen überhaupt neue Mitarbeiter sucht, kann eine Bewerbung zum neuen Job führen. Viele Firmen freuen sich über das bekundete Interesse und melden sich spätestens, sobald eine passende Stelle frei wird.

Ob großer oder kleiner Betrieb, Mitarbeiter kommen und gehen. Deshalb werden neue Angestellte oft schneller gesucht als man glaubt. Wenn Sie eine Bewerbung an ein spezielles Unternehmen senden, zeigen Sie, dass Sie wirklich genau dort arbeiten wollen. Das macht in der Personalabteilung einen guten Eindruck. Eine Initiativbewerbung – also eine Bewerbung für eine Stelle, die gar nicht ausgeschrieben ist, ist deshalb oft eine gute Idee. Auch wenn man nicht weiß, ob die Firma zum aktuellen Zeitpunkt wirklich neue Mitarbeiter sucht. Aber wie schreibt man eine Initiativbewerbung und was muss man dabei beachten?

Klassische Initiativbewerbung

Bei der klassischen Initiativbewerbung geht es vor allem darum, sein Interesse am jeweiligen Unternehmen zu zeigen. Denn wenn keine Stelle ausgeschrieben ist, braucht es eine Begründung, warum man sich dennoch bewirbt. Neben einem Lebenslauf ist deshalb ein Motivationsschreiben wichtig.

Achten Sie also darauf, in Ihrer Bewerbung zu zeigen, dass Sie sich ganz genau über das Unternehmen informiert haben. Erklären Sie, weshalb Sie gerne dort arbeiten möchten. Passt der Tätigkeitsbereich der Firma genau zu Ihren Interessen und Fähigkeiten? Haben Sie von Bekannten oder in den Medien gehört, dass das Unternehmen ein erfolgreicher, toller Arbeitgeber ist? Zeigen Sie den Personalverantwortlichen, dass Sie sich schlau gemacht haben.

Erwähnen Sie immer, welche Erfahrungen, Qualifikationen und Stärken Sie mitbringen, von denen das Unternehmen profitieren kann. Wo sind Sie einsetzbar, in welchen Bereichen können und wollen Sie sich gerne noch weiterentwickeln? Zeigen Sie, dass Sie auch bereit sind, neue Positionen und Herausforderungen zu meistern, wenn die Situation es erfordert.

Videobewerbung

Heute gibt es auch andere Möglichkeiten, um aufzufallen, nicht nur das klassische Bewerbungsschreiben: So können sich Bewerber etwa durch eine Videobewerbung von der Masse abheben. Dadurch punkten Sie besonders, weil diese Form der Bewerbung noch nicht weit verbreitet ist. Sie zeigen damit großes Engagement, das besonders bei einer Initiativbewerbung noch mehr überzeugt: Sie möchten wirklich in diesem Unternehmen arbeiten. Gerade wenn Sie sich für einen Job in einer kreativen Branche oder in der Medienbranche bewerben, beweisen Sie damit schon in Ihrer Bewerbung zusätzlich Ihre Fähigkeiten in diesem Bereich.

Aber Achtung: Wenn das Video nicht professionell wirkt, kann das Ganze sehr schnell nach hinten losgehen. Achten Sie unbedingt auf einen professionellen Hintergrund, passende Kleidung und auch darauf, wie Sie sprechen: ruhig und gelassen, deutlich, nicht zu viele Füllwörter wie „ähm“ oder „hmm“. Dabei sollten Sie auch nicht vergessen: Ein Bewerbungsvideo ersetzt niemals die klassische Bewerbung. Es ist ein zusätzliches Mittel, das Sie nutzen können, um aufzufallen. Schicken Sie also trotzdem immer Ihren Lebenslauf und ein Bewerbungsschreiben mit.

Social Media

Immer öfter verwenden Unternehmen auch soziale Medien, um mögliche Job-Kandidaten anzusprechen. Umgekehrt können hier auch Jobsuchende ihr Interesse zeigen und direkten Kontakt mit einer Firma aufnehmen. Dabei ist eines besonders wichtig: Prüfen Sie Ihre eigenen Social-Media-Profile. Welche Fotos, Videos und Inhalte haben Sie geteilt, die öffentlich sichtbar sind? Wirken Sie wie eine seriöse, professionelle Person?

Wenn zu viel Privates, zum Beispiel Urlaubs- oder Partybilder zu sehen sind: Bearbeiten Sie am besten Ihre Privatsphäre-Einstellungen. Manche Inhalte sind nicht für den zukünftigen Arbeitgeber gedacht. Fotos in der Badehose am Swimmingpool oder mit dem Bier in der Hand machen nicht unbedingt einen guten Eindruck. Oft ist es hilfreich, sich selbst im „Inkognito-Modus“ zu suchen, also das eigene Profil aus Perspektive einer fremden Person zu betrachten. Und manchmal kann es sinnvoll sein, ein ganz neues Profil zu erstellen, mit dem man dann ein Unternehmen kontaktiert.

Das zählt: Interesse und Kenntnisse

Welchen Weg Sie letztendlich auch einschlagen, bei der Initiativbewerbung sollten Sie Folgendes immer beachten: Betonen Sie Ihr Interesse am Unternehmen. Zeigen Sie Ihr Wissen über das Unternehmen und, dass Sie eine wertvolle Ergänzung fürs Team sein können. So wird Ihre Bewerbung bei den Verantwortlichen in der Personalabteilung schneller auffallen – und Sie bekommen vielleicht schon bei der nächsten Gelegenheit eine Einladung zum Vorstellungsgespräch.

Wie Sie mit Berufspausen im Lebenslauf umgehen

Mal ganz ehrlich – die Zeiten, in denen Menschen ein Leben lang den gleichen Job oder Arbeitgeber haben, sind vorbei. Die meisten Lebensläufe sind heute nicht geradlinig und auch Auszeiten gehören zur Norm. Wie sie mit solchen Berufspausen im Lebenslauf umgehen kann jedoch bei der Jobsuche entscheidend sein. Wir zeigen Ihnen worauf Sie achten sollten.

Wann spricht man von einer Berufsauszeit?

Von einer Erwerbspause spricht man grundsätzlich erst, wenn mehr als zwei Monate lang kein Beruf ausgeübt wird. Einen längeren Urlaub oder eine Neuorientierungsphase über ein paar Wochen müssen Sie nicht im Lebenslauf erwähnen. Wenn Sie allerdings länger arbeitslos sind, fallen solche Leerstellen Personalern auf und spätestens im Bewerbungsgespräch kommen sie wahrscheinlich zur Sprache.

Erwerbspausen im Lebenslauf sind nicht schlimm

Auszeiten im beruflichen Werdegang sind grundsätzlich menschlich und keine Besonderheit. Wenn Sie solche Phasen aber unkommentiert lassen, kann der Verdacht entstehen, dass Sie etwas vertuschen möchten – etwa eine selbst verschuldete Kündigung oder Arbeitslosigkeit ohne Bemühung um einen neuen Job. Deswegen ist es wichtig, Ihre Tätigkeiten während einer längeren Berufspause kurz und plausibel zu erklären.

Achtung Schummler: Personaler erkennen berufliche Auszeiten im Lebenslauf

Wenn Sie im Internet nach Hilfe bei der Bewerbung suchen, werden Sie zig Tipps und Tricks finden. Seien Sie jedoch vorsichtig bei Copy-Paste-Vorlagen und schnellen Erfolgsgarantien. Personaler analysieren täglich Dutzende Lebensläufe und haben einen sechsten Sinn für Schummeleien oder gefälschte Angaben. Dazu gehört auch das absichtliche Weglassen von Daten – etwa, wenn Sie bei den Jahresangaben Ihrer Berufsstationen die Monatszahlen weglassen oder gänzlich auf genaue Zeitangaben verzichten.

Mut zur Lücke: berufliche Pausen, die keine sind

Personaler achten heute weniger auf eine nahtlose Berufsbiografie und mehr auf einen schlüssigen Lebenslauf, der Ihren Charakter und Ihre Ziele im Leben erkennen lässt. Die meisten längeren Erwerbspausen haben triftige Gründe und waren für Sie als Mensch prägend – nutzen Sie diese Tatsache und zeigen Sie, was Sie aus der Erfahrung gelernt haben.

Diese Ursachen für berufliche Pausen können Sie getrost erwähnen:

Studienwechsel

Sie haben Ihre Ausbildung nicht abgeschlossen oder zwischendurch das Studienfach gewechselt? Kein Problem. Solange Sie nicht chronisch Ihre Interessen wechseln, können Sie mit beruflicher Neuorientierung argumentieren. So haben Sie etwa beim zweiten Anlauf Ihre Leidenschaft gefunden oder wollten ehrgeizig gleich ins Berufsleben einsteigen.

Pandemie

Die Covid-19-Pandemie der letzten Jahre war für viele unverschuldete Kündigungen verantwortlich. Der Arbeitsmarkt ist immer noch angeschlagen und es kann zu längeren Jobsuchen kommen – für all dies haben Personaler Verständnis. Seien Sie beim Thema Pandemie ehrlich, ohne es als Ausrede für Untätigkeit zu benutzen. Maßnahmen wie Weiterbildungen oder Ehrenämter zeigen, dass Sie weiterhin engagiert sind.

Berufseinstieg

Der Einstieg in die Arbeitswelt nach der Ausbildung oder Schule kann ebenfalls länger dauern, Berufs- oder Praxiserfahrung ist immer ein Wettbewerbsvorteil. Solange Sie aktiv auf Jobsuche waren und Ihr Netzwerk ausgeweitet haben, ist die Leerstelle im Lebenslauf kein Problem – ein Praktikum kann jedoch sicherlich nicht schaden.

Krankheit

Schicksalsschläge und unvorhergesehene Krankheitsphasen sind Teil des Lebens, auch diese müssen Sie im Lebenslauf nicht verschweigen. Vermeiden Sie, zu detailliert auf die Krankheit einzugehen, Sie haben dem Arbeitgeber gegenüber das Recht auf Privatsphäre. Erwähnen Sie nur, dass Sie mittlerweile vollkommen genesen und arbeitsfähig sind.

Pflege und Karenz

Auch Krankheiten von Angehörigen oder Partnern sind gute Gründe für eine Auszeit, die Pflege von Angehörigen kann ebenso wie die eigene Krankheit ohne Details erwähnt werden. Bei einer langen Pflegezeit ist es günstig, sich zumindest durch Online-Kurse beruflich am aktuellen Stand zu halten.

Elternzeit und Karenz sind ebenfalls Lebensphasen, die Sie selbstverständlich angeben können. Oft passieren in dieser Zeit wichtige Entscheidungen für die berufliche Zukunft.

Echte Karriereunterbrechungen im Lebenslauf erklären

Nicht immer stecken hinter beruflichen Auszeiten positive oder produktive Erfahrungen, manchmal hat man im Leben einfach Pech und jeder Mensch macht Fehler. Auch hier ist Schweigen keine Lösung, es kommt aber auf die richtige Formulierung an.

Unverschuldete Kündigung

Wenn Sie gekündigt wurden, weil die Firma insolvent wurde, es grobe Umstrukturierungen gab oder aufgrund sonstiger Krisen, sollten Sie dies auf jeden Fall erwähnen. Hier ist es klar, dass Jobverlust und Arbeitslosigkeit nicht von Ihnen verschuldet waren.

Selbstverschuldete Kündigung

Kniffliger ist es, wenn Sie aus Gründen wie schlechter Unternehmenskultur selbst gekündigt haben oder etwa wegen mangelnder Leistung entlassen wurden. Halten Sie sich in diesem Fall im Lebenslauf an die Fakten, ohne den Kündigungsgrund anzugeben. Vermeiden Sie bei Nachfrage im Bewerbungsgespräch allzu negative Kommentare zu Ihrem letzten Arbeitgeber und konzentrieren Sie sich darauf, warum der neue Job genau zu Ihnen passt.

Anhaltende Arbeitslosigkeit

Die anfängliche Pause nach Jobverlust oder eine Zeit der Weiterbildung können Sie ehrlich beschreiben, bei langanhaltender Arbeitslosigkeit von mehreren Monaten bis Jahren bedarf es einer näheren Erklärung. Sie müssen hierfür weder Ausreden finden noch um Mitleid werben – beschreiben Sie stattdessen, was sie alles unternommen haben, um wieder auf die Beine zu kommen. Eine aktive Arbeitssuche und privates Engagement in Form von Vereinsarbeit, Ehrenamt, Selbststudium etc. zeigen, dass Sie motiviert sind und bereit zu arbeiten.

Berufspausen sind selten ein Ausschlusskriterium – Lügen aber schon

Am heutigen Arbeitsmarkt sind schnörkellose Lebensläufe ohne Umwege die Ausnahme. Mitunter können makellose Lebensläufe sogar langweilig oder gefälscht wirken. Natürlich wollen Sie sich bei der Bewerbung im besten Licht zeigen, zwischen Optimieren und Lügen liegt aber eine tiefe Kluft. Wenn Sie bei Berufserfahrungen falsche Zeitangaben nennen oder sogar Qualifikationen erfinden, wird man Ihnen früher oder später auf die Schliche kommen. Besonders im heutigen Zeitalter der transparenten Daten und Sozialen Medien. Das kann zur Kündigung und sogar zur Rufschädigung führen. Beweisen Sie daher Mut zur Ehrlichkeit, wenn es um Auszeiten im Lebenslauf geht. Häufig wecken solche Angaben Interesse bei Arbeitgebern und werden zum Aufhänger für interessante Gespräche.

 

So nutzen Sie Ihre Arbeitslosigkeit sinnvoll

Die meisten Leute erleben irgendwann in ihrem Leben eine Zeit der Arbeitslosigkeit. Oft ist diese mit Angst, Unsicherheit oder Langeweile verbunden. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Erwerbslosigkeit sinnvoll nutzen können und dabei sogar Ihre Chancen für den nächsten Job erhöhen.

Wie Sie eine längere Zwangspause sinnvoll nutzen

Arbeitslosigkeit ist kein Urlaub – höchstens in den allerersten Tagen

Die Gründe für Arbeitslosigkeit können verschieden sein – aber egal, ob Sie ihren Job selbst gekündigt haben oder unfreiwillig „gegangen wurden“: Vor allem in den ersten Tagen ist eine kleine Auszeit völlig ok und empfehlenswert. Das heißt aber nicht, dass dauerhaft Urlaubsgefühl aufkommen sollte. Nach maximal drei Wochen lange ausschlafen, Freizeit genießen oder Trübsal blasen sollten Sie wieder Plan und Ordnung in Ihren Alltag bringen. Nur so vermeiden Sie auf Dauer einen Durchhänger und Motivationslosigkeit.

Die Zukunft planen: So früh wie möglich

Am besten betrachten Sie die Beschäftigungspause als Chance, um über sich selbst und Ihre berufliche Zukunft nachzudenken. Im Arbeitsalltag fehlt dazu meist die notwendige Distanz und klare Ziele helfen Ihnen dabei, die Tage bis zum nächsten Job sinnvoll zu gestalten.

Blicken Sie auf Ihre letzten Jobs zurück und stellen Sie sich ehrliche Fragen:

  • Was hat Ihnen an der Position gefallen oder warum waren Sie unzufrieden?
  • An welchen Faktoren lag die Kündigung? Etwa an Bezahlung, schlechtem Betriebsklima oder Stundenmodell?
  • Haben Sie gemerkt, dass Ihre Talente und Interessen vielleicht doch in einem anderen Bereich liegen?

Tauschen Sie sich in Ihrer Beziehung, mit Freunden und Familie darüber aus, oder schreiben Sie Pro- und Contra-Listen – je nachdem, was Ihnen leichter fällt.

Netzwerken, Kontakte knüpfen und halten

Selbst wenn Sie noch nicht wissen, wo der Weg genau hinführt, sollten Sie Ihr Netzwerk an Kunden und Kontakten nicht vernachlässigen. Es wird geschätzt, dass etwa ein Drittel aller Jobpositionen über persönliche Beziehungen vermittelt werden und auch Auftragskunden fragen zuallererst im vertrauten Kreis nach Empfehlungen.

Nutzen Sie soziale Netzwerke, um regelmäßig in Kontakt zu bleiben oder neue Verbindungen zu knüpfen – auf Facebook werden in Gruppen zu bestimmten Themen und Branchen regelmäßig auch Stellen ausgeschrieben. Sammeln Sie auf Berufsplattformen wie LinkedIn und Xing relevante Kontakte und scheuen Sie sich nicht davor, neue Personen direkt anzuschreiben.

So füllt man einen Tag mit Aufgaben

Die Regel Nummer Eins für eine sinnvolle Arbeitslosigkeit lautet: Struktur, Struktur, Struktur. Je mehr Sie von einem Tag in den anderen hineinleben, umso schwerer wird es Ihnen fallen, wieder einen geordneten Tagesablauf zustande zu bringen. Deswegen ist es hilfreich, jeden Tag um eine fixe Uhrzeit aufzustehen und ein Pensum an Aufgaben einzuplanen. Abende und Wochenenden sollten auch hier verdiente Auszeiten sein.

Und nicht vergessen: Sport, frische Luft und soziale Kontakte sorgen besonders in dieser stressigen Zeit für den nötigen Ausgleich.

Bewerben: Auch die Jobsuche ist Arbeit

Planen Sie eine gewisse Anzahl an Stunden pro Tag bzw. pro Woche für die Jobsuche ein. Dabei können Sie Stellenanzeigen durchsuchen, Bewerbungen schreiben, Ihren Lebenslauf auffrischen oder Kontakte knüpfen. Nach einer erledigten Aufgabe fühlen Sie sich besser und mit der Routine sinkt die Hemmschwelle vor der nächsten Bewerbung. Zeigen Sie Ihre Unterlagen zwischendurch auch anderen, um zu sehen, ob manches optimiert werden kann.

Praktika: Übung macht den Meister

Auch wenn Sie bereits Berufserfahrung haben, kann ein Praktikum sehr wertvoll sein, um zum Beispiel in eine neue Branche einzusteigen oder ein Unternehmen kennenzulernen. Viele Praktika sind mittlerweile vergütet, das Arbeitsmarktservice bietet außerdem Beihilfen für Arbeitstrainings an. Wenn Sie gute Erfahrungen gemacht haben und Ihre Arbeit zufriedenstellend war, führt ein Praktikum nicht selten zu einer fixen Anstellung.

Sich weiterbilden und am Puls der Zeit bleiben

Im Berufsleben bleibt oft wenig Zeit, um neue Fähigkeiten zu lernen oder sich über die Trends der Branche zu informieren. Die Arbeitspause ist daher eine perfekte Gelegenheit für Fortbildungskurse und private Weiterbildung. Dabei muss es nicht immer ein AMS-Kurs sein, auch VHS-Kurse oder Angebote von WIFI, BFI und Co. werden von den jeweiligen Stellen der Bundesländer gefördert. Am sinnvollsten ist es Themen auszusuchen, die Sie in Ihrem Berufsfeld brauchen können – vor allem Qualifizierungen im technischen und digitalen Bereich sind gefragt.

Wenn Sie gern selbstständig lernen, bietet das Internet heute ein breites Angebot an kostenlosen Seminaren, Videokursen oder auch interaktiven Lernseiten. Achten Sie dabei auf die Glaubwürdigkeit des Instituts oder Anbieters. Zu guter Letzt bieten Stadtbibliotheken einen Schatz an kostenlosem Wissen in vielen Formen.

Auch die ungeliebten Lücken im Lebenslauf können Sie übrigens umgehen, indem Sie Weiterbildungskurse und Zertifikate anführen.

Vorteile auf mehreren Ebenen: Das Ehrenamt

Warum nicht die Zeit nutzen, um etwas Gutes zu tun? Ehrenamtliche Tätigkeiten wie Lernhilfe, Sporttraining oder Umweltschutz haben viele Vorteile. Erstens fühlen Sie sich selbst nützlich, zweitens bewirken Sie aktiv etwas für die Gesellschaft und drittens schätzen es Arbeitsgeber, wenn Menschen sich privat engagieren und weiterentwickeln. Erzählen Sie, was Sie im Ehrenamt gelernt haben, das Sie auch in der Arbeit einsetzen können: Ausdauer, Organisationstalent, Selbstständigkeit etc.

Wenn der Neuanfang winkt

Wenn es dann endlich so weit ist und Ihre nächste Stelle in Aussicht ist, bleibt Ihnen nur noch eines zu tun: Entspannen und die verbleibende Freizeit genießen. Sie haben es sich verdient, für die ereignisreiche Anfangszeit im Job dürfen Sie nun Kraft sammeln.

Wie man eine gute Bewerbung schreibt

Manchmal entscheiden schon Kleinigkeiten darüber, ob man auf dem Ja- oder Nein-Stapel landet. Dabei zählt vor allem auch der erste Eindruck: Achten Sie darauf, in der Anrede den korrekten Namen der Ansprechperson zu verwenden. Setzen Sie im Fließtext Absätze, damit dieser gut und leicht lesbar ist.

Das Ziel einer Bewerbung ist es, dem Unternehmen klar zu machen, dass Sie die perfekte Person für die ausgeschriebene Stelle sind. Sehen Sie sich daher genau an, was in der Stellenausschreibung gefordert wird und überlegen Sie, durch welche Ausbildung, Berufserfahrung oder persönliche Stärke Sie dies erfüllen. Diese Übereinstimmungen herauszustreichen ist für eine gute Bewerbung sehr wichtig.

Tipps für Einleitung und Schluss

Die Einleitung sollte gleich zu Beginn Interesse beim Leser wecken. Standardfloskeln sind überflüssig, ebenso die Angabe, wann und wo die Stellenanzeige entdeckt wurde. Überraschen Sie den Personaler und zeigen Sie Initiative.

Hier ein Beispiel: „Sie sind auf der Suche nach einer Bürokauffrau, die Organisationstalent, Teamgeist und Kundenfreundlichkeit mitbringt? Dann haben Sie sie bereits gefunden.“

Genauso wichtig wie der erste Satz ist auch der letzte Satz einer Bewerbung, denn der wird als letztes gelesen und bleibt somit in Erinnerung. Er sollte selbstbewusst, aber nicht aufdringlich klingen. Ein Beispiel: „Gerne überzeuge ich Sie in einem persönlichen Gespräch von meiner Motivation und Qualifikation.“

Persönliche Eigenschaften in der Bewerbung

Idealerweise erwähnen Sie in Ihrer Bewerbung vor allem Eigenschaften, die Sie auszeichnen und die zu dem Stelleninserat passen. Damit zeigen Sie, dass Sie für die Stelle geeignet sind und alles Nötige dafür mitbringen. Persönliche Eigenschaften, die sehr häufig gesucht werden, sind Teamfähigkeit und Selbstständigkeit, aber auch Lernbereitschaft, Kundenfreundlichkeit oder Überzeugungsfähigkeit.

Die persönlichen Stärken formulieren

Wenn es um persönliche Stärken in der Bewerbung geht, ist es wichtig, diese nicht einfach nur aufzulisten. Viel wichtiger ist es, Beispiele dafür zu bringen, wie sich diese Stärken ausdrücken, oder was man dadurch in vorherigen Jobs erreichen konnte. Zum Beispiel: „Auf Grund meiner Flexibilität konnte ich mich in meiner bisherigen Laufbahn sehr schnell auf neue Projekte und Kunden einstellen.“

Gehaltsvorstellungen im Bewerbungsschreiben

Grundsätzlich sind Gehaltsvorstellungen kein Bestandteil einer Bewerbung – es sei denn, es wird in der Stellenanzeige darum gebeten. Häufig wird der Betrag in Brutto genannt – schreiben Sie dies auf jeden Fall dazu, um Missverständnisse vorzubeugen. Wer sich nicht sicher ist, wieviel Gehalt angemessen wäre, findet vielleicht in ähnlichen Stellenanzeigen Anhaltspunkte bzw. kann auch eine Gehaltsspanne angegeben werden. Zum Beispiel: „Meine Gehaltsvorstellung liegt zwischen 2.000 und 2.400 Euro brutto pro Monat.“

Bewerbung mit oder ohne Foto?

Grundsätzlich ist es in Österreich üblich, dass die Bewerbung ein Foto enthält. In den meisten Fällen wird dieses im Lebenslauf rechts oben eingefügt und nicht separat mitgeschickt. Bei der Auswahl des Fotos ist darauf zu achten, dass es professionell wirkt: seriöse Kleidung, gepflegtes Äußeres und am besten ein freundliches Lächeln. Auf gar keinen Fall sollte es ein Urlaubsfoto sein, ein Bildausschnitt oder ein Selfie. Das erweckt keinen guten Eindruck.

Bewerben als Berufseinsteiger

Nicht jeder kann bereits Berufserfahrung mitbringen, irgendwann startet jede Berufslaufbahn einmal. Wer noch nicht mit Arbeitserfahrung punkten kann, fokussiert sich in der Bewerbung am besten auf seine persönlichen Stärken, Ausbildungsinhalte und Interessen.

Lehrlinge

Wer sich als Lehrling bewirbt, bringt in der Regel keine Berufserfahrung mit. Hier ist es bei der Bewerbung besonders wichtig, zu erwähnen, wieso man sich für den jeweiligen Lehrberuf entschieden hat und wieso man diesen gerade in dem ausgewählten Unternehmen erlernen möchte. Zusätzlich punkten Sie mit persönlichen Stärken und Interessen, die sich mit den Aufgaben des Lehrberufes decken oder dabei gut eingesetzt werden können.

Absolventen

Absolventen einer Uni oder FH punkten in der Bewerbung vor allem mit den Lehrinhalten ihres Studiums. Streichen Sie besonders jene hervor, die bei der ausgeschriebenen Stelle gut zum Einsatz kommen können bzw. im Stelleninserat ohnehin gefordert werden. Bedenken Sie, dass auch ein Praktikum oder eine Ferialpraxis als Berufserfahrung zählt und auf jeden Fall im Lebenslauf angeführt werden sollte.

Berufseinsteiger mit Schulabschluss (Matura)

Auch die Matura ist für viele der Zeitpunkt, ins Berufsleben einzusteigen. Hier gilt es für Bewerber, etwaige Ferialpraxis im Lebenslauf anzugeben, sowie persönliche Stärken und Interessen in die Bewerbung mit aufzunehmen. Besonders wichtig im Bewerbungsschreiben ist es jedoch, zu begründen, wieso man sich für das Unternehmen und die ausgeschriebene Stelle interessiert.

Abgebrochene Ausbildung

Keine Angst bei abgebrochener Ausbildung auf dem Jobmarkt – das deutet lediglich darauf hin, dass diese Ausbildungsrichtung nicht der richtige Weg für Sie war. Sie können dies gerne auch im Bewerbungsschreiben thematisieren.

Aber Achtung: Versuchen Sie nicht, sich zurechtfertigen, das kommt bei Unternehmen nicht so gut an. Formulieren Sie stattdessen positiv, welche neue Richtung sie nun einschlagen wollen und wo ihre Stärken und Interessen dafür liegen. Wenn Sie dies dann auch noch mit den Anforderungen des Unternehmens verknüpfen, ist die Bewerbung auf jeden Fall gelungen.

Fazit: Eine Bewerbung ohne Erfahrung ist möglich

Auch wenn die meisten Unternehmen nach Berufserfahrung verlangen, gibt es auch andere Möglichkeiten, einen Fuß in die Tür zu bekommen. Wer private oder persönliche Erfahrungen mit den ausgeschriebenen Jobanforderungen in Einklang bringen kann und zeigt, dass er zuverlässig, ordentlich und loyal arbeitet, hat auf jeden Fall gute Karten – auch wenn der Lebenslauf noch nicht drei Seiten lang ist.

Vorstellungsgespräch: Stärken und Schwächen für Ihren Beruf

Bei Recruitern beliebt, kommt die Frage nach den eigenen Stärken und Schwächen im Bewerbungsgespräch meist wie das Amen im Gebet. Dennoch bietet sie Ihnen auch eine wichtige Chance: Stärken und Schwächen sagen viel über Ihren Charakter aus, Sie können daher hier mit Ihrer Persönlichkeit punkten. Unvorbereitete Aussagen können allerdings Gift im Bewerbungsgespräch sein. Überlegen Sie daher schon vorab, mit welchen Aspekten Sie punkten können.

Mögliche Stärken für Gewerbliche Berufe

Fingerspitzengefühl
Es fällt Ihnen leicht mit Kleinteilen zu arbeiten oder filigrane Tätigkeiten zu übernehmen.

Geschicklichkeit
Eine hochgeschätzte Eigenschaft gerade in Produktionsberufen – komplexere Tätigkeiten eignen Sie sich rasch an.

Gutes Augenmaß
Sie haben ein Auge dafür, wenn hergestellte Produkte nicht ordnungsgemäß zusammengebaut wurden.

Körperliche Fitness
Körperlich herausfordernde Tätigkeiten sind für Sie keine Schwierigkeit, da Sie vielleicht auch privat sportlich unterwegs sind.

Belastbarkeit
Auch in turbulenten Zeiten bewahren Sie Ruhe, bei höherem Arbeitsaufkommen erledigen Sie Ihre Arbeit trotzdem genau und behalten den Überblick.

Durchhaltevermögen
Sie wollen Ihr Ziel erreichen, auch wenn es mal etwas mehr Zeit braucht bleiben Sie geduldig.

Teamfähigkeit
Sie sind kollegial und anpassungsfähig, Sie arbeiten im Team unterstützend und sind offen für verschiedene Arbeitsabläufe und Veränderungen.

Genaue Arbeitsweise
Ein gutes Ergebnis ist Ihnen wichtig. Sie legen Wert auf fehlerfreies Arbeiten und prüfen gerne nach, ob alles richtig sitzt.

Flexibilität
Sie sind vielseitig einsetzbar und scheuen keine schwankenden Arbeitszeiten oder Überstunden.

Mögliche Stärken für Kaufmännische Berufe

Kommunikationsstärke
Sie sind offen und selbstbewusst im Umgang mit Kunden und Kollegen.

Organisationstalent
Sie können sehr breitgefächert eingesetzt werden, Sie sind ein Macher und organisieren gerne Reisen, Meetings, Besprechungen und vieles mehr.

Strukturierte Arbeitsweise
Eine wertvolle Eigenschaft beispielsweise in einer führenden Position oder bei Jobs mit Projektverantwortung. Sie behalten stets den Überblick.

Kundenorientierung
Der Umgang mit Menschen macht Ihnen Spaß. Sie sind aufgeschlossen und um die Zufriedenheit der Kunden bemüht.

Verhandlungsgeschick
Diese Eigenschaft ist im Verkauf eine wesentliche Stärke. Man wird Sie gerne für Vertragsabschlüsse oder auch im Einkauf einsetzen.

Überzeugungsstärke
Ihr Unternehmen können Sie überzeugend repräsentieren und auch Verhandlungen, etwa im Einkauf oder Verkauf, fallen Ihnen leicht.

Koordinationsfähigkeit
Reiseplanung, Schnittstellenfunktion oder Assistentenrolle. Sie sind ein Allrounder und können mehrere Verantwortungen gleichzeitig tragen.

Selbstständigkeit
Es braucht nicht lange, Sie in Ihr Aufgabengebiet einzuschulen. Sie erkennen rasch, was zu tun ist.

Innovation
Diese Eigenschaft ist bei Projekten oder beim Aufbau von Abteilungen und Unternehmen eine ideale Eigenschaft.

Die Frage nach den Schwächen

Auch hier gilt: Gut überlegte Ehrlichkeit ist die halbe Miete. Dass Sie gelegentlich verschlafen oder schwer mit anderen Meinungen umgehen können, wird Ihren zukünftigen Arbeitgeber wenig erfreuen. Trotzdem sind Schwächen menschlich. Überlegen Sie sich, welche Schwächen Ihnen keine Steine in den Weg legen oder zumindest nicht unbedingt erheblich für den Job sind, den Sie anstreben.

Zahlenschwäche
Zahlen sind Ihnen ein Dorn im Auge, dafür sind Sie ein Sprachgenie – finden Sie eine Stärke, die diese Schwäche kompensiert.

Vor Publikum sprechen
Vorträge sind nicht jedermanns Sache. Wenn diese Schwäche nicht Teil Ihrer angestrebten Anstellung ist, kann sie ohne Bedenken erwähnt werden.

Wenig Berufserfahrung
Sie sind wissbegierig und motiviert, Neues zu lernen. Greifen Sie Aufgaben aus der Stellenanzeige auf. Stehen Sie dazu, dass Sie beispielsweise bei einer der genannten Aufgaben noch keine Berufserfahrung haben. Argumentieren Sie umgekehrt mit Ihrer Motivation, diese Aufgabe zu erlernen.

Sich zu viel auf einmal vornehmen
Eine Schwäche, an der man arbeiten kann. Erwähnen Sie, dass Sie Dinge rasch erledigt haben möchten und Sie sich etwa mit To Do-Listen helfen.

Schlechtes Namensgedächtnis
Eine Schwäche, an der man arbeiten kann: Erklären Sie, wie Sie sich Abhilfe schaffen, zum Beispiel wichtige Namen aufschreiben.

Chaotisch sein
Solange Sie Herrscher über Ihr Chaos sind und den Arbeitsfluss im Unternehmen nicht beeinträchtigen, ist chaotisch sein eine meist akzeptable Schwäche.

Fehlende Kreativität
Eine Werbeagentur wird Ihnen mit dieser Schwäche höchstwahrscheinlich eine Absage erteilen. Überlegen Sie sich, ob Kreativität in Ihrem gewünschten Job wichtig ist oder nicht.

Ungeduldig sein
Ungeduld zeigt, dass Sie Ihre Ziele rasch erreichen möchten und motiviert sind.

Direktheit
Direktheit kann auch ein Synonym für Ehrlichkeit sein; Sie reden nicht lang um den heißen Brei herum.

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